Affenkopfpilz
Igelstachelbart
Igelstachelbart

Igelstachelbart

Systematik
Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse: Hutpilze (Agaricomycetidae)
Ordnung: Sprödblättler (Russulales)
Familie: Stachelbartartige (Hericiaceae)
Gattung: Stachelbärte (Hericium)
Art: Igelstachelbart
Wissenschaftlicher Name
Hericium erinaceus
(Bull.) Pers.
Igelstachelbart an Rotbuchenholz

Der Igelstachelbart, Affenkopfpilz, Löwenmähne, Yamabusitake oder Pom-Pom blanc genannte Baumpilz Hericium erinaceus ist ein asiatischer Speise- und Heilpilz. Er ist selten und wächst als Wundparasit an älteren Laubbäumen, zumeist Eichen und Buchen. [1] Die Gattung der Stachelbärte (Hericium), der er angehört, stellt eine relativ kleine Gruppe von Pilzen dar, bei denen der Pilzkopf seine Sporen auf einem sog. Hymenium trägt, einer Lage von „Mutterzellen“, die außerhalb der zähneartigen Grate liegt. Der Igelstachelbart ist stiellos und besteht als typischer Stachelpilz aus vielen weichen stachelartigen Fasern, die 2-5 cm lang und 1,5-2 mm dick sind und den Fruchtkörper dicht einschließen. Er ist beigefarben, manchmal auch leicht rötlich und kann Größen von bis zu 30 cm erreichen. Die Sporen sind zwischen 4 und 7 µm groß, farblos, rundlich mit glatter oder leicht warziger Oberfläche. Der Igelstachelbart ist ein Basidienpilz. Heterothallie und bifaktorieller Kreuzungsmechanismus sind Merkmale seiner Genetik. [2]

Inhaltsverzeichnis

Zucht

In China werden zum Anbau des Igelstachelbarts Behälter aus Kunststoff oder Glas verwendet. Als Nährboden dienen Sägemehl, Altpapier, Reisstroh, Maiskolben, Zuckerrohr- und Baumwollabfälle. Zusätze von Kleie, Gips oder Saccharose sind üblich; insbesondere Weizenkleie führt zu kräftigen und schnell wachsenden Myzelen. Eine Gefahr ist mit zunehmendem Alter der Grünschimmel (Trichoderma). Permethrinbehandlung nach Trauermückenbefall ist nicht empfehlenswert, da sich das Insektizid im Pilz in hohen Mengen ablagert. [3] Das Myzel wächst in einem sauren pH-Bereich zwischen 4 und 5,5 am besten.[4]

Verwendung

Kulinarisch

Im Gegensatz zu den meisten Stachelpilzen ist der Pom-Pom-Pilz essbar. Zur Zubereitung wird er ungewaschen (ansonsten würde er sich mit Wasser vollsaugen) in Würfel geschnitten und in Butter oder Öl angebraten. In Scheiben geschnitten kann der Pilz auch paniert und wie ein vegetarisches Schnitzel zubereitet werden. In der Konsistenz ähnelt der Pilz Meeresfrüchten. Sein Geschmack erinnert an Kalbs- oder Geflügelfleisch mit leicht fruchtigen Aromen von Kokosnuss und Zitronengras, die auf 4-Octanolid bzw. Limonen zurückzuführen sind.

Nährwertzusammensetzung

Bezogen auf den Mineralstoffgehalt ist der Igelstachelbart anderen Pilzen gleichwertig. Er enthält jedoch überdurchschnittlich viele essenzielle freie Aminosäuren. In einer Studie nachgewiesen wurde ein Gehalt von 16%. Insgesamt konnten 19 freie Aminosäuren nachgewiesen werden; fast alle für den Menschen essenzielle waren enthalten (mit Ausnahme von Methionin und Tryptophan).[5]

Medizinisch

In der chinesischen Medizin gilt der Affenkopfpilz als heilsam bei Magen- und Atembeschwerden, Nervenleiden, hohem Cholesterinspiegel, Krebs und geschwächtem Immunsystem. Einige der ihm nachgesagten Wirkungen sind auch wissenschaftlich bestätigt worden.[6]

Einzelnachweise

  1. Jahn, 1979, S. 78
  2. Eisenhut, 1994, S. 5
  3. Eisenhut, 1994, S. 121 ff.
  4. Eisenhut, 1994, S. 8 ff.
  5. Eisenhut, 1994, S. 124-125
  6. http://www.ingentaconnect.com/content/jws/jsfa/2005/00000085/00000004/art00017

Literatur

  • Ehlers, S. (1999). Untersuchungen zum Anbau und zur pharmakologischen Wirkung des Speisepilzes Hericium erinaceus. München: Utz.
  • Eisenhut, R. (1994). Untersuchungen zur Anbautechnologie und zum ernährungsphysiologischen Wert des Speisepilzes Hericium erinaceus (Bull.:Fr.) Pers.. Konstanz: Hartung-Gorre.
  • H. Jahn (1979): Pilze, die an Holz wachsen. Herford.

Weblinks

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