Affinitätsliste

Eine Affinitätstafel oder Affinitätsliste ist eine Zusammenstellung genealogischer Ergebnisse, die sich nicht mehr auf die Blutsverwandtschaft beschränkt (siehe Konsanguinitätstafel bzw. Konsanguinitätsliste), sondern darüber hinaus auch die Familien angeheirateter Personen in die Darstellung aufnimmt.

Auch die Affinitätstafel ist daher - wie die Konsanguinitätstafel - eine Kombination aus einer Ahnentafel bzw. Ahnenliste und einer Nachkommentafel bzw. Nachkommenliste und noch stärker als alle anderen Darstellungen einer inhaltlichen Beschränkung, wie die Restriktion auf wenige Generationen, unterworfen.

Affinitätstafeln im engeren Sinne gehen üblicherweise von einem Probanden in der Mitte aus, wie zum Beispiel Otto von Bismarck, für den eine derartige Tafel erstellt wurde, können aber auch eine soziale Gruppe als Hauptaugenmerk umfassen: Die Affinitätstafel der Gießener Professorengalerie von Siegfried Rösch ist formal eine Affinitätstafel des Wissenschaftlers Anton Orth, stellt inhaltlich aber die vielfältigen blutsverwandtschaftlichen und ehelichen Beziehungen innerhalb des Professorenschaft der Universität Gießen dar, muss sich auch auf diese beschränken, um nicht ins Uferlose zu geraten.

Bei Affinitätstafeln im weiteren Sinne fällt der Proband ganz weg. Hier werden nur noch genealogische Verflechtungen mehrerer Familien dargestellt, zum Beispiel für Dorfgemeinschaften, wobei die Beschränkung auf den Status zu einem Zeitpunkt oder den relativ kurzen Zeitraum von wenigen Jahren gewählt wird, die Wiederholung der Darstellung zu verschiedenen Zeitpunkten dann allerdings ein Schichtmodell der sozialen Struktur der Dorfgemeinschaft ergibt.

Wie bei der Konsanguinitätstafel werden auch Affinitätstafeln und Affinitätslisten miteinander kombiniert, um ein Mindestmaß an Übersichtlichkeit zu erzeugen. Eine Systematik der graphischen Darstellung oder der Bezifferung gibt es hier allerdings nicht mehr, es fällt lediglich auf, dass die Listen im Kern wieder auf die Stammliste mit der Darstellung von Kleinfamilien (Eltern und deren Kinder) zurückgreifen.


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  • Familiengeschichtsforschung — Genealogie (v. griech. γενεά „Abstammung“ und λόγος „Kunde, Lehre“; früher im Deutschen oft auch Sippenforschung genannt) bezeichnet im weiteren Sinne den genetischen Zusammenhang einer Gruppe von Lebewesen, im engeren Sinn die… …   Deutsch Wikipedia

  • Familienkunde — Genealogie (v. griech. γενεά „Abstammung“ und λόγος „Kunde, Lehre“; früher im Deutschen oft auch Sippenforschung genannt) bezeichnet im weiteren Sinne den genetischen Zusammenhang einer Gruppe von Lebewesen, im engeren Sinn die… …   Deutsch Wikipedia

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