EASTMAN KODAK COMPANY
Eastman Kodak
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1892
Unternehmenssitz Rochester, New York
Unternehmensleitung

Antonio M. Perez

Mitarbeiter 40.900 (2006)[1]
Umsatz 13.274 Mio. $ (2006)[1]
Branche Fotografie
Produkte

Fotoapparate, Filme, Bildbearbeitung

Website

http://www.kodak.com/

historisches Logo von Kodak

Die Eastman Kodak Company ist ein multinationales Unternehmen, das fotografische Ausrüstung wie Filme und Kameras produziert. Eastman Kodak ist im Aktienindex S&P 500 gelistet. Das Unternehmen ging aus dem Unternehmen Eastman Dry Plate Company hervor, die von dem Erfinder George Eastman und dem Geschäftsmann Henry Strong 1881 gegründet worden war. Kodak ist ein von George Eastman erfundener Phantasiename, der kurz und prägnant sein sollte. Der Name und das Logo wurden am 29. Oktober 1894 zum deutschen Markenregister angemeldet und am 5. April 1895 eingetragen.

Das Unternehmen, auch häufig als „Gelber Riese“ bezeichnet, ist nach wie vor der weltweit größte Lieferant von Filmen sowohl für den Amateur- wie auch den professionellen Markt. Legendärer Werbeslogan aus Kodak-Box-Zeiten war "You press the button – we do the rest" ("Sie drücken auf den Knopf, wir erledigen den Rest"). Das Unternehmen ist traditionell großzügig im Sponsoring von Fotowettbewerben, Fotoprojekten und Stipendien für angehende Fotografen.

Kodak hat auch in benachbarten Marktsegmenten Fuß gefasst und bemüht sich im Bereich der Digitalfotografie und allgemein der digitalen Bildbearbeitung Marktanteile zu gewinnen.

Die Unternehmenszentrale befindet sich in Rochester, Monroe County, New York in den USA.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Eastman Kodak Co., Fabrik und Büros in Rochester, N.Y., um 1910

Kodak stellte bereits früh Rollfilme und ab 1888 auch industriell gefertigte Fotoapparate her, darunter die Kodak Nr. 1, den Brownie sowie später den Instamatic, die auch von Amateuren, nicht nur von Berufsfotografen, einfach bedient werden konnte; Kodak machte so die Fotografie in den USA zu einer populären Freizeitbeschäftigung.

1921 gründete die Eastman Kodak Company zusammen mit der Heidelberger Gelatine-Fabrik Stoess & Co. GmbH das erste deutsch-amerikanische Joint-Venture nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Namen Chemische Werke Odin GmbH in Eberbach. Die Firma wurde am Heiligabend 1939 aufgelöst, nachdem sie mit Beginn des Zweiten Weltkriegs unter Feindvermögensverwaltung gestellt wurde.

1927 übernahm Kodak den Filmhersteller Glanzfilm AG in Berlin-Köpenick sowie Ende 1931 auch das Kamerawerk Dr. August Nagel in Stuttgart-Wangen; die in Deutschland gefertigten Kameras trugen daher in der Anfangszeit den Zusatz Dr. Nagel - Werk Stuttgart.

Ab Mitte der 1930er Jahre warb Kodak in Prospekten – wohl um antiamerikanischen Ressentiments entgegenzutreten – mit Aussagen wie "Deutsch die Kamera", rühmte sich, "1500 Volksgenossen Arbeit und Brot zu geben" und behauptete, nur "beste einheimische Rohstoffe" zu verarbeiten. Ab 1940 stellte das Kodak-Werk in Stuttgart dann auf Rüstungsproduktion um.

Die von Kodak 1935 eingeführten Farbdiafilme der Kodachrome-Serie setzten über Jahrzehnte hinweg den Qualitätsstandard; sie werden zunächst als 8-mm-Schmalfilm sowie ab 1936 auch als 35-mm-Kleinbildfilm konfektioniert. Zwischen Agfa und Kodak kam es in der 1930er Jahren auch zu einem regelrechten Wettbewerb bei der Einführung der ersten markttauglichen Farbnegativ-Filme, der auch von den Nazis - u. a. Joseph Goebbels - mit großer Anteilnahme verfolgt wurde.

Kodak Junior 620
Hergestellt im Stuttgarter Kodak-Werk: Kodak Retina 1b

Später eingeführte Marken für fotografische Filme sind unter anderem die Ektachrome-Diafilme nach dem Kodak E-6-Entwicklungsprinzip, die Kodacolor-Negativfilme für Papierabzüge sowie Ende des 20. Jahrhunderts die "Farbwelt"-Negativfilme. Bei diesen wurde aus der Not eine Tugend gemacht, wird Kodak-Filmen doch seit jeher nachgeredet, hinsichtlich der Farbneutralität gegenüber anderen Marken ersichtlich im Hintertreffen zu sein, während ihr feines Korn und ihre teilweise hervorragende Detailschärfe und Tonwertdifferenzierung gerühmt werden.

Auf der Photokina 1976 stellte Kodak Sofortbildkameras vor, woraufhin Polaroid wegen Patentrechtsverletzungen klagte. Der Rechtsstreit ging für Kodak verloren, die Produktion von Sofortbildkameras wurde am 9. Januar 1986 eingestellt und die im Umlauf befindlichen Kameras zurückgekauft. Für den Sofortbildfilm Kodak PR 10 gab es Belichtungsgeräte der Firma Durst, um von Diapositiven Papierbilder zu erstellen, sowie ein Zusatzgerät für das Super-8-System Agfa Family (siehe Super 8).

Das in den 1980er Jahren von Kodak maßgeblich mit eingeführte kompakte Kodak-Disc-System entwickelte sich zu einem Misserfolg: Heutzutage gibt es weder Disc-Materialien, noch können Abzüge von Disc-Negativen in Auftrag gegeben werden. Hintergrund der Entwicklung dieses Negativformats waren in der Tat keineswegs Überlegungen zur Vereinfachung der Handhabung der Fotografie durch den Verbraucher, sondern der in den Großlabors: Für die Disc-Scheiben gab es Spindel-Entwicklungsmaschinen, die wesentlich rationeller bestückt werden konnten und vor allem auch bedeutend kleiner waren als solche, die Material in Streifenform zu verarbeiten haben (siehe Foto-Finishing).

1989 brachte Kodak seine erste Digitaldruckmaschine heraus - Die Kodak XL 7700 Digital Continuous Printer basierend auf die Continuous-Drop-Technik. 1997 wurde mit der Firma Heidelberger Druckmaschine das Joint Ventur NexPress Solutions geschlossen mit der Zielsetzung eine digitale Farbdruckmaschine für den oberen Leistungsbereich zu entwickeln. 1999 verkaufte Kodak seinen digitalen Geschäftsbereich ganz an Heidelberger Druckmaschinen. 2004 wollte sich die Heidelberger Druckmaschine AG ganz auf den Bogenoffset konzentrieren und verkaufte die Digitaldrucksparte an Eastman Kodak.

Im Digitalfotobereich war Kodak mit der Kodak Photo CD (1992) und später mit der Kodak Picture Disc einer der Vorreiter. Dessen ungeachtet hat das Unternehmen unter den stark rückläufigen Verkäufen ihrer Analogfilme schwer zu leiden. In Deutschland wurden 2004 alle unternehmenseigenen Großlabors veräußert (bisweilen gefolgt von baldigem Konkurs), Personal wird weltweit abgebaut.

Anfang 2004 kündigte Kodak an, den Verkauf von Kameras des gerade erst 1996 aufwändig eingeführten Advanced Photo Systems (APS) einzustellen und in Nordamerika und Westeuropa Kleinbildkameras nicht mehr anbieten zu wollen, um sich stärker auf den Markt der digitalen Fotogeräte konzentrieren zu können.

Im Juni 2005 erklärte Kodak, dass das Unternehmen die Fertigung von Schwarzweiß-Fotopapier zum Jahresende einstellt. Als Grund für die - tatsächlich historische - Entscheidung wurde die zunehmende Verbreitung von Digitalkameras angeführt. Kodak fertigte das Schwarz-Weiß-Papier zuletzt noch in Brasilien. Der Produktionsstopp ist Teil von Sparmaßnahmen, während derer Kodak bis 2008 12.000 bis 15.000 der gegenwärtig 60.000 Arbeitsplätze in dem Werk abbauen will.

Im März 2009 schloß Kodak ein Lizenzabkommen mit Sakar International, aufgrund dessen Sakar Kameras, Foto- und Computerzubehör unter der Marke Kodak vermarkten wird[2].

Mitbewerber

  • Fuji Photo, Japan: härtester Konkurrent, Marktführer in Asien; Filme, Minilabs und Kameras (analog, digital)
  • Agfa, Deutschland/Belgien: Filme, Minilabs
  • Ilford, UK: Schwarz-Weiß-Filme, Labormaterial

Produkte

Siehe auch

Literatur

  • Paul Read. A Short History of Cinema Film Post-Production (1896 - 2006), in English, in: Joachim Polzer (editor). Zur Geschichte des Filmkopierwerks. (On Film Lab History). Weltwunder der Kinematographie. - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik. Volume 8.2006. April 2006. 336 pages. (available through amazon.de) -- ISBN 3-934535-26-7 (mit ausführlicher Berücksichtigung des Siegeszugs von Eastmancolor seit den 1950er-Jahren)
  • Joachim Polzer (Hrsg.): Weltwunder der Kinematographie (6. Ausgabe 2002). Aufstieg und Untergang des Tonfilms (mit einem ausführlichen Beitrag von Gert Koshofer zur Geschichte von Eastmancolor und Technicolor), Polzer Media Group, Potsdam 2002. ISBN 3-934535-20-8

Quellen

  1. a b Geschäftsbericht 2006
  2. Pressemitteilung von Sakar International, Inc, vom 3. März 2009

Weblinks


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