Afro (Musik)
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Cosmic ist eine in Mittel-Süd-Europa bekannte Musikrichtung. Im Endeffekt entstand dieser Stil in Italien ab Ende der 1970er Jahre in der Discothek Baia degli Angeli in Gabicce Mare bei Rimini, Cattolica mit dem DJ Mozart, dann DJ Rubens und auch DJ Daniele Baldelli. Namensgebend war der psychedelische "Cosmic-Rock" von Pink Floyd, in dessen Tradition die ersten Feste stattfanden. Ab 1980 gab es dann in Lazise am Gardasee eine Diskothek mit dem Namen Cosmic, und die Musik, die dort aufgelegt wurde, war einzigartig genug, um als Namenspate für diesen Stil zu dienen. Damals legte DJ Daniele Baldelli auf, später auch DJ T.B.C. (Claudio Tosi Brandi). Kult war dabei der Citroën DS. Ebenfalls legendär zu dieser Zeit waren die Cosmic Flying Trip-Tapes.

Zu den Gründungsvätern gehören Daniele Baldelli, T.B.C., Beppe Loda, Discothek Typhhon Gambera, Brescia, DJ Mozart, Fabrizio Fattori, DJ Rubens, Ebreo, Yano, Spleen: Corrado DJ, DJ Stefan Egger. Weitere Afro-Cosmic DJs sind: Fary, Rudy Franceschi, Gege, Melody Mecca, Pery, Meo und Roberto Lodola. Diese mischten auserlesene Stücke aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen so, dass ein durchgehendes Gesamtwerk im Sinne einer Komposition der klassischen Musik entstand. Entscheidend war, dass die Stücke ohne Pausen und in gleicher, angepasster Geschwindigkeit gespielt wurden. An bis zu 5 Turntables entstanden wahre Meisterstücke, sogenannter Afro. Danach folgten die DJs der Next Generation wie DJ Merlin, Chris DvM, DJ L.S.D., DJ Micky, DJ Bogi, DJ Fred, DJ Uli T.C. oder D.J. Mandara. Heute finden sich im Großraum München und Augsburg zahlreiche würdige Nachfolger.

Cosmic war Anfang der 1980er auch in anderen Diskotheken in Italien populär geworden. Ab 1981 exportierte ein Österreicher, DJ Stefan Egger (der sog. Cosmic-Dieter-Bohlen), den Cosmic nach Innsbruck, Österreich und Deutschland. Er übernahm diesen Musikstil aus Italien, vermischte ihn später, ab 1987 mit langsam gespieltem Techno, Beats und Grooves und machte ihn dadurch massentauglich und einem breiterem Publikum zugänglich.

Der große Sprung nach Deutschland gelang, als Hannes Alshut (heute tot) und Rob Neureiter beschlossen, dem neuen Kind einen einprägsamen Namen zu geben: Cosmic Music. Weitere Wegbereiter waren Pablo Landauer ("Fiesta Musica Magica") und Frank Sammüller ("Bahia Corps").

Hannes Alshut erkannte das Potential welches in "Cosmic Music" steckt und ließ sich selbiges als Wort- und Bildmarke patentieren. Er räumte aber Stefan Egger eine Nutzungslizens dafür ein, da er wusste, dass "Cosmic Music" in Deutschland ohne den musikalischen Ideengeber nichts wert sein würde. Später übertrug er die Rechte an der Marke seinen beiden DJs Micky und Pedro, welche mehrere Jahre für ihn unter Vertrag standen. Oli Schneider, der das Logo "Cosmic Music" einst nach einer Vorgabe von Hannes Alshut und Stefan Egger zeichnete, hat niemals Geld dafür erhalten und lebt heute nach einem Schlaganfall in Augsburg. Stefan Egger begründete mit Hannes Alshut und später anderen die Stilrichtung "Cosmic Music" und nutzte diesen Begriff am erfolgreichsten. So war er als eigennütziger Vermittler von Terminen in ganz Deutschland aktiv. Sicherlich trug Stefan auch zur Verbreitung und "Technoisierung" bei, welche aber nicht mehr viel mit den Ursprüngen dieser Musikrichtung gemein hat. Die Musikstilelemente Afro, Reggae, Funk, Brasil, Cumbia, Ambient etc. werden immer noch verwendet - Cosmic hat sich aber weiterentwickelt und modernisiert. Ein Unterschied zu bestehenden Musikrichtungen wie House, Techno, Hip Hop, Dance usw. besteht selbstverständlich immer noch. Heute besteht wieder ein starker Trend Back to the roots. Eines der wichtigsten Elemente dieses Old-School-Cosmic war der Gedanke der Komposition im Sinne der klassischen E-Musik. Damals erarbeiteten die DJs für jeden ihrer Auftritte eigene einstündige Kompositionen, die ähnlich wie in der klassischen Komposition ein Opening, Steigerungen, Höhepunkte und ein Finale enthielten. Die "Instrumente" waren dabei Sound-Versatzstücke, das Auflegen eher "Komponieren" im Vergleich zum heutigen Recycling eigener Re-Mixes.

Es wurden und werden Songs aus allen Ländern und aus vielen verschiedenen Musikrichtungen verarbeitet, wie beispielsweise Funk, Afro, Brasil, Reggae, Ragga, Bhangra, Rock, Pop, später auch Hip-Hop, Trip Hop, Big Beat bis hin zu Trance und anderer Formen elektronischer Musik.

Da diese Musikrichtungen im Grundtempo starke Unterschiede aufweisen, werden durchaus auch Schallplatten, die zum Abspielen mit 33 RPM vorgesehen sind, mit 45 RPM abgespielt. Der dabei entstehende Micky-Mouse-Effekt wurde geradezu zum prägenden Stilmerkmal. Da beim klassischen 1210er zwischen der höchsten Stellung des Pitchreglers auf 33 und der niedrigsten auf 45 ein "Tempoloch" klafft, gehören modifizierte Turntables mit auf bis zu 30 % erweitertem Pitching-Bereich zur Standardausstattung. Inzwischen gibt es von Technics das Modell 1210 M5G mit einem Pitchbereich von +- 16 %.

Anfangs bewegte sich Cosmic in einem Tempobereich von 90 bis 105 BPM. Das Grundtempo erhöhte sich im Lauf der Jahre, zu den Boomzeiten betrug es bereits 105 - 110 BPM. Das Tempo nahm weiter zu und hat 110 BPM heute bereits überschritten. Das Cosmic-Tempo liegt heute bei 105 - 115 BPM.

Auch heute lebt Cosmic weiter, wenn auch regional begrenzt auf Italien, Österreich und Süddeutschland. Cosmic hat sich zu einer Art "Worldmusic" entwickelt.

Regelmäßige Veranstaltungen, auf denen Cosmic (auch bekannt unter "Afro") gespielt wird, sind das jährliche Afro Meeting in Innsbruck und diverse Meetings in Italien, beispielsweise in Ferrara.


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