EDAR
Flugplatz Pirna-Pratzschwitz
Flugplatz Pirna-Pratzschwitz (Sachsen)
DEC
Kenndaten
ICAO-Code EDAR
Flugplatztyp Sonderlandeplatz
Koordinaten
50° 58′ 45″ N, 13° 55′ 0″ O50.97916666666713.916666666667122Koordinaten: 50° 58′ 45″ N, 13° 55′ 0″ O 122 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km nordwestlich von Pirna
Straße S177, A17 Dresden-Prag
Basisdaten
Eröffnung 1958
Betreiber Aeroclub Pirna e.V.
Fläche
Start- und Landebahn
30/12 600 m × 40 m Gras

Der Flugplatz Pirna ist ein deutscher Flugplatz bei Pirna und ist klassifiziert als Sonderlandeplatz. Er liegt rechtselbisch ca. 2 km nordwestlich vom Pirnaer Stadtzentrum zwischen dem Kies- und Badesee Birkwitz und der S177. Es steht eine Grasbahn für den Motorflug zur Verfügung, sowie parallel eine Segelflug-Windenstart- und Landestrecke und ein Modellflug-Gelände.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte [1]

Die Anfänge des Flugplatzes lassen sich auf Vereinsbildungen bereits Ende der 20er Jahre zurückführen. Im Pirnaer Anzeiger erschien 1928 ein Aufruf der Akaflieg Dresden (Akademische Fliegergruppe der Technischen Hochschule Dresden) zur Bildung eines Flugvereins im Deutschen Luftfahrt Verein e.V. Spontan trafen sich 10 Luftfahrtbegeisterte zu der von Studienrat Thieme und Ingenieur Nebelung im Pirnaer Amtshof initiierten Gründungsveranstaltung. Der Verein finanzierte sich durch Beiträge und gelegentliche Spenden. Mit eigenem handwerklichen Schaffen bauten die Mitglieder die Flugzeuge und technisches Gerät größtenteils selbst. Das Segelflugzeug Zögling und ein Doppelsitzer des Typs Popenhausen bildeten bald den Flugzeugpark. Berthelsdorf bei Neustadt und der Pirnaer Kohlberg waren die ersten Übungsgelände. Man war immer auf "Achse" und nahm als Pirnaer Verein sogar an Rhönwettbewerben teil. Diese alljährlichen Segelflugtreffen auf der Wasserkuppe, einem wenig bewaldeten Berg inmitten der südwestlich des Thüringer Waldes gelegenen Rhön, waren damals die wichtigste Begegnungsstätte der deutschen Segelflieger. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte alle sportfliegerischen Aktivitäten in Deutschland zum Erliegen.

Erst 1952 konnten sich in Pirna wieder Flugsportenthusiasten zusammentun, um vom Recht auf den Bau von Flugmodellen und die Ausübung des Segelflugs auf niedrigstem Niveau so schnell wie möglich Gebrauch zu machen. Alles musste selbst zusammengetragen werden. So wurde ein Gummiseil organisiert und der Schulgleiter SG 38 war amtlich registriert und sogar zugelassen. Einmal landete der SG 38 in einem Getreidefeld, Holz splitterte und für etwa zwei Jahre war es vorbei mit dem Traum vom Fliegen. Die Reparatur des Gleiters fand statt und beendete 1955 diese Phase der Pirnaer Fluggeschichte. Für die Mitglieder der Sparte Segelflug begannen drei Jahre des Wanderns und „Einmietens“ auf anderen Flugplätzen wie Riesa-Göhlis und Flugplatz Klix. Die Grundausbildung fand auf der Elbwiese mitten in Dresden statt.

Startbereit Das erste eigene Flugzeug kam aus dem Apparatebau Lommatzsch bei Meißen und hieß Lommatzsch FES-530 Lehrmeister. Für damalige Verhältnisse einmalig, war der „VEB Entwicklungsbau Pirna“ als Halter vermerkt. Aber einen eigenen Flugplatz gab es nicht. Die ersten Bemühungen galten ehemaligen Fluggeländen wie am Kohlberg und Triebenberg. Doch weltweit gab es nach dem Krieg in der Segelfliegerei so rasche und verheißungsvolle technische Fortschritte, dass es ratsam erschien, mindestens 1200 m Schleppstrecke anzustreben. Niedrige Bodenwertzahlen machten den jetzigen Flugplatz in der Gemeinde Pratzschwitz aufmerksam. Im Jahre 1958 konnte der erste Start auf dem neuen Fluggelände erfolgen. Auch wenn in diesem Geburtsjahr von einem richtigen Flugplatz mit Hallen und Gebäuden noch keine Rede sein konnte. Der im guten Einvernehmen mit der Gemeinde entstandene Flugplatz Pirna-Pratzschwitz erforderte eine unglaublich aufwendige Sanierung, die sich bis etwa 1975 hinzog.

Zu Beginn der 70er Jahre kamen Segel- und Motorflieger der Technischen Universität Dresden hinzu. Neue, leistungsfähige Segelflugzeuge erlaubten jetzt auch weite Flüge über der Sächsischen Schweiz, der Lausitz und dem Erzgebirge. Wettkämpfe auf Bezirks- und Republikebene wurden zum festen Bestandteil des fliegerischen Lebens. Leider fand diese Entwicklung 1979 ein jähes Ende. In der Gesellschaft für Sport und Technik, dem alleinigen Träger aller sportfliegerischen Aktivitäten in der DDR, fand ein Führungswechsel statt. Etliche, vor allem grenznahe Flugplätze wurden geschlossen und der sportliche Aspekt des Segelfliegens trat in den Hintergrund. Viele Segelflieger wurden vor die Wahl gestellt, entweder die Fliegerei oder verwandtschaftliche Beziehungen in den anderen Teil Deutschlands aufzugeben und entschieden sich für ihre Familien. Mitte der 80er Jahre erhielt die Sportfliegerei wieder mehr Freiraum. Erst die Wende in der DDR erlaubte ab 1990 die Unabhängigkeit der sich gründenden Flugsportvereine von staatlichen Einflüssen und die Rückkehr zur Sport- und Hobbyfliegerei ohne politische Bevormundung. In dieses Jahr auch fiel die Gründung des Aeroclub Pirna e.V. Der Aeroclub Pirna e.V. ist heute ein Verein mit circa 140 Mitgliedern (Stand März 2009). Für die Segelflug-Ausbildung stehen drei Doppelsitzer SZD-9 Bocian, drei Einsitzer PZL Bielsko SZD-30 und ein Club Astir Grob G 102 zur Verfügung. Weiterhin gibt es für den Streckensegelflug einen Doppelsitzer Puchacz, sowie einen Einsitzer Schempp-Hirth Cirrus und eine LS-1f(45).

Lage und Verkehrsanbindung

Der Flugplatz liegt am Stadtrand von Pirna und ist über die Bundesautobahn 17, Abfahrt Pirna und der S177 Abfahrt Pirna-Copitz zu erreichen.

Umgebung und Übernachtung

Neben den Übernachtungs- und Campingmöglichkeiten am Platz sind in der Stadt Pirna zahlreiche Hotels und Pensionen vorhanden, welche schnell mit dem Taxi zu erreichen sind.


Flugbetrieb

Der Flugbetrieb findet von April bis Oktober jedes Wochenende statt. Neben Segelflug, Motorseglern und Motorflug wird auf dem Flugplatz Pirna-Pratzschwitz auch mit Modellflugzeugen und Gleitschirmen geflogen, sowie zu besonderen Anlässen wie dem Pirnaer Stadtfest Fallschirmspringen durchgeführt.

Segelflug

Zum Starten steht eine Elektrowinde ESW-2B mit zwei Kunststoffseilen sowie eine PZL-104 Wilga als Schleppflugzeug zur Verfügung. Im Windenstart werden problemlos Schlepphöhen von 400 bis 500 m erreicht.

Der Flugplatzhalter * Aeroclub Pirna e.V. ruft den dezentralen Wettbewerb Bocian-Pokal aus welcher den Streckensegelflug mit dem Flugzeugtyp Bocian fördern soll.

Außerdem ist der Aeroclub in der Segelflug-Bundesliga vertreten und belegte 2008 den 21. Platz. [2]

siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Chronik des Aeroclub Pirna e.V, aufgerufen am 7. März 2009
  2. Bundesliga-Tabelle: [1], 7. März 2008

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