Afterfrühlingsfliege
Steinfliegen
Nemoura cinerea

Nemoura cinerea

Systematik
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Steinfliegen
Wissenschaftlicher Name
Plecoptera
Burmeister, 1839
Schlüpfvorgang einer Steinfliege der Gattung (Isoperla). Die Larve verlässt das Wasser und klettert an einen Halm oder Ast, Baumstamm etc. Die Rückennaht platz auf und die Imago verlässt die Larvenhülle (Exuvie)

Die Steinfliegen (Plecoptera) sind eine Ordnung der Insekten und gehören zu den Fluginsekten (Pterygota). Sie bilden gemeinsam mit den Tarsenspinnern ein Taxon namens Steinfliegenartige (Plecopteroida). Von den etwa 2200 bekannten Arten der Steinfliegen sind 115 in Mitteleuropa verbreitet. Die meisten Arten werden 3,5 bis 30 mm lang. Die größte Art ist Diamphipnoa helgae mit einer Körperlänge von etwa 40 mm und einer Flügelspannweite von 110 mm.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Steinfliegen besitzen vier etwa gleich große Flügel, die in der Ruhestellung nach hinten über den Körper gefaltet werden. Diese Flügel sind nicht mit einem Verbindungsmechanismus gekoppelt. Die Tiere sind meist flach gebaut, die 3 Brustsegmente (Thorax) sind annähernd gleich groß. Am Kopf tragen die Tiere lange Antennen und Facettenaugen sowie kleinere Punktaugen (Ocellen). Die Mundwerkzeuge sind kauend-beißend, bei vielen Arten im Erwachsenenstadium fehlen sie allerdings, da diese Arten nur als Larven Nahrung aufnehmen. Sie zeichnen sich durch Flügel aus, die mit sehr vielen Queradern bestückt sind. Der Hinterleib endet in einem Paar langer Hinterleibsfäden, den Cerci.

Larven

Die Larve einer Steinfliege der Gattung Perla.

Die Larven der Steinfliegen leben im Wasser, dabei kann die Larvalentwicklung durchaus mehrere Jahre andauern. Auch sie sind häufig abgeflacht und tragen 6 voll ausgebildete Beine und 2 Paar Flügelanlagen. Ihre Mundwerkzeuge sind prominenter als die der Adulti und auch die beiden Hinterleibsanhänge sind auffallend lang. Die Larven finden sich vor allem in wenig belasteten Bachläufen und stellen nicht selten Zeigerarten (Bioindikatoren) für eine gute Gewässergüte dar. Im Gesamtaufbau ähnelt der Körper der Larven jedoch weitestgehend dem der erwachsenen Tiere. Sie atmen unter Wasser primär durch Hautatmung sowie durch schlauchförmige Tracheenkiemen. Von den ebenfalls in Gewässern lebenden Larven der Eintagsfliegen können sie durch das Fehlen eines dritten Hinterleibsfadens, dem Terminalfilum, unterschieden werden.

Systematik der Steinfliegen

Die Steinfliegen setzen sich aus 2 Unterordnungen zusammen, deren genaue Verwandtschaftsverhältnisse nicht vollständig aufgeklärt sind.

Archiperlaria (Antarctoperlaria)

Die Vertreter der Archiperlaria leben nur auf der südlichen Hemisphäre, vor allem in Australien, Neuseeland und Chile. Autapomorphien, die eine Monophylie begründen, sind eine Prothoraxmuskulatur und floriforme Chloridzellen.

Arctoperlaria

Monophylie bestätigt durch Substratschallerzeugung bei der Partnerfindung. Die Arctoperlaria werden in zwei Überfamilien unterteilt:

Filipalpia (Nemouroida)

Bei diesen Tieren ist der Labialpalpus fadenförmig und verjüngt sich nicht zur Spitze. In dieser Gruppe werden die Arten der Taeniopterygidae, der Nemourida, der Capniidae und der Leuctridae eingeordnet.

Setipalpia (Subulipalpia)

Das wichtigste Kennzeichen dieser Gruppe ist ein Taster an den Mundwerkzeugen (Labialpalpus), der sich borstenartig verjüngt. Hierher gehören beispielsweise die Vertreter der Perlodidae, der Periidae und der Chloperiidae.

Literatur

  • Bernhard Klausnitzer: Plecoptera, Steinfliegen. In Westheide, Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena 1997; Seiten 635–636.

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