Aga Mohammed Schah
Agha Mohamad Khan, erster Kadscharen-Herrscher

Aga Mohammed Khan (Aserbaidschanisch - Ağa Məhəmməd Şah Qacar, persischآقا محمد خان ‎ [ɔːˈγɔː moɦæˈmːæd xɔːn], auch Aga Mohammed Schahآقا محمد شاه ‎ [ɔːˈγɔː moɦæˈmːæd ʃɔːh]; * 1742; † 17. Juni 1797) war ein Herrscher Irans aserbaidschanischer Abstammung. Er begründete die Kadscharen-Dynastie, galt als energisch und klug, zugleich aber auch als extrem grausam. Er ist nach herrschender Meinung der Architekt Irans, wie wir es heute kennen. Allein die Tatsache, dass es der von ihm gegründeten Dynastie gelang, Persien bis ins 20. Jahrhundert zu regieren, ohne eine Kolonie europäischer Mächte zu werden, sagt etwas über seine Fähigkeiten aus.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Mohammed Khan entstammt einem turkmenischen Stamm der Qavānlū (auch Qoyunlū genannt) aus dem Nordiran, der früher in Aserbaidschan lebte. Die Qavānlū waren ein Unterstamm der Kadscharen, sein Vater Mohammad Hasan Khan war Stammesführer der Qavānlū in Astarabad. Während der Herrschaft Nadir Schahs verlor der Stamm seine Macht. Nach dessen Tod versuchte der Vater Aga Mohammed Khans Astarabad zu erobern und seine alte Machtposition zurückzugewinnen. Nadir Schahs Nachfolger Adil Schah konnte in den folgenden Auseinandersetzungen den vierjährigen Mohammed Khan gefangen nehmen. Auf Befehl Adil Schahs wurde Mohammed Khan kastriert, um ihn als zukünftigen politischen Rivalen auszuschalten.

1758 wurde Mohammed Khan Stammeschef der Qavanlu. In den durch den Untergang der Afschariden ausgelösten Nachfolgekämpfen wurde der Vater Mohammed Khans durch die Zand-Prinzen 1759 besiegt und getötet. Aga Mohammed Khan und sein Bruder wurden zu Flüchtlingen. 1762 wurde er gefangen genommen und nach Teheran und später nach Schiraz gebracht. Dort lebte er 16 Jahre als Geisel, konnte aber 1779 entkommen.

Im Streit um die Nachfolge von Schah Karim Khan begann Aga Mohammed Khan eine Rebellion und errang schließlich den Sieg über seine Konkurrenten. 1788 besetzte er Schiraz. Sechs Monate lang belagerte er die Stadt Kerman. Nach deren Einnahme 1794 richtete er ein Massaker unter der Zivilbevölkerung an, das einmalig in der Geschichte Persiens ist. Die zahlenmässigen Angaben über das Massaker sind nicht eindeutig, manche Quellen sprechen von 7.000 männlichen Einwohnern, denen die Augen herausgerissen wurden. Andere behaupten, 20.000 Männer wurden geblendet, 900 Männer enthauptet und 20.000 weibliche Einwohner und Kinder in die Sklaverei verkauft. Die Grausamkeit Mohammed Khans hat sich in das kollektive Gedächtnis der Perser eingeprägt und der Hass auf den Begründer der Kadscharendynastie ist bis heute lebendig.

Im gleichen Jahr, in dem Mohammed Khan Kerman eroberte, nahm er den letzten Regenten der Zand-Dynastie, Lotf Ali Khan, gefangen und tötete ihn. Im Frühjahr 1796 krönte er sich zum Schah (persisch Schāhanschāh) und machte Teheran zur persischen Hauptstadt.

1795 besetzte er Georgien. Nach der Schlacht von Krtsanisi zerstörte er die Hauptstadt Tiflis und verschleppte 22.000 Georgier als Sklaven. Er eroberte die zentralasiatische Region Chorasan und folterte ihren Herrscher, Schah Ruch, zu Tode, um seinen Kronschatz zu erpressen. Eine von Katharina der Großen veranlasste russische Invasion mit 40.000 Infanteristen, 22.000 Reitern und 100 Kanonen wehrte er 1796 ab, nicht zuletzt, weil diese durch Katharinas Tod abgebrochen wurde.

Am 17. Juni 1797 fiel Mohammed Khan einem Mordanschlag zweier Diener zum Opfer. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Baba Khan, der sich von da an Fath Ali Schah nannte.

Einzelnachweise

  1. Cyrus Ghani: Iran and the Rise of Reza Schah. I.B.Tauris, 2000. S. 1f.

Literatur

  • G.R.G. Hambly: Aqa Mohammad Khan and the establishment of the Qajar Dynasty. In: JRAS, Bd. L., Januar 1963

Weblinks


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