Agam
Brunnen in La Défense, Paris
Brunnen am Dizengoff Platz, Tel Aviv

Yaacov Agam (hebräisch ‏יעקב אגם‎, * 11. Mai 1928 in Rischon LeZion, Palästina) ist ein israelischer Künstler und bedeutender Vertreter der kinetischen Kunst.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Agams ursprünglicher Name war Jacob Gipstein, andere von ihm benutzte Namensformen waren Ya’akov Agam, Yaacov Gipstein und Yacoov Agam. Von 1946 bis 1950 studierte er Bildende Kunst an der Jerusalemer Bezalel Academy of Art and Design, der nationalen Kunstschule Israels, die 1903 gegründet wurde und in allen Kunstsparten (Bildende Kunst, Architektur, Design, Fotografie, Film) Studiengänge anbietet. Stark beeinflusst wurde er von seinem Lehrer Mordecai Ardon, dem wichtigsten israelischen Künstler, der 1933 als galizischer Jude nach Israel emigriert war. Ab 1951 studierte er in Paris im Atelier d'art abstrait und an der Académie de la Grande Chaumière. Dort hatte Agam 1953 seine erste Einzelausstellung bei der Galerie Craven. Zwei Jahre später nahm er Teil an der ersten internationalen Ausstellung für kinetische Kunst in der Galerie Denise René, ebenfalls in Paris. Im Jahr 1964 war Yaacov Agam Teilnehmer der documenta III in Kassel.

Geprägt wurde Agams Frühwerk durch den Bauhaus-Lehrer Johannes Itten; darüber hinaus nahm er auch Impulse der ästhetischen und mathematischen Theorien Max Bills und der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen konkret-konstruktiven Kunstrichtung auf. Seine künstlerische Sichtweise dokumentiert sich in einer ständigen Suche nach Verbindungsmöglichkeiten zwischen Kunst und Technik, zwischen Form und Farbe. Es entstanden fächerförmige, an die Op-Art angelehnte reliefähnliche Bilder, die perforiert waren und in die man dadurch Einblick haben konnte. Jede Position des Betrachters veränderte somit das Kunstwerk, der Betrachter wurde zum „Mitschöpfer“ der Kunst.

Bereits in den frühen 50er Jahren begann Agam, sich für kinetische Elemente zu interessieren. Er arbeitete mit diversen Medien, die er zu Gesamtkunstwerken zusammenfügte. Es entstanden sowohl Ton- und Tastbilder, die sich bei Berührung veränderten, als auch Arbeiten, bei denen sich Klang-, Licht- und Wasserelemente verbanden (Musikfontaine La Defense, Paris 1976). Agam bediente sich dabei häufig des Werkstoffes Acryl, dessen Licht- und Farbdurchlässigkeit ihm neue gestalterische Möglichkeiten gab.

Agam trug wichtige Impulse zur Entwicklung der zeitgenössischen Kunst bei. Besonders seine Versuche, den Betrachter als aktives Element bei der Gestaltung seiner Kunstwerke mit einzubeziehen, hat neue Sichtweisen und Wege erschlossen.

Auszeichnungen und Preise

  • 1963 Biennale Sao Paulo (Preis für Forschungen in der Kunst)
  • 1970 Festival Internationale de la peinture Cagnes-sur-Mer (Erster Preis)

Literatur

  • Günter Metken: Agam. Stuttgart: Hatje, 1977. 79 S., zahlreiche, überw. ganzseitige Abbildungen (Kunst heute; Band 23)
  • Yaacov Agam: Texte des Künstlers. Ins Deutsche übersetzt von Hans G. Schürmann. Neuchatel: Griffon, 1962. 134 S. m. 55 ganzs. Abb. sowie der Schallplatte "Transformes musicales"
  • Yaacov Agam: Bilder und Skulpturen. Katalog. Düsseldorf: Städt. Kunsthalle, 1973. 82 S. m. zahlr. Abb. u. mont. Farb.-Leporello, Farbillustr.
  • Yaacow Agam und Bernard Mandelbaum: Art and Judaism: a Conversation Between Yaacov Agam and Bernard Mandelbaum. New York: B.L.D. Ltd. o.J.
  • Homage to Yaacov Agam. New York: Leon Amiel Publishers, 1981. ISBN 0-8148-0751-8
  • Galérie Denise René: Mes anneés 50. [Abner. Adrian-Nilson. Agam. Ahrenberg etc]. Paris: Ed. Galérie Denise René 1988. 96 S., ca. 100 Abb (s/w)
  • Hans Mayer (Hrsg.):Vom Konstruktivismus zur Kinetik 1917 bis 1967. Krefeld: Selbstverl. u. Galerie Denise René, 1967. 52 S., 90 Abb.

Weblinks


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