Agapanthaceae
Schmucklilien
Agapanthus africanus, Blütenstand

Agapanthus africanus, Blütenstand

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Unterklasse: Lilienähnliche (Liliidae)
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schmuckliliengewächse
Gattung: Schmucklilien
Wissenschaftlicher Name der Familie
Agapanthaceae
F.Voigt
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Agapanthus
L’Hér.

Schmucklilien (Agapanthus) sind die einzige Gattung der Familie der Schmuckliliengewächse (Agapanthaceae) in der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen (Liliopsida). Ein anderer Trivialname ist Liebesblumen, es ist die wörtliche Übersetzung des botanischen Gattungsnamens.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Verbreitungskarte.

Die Heimat der Schmucklilien ist ausschließlich Südafrika; sie sind ein Florenelement der Capensis.

Als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Schnittblumen sind sie praktisch weltweit beliebt; da sie allerdings nicht winterhart sind, werden sie etwa in Mitteleuropa als Kübelpflanzen kultiviert.

Beschreibung

Agapanthus-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden Rhizome als Überdauerungsorgane. Die grundständig, wechselständig und mehr oder weniger zweizeilig angeordneten Laubblätter sind einfach, ungestielt und parallelnervig. Der Blattrand ist glatt.

Der hohle, blattlose Blütenstandsschaft weist eine Länge von 50 bis 100 cm auf. Der endständige, doldige Gesamtblütenstand ist aus zymösen Teilblütenständen zusammengesetzt und enthält viele Hochblätter und viele Blüten. Die Blütenstiele sind 5 bis 8 cm lang. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig und radiärsymmetrisch. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind meist blau, violett oder weiß und an ihrer Basis verwachsen. Es sind zwei Kreise mit je drei untereinander freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Die drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit 20 bis 50 Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der Griffel entdet in einer kopfigen Narbe. Es sind Septalnektarien vorhanden. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Die dreifächerigen, lokulizidalen Kapselfrüchte enthalten viele (20 bis 100) Samen. Die schwarzen Samen sind ölhaltig.

Nutzung als Zierpflanze

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Anzucht

Für Gartenbaubetriebe ist neben der Anzucht von Pflanzen für den Verkauf in Töpfen der Anbau als haltbare Schnittblume interessant.

In den frostfreien Monaten können Schmucklilien in Freilandkultur gezogen werden; man „erntet“ dann in den Sommermonaten. Höhere Erträge verspricht im Gartenbau aber eine Treiberei. Dazu erfolgt die Kultur im Container im Sommer im Freien. Vor den Frösten werden die Pflanzen frostfrei eingelagert; die kühlen Temperaturen bis 5 °C benötigen die Pflanzen für mindestens einen, besser zwei Monate. Ab Mitte Januar können Pflanzen zum Treiben bei 14 °C aufgestellt werden. Hohe Lichtmengen sind für die erfolgreiche Treiberei erforderlich.

Vermehrung

Eine Anzucht aus Samen von hybriden Sorten ist weniger zu empfehlen; man würde zu einer starken Aufspaltung kommen, also zu vielen Farben und Eigenschaften. Nur die Sorte 'Blue Triumphator' ist einigermaßen samenecht. Etwa 30 g Saatgut ergeben 1000 Pflanzen. Die Keimdauer beträgt bei 20 bis 25 °C einen Monat; das Saatgut ist leicht mit Erde abzudecken.

Meistens erfolgt die Vermehrung durch Teilung; aus einer Mutterpflanzen gewinnt man etwa 20 Jungpflanzen. Bester Vermehrungszeitpunkt ist der März. Bei 15 bis 20 °Celsius beträgt die Bewurzelungszeit drei bis vier Wochen.

A. umbellatus (Syn.: A. praecox), verschiedene Blütenfarben der Praecox-Gruppe.

Sorten (Auswahl)

Die gezüchteten Sorten werden je nach botanischer Zugehörigkeit in Gruppen eingeteilt:

  • Africanus-Gruppe
  • Praecox-Gruppe
  • Campanulatus-Gruppe
  • Inapertus-Gruppe
  • Headburne-Hybriden

Schnittsorten

Es gibt einige Sorten, die sich zum Schnitt eignen (hier eine Auswahl in alphabetischer Auflistung ohne Rücksicht auf die botanische Zugehörigkeit zu den einzelnen Arten): 'Albus', 'Blue Giant', 'Blue Globe', 'Blue Perfection', 'Blue Triumphator', 'Donau', 'Josephine', 'Goliath', 'Intermedia', 'Wolga'.

Agapanthus umbellatus (Syn.: A. praecox), Zeichnung aus Curtis 1800.

Systematik

Es werden mindestens neun, je nach Bearbeiter auch mehr Agapanthus-Arten unterschieden; daneben gibt es viele Hybriden.

  • Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus)
  • Glockige Schmucklilie (Agapanthus campanulatus)
  • Agapanthus caulescens
  • Agapanthus coddii
  • Agapanthus comptonii
  • Agapanthus dyeri
  • Agapanthus giganteus
  • Agapanthus globosus
  • Agapanthus gracilis
  • Agapanthus hollandii
  • Röhrenblütige Schmucklilie (Agapanthus inapertus)
  • Agapanthus insignis
  • Agapanthus longispathus
  • Agapanthus nutans
  • Agapanthus orientalis
  • Agapanthus patens
  • Agapanthus pendulus
  • Frühe Schmucklilie (Agapanthus umbellatus, Syn.: A. praecox)

Bilder

Blütenstände von Agapanthus africanus:

Kapselfrüchte von Agapanthus africanus:

Quellen

Weblinks


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