Agenten sterben einsam
Filmdaten
Deutscher Titel Agenten sterben einsam
Originaltitel Where Eagles Dare
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 151 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Brian G. Hutton
Drehbuch Alistair MacLean
Produktion Denis Holt
Elliott Kastner
Musik Ron Goodwin
Kamera Arthur Ibbetson
Schnitt John Jympson
Besetzung

Agenten sterben einsam ist ein britischer/ US-amerikanischer Agenten-Kriegsfilm aus dem Jahre 1968. Der im Zweiten Weltkrieg spielende Film wurde von dem amerikanischen Regisseur Brian G. Hutton nach einem Drehbuch von Alistair MacLean verfilmt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Festung Hohenwerfen diente im Film als fiktive Festung „Schloß Adler“

Deutschland im Winter 1943/44: Der US-amerikanische Brigadegeneral George Carnaby ist während des Zweiten Weltkriegs einer der höchsten Offiziere, die an der Planung für den D-Day beteiligt sind. Auf dem Flug nach Kreta wird das Flugzeug mit Carnaby an Bord abgeschossen und er gerät in Kriegsgefangenschaft. Die Wehrmacht transportiert ihn in das Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes in der schwer befestigte Burganlage in den Alpen, fiktiv genannt „Schloß Adler“ (tatsächlicher Schauplatz ist die Festung Hohenwerfen), damit Carnaby dort über die bevorstehende Invasion der Alliierten verhört werden kann. Um zu verhindern, dass der General wichtige Informationen preisgibt, soll ihn eine britische Spezialeinheit (Commandos) befreien, die von dem erfahrenen Major John Smith angeführt wird. Instruiert werden die Kommandosoldaten durch Colonel Wyatt Turner und Admiral Rolland vom Nachrichtendienst MI6. Der US-amerikanische Lieutenant Morris Schaffer von den United States Army Rangers wurde dem englischen Kommando als Elitekämpfer zugeteilt. Die im operativen Bereich von MI6 eingesetzte Agentin Mary Elison begleitet die Mission im Geheimen und ihre Anwesenheit ist nur Major Smith bekannt.

Nachdem Smith und sein Team im Schutz der Dämmerung mit dem Fallschirm über den österreichischen Alpen abgesprungen sind, erleidet der Funker des Kommandos unter seltsamen Umständen einen Genickbruch, ein anderer wird im nahe gelegenen Dorf getötet. In der Dorfwirtschaft werden sie in deutscher Uniform festgenommen. Smith und Schaffer werden getrennt von den verbliebenen drei Männern abgeführt und können auf einer Autofahrt ihre Bewacher töten. Mit einiger Anstrengung gelingt es Smith und Schaffer, in das nur über eine Seilbahn erreichbare Schloss einzudringen. Währenddessen bekommt Smith Unterstützung von Agentin Elison und einer weiteren Helferin, die als Magd eine Anstellung auf der Burg bekommen hat und somit im Geheimen hilft die Militärausrüstung auf die Burg zu schaffen.

Dort dringen Major Smith und Lieutenant Schaffer zum Kommandanten vor. General Rosemeyer und Oberst Kramer verhören gerade US-General Carnaby und können diese entwaffnen. Smith hält als er die deutschen Offiziere in Schach und überraschend auch dem US-Lieutenant Schaffer. Smith gibt bekannt, als deutscher Spion des militärischen Abwehrdienstes der SS mit Namen Major Johann Schmidt die Befreiung vereiltet zu haben und bezichtigt die drei deutschen Spione, für England zu arbeiten. Zum Beweis lässt er sich von einem deutschen General telefonisch identifizieren, identifiziert Carnaby als amerikanischen Schauspieler namens Cartwright Jones, nennt dem Kommandanten den höchsten deutschen Agenten in England und lässt die drei deutschen Agenten in England notieren, um sie mit seiner Liste zu vergleichen, die er jedoch nicht besitzt. Ziel der Mission ist die Aufdeckung von Doppelagenten innerhalb des britischen Geheimdienstes MI6.

Smith und Schaffer fliehen mit Carnaby und einer englischen Agentin sowie den drei gefesselten Männern und schießen sich den Weg frei, während etliche Sprengstoffexplosionen Verwirrung stiften, wobei die deutschen Spione getötet werden. Sie flüchten mit einem alten Omnibus-Schneepflug zum Flughafen Oberhausen (tatsächlicher Schauplatz: Fliegerhorst Fiala Fernbrugg) und können ihre Verfolger abhängen. Dort werden sie mit einer Ju52-Maschine des Geheimdiensts abgeholt. Auf dem Flug zurück nach England gibt Smith seinem Vorgesetzten Colonel Turner den Namen des deutschen Top-Spions preis: Turner selbst. Der so enttarnte Doppelagent, der infolgedessen vor ein Kriegsgericht gestellt werden würde, möchte sich den Gang zum Schafott ersparen und bittet Smith um eine Alternative. Mit dessen Erlaubnis begeht er Selbstmord, indem er ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springt.

Entstehung

Hollywoodstar Richard Burton, dessen vorherige Filme floppten, wandte sich an den Filmproduzenten Elliott Kastner, um seine Karriere wieder in die richtige Bahn zu lenken. Der etablierte Autor Alistair MacLean, der 1961 weltweiten Erfolg mit Die Kanonen von Navarone verbuchen konnte, wurde damit betraut, ein geeignetes Drehbuch zu schreiben. MacLean verfasste das Originaldrehbuch zu Agenten sterben einsam – welches er später zu einem Erfolgsroman adaptierte – in nur sechs Wochen. Clint Eastwood, der zu dieser Zeit bereits zu den populärsten Action-Stars zählte und selbst an Hauptrollen gewöhnt war, sollte die zweite Hauptrolle neben Burton spielen und konnte nur mit einem enormen Gagenangebot von 800.000 Dollar überredet werden.

Die Dreharbeiten fanden zwischen Januar und Mai 1968 in Österreich in den Ortschaften Werfen, Lofer, Ebensee und Aigen im Ennstal statt. Als Schloss Adler im Film diente die Festung Hohenwerfen, 40 km südlich von Salzburg.

Bei der Seilbahn handelt es sich um die (alte) Feuerkogelseilbahn in Ebensee (Salzkammergut, Oberösterreich).

Kritik

Agenten sterben einsam wurde zu einem großen finanziellen Erfolg, und auch Kritiker reagierten überaus positiv: „Where Eagles Dare is so good for its genre that one must go back to The Great Escape (1963) for a worthy comparison“ (deutsch: „Agenten sterben einsam ist auf seine Art so gut, dass man für einen angemessenen Vergleich bis zum Film Gesprengte Ketten (1963) zurückgehen muss“), meinte beispielsweise die Variety.

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Ein reißerischer, unglaubwürdiger und überlanger Kriegsfilm, der seine Spannung hauptsächlich aus der Frage bezieht, wer auf welcher Seite steht und ein Verräter oder Doppelagent ist.“[1]

Trivia

Populär ist die sehr eingängige und dynamische Filmmusik von Ron Goodwin.

Der Funkspruch Broadsword ruft Danny Boy (engl. Broadsword calling Danny Boy), mit dem Burton mehrmals die englische Geheimdienstzentrale anfunkt, wurde in England zu einer geflügelten Formulierung, die gerne in einer humoristischen Weise beim Telefonieren verwendet wird.

Den Hubschrauber, mit dem nach ca. 30 Min. ein Wehrmachts-General im Innenhof der Festung landet, hat es 1943 noch gar nicht gegeben. Es handelt sich hierbei um eine Bell 47, die erst 1946 als erster ziviler Hubschrauber die Flugzulassung in den USA erhielt. Tatsächlich aber waren 1943 bereits in Serie hergestellte deutsche Hubschraubertypen im Einsatz, unter anderem die Focke-Achgelis Fa 223 (ab 1941) und die Flettner Fl 282 (ab 1942).

Bei dem Schützenpanzer in der Ortschaft, der in zwei Szenen zu sehen ist, handelt es sich um einen Schützenpanzer SPz A1 der Firma Saurer, dessen Prototyp erst ab 1958 hergestellt wurde.

Medien

DVD

  • Agenten sterben einsam. Warner Home Video 2003. – Die deutschsprachige DVD-Ausgabe des Films ist im November 2003 erschienen und enthält eine ca. zehnminütige Dokumentation, die während der Dreharbeiten produziert wurde. Das Cover dieser Ausgabe unterscheidet sich vom Original-Cover dadurch, dass ein im Hintergrund vorhandenes Hakenkreuz entfernt wurde.

Soundtrack

  • Ron Goodwin: Where Eagles Dare. Original Motion Picture Soundtrack, auf: ders.: Where Eagles Dare • Operation Crossbow. Original Motion Picture Soundtracks (2 CD), FSM Silver Age Classics, Turner/Rhino/Film Score Monthly (FSM), Burbank, Culver City u.a. 2003, Tonträger-Nr. FSM Vol. 6 No. 21. – Digital überarbeitete Originaleinspielung der vollständigen Filmmusik unter der Leitung des Komponisten.

Literatur

  • Alistair MacLean: Agenten sterben einsam. Roman (Originaltitel: Where Eagles Dare), Deutsch von F. G. U. Glass, Pavillon-Verlag, München 2005, 266 S., ISBN 3-453-77016-1.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Agenten sterben einsam im Lexikon des Internationalen Films

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