Agfa Isoly

Mit Isoly bezeichnete Agfa eine 1960 vorgestellte Kamerabaureihe für das Format 4x4 und den Rollfilm vom Typ 120. Die Modelle Junior, I, II und III unterschieden sich lediglich durch verschieden aufwändige Linsen und Verschlüsse.

Inhaltsverzeichnis

Situation um 1960

Einfachkameras

In den 1950er Jahren verwendeten einfache Kameras noch das Format 6x9, dies vor allem, um mit Kontaktkopien einfach an Abzüge zu gelangen. Da der Trend im Preissegment zwischen 150 DM und 300 DM schon sehr bald hin zum Kleinbildfilm ging, verlangten auch Einstiegsmodelle nach kleineren Abmessungen, um als modern zu gelten. Der Weg dorthin führte zum einen über kompaktere Gehäuse und zum anderen über kleinere Formate, über 6x6 bis hin zu 24 mm x 24 mm (Agfa Rapid) bzw. 28 mm x 28 mm (Kodak Instamatic). Die Isoly befand sich in der Mitte dieser Entwicklung – das Argument der Kontaktkopien spielte schon sehr bald kaum noch eine Rolle.

Technische Möglichkeiten

Neue Wege bei Einfachkameras konnten vor allem mit den modernen Kunststoffen begangen werden: Bis etwa 1960 besaßen aufwendigere Kameras ein Aluminium-Druckgussgehäuse, welches aber im Werk mühsam nachbearbeitet werden musste und deswegen aus Kostengründen für einfache Modelle nicht infrage kam. Zunächst konnte man nur eine Blechkonstruktion verwenden, aber schon Ende der 1930er Jahre kam beispielsweise mit der Trolix-Box erste Kunststoffgehäuse auf. Diese waren aber noch sehr bruchempfindlich, erst mit den Thermoplasten der 1950er Jahre stand ein brauchbares Material zur Verfügung. So konnte man die Clack bereits recht kompakt halten. Weitere Fortschritte erlaubten dann komplexere Formen und es damit, die Aluminium-Gehäuse abzulösen.

Ein weiterer Aspekt war die Wahl des Films: Kleinbildfilme verlangten nach einem Zählwerk, welches man mit einem Rollfilm einsparen konnte. Aus diesem Grund verwendete man für die Isoly den herkömmlichen Rollfilm vom Typ 120, welcher allerdings im Format 4x4 belichtet wurde, was 16 Aufnahmen pro Film ergab. Natürlich musste auch die Optik für kleinere Formate genauer positioniert sein, die Großserienfertigung war aber inzwischen schon so präzise, dass man hierbei ohne teure Justagearbeiten auskam.

Kamera

Grundkonstruktion

Die Isoly verwendete ein Kunststoffgehäuse mit nach unten abziehbarem Rückteil. Am Kameraboden gab es hierzu einen großen Hebel, der zum Entriegeln umgelegt werden konnte. Dieses Gehäuse übernahmen später nur leicht modifiziert die Optima Ia und die davon abgeleiteten Silette-Modelle. Der Rollfilm erlaubte es, ohne ein mechanisches Bildzählwerk auszukommen, hierzu gab es einfach ein Fenster in der Rückwand, dass die auf dem Papier des Films aufgedruckte Bildnummer zeigte. Am Transportrad oben auf der Kamera musste solange gedreht werden, bis die nächste Zahl im Fenster erschien. Ein Film ermöglichte dabei 16 Aufnahmen.

Im Gegensatz zur Clack sah die Isoly moderner aus, mit ihrem flachen Gehäuse, dass mit einer Metallkappe abschloss. Eine Besonderheit lag in der leicht gewölbten Filmebene entsprechend den Modellen Click und Clack, um mit den ein- und zweilinsigen Objektiven entgegenzukommen.

Alle Isoly-Kameras besaßen einen Blitzschuh mit elektrischen Kontakt.

Isoly I

Bei der Isoly I für 37 DM handelte es sich bis zum Erscheinen der Junior um das Einstiegsmodell, es besaß nur ein Achromat1:8 mit 55 mm Brennweite als Objektiv. Der Verschluss bot mit 1/30s und 1/100 s zwei Zeiten zuzüglich B für Langzeitbelichtungen.

Isoly II

Die Isoly II kostete bereits 46 DM, bot dabei aber das bereits das Dreilinser Agnar 6,3/ 55 mm mit guter Abbildungsqualität. Der Nachfolger IIa unterschied sich durch ein Agnar 5,6 mit unveränderter Brennweite.

Isoly III

Die Isoly III bot für gerade einmal 69 DM bereits eine für die damalige Zeit erstaunliche Ausstattung, nämlich das lichtstarke Objektiv Agnar 3,9/ 60mm und den Verschluss Pronto 250, der entsprechend seinen Namen bis 1/250 s reichte, außerdem konnte man 1/30 s, 1/60 s, 1/125 s und natürlich B einstellen. Der Nachfolger 'IIIa wies ein Apotar 3,9/ 60 mm auf. Apotar bezeichnete dabei ein aufwendigere, aber ebenfalls dreilinsige Konstruktion.

Isoly Junior

Die Isoly Junior kam 1961 als wirkliche Einstiegskamera dazu, kostete sie doch nur 25 DM. Dafür bot sie auch nur ein einlinsiges Objektiv f/11, 55 mm mit entsprechend miserabler Abbildungsqualität. Weitere Einsparmöglichkeiten bot der direkt am Verschluss befindliche Auslöser, im Gehäusedeckel verblieb dazu ein (abgedecktes) Loch. Selbstverständlich gab es nur eine Belichtungszeit.

Isoly Mat

Die Iso Mat besaß eine eingeschränkte Automatik, im Gegensatz zur Optima konnte ihre Steuerung nicht Blende und Zeit, sondern nur die Blende beeinflussen. Der Verschluss arbeitete dabei stets mit 1/70 s, man konnte deswegen − abgesehen von Langzeitbelichtungen − nicht bei so wenig Licht fotografieren, wie mit der Optima, zumal es sich bei dem Objektiv nur um ein Agnar mit Lichtstärke 1: 5,6 handelte. Der Vorteil der Automatik lag in der genaueren Belichtung, was für Farb-, insbesondere Diafilme einen großen Nutzen brachte.

Am Objektiv gab der Isoly Mat gab es drei Hebel, einen mit den Stellungen B (für Langzeitbelichtungen), A (für Automatikbetrieb) und Blitz, dann arbeitete der Verschluss mit 1/30 s. Bei B und Blitz ließ sich der Blendenwert von 5,6 bis 22 verstellen, für die Automatik die Filmempfindlichkeit von ISO 10/11° bis ISO 250/25°.

Die eingeschränkte Belichtungssteuerung übernahm später die Isomat Rapid.

Natarix Set

Für Nahaufnahmen hielt Agfa das Set Natarix bereit, bestehend aus einer Nahlinse und einen Plexiglas-Keil als Sucherversatz für den Parallaxenausgleich.


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