Agliatica
Rote Rebsorte

Aglianico ist eine sehr alte rote Rebsorte, die hauptsächlich in der Basilikata und in Kampanien angebaut wird. Sie wurde vor über 2500 Jahren von den Griechen als vitis hellenica nach Kampanien eingeführt und verbreitete sich von dort nach Apulien und in die Basilicata. Sie gilt als eine der besten Rebsorten Süditaliens und gewinnt mittlerweile auch außerhalb Italiens an Bekanntheit. Erwähnenswert sind dabei Anpflanzungen in Argentinien und Kalifornien (→ Weinbau in Kalifornien mit den Herkunftsbezeichnungen St. Helena AVA und Paso Robles AVA)

Rund 13.042 Hektar Rebfläche (Erhebung 1990) sind mit Aglianico bepflanzt. Die Rebsorte reift etwas früh, liebt tiefgründige Böden und bevorzugt vulkanischen Untergrund. Nach einem langen Vegetationszyklus (bis Ende Oktober/Beginn November) erreicht sie ihr prägnantes Profil. Sie bringt tief rubinrote, körperreiche und gehaltvolle Weine mit intensiven Tanninen und einer kräftigen Säure hervor.

Bedeutende aus Aglianico erzeugte Weine sind beispielsweise die DOC-Weine Aglianico del Vulture (von den vulkanischen Abhängen des Monte Vulture), Canneto (beide aus der Provinz Potenza östlich von Neapel), Aglianico del Taburno, Molise Aglianico und der berühmte Taurasi, einer der wenigen Weine Süditaliens, dem die höchste italienische Qualitätsstufe DOCG zuerkannt wurde.

Die aus der Aglianico Rebe erzeugten Weine benötigen wegen ihres hohen Tanningehalts im allgemeinen einige Jahre der Reife, um ihre Qualität voll zu entfalten. Eine Ausnahme hiervon stellt der Canneto dar.

Bekannte Erzeuger sind u.a. D´Angelo, Napolitano und Paternoster.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Italien, Weinbau in Argentinien und Weinbau in den Vereinigten Staaten sowie die Liste der Rebsorten.

Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Aglianico ist auch unter den Namen Aglianco di Puglia, Aglianica, Aglianichella, Aglianichello, Aglianico amaro, Aglianico del Vulture, Aglianico di Castellaneta, Aglianico di Taurasi, Aglianico femminile, Aglianico mascolino, Aglianico nero, Aglianico tringarulo, Aglianico zerpoluso, Aglianicone, Aglianicuccia, Agliano, Agliatica, Agliatico, Agnanico, Agnanico di Castellaneta, Cascavoglia, Cerasole, Ellanico, Ellenico, Fiano rosso, Fresella, Gagliano, Ghiandara, Ghianna, Ghiannara, Glianica, Gnanica, Gnanico, Granica, Olivella di San Cosmo, Ruopolo, Sprierna, Tringarulo, Uva dei Cani, Uva di Castellaneta und Uva nera bekannt.

Ampelographische Sortenmerkmale

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark wollig behaart. Die hellgrünen Jungblätter sind nur leicht behaart.
  • Die großen Blätter sind fünflappig und mitteltief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyren-förmig geschlossen. Das Blatt ist stumpf gezahnt.
  • Die konusförmige Traube ist mittelgroß, geschultert und recht dichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind mittelgroß und von blau-schwarzer Farbe. Die Schale ist dickwandig.

Die Rebsorte reift ca. 35 Tage nach dem Gutedel und gilt somit als sehr spät reifend. Sie ist anfällig gegen den Falschen Mehltau und die Grauschimmelfäule und gedeiht daher nur in trockenem, warmen und sonnigen Klima.

Weblinks

Literatur

  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2006, ISBN 978-3-8338-0691-9. 
  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, Paris 2000, ISBN 978-2-0123-6331-1. 
  • Horst Dippel, Cornelius Lange, Fabian Lange: Das Weinlexikon. Fischer Taschenbuch Verlag, Neuausgabe Dez 2003, ISBN 3-596-15867-2

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