Agnes Freund
Agnes Freund

Agnes Freund (* 13. Juli 1866 als Agnes Voß in Königsberg; † nach 1900) war eine deutsche Schauspielerin.

Sie war die Tochter des Komponisten und Stabstrompeters des 1. Feldartillerie-Regiments Voß und seiner Frau Ottilie. Bereits 1874 debütierte Freund am Stadttheater ihrer Heimatstadt in einer Kinderrolle. Da sie dort von der Kritik gelobt wurde, erhielt sie Privatunterricht durch die Schauspielerin Minona Frieb-Blumauer.

Anfang der 1880er Jahre trat sie dann in Halle als „Klärchen“ in GoethesEgmont“ auf. Nach einigen Engagements in Halle und Berlin (Neues Theater und Lessingtheater) war sie nur noch sporadisch auf deutschen Bühnen zu sehen. Längere Tourneen und Gastspiele führten sie nach Graz, Wien, Sankt Petersburg und Moskau.

Ihre Karriere begann Freund als Jugendliche Liebhaberin, wechselte aber schon bald zur tragischen Heldin. Sie war mit dem Verleger Carl Freund verheiratet. Für den Schriftsteller Julius Stinde war Freund Vertraute, Anregerin und erste Kritikerin. Stinde hat ihr in der Figur der „Majorin von Wingleb“ in seinem Roman Der Liedermacher (1893) ein Denkmal gesetzt. Das Buch trägt die Widmung: „Frau Agnes Freund / geb. Voß / der kunstsinnigen Gattin meines Verlegers / in / aufrichtiger Verehrung / gewidmet“.

Einige Briefe von Agnes Freund befinden sich im Nachlass Julius Stindes, welcher von der Staatsbibliothek zu Berlin verwaltet wird.

Quellen

  • Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, S. 154-155
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon : biographisches und bibliographisches Handbuch. Saur, München 1951ff., Band 1, S. 490

Weblinks

Biografie und Abdruck einiger ihrer Briefe an Julius Stinde (von Ulrich Goerdten)


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