Agnethe Davidsen

Agnethe Davidsen (* 29. August 1947 in Nuuk (Godthåb), Grönland; † 25. November 2007 ebenda) war eine grönländische Politikerin der sozialdemokratischen Siumut. Sie war als erste Frau Ministerin in Grönland und 14 Jahre Bürgermeisterin der Hauptstadt Nuuk.

Jugend und Familie

Agnethe Davidsen war die Tochter von Villy Wael (1928–1998) und Agathe Lund (1923–2007). Am 30. Mai 1966 heiratete sie den Schmied Aqqaluartaaq Davidsen (* 19. September 1941 in Qeqetalik, Sisimiut, Sohn von Karl Davidsen und Amalie Rasmussen). Zusammen bekamen sie die Kinder Søren (* 1965) und Heidi (* 1967).

Agnethe Davidsen wuchs bei ihren Großeltern in Nuuk in einem strengen Zuhause auf. In den Schulferien arbeitete sie in einem Kindergarten, und es war ihr größter Wunsch, später selbst Kindergärtnerin zu werden. Allerdings gab es damals in Grönland noch keine Ausbildung für Kindergärtnerinnen, und als sie zu diesem Zweck nach Dänemark wollte, lernte sie vorher ihren künftigen Mann kennen, den sie 1966 im Alter von 18 Jahren heiratete. Auch wegen ihres Sohnes änderte sie ihren Berufswunsch und machte die kürzere Handels- und Kontor-Ausbildung in Dänemark (vergleichbar mit Bürokauffrau).

Nach ihrem Examen 1970 bekam sie eine Stelle am Landgericht in Nuuk, wo sie ab 1979 Kreisrichterin wurde. Dadurch gewann sie einen tiefen Einblick in das soziale Leben der Stadt.

Politische Laufbahn

1983 kam sie als Nachfolgerin von Hans Pavia Rosing für die sozialdemokratische Siumut ins grönländische Parlament, das Landsting. Im selben Jahr wurde sie als Sozialministerin in die grönländische Landesregierung berufen. Damit war sie die erste Frau in der Regierung. Allerdings stürzte diese Regierung bereits 1984 über ein Fischereiabkommen mit der EU, und Agnethe Davidsen war damals als Landespolitikerin noch nicht etabliert genug, um wiedergewählt zu werden. Erst 1995 gelang ihr der Wiedereinzug ins Landsting.

1989 wurde sie in den Stadtrat von Nuuk gewählt und war bis 1991 Zweite Stellvertretende Bürgermeisterin. 1991–1993 war sie Erste Stellvertretende Bürgermeisterin, und ab 1993 bis 2007 Erste Bürgermeisterin der Hauptstadt. Dieses Amt war für sie mit steigendem Einfluss und Popularität verbunden. Sie bekleidete diverse Ehrenämter. 1997 wurde sie für ihren politischen Einsatz als Ritterin des Dannebrog-Ordens ausgezeichnet.

Zuletzt wurde Agnethe Davidsen im April 2005 mit einem Rekordergebnis als Bürgermeisterin von Nuuk wiedergewählt.

Agnethe Davidsen wurde am 24. November 2007 mit starken Kopfschmerzen ins Landeskrankenhaus in Nuuk eingeliefert und starb am nächsten Tag an den Folgen einer Hirnblutung. Sie hinterlässt ihre beiden erwachsenen Kinder.

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