Agrarindustrie
Landwirtschaft in Ägypten, 1920er Jahre

Landwirtschaft ist die zielgerichtete Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse auf einer zu diesem Zweck bewirtschafteten Fläche.

Der Anbau von Pflanzen und die Nutzung und Züchtung von domestizierten Tieren (Viehzucht) dient in erster Linie der Nahrungsmittelproduktion, in zweiter Linie der Herstellung von Rohstoffen für die Herstellung von Bekleidung. Vor der Produktion von Kunstfasern schufen die Menschen ihre gesamte Bekleidung aus den tierischen Produkten Leder, Pelz und Wolle sowie aus Faserpflanzen wie Baumwolle und Leinen. Daneben spielen auch andere Verwertungsformen eine Rolle, in besonders stark zunehmendem Maße als Energieträger oder nachwachsender Rohstoff für andere industrielle Produkte. Die Landwirtschaft ist Teilwirtschaftszweig eines größeren Gesamtsystems mit vor- und nachgelagerten Sektoren. Eine Person, die Landwirtschaft betreibt, bezeichnet man als Landwirt. Neben berufspraktischen Ausbildungen bestehen an zahlreichen Universitäten und Fachhochschulen eigene landwirtschaftliche Fachbereiche. Das dort gelehrte und erforschte Fach Agrarwissenschaft bereitet sowohl auf die Führung von landwirtschaftlichen Betrieben vor, als auch auf Tätigkeiten in verwandten Wirtschaftsbereichen.

Inhaltsverzeichnis

Bereiche

Tierhaltung und Pflanzenbau

Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:

Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist.

Extensive und intensive Landwirtschaft

Extensive Landnutzung nennt man eine Landnutzung mit hohem Verbrauch an Fläche, aber geringem Eingriff, intensive Landnutzung ist deren Gegenteil. Was in einer Region als extensiv zu bezeichnen ist, hängt von Tradition und Ressourcen ab.

Typische Formen extensiver Landwirtschaft sind Fernweidewirtschaft, Wanderfeldbau und Sammelkultur – extensive Landwirtschaft und Nomadentum (auch saisonell) sind geschichtlich meist eng verbunden. Typische Beispiele, die den Übergang zur intensiven Nutzung markieren, sind Bewässerung, Trockenlegung, Rodung, Terrassenfeldbau, und zielgerichtete Düngung: Sie stellen schon deutliche Eingriffe in die natürlichen Verhältnisse da. Trotzdem können auch extensive Nutzungsformen langfristig gravierende Eingriffe in das Ökosystem darstellen: So sind typische Landschaftsformen der extensiven Landnutzung in Mitteleuropa, wie die Heidelandschaften oder die Almen der Alpen, anthropogene Landschaften.

Extensive und intensive Landnutzung werden auch – mehr oder minder präzise – für die Abgrenzung von konventioneller und alternativer Landwirtschaft verwendet.

Betriebssysteme

Die Einteilung landwirtschaftlicher Betriebe wird mit der Klassifizierung nach Betriebssystemen weiter differenziert. Je nachdem, welcher Produktionszweig schwerpunktmäßig zum Betriebseinkommen beiträgt, werden z. B. unterschieden:

  • Futterbaubetriebe: mehr als die Hälfte des Betriebseinkommens stammt aus Milchviehhaltung, Rindermast, Schaf- oder Pferdehaltung;
  • Marktfruchtbetriebe: der betriebliche Schwerpunkt liegt auf dem Anbau von Marktfrüchten wie Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Kartoffeln, Ölfrüchten, Tabak oder Feldgemüse;
  • Sonderkulturbetriebe: der Schwerpunkt liegt auf Wein, Hopfen- oder Obstanbau und ähnlichem, sowie pharmazeutischer Landbau
  • Gartenbaubetriebe;
  • Viehhaltungsbetriebe: Schwerpunkt auf Viehzucht oder tierischen Produkten
  • Gemischtbetriebe: keiner der Produktionszweige trägt zu mehr als 50% zum Betriebseinkommen bei;
  • Kombinationsbetriebe: die Anteile von Landwirtschaft, Gartenbau oder Forstwirtschaft liegen bei unter 75%, wobei eine dieser Produktionsrichtungen auf über 50% kommt.

Haupt- und Nebenerwerb

Eine weitere Unterscheidung landwirtschaftlicher Betriebe richtet sich auf den Anteil, den das Betriebseinkommen am Einkommen einer Familie hat: der Haupterwerbsbetrieb ist ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb, bei dem der Betrieb hauptberuflich bewirtschaftet wird und mehr als 80 Prozent des Einkommens aus landwirtschaftlicher Arbeit erzielt wird. Beim Nebenerwerbsbetrieb sind es mehr als 50% und beim Zuerwerbsbetrieb weniger als 50% des Einkommens.

Sonderformen

  • Biologische Landwirtschaft, eine – in Österreich etwa im Rahmen des Bioaktionsplans – staatlich geförderte Form der landwirtschaft
  • Als Vertical farming wird eine konzeptionelle Art der Landwirtschaft in Hochhäusern urbaner Gebiete bezeichnet.

Geschichte

Hauptartikel: Agrargeschichte

Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem Nahen Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen.

Im 8. Jahrhundert wurde in Europa der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten.

Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).

Bedeutung der Landwirtschaft in verschiedenen Ländern

Deutschland

Um 1900 erzeugte ein Landwirt Nahrungsmittel für 4 weitere Personen, 1950 ernährte er 10 Personen, 2004 waren es 143. Trotz dieser Produktivitätssteigerung blieb Deutschland ein Nettoimportland an Agrar- und Ernährungsgütern. 2004 betrug der Einfuhrüberschuss an Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft 12 Mrd. Euro.

Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.000 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (2005: 366.600). In diesem Bereich waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach. Insgesamt wurden 17 Millionen ha Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle.

Die Land-, Forstwirtschaft und Fischerei erzielte 2005 einen Produktionswert von 45 Mrd. Euro, das entspricht einem rechnerischen Anteil von 1,0 % der Bruttowertschöpfung bei einem Anteil von 2,2 % der Erwerbstätigen. Grundlage der Berechnung sind die Erzeugerpreise, die jedoch teilweise erheblich unter den Endverbraucherpreisen liegen. Durch Produktionsfortschritt und zunehmende Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors sank in den letzten 100 Jahren der Erwerbstätigenanteil in der Landwirtschaft von 38 % auf gut 2 %.

Siehe auch: Landwirtschaft in der DDR, Agrarpolitik in Deutschland

Österreich

Die wesentlichen Merkmale der österreichischen Landwirtschaft sind im EU-Vergleich der hohe Grünlandanteil, die Kleinstrukturiertheit und die große Zahl an Biobetrieben.

Es werden rund 44% der gesamten Bundesfläche für die Landwirtschaft genutzt, aber nur 5% der Erwerbstätigen sind in Garten, Land- und Forstwirtschaft – die in Österreich als gemeinsamer Wirtschaftssektor gilt – tätig.[1] Die landwirtschaftlichen Arbeiten werden großteils von den bäuerlichen Familien selbst durchgeführt. Der Anteil der kleinen Betriebe sinkt, während der Anteil der größeren Betriebe steigt, der Anteil an Beschäftigten sinkt insgesamt, mit steigendem Anteil der familienfremden Arbeitskräfte.

  familieneigen familienfremd
1999 199.000 29.500
2006 149.000 31.300
Quelle: Grüner Bericht[2]

Positiv bewertet werden aber die dienstleistungsnahen Randbereiche, und in der biologischen Landwirtschaft sind die Einkommen um etwa 30% höher als in konventionell geführten Bereichen.

Schweiz

Schweizer Bauernhof im Entlebuch

Auch die Schweizer Landwirtschaft befindet sich in einem starken Wandel. Von 1990 bis 2005 haben die Bauernhöfe von 93.000 auf 65.000 und die Beschäftigten in der Landwirtschaft von 254.000 auf 190.000 abgenommen. Gleichzeitig sind die Einkommen in dieser Zeit um rund 30 % gesunken, während die Konsumenten 14 % höhere Preise bezahlen mussten. 40 % der Betriebsleiter fehlt eine Zukunftsperspektive. 11 % der gesamten Kulturfläche werden als ökologische Ausgleichsfläche bewirtschaftet. Es werden 30 % weniger Pflanzenschutzmittel und 68 % weniger Mineraldünger als vor 15 Jahren eingesetzt. 6114 Landwirtschaftsbetriebe sind zertifizierte (Bio-Knospe-Label) Biobetriebe (2005). Im Durchschnitt kauft jeder Schweizer für fast 160 Franken Bioprodukte pro Jahr, was gemäß Bio Suisse Weltrekord bedeutet.

Durch die Agrarpolitik (AP) 2011 wird eine weitere Verringerung der landwirtschaftlichen Produktion angestrebt. Die WTO-Verhandlungen und ein Freihandelsabkommen mit den USA sind in ihren Auswirkungen auf die Landwirtschaft noch nicht absehbar.

Bewässerte Felder in Kansas, USA

USA

In der Gründerzeit verkörperten Landwirte (dort Farmer genannt) die Tugenden harte Arbeit, Initiative und Unabhängigkeit. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Landwirtschaft zu einem wichtigen industriellen Faktor, insbesondere durch ihre Bedeutung als Rohstofflieferant für die weiterverarbeitenden Betriebe. Im Jahre 1940 gab es noch 6 Millionen landwirtschaftliche Betriebe, um das Jahr 2000 nur noch rund 2 Millionen. In der gleichen Zeit verdreifachte sich die durchschnittliche Betriebsgröße. Hauptproduzenten sind heute 150 000 landwirtschaftliche Unternehmer, daneben gibt es schätzungsweise 2 Millionen Nebenerwerbsbetriebe.[3]

Politik

Hauptartikel: Agrarpolitik

Neben das Produktionsziel im engeren Sinne sind im Laufe der Zeit als Reaktion auf die aufgetretenen Probleme zahlreiche Nebenziele der Landwirtschaftspolitik getreten, die gesellschaftlich teilweise unterschiedlich bewertet und gewichtet werden. Dazu gehören:

  • Ernährungssicherung durch die Erzeugung von Lebensmitteln,
  • Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
  • infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
  • Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
  • Erzeugung regenerativer Energien,
  • Verfügbarkeit von Industrie- und Energiestoffen

Probleme

Produktivitätssteigerung in heutigem Gemüseanbau

Die Landwirtschaft in Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleiche Verteilung, Preisdumping (Erlöse werden globalisiert wie z. B. der Getreidepreis, Kosten aber regionalisiert wie z. B. Löhne, Gehälter, unterschiedliche Umweltauflagen), zahlreiche Betriebsaufgaben sowie ökologische Problemen gegenüber. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die Umwelt mit hohen Belastungen verbunden.

Ökonomische und soziale Probleme

Durch die langfristige wirtschaftliche Entwicklung seit der Industrialisierung ist die Landwirtschaft vom wichtigsten Wirtschaftszweig zu einem ökonomisch und dadurch auch politisch vergleichsweise schwachen Sektor geworden. Gleichzeitig erbringt sie nach wie vor wesentliche Leistungen v.a. durch die Produktion von Nahrungsmitteln. Aus diesen Gründen ist der Einfluss der vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige sowie der Politik auf die Landwirtschaft groß (seit 1994 übersteigt in Deutschland der Einkommenstransfer aus der Politik die eigene Wertschöpfung der Landwirtschaft).

Seit der Industrialisierung besteht ein Trend zur technischen Modernisierung und zur Konzentration der landwirtschaftlichen Betriebe, wobei die Konzentration in manchen Ländern schneller (Großbritannien, USA), in anderen langsamer (Deutschland, Frankreich, Schweiz) verläuft. Im Verlauf dieser Entwicklung veränderte sich die Produktionsweise, Landwirte wurden und werden gedrängt zur Mechanisierung, zum Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide, zur maschinengerechten Vergrößerung der Feldschläge, zur Ausnutzung auch noch der letzten Produktionsreserven, zur Spezialisierung ihrer Produktion.

Der enorme Zuwachs der landwirtschaftlichen Produktion machte die Agrarpolitik zu einem der größten Posten staatlicher Haushalte und immer schwerer zu finanzieren. Auch deshalb kam es zu einem Rückgang der staatlichen Beihilfen. Ein weiteres Problem sind die steigenden Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel bei sinkenden oder stagnierenden Erzeugerpreisen. Dies führt zu geringeren Betriebseinkommen und zur Kürzung bestimmter Arbeitsplätze. So bleiben den meisten Landwirten nur wenige Möglichkeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Folge: Entweder sie geben ihren landwirtschaftlichen Betrieb auf oder sie steigern die Produktion durch Vergrößerung der zu bewirtschaftenden Fläche, was gleichzeitig die Aufgabe anderer Landwirte voraussetzt („Wachsen oder Weichen“). Kontinuierlich kann ein Teil der Betriebe im Wettbewerb nicht bestehen und gibt die Produktion auf, während die verbleibenden Betriebe durchschnittlich immer größer werden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not.

Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70% in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik.

Ökologische Probleme

Große Äcker können zu Bodenverdichtung und -erosion führen

Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen. Aus den o.g. Strukturwandel der Landwirtschaft ergeben sich zahlreiche ökologische Probleme, wobei die Landwirtschaft hierbei keine Ausnahme darstellt, sondern der allgemeinen Entwicklung der Wirtschaft in Richtung stärkerer Umweltbelastung nur gefolgt ist. Generell lassen sich eine Belastung der Umweltmedien Boden, Wasser und Luft sowie Schädigung von Organismen und Ökosystemen beobachten:

  • Eutrophierung der Gewässer (Überanreicherung von Nährstoffen, z. B. Stickstoff, Phosphat)
  • Pestizide in Boden und Grundwasser
  • Verdichtung des Bodens (durch schwere Maschinen) und Störung der Bodenmikrofauna
  • Steigerung der Bodenerosion (durch Bodenverdichtung, große Äcker)
  • Humusabbau (durch verengte Fruchtfolgen)
  • Anreicherung von Schadstoffen auch in der nichtlandwirtschaftlichen Nahrungskette, Schädigung von Tieren und Menschen
  • größere Anfälligkeit der Kulturpflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen
  • steigende Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika und Resistenz von Pflanzenschädlingen gegen Pestizide
  • Verringerung der Artenvielfalt, sowohl bei den Kulturpflanzen und –tieren als auch bei wildlebenden Arten
  • Belastung von pflanzlichen und tierischen Produkten mit wertmindernden Inhaltsstoffen (z. B. Pestizide, Nitrat, Antibiotika, Hormone, Beruhigungsmittel)
  • Verringerung des Gehalts an wertgebenden Inhaltsstoffen (z. B. aufgrund des Kunstdüngereinsatzes Steigerung des Wassergehalts, Senkung des Gehalts an Mineralien, Vitaminen und Aromastoffen)
  • Verringerung der Haltbarkeit der agrarischen Produkte
  • Pestizidvergiftungen bei Landwirten (laut WHO-Schätzungen Ende 1980er Jahre weltweit 20.000 Fälle mit Todesfolge)
  • gesteigerter Energieverbrauch und damit CO2-Emissionen

Landwirtschaftliche Berufe

Die Berufe der Landwirtschaft sind in Österreich im Berufsbereich des AMS Garten-, Land- und Forstwirtschaft[1] bzw. in der Berufsgruppe Land- und Forstwirtschaft/Tiere/Pflanzen/Hauswirtschaft zusammengefasst[4] oder dem Arbeitsfeld Der grüne Daumen[5] im Berufsberatungssystem des BIC.
In der Schweiz soll mit einer neuen Bildungsverordnung (BiVo)[6], die mit 1. Januar 2009 in Kraft gesetzt wird,[7] ein Berufsfeld Landwirtschaft und landwirtschaftliche Spezialberufe geschaffen werden, derzeit (August 2008) sind sind die einschlägigen Berufe[8] auf die Berufsfelder Natur[9] und Nahrung[10] verteilt.

Der allgemeine landwirtschaftliche Berufsbezeichnung ist Landwirt, umgangssprachlich Bauer - als staatlich anerkannter Beruf trägt er dann diverse spezielle, landes- und länderspezifische Bezeichnungen, wie Landwirt/in EFZ, Bäuerin (Schweiz), Höhere Bildung: Agrartechniker (Österreich), Meisterlandwirt/in, Dipl. Agro-Techniker/in HF (Schweiz), Landwirtschaftlicher Facharbeiter (Österreich, Lehrberuf), oder Biobauer (Österreich, mit Zulassung) bzw. Fachmann/-frau der biologisch-dynamischen Landwirtschaft (Schweiz).

Weitere Berufe aus dem Bereich der Landwirtschaft:

  • Grundlagenforschung: Biologe, Zoologe, Botaniker, Paläontologe, Umweltingenieur, Umweltnaturwissenschaftler (Schweiz)
  • Ökonomie: Agronom, Wissenschaftler/in in Wald- und Landschaftsmanagement (Schweiz); Hauswirtschafter (Deutschland), Agrokaufmann (Schweiz)
  • Marktfruchtbau, Futtermittelbau:
    • Feldgemüsebaufacharbeiter (Österreich), Gemüsegärtner, Branchenspezialist Früchte/Gemüse (Schweiz)
    • Verfahrenstechnik für die Getreidewirtschaft: Getreidemüller (Österreich), Müllereitechnologe (Schweiz)
    • Veredlung: Mikrobiologe, Biotechnologe, Biochemiker, Biotechnologe; Saatbautechniker (Österreich), Saatgutanalytiker (Österreich)
    • Lagerhaltung: Silomeister (Schweiz), FacharbeiterIn der landwirtschaftlichen Lagerhaltung (Österreich)
  • Sonderkultur:
    • Obstbaufacharbeiter (Österreich), Obstbauer, Obstgärtner (Schweiz)
    • Winzer (Deutschland, Schweiz), Weinhauer, Weinbau- und Kellereifacharbeiter, Weinbautechniker (Österreich), Kellermeister/Kellertechniker (Wein), Weintechnologe (Schweiz)
    • Brenner (Deutschland), Schnapsbrenner (Schweiz)
  • Tierhaltung, -zucht und -pflege:
    • Veterinärmediziner, Tierarzt; Ordinationshilfe bei TierärztInnen (Österreich)
    • Geflügelzüchter (Schweiz)
    • Hirt (Österreich)
    • Fischwirt (Deutschland), Fischereifacharbeiter (Österreich), Fischzüchter, Berufsfischer (Schweiz)
    • Pferdewirt (Deutschland, Österreich), Pferdepfleger (Österreich, Schweiz), Pferdewirtschaftsfacharbeiter (Österreich), Bereiter, Rennreiter (Schweiz)
    • Milchwirtschaftlicher Laborant (Deutschland), Molkereifachmann (Österreich), Molkerei- und Käsereifacharbeiter (Österreich), Milchtechnologe (Schweiz)
    • Imker (Schweiz), Bienenwirtschaftsfacharbeiter (Österreich)
    • Besamungstechniker (Schweiz)
  • Schädlingsbekämpfer (Österreich)

Berufe im Umfeld:

  • Gartenbau: Gärtner (mit etlichen Spezialisierungen), Baumschulist (Schweiz)
  • Forstwirtschaft: Förster (Österreich, Schweiz), Forstwart (Deutschland, Österreich, Schweiz), Forstwirt (Österreich), Forstfacharbeiter (Österreich), Forstgarten- und Forstpflegefacharbeiter (Österreich), Forstmaschinenführer (Schweiz), Forstingenieur (Höhere Bildung, Schweiz)
  • Jagdwesen: Jäger (Österreich), Revierjäger (Deutschland), Jagdaufseher, Wildhüter (Schweiz)
  • Maschinenbau und Technik: Landmaschinenmechaniker (Deutschland, Schweiz), Hufschmied (Österreich, Schweiz)
  • Landwirtschaftliche Lohnunternehmer: Fachkraft für Agrarservice (Deutschland)
  • Beratung, Pädagogik und Ausbildung: : Landwirtschaftlicher Berater, Hofberater, Landwirtschaftlicher Haushaltsberater, Landwirtschaftstechniker (Österreich), Bäuerlich-hauswirtschaftliche Beraterin (Schweiz) Waldpädagoge (Österreich), LehrerIn an Land- und forstwirtschaftlichen Schulen (Österreich)
  • Handel und Transport: Gartencenterkaufmann (Österreich), Florist, Tierhändler (Österreich), Viehhändler (Österreich), Vieheinkäufer, Chauffeur/in für Tiertransporte (Schweiz)
  • Landschaftsbau: Landschaftsplaner, Kulturtechniker (Österreich), Garten- und Grünflächengestaltung (Österreich), Landschaftsbauzeichner (Schweiz)
  • Tierhaltung mit speziellen Bereichen, Zoowesen, Heimtierzucht, und ähnliches: Tierpfleger (Österreich), Zoofachhändler (Österreich), Hundeabrichter (Österreich), Tierheilpraktiker/Tierpsychologischer Berater, Tierphysiotherapeut (Schweiz)

Siehe auch

Deutsches Landwirtschaftsmuseum in Hohenheim

Literatur

  • Wilhelm Abel: Geschichte der deutschen Landwirtschaft vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Stuttgart 1962
  • R. Hendler, P. Marburger, P. Reiff, M. Schröder: Landwirtschaft und Umweltschutz. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-503-09760-9
  • Ulrich Köpke: Umweltleistungen des Ökologischen Landbaus. In: Ökologie und Landbau 2/2002, S. 6–18.
  • Marcel Mazoyer, Laurence Roudart, Histoire des agricultures du monde : Du néolithique à la crise contemporaine, Paris: Seuil, 2002, ISBN 2020530619, engl. A History of World Agriculture: From the Neolithic Age to the Current Crisis, New York: Monthly Review Press, 2006, ISBN 1-58367-121-8
  • Günter Rohrmoser: Landwirtschaft in der Ökologie- und Kulturkrise. Gesellschaft für Kulturwissenschaft, Bietigheim/Baden 1996, ISBN 3-930218-25-9

Einzelnachweise

  1. a b Trends im Berufsbereich: Garten, Land- und Forstwirtschaft. Arbeitsmarktservice (AMS). Abgerufen am 8. August 2008.
  2. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Grüner Bericht 2007. Eigenverlag, Wien 2007, zitiert nach AMS
  3. http://usa.usembassy.de/wirtschaft-landwirtschaft.htm
  4. Berufsgruppen: Land- und Forstwirtschaft/Tiere/Pflanzen/Hauswirtschaft. In: BIC BerufsInformationsComputer. Wirtschaftskammer Österreich. Abgerufen am 8. August 2008.
  5. Arbeitsfelder: Der grüne Daumen. In: BIC BerufsInformationsComputer. Wirtschaftskammer Österreich. Abgerufen am 25. Mai 2008.
  6. Reform der landwirtschaftlichen Berufsbildung. AVIFORUM, 8. August 2007. Abgerufen am 8. August 2008. (doc, de)
  7. Landwirtschaftliche Berufe in Kraft, News aus der Schweizer Berufsbildung, bbaktuell.ch
  8. Bildung. LID.CH Landwirtschaftlicher Informationsdienst. Abgerufen am 8. August 2008. (de)
  9. Berufsfeld: Natur. In: Berufe und Ausbildungen. Die Schweizerische Berufsberatung im Internet, berufsberatung.ch. Abgerufen am 8. August 2008. (de)
  10. Berufsfeld: Nahrung. In: Berufe und Ausbildungen. Die Schweizerische Berufsberatung im Internet, berufsberatung.ch. Abgerufen am 8. August 2008. (de)

Weblinks


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