Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz

Die Agrarmeteorologie in Rheinland-Pfalz setzt sich mit dem Einfluss des Wetters und des Klimas auf die Landwirtschaft auseinander. Durch die Umstrukturierung der landwirtschaftlichen Betriebe und der Forderung nach einer umweltgerechten Produktion treten verstärkt wetterbezogene regionale Ansprüche an einen integrierten Pflanzenschutz in den Vordergrund. Darüber hinaus gewinnen die Wetterbeobachtungen Bedeutung im Rahmen der bedarfsorientierten Bewässerung, insbesondere im Obst- und Gemüsebau. Zur rechtzeitigen Ergreifung von Schutzmaßnahmen bei stärkeren Nachtfrösten oder Hagel und/oder Sturm können die Daten Entscheidungshilfen liefern. Die agrarmeteorologischen Meßstationen des Landes Rheinland-Pfalz stellen Basisdaten zur Nutzung schaderregerbezogener Prognosemodelle sowie Bewässerungsmodelle, abgestimmt auf die regionalen Anbaubedingungen, zur Verfügung.

Der Aufbau des Messnetzes wurde Anfang der 90er Jahre begonnen, und umfasst zur Zeit ca. 100 Stationen. Den Anforderungen entsprechend kommen Groß- und Kleinwetterstationen zum Einsatz. Die Wetterdaten werden per Datenleitung oder Funk an das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (Dienstsitz Oppenheim) übertragen und dort nach der Plausibilitätsprüfung in einer Datenbank gespeichert. Die verdichteten Messwerte werden in verschiedenen Prognosemodelle genutzt sowie im Internet präsentiert.


Folgende Prognosemodelle werden derzeit im Erwerbsgartenbau, Ackerbau und Weinbau bedient:

Gartenbau Ackerbau Weinbau
Kohlfliege Phytophthora Kartoffel Peronospora
Möhrenfliege Kartoffelkäfer Schwarzfäule
Apfelschorf Gelbverzwergungsvirus Getreide Traubenwickler
Feuerbrand Apfel Halmbruch Winterweizen
Feuerbrand Birne Blattkrankheiten Zuckerrüben
Apfelwickler Blattkrankheiten Getreide
Nachtfrost Cercospora Zuckerrüben
Beregnungssteuerung

Regionale Darstellung

Die Daten der Messstationen werden tabellarisch mit den Werten der jeweiligen Sensoren standortbezogen im Internet angezeigt. Die Stationen stehen in unterschiedlichen Abständen zueinander. Bei einem Abstand von ca. 15 km von Station zu Station in den Anbaugebieten, kann mit Ausnahme von Windgeschwindigkeit, Niederschlag und Blattnässe von einer Flächendeckung bei der Erfassung ausgegangen werden. Bei der Bewertung der Daten ist die Topographie zu berücksichtigen.

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