Eisbahn

Eine Eisbahn bezeichnet eine Fläche, die vereist ist. Die Vereisung kann natürlich (Natureisbahn) oder künstlich (Kunsteisbahn) erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Natureis

Die Davoser Natureisbahn, die offene Kunsteisfläche (links mit Sonnenschutz) und das Eisstadion
Kunsteisbahn Küsnacht ZH

Die ersten Natureisbahnen waren gefrorene Seen. Doch schon bald wurden auch entsprechend geeignete Flächen zu Eisbahnen präpariert. Dabei muss die vorhandene Schneedecke zuerst möglichst kompakt und eben gewalzt werden. Danach wird bei geeignet tiefen Temperaturen mit genügend Wasser die Fläche vereist.

Die größte präparierte Natureisbahn Europas befindet sich in Davos. Hier sind auf 18.000 m² im Zentrum des Ortes eine 400-Meter-Bahn für Eisschnelllauf sowie Eishockey- und Curlingfelder auf einer zusammenhängenden Fläche verfügbar.

Kunsteis

Mit der Erfindung der Kältemaschine wurde es möglich, Kälte künstlich zu erzeugen. Damit konnte man Eisfelder in Hallen einrichten und die Eissportarten auch außerhalb der kalten Jahreszeit ausüben.

Eine Kunsteisbahn verfügt in der Regel über 2 bis 5 cm Eis.

Seit den 80er Jahren werden auch EPDM Absorber zur Herstellung von Kunsteisbahnen verwendet. Diese Technologie ist sehr energieeffizient, kostengünstig in der Anschaffung als auch im Betrieb. Daher kommt dieses System auch vermehrt bei Großprojekten wie Eisstadien, Eisschnelllaufringe etc. zum Einsatz. Weiterhin ermöglichen die flexiblen Absorber (Eismatten) die Herstellung von mobilen Kunsteisbahnen.

Für mobile Eisbahnen wird seit Winter 2003/2004 vielfach anstelle der EPDM Absorber ein vormontiertes System aus Aluminiumrohren verwendet. Die Aluminiumrohre sind in flexibel untereinander verbundenen Modulen zusammengefasst und lassen sich so auf jede Größe auslegen. Durch die verbesserte Kälteabgabe des Aluminiums im Vergleich zu EPDM-Matten kommt das Aluminium-System bei der Eisbereitung und bei der Eiserhaltung mit weniger Energie aus (Wärmeleitkoeffizient). Zudem ermöglicht die höhere Kälteabgabe eine schnellere Eisbildung, so dass die Aluminium-Technik im Bereich der mobilen Eisbahnen wegen der kürzen und damit energiesparenden Aufbauzeit bevorzugt zum Einsatz kommt.

In den 1960er Jahren wurde bereits versucht, Kunsteis aus Wasser mit synthetischen Produkten zu ersetzen, um ohne die Infrastruktur einer Kältemaschine auszukommen. Neue verfügbare Kunststoffe erlauben es mittlerweile, mit herkömmlichen Schlittschuhen wie auf echtem Eis zu fahren. Gerade in warmen Regionen und Nordamerika ergänzen vermehrt synthetische Eisflächen das Kunsteisbahnangebot.

Die mobile Kunsteisbahn

Mobile Kunsteisbahn
Bauweise einer mobilen Kunsteisbahn

Eine Eisbahn ist ein durch eine durch eine Bande begrenzte Fläche, deren Boden aus einer dicken Eisschicht besteht. Im Allgemeinen handelt es sich um geschlossene Anlagen. Diese wurden entsprechend präpariert, um den Boden permanent gefroren zu halten. Da es einigen Fachunternehmen gelungen ist, ihre Kältetechnik so zu optimieren, dass die Eisfläche auch im Freien unter idealen Bedingungen gehalten wird, werden diese Eisbahnen nun zunehmend mehr auf die Straße verlegt. Diesen mobilen Eisbahnen in Einkaufszentren und auf urbanen Plätzen ist es zu verdanken, dass sich Eissportarten größerer öffentlicher Aufmerksamkeit und einer stets wachsenden Fangemeinde erfreuen. Dort wo strenge Kälte herrscht, gibt es auch natürliche Eisbahnen (zugefrorene Seen und Flüsse).

Aufbau einer Eisbahn

Eine Eisbahn ist eine von einer umlaufenden Bande begrenzte Fläche, auf der künstlich, das heißt mit Hilfe einer Kältemaschine, eine Eisschicht erzeugt und gefroren gehalten wird.

Für den Aufbau einer Eisbahn ist zunächst ein ebener, tragfähiger und planierter Untergrund erforderlich. Auf dem Boden wird eine so genannte Kältedecke aus vernetzten Rohren installiert, die einen geschlossenen Kreislauf bilden. Diese Kältedecke ist an Hauptsammler angeschlossen, die sich auf einer oder beiden Seiten neben der Bahn befinden. Die Hauptsammler ihrerseits sind an eine Wasserpumpe, einen Tank (die so genannte Lunge bzw. Puffertank) und schließlich an die Kältemaschine angeschlossen. Diese Elemente bilden gemeinsam einen geschlossenen Kreis, der die Grundlage der künftigen Eisbahn darstellt.

Jetzt wird der Kreis mit einem Gemisch aus Frostschutzmittel (Monoäthylenglykol oder Polypropylenglykol) und Wasser gefüllt. Die Kältemaschine kann nun eingeschaltet werden. Die Pumpe sorgt dafür, dass die Flüssigkeit ständig durch das Rohrnetz der Eisbahn zirkuliert, und dank des Puffertank wird die überschüssige Luft ausgestoßen, die sonst im Kreislauf gefangen bliebe. Die Kältemaschine senkt nach und nach die Temperatur der Flüssigkeit auf -8 bis -10°C ab. Anschließend wird mit einem Wasserschlauch die erste Wasserschicht über den Rohrleitungen der Kältedecke aufgesprüht. Das Wasser kristallisiert sofort. Dieser Prozess wird mehrmals wiederholt und so entsteht allmählich die Eisschicht. Die ideale Dicke einer Eisbahn beträgt etwa 6 bis 8 cm.

Bewegung auf dem Eis

Um sich auf einer Eisbahn sicher zu bewegen, benötigt man entsprechende Fortbewegungsmittel. Diese sind entweder in Form von Schlittschuhen direkt mit den Füßen verbunden (siehe Eiskunstlauf, Eishockey, Eisschnelllauf) oder es sind separate Sportgeräte, die über Kufen oder andere gleichwertig nutzbare Kanten verfügen (siehe Bobsport, Rodeln, Skeleton).

Das Gleiten auf dem Eis wird erreicht durch eine möglichst konzentrierte Sammlung des Gewichtes auf kleiner Fläche, wodurch das Eis an der Kontaktstelle schmilzt und so als Schmiermittel die Gleitreibung erheblich heruntersetzt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Eisbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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