Agum-kakrime

Agum II. (mAg-gu-um) oder Agum II.-Kakrime war der zweite kassitische König von Babylon. Von Agum II.-Kakrime sind keine Originalinschriften erhalten, sondern nur spätere Kopien. Es liegen mehrere Datierungsansätze zwischen 1530 v. Chr. und 1450 v. Chr. vor, wobei unklar bleibt, ob es einen weiteren Herrscher mit Namen Agum III. gab.[1]

Inhaltsverzeichnis

Assurbanipal-Text

In einer Zusammenstellung für die Bibliothek des Assur-bani-pal werden die Leistungen von Agum-kakrime beschrieben. Er brachte danach die Statuen von Marduk und Sarpanitum aus dem Land der Hanäer zurück nach Babylon und stellte den Esagila wieder her, den er mit Gold, Silber, Kupfer und Edelsteinen beschenkte. Außerdem erhielten ein Priester, ein Schmied und eine weitere Person Steuerbefreiung.

Der Text nennt die Götter Šuqamuna, Anu, Enlil, Ea und schließlich Marduk, der damals noch nicht die Bedeutung hatte, die ihm in Neu-Babylonischer Zeit zukommen sollte. Agum nennt sich Sohn von UR-ši-gu-ru-maš, Nachkomme von A-bir-[Ataš], Sohn von Kaš-til-ia-šu, Sohn von Adum dem Großen (ša A-gu-um ra-bi-i). Benno Landsberger hält die Inschrift allerdings für eine spätere Fälschung, eine Ansicht, der sich auch Gelb und Borger anschlossen ("apokryphisch").

Der Verlust der Statue fand vermutlich während des Feldzuges von Muršili I. statt, das würde, nach einem Text aus der Bibliothek von Assur-bani-pal, die Herrschaft von Agum 24 Jahre nach der Plünderung von Babylon ansetzen.

9. Kassitenherrscher

Weidner (1926) identifizierte Agum kakrime als den 9. Herrscher der synchronistischen Königsliste (Lesung mag-gu-[u]m), zog diese Interpretation aber wieder zurück. Astour liest die entsprechende Stelle als Kak-ri-i[m-m]e, was ein Ephitet von Agum II. ist. Der betreffende König regierte 22 Jahre.

Weitere Quellen

Ein Agum führte auch einen Feldzug gegen das Meerland. Die entsprechende Chronik weist ihm allerdings keinen königlichen Titel zu, sodass die Gleichsetzung mit Agum II. nicht völlig gesichert ist. Aus Qalat al-Bahrain auf Dilmun liegt eine Tontafel vor, die in das 4. Regierungsjahr von Agum datiert ist. Hier handelt es sich vermutlich um Agum II.

Namen

I. M. Diakonoff deutete den Beinamen Agum als akkadisch kak rīme, Schwert des Mitleids (Astour 1986, 330), Astour als "Waffe des Donners" oder Donnerkeil.

Literatur

  • J. A. Brinkman, Materials and Studies for Kassite History, vol. I (Chicago, 1976).
  • A. Götze: The Kassites and near Eastern chronology. in: Journal of cuneiform studies 18, 1964, 97-101.
  • Benno Landsberger, "Das gute Wort," MAOG 4 (1928-1929), 312
  • Benno Landsberger, "Assyrische Königsliste und 'dunkles Zeitalter,"'Journal Cuneiform Studies 8 (1954) 65 n. 160, 67, 116.
  • E. F. Weidner, Die große Königsliste aus Assur, Archiv für Orientforschung 3, 1926, 66-77 (Umschrift)
  • E. F. Weidner, Die älteren Kassiten-Könige. Archiv für Orientforschung 19 (1959-1960).

Anmerkungen und Belege

  1. Bernd Jankowski, Gernot Wilhem: TUAT, Neue Folge, Bd. 1, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004, ISBN 3-579-05289-6, S. 361.

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