Ahlberg
Ahlberg
Die Basaltkuppe des Ahlbergs

Die Basaltkuppe des Ahlbergs

Höhe 394,6 m ü. NN
Lage Deutschland,
Hessen (Landkreis Kassel)
Gebirge Reinhardswald
Geographische Lage 51° 27′ 29″ N, 9° 30′ 45″ O51.4580555555569.5125394.6Koordinaten: 51° 27′ 29″ N, 9° 30′ 45″ O
Ahlberg (Hessen)
Ahlberg
Fundamentreste des Wartturms
Pfeiler, ein Relikt des Braunkohle-Rüttelwerks

Der Ahlberg ist ein 394,6 m ü. NN hoher Berg im Reinhardswald, der sich im Landkreis Kassel in Hessen (Deutschland) erstreckt.

Am waldreichen Ahlberg, an dem sich Überbleibsel eines Ringwalls befinden, wurde lange Zeit Bergbau betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Der Ahlberg befindet sich in Nordhessen am Westrand des Mittelgebirges Reinhardswald rund 14 km nördlich des Zentrums von Kassel, 3,1 km nord-nordöstlich von Immenhausen bzw. 1,25 km (Entfernungen je Luftlinie) östlich von Mariendorf (nördlicher Stadtteil von Immenhausen).

Das Plateau um seine Basaltkuppe ist 1,25 ha groß. An der Westflanke des Ahlbergs, der zum Waldgebiet des „Gutsbezirks Reinhardswald“ gehört, liegt die kleine Ahlberg-Siedlung, wo die Soode (südlicher Zufluss der Lempe) entspringt. Unweit südlich vorbei am Berg verlaufen Quellbäche der Holzkape (östlicher Zufluss der Esse). Der östliche Nachbarberg des Ahlbergs ist der 1,725 km entfernte Junkernkopf.

Kulturgeschichtliche Bedeutung

Das Areal des Ahlbergs ist besonders wegen seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung und einer mehr als 2000-jährigen Siedlungsgeschichte bekannt. Die hier vorhandenen Naturressourcen wie Ton, Sand, Steine oder Braunkohle dienten vielen Generationen in den angrenzenden Dörfern als Lebensgrundlage.

Das Plateau des Ahlbergs wird von einem Ringwall mit vorgelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube, deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.

Als ursprünglicher Aufbau der heute als Wälle sichtbaren Befestigung ist Mauerwerk anzunehmen, da an einigen Stellen der Außenseite des Walls erkennbare Steine auf eine Mauerfront hin deuten. Form und Ausführung der Gräben und Wälle lassen auf Reste einer frühmittelalterlichen Befestigung schließen, die eine ältere eisenzeitliche Anlage überlagert, was Funde aus dieser Zeit bezeugen. Inmitten der frühmittelalterlichen Wehranlage wurde im Spätmittelalter an der höchsten Stelle ein Wartturm errichtet, wahrscheinlich als Pendant zur in Sichtweite befindlichen Udenhausener Warte. Vom Ahlberger Wartturm sind noch Teile eines Mauerfundaments erhalten. Reste einer Ringmauer, die um den Turm herum eine Fläche mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern umschloss, sind im Gelände erkennbar.

Am Ahlberg wurde, ähnlich wie am Gahrenberg, vom 18. Jahrhundert an mit durch Wassereinbrüchen ausgelösten Unterbrechungen bis 1925 Braunkohle untertage mit Hilfe eines Schrägstollens abgebaut. Von diesen Aktivitäten zeugen nur noch wenige Relikte, so ein Natursteinfundament mit vier eingelassenen Gewindestangen und ein aus Ziegeln errichteter, etwa sieben Meter hoher Pfeiler als Teil des ehemaligen Rüttelwerks an der Hauptstraße der Ahlberg-Siedlung. Dem Pfeiler gegenüber stand bis 1922 das alte Steigerhaus, von dem nur noch ein Fundamentrest zeugt, und daneben befand sich der Stollenmund.

Zu den wenigen älteren Häusern, die heute in der Ahlberg-Siedlung vorhanden sind, gehört das im Jahr 1920 errichtete neue Steigerhaus, das zunächst dem preußischen Forstbeamten Heinrich Paul und seiner Familie als Wohnsitz dienen sollte. Als dieser den begonnenen Rohbau nicht zu Ende führen konnte, kaufte ihn die „Gewerkschaft Ahlberg“ bei der Wiederaufnahme der Braunkohlenförderung ab dem Jahre 1921 und richtete hier als Ersatz für das Steigerhaus aus dem Jahr 1789 ein Wohnhaus für den Betriebsleiter der Zeche, den Steiger, ein. In dem großzügig bemessenen Gebäude kam auch die Verwaltung der Zeche unter. Bereits im Jahr 1925 wurde aufgrund erneutem Wassereinbruch der Zechenbetrieb endgültig eingestellt. Das Steigerhaus gehörte danach verschiedenen Eigentümern und diente abwechselnd als Wohn- oder Gewerbehaus, so 1926 bis 1939 als Ferienpension.

Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg−Mariendorf

„Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg−Mariendorf“ am Ahlberg

Seit Herbst 2007 führt ein weiterer Rundweg des „EcoMuseums Reinhardswald“, der etwa 4,5 km lange „Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg−Mariendorf“[1] als kulturgeschichtlicher Lehrpfad unter anderem über den Ahlberg, durch die ehemalige Bergarbeitersiedlung und das Waldenserdorf.

Am „Eco Pfad“ sind mehreren Schautafeln Informationen zu geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs zu entnehmen. Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und bei trockener Witterung problemlos begehbar.

Einzelnachweise

  1. Infos zum „Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg−Mariendorf“ auf eco-pfade.de

Literatur

  • Rolf Gensen: „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf,“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
  • Jörg Lindenthal: „Kulturelle Entdeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734
  • Norbert Lippenmeier: „Das Steigerhaus am Ahlberg,“ in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2006, S. 11 ff.
  • Norbert Lippenmeier (Hrsg.): „Rund um den Ahlberg“, Kultuhistorischer Bildband - elf Autoren beschreiben viele Einzelaspekte der zweieinhalbtausendjährigen Siedlungsgeschichte rund um den Ahlberg, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-978-6

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