Ahlfen
Hans von Ahlfen bei der Besichtigung eines Panzerzuges auf der Krim

Hans von Ahlfen (* 20. Februar 1897 in Berlin; † 11. September 1966 in Oberndorf am Neckar) war ein Generalmajor der deutschen Wehrmacht. Er erlangte am Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Verteidigung der Festung Breslau Bekanntheit. Nach dem Krieg betätigte er sich als Autor verschiedener Aufsätze und Bücher.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Von Ahlfen trat am 17. August 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges (1914–1918) als Kriegsfreiwilliger in das Deutsche Heer ein. Er leistete zunächst Dienst im Pionier-Bataillon 2 bis er am 22. März 1915 die Ernennung zum Leutnant erhielt. In der Folgezeit fungierte er als Adjutant beim Kommandeur der Pioniere im Oberkommando der „Süd-Armee“, der „Bug-Armee“ und ab dem 1. August 1916 beim General des 10. Pionierbataillons. Nach einigen kurzen anderen Verwendungen ab Februar 1918 kam von Ahlfen am 15. April 1918 auf den Posten des Kommandeurs der Panzerzüge der Ostsee-Division. Bis zum Frühjahr 1921 blieb von Ahlfen Kommandeur verschiedener Panzerzüge (Nr. 21, 30, 44) und wurde als Berufssoldat in die Reichswehr übernommen. Anschließend folgten eine Reihe von Kommandierungen zu einigen Kompanien und zur Infanterieschule nach München. Zwischen dem 1. Oktober 1922 und dem 31. Dezember 1928 fand er wieder Verwendung im Pionier-Bataillon 2, nur kurz unterbrochen durch eine Versetzung zum Reiter-Regiment 5 (1923–25). Danach lernte von Ahlfen bis Ende Februar 1932 die höhere Stabsarbeit als Adjutant des Höheren Pionier-Offiziers im Gruppenkommando 1 kennen. In diesen Zeitraum fiel auch seine Beförderung zum Hauptmann (1. März 1931). Es folgten Fortbildungen an der Pionierschule und Verwendungen als Kompaniechef in den Pionier-Bataillonen 5 und Münden (benannt nach der Stadt Hann. Münden, dann umbenannt in Pionier-Bataillon 9). Ab dem 1. August 1935 betätigte sich von Ahlfen bis Ende August 1937 als Lehrer an der Kriegsakademie und erlangte nunmehr als Major (Beförderung am 1. Januar 1936) am 1. September 1937 Positionen im Reichskriegsministerium, besonders als Gruppenleiter in der Inspektion der Pioniere.

Ordensverleihung durch Hans von Ahlfen 1941 in Bessarabien

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) erfüllte von Ahlfen zunächst eine ähnliche Tätigkeit, unter anderem im Stab des Generals der Pioniere und Festungen beim Oberbefehlshaber des Heeres. Ab dem 1. Juli 1940 übernahm er dann das Kommando über das Pionier-Bataillon 40 (mot.) und ab dem 5. Januar 1942 über den Pionier-Regimentsstab 617 (mot.). Kurz danach, am 1. Februar, erhielt von Ahlfen die Ernennung zum Oberst. Vom 30. Juli 1942 bis zum 1. Juli 1943 fand er Verwendung im Generalstab der Heeresgruppe Don, bevor er bis zum 5. Oktober 1944 als Pionierführer im Armeeoberkommando Norwegen eingesetzt wurde. Während der sowjetischen Operation Bagration befehligte von Ahlfen nur kurz (27. Juli – 16. September 1944) die Pioniere der 9. Armee unter General Nikolaus von Vormann. Im Oktober 1944 wurde von Ahlfen in die Führerreserve versetzt, nahm aber gleichzeitig an einem Lehrgang zum Divisionskommandeur teil. Schon ab dem 16. November 1944 kommandierte er daraufhin den Sperrverband von Ahlfen bei der Heeresgruppe Don, sowie die Pionier-Brigade 70.

Nach seiner Beförderung zum Generalmajor am 30. Januar 1945 folgte von Ahlfens Ernennung zum Kommandeur der Festung Breslau (2. Februar 1945). Eigentlich war General Krause für diesen Posten vorgesehen, doch da dieser krank war setzte Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner von Ahlfen ein. Die Stadt war ab dem 15. Februar 1945 von der Roten Armee eingeschlossen. Während der Verteidigung eignete sich Gauleiter Karl Hanke jedoch weitreichend Kompetenzen an und überwarf sich schließlich mit von Ahlfen. Hanke intervenierte direkt bei Hitler und erreichte von Ahlfens Ablösung. Am 8. März 1945 übernahm der eingeflogene General der Infanterie Hermann Niehoff das Kommando. Nach einigen Wochen ohne Verwendung erhielt von Ahlfen am 25. März 1945 den Posten als General der Pioniere in der Heeresgruppe Model. Am 17. April 1945 geriet er in westalliierte Gefangenschaft, aus der er erst am 30. Juni 1947 entlassen wurde.

Deutsche Verhandlungsdelegation am 6. Mai 1945 in Breslau

Nach dem Krieg betätigte sich von Ahlfen als Autor verschiedener Bücher. Bereits während seiner Zeit als Lehrer an der Kriegsakademie hatte er ein militärisches Lehrbuch „Dienst bei den Pionieren“ (Verlag Detke, Leipzig 1937) verfasst. Nun veröffentlichte er ab den frühen 1950er Jahren weitere theoretische Schriften zum Pionierwesen.[1] Außerhalb des militärischen Fachbereichs wurde von Ahlfen durch seine Bücher zu den Kämpfen um Breslau bekannt. Erstmals beschäftigte er sich 1956 in einem Aufsatz „Der Kampf der Festung Breslau“ in der Wehrwissenschaftliche Rundschau mit diesem Thema.[2] Ein Jahr darauf veröffentlichte er seine Darstellung der Kämpfe in dem Buch „Der Kampf der Festung Breslau“ (Verlag Ernst Siegfried Mittler, 1957). In den nächsten Jahren beschäftigte er sich zusammen mit Hermann Niehoff, seinem Nachfolger als Festungskommandant von Breslau, weiterhin mit diesem Thema. Im Jahre 1959 veröffentlichten sie gemeinsam das Buch „So kämpfte Breslau“ (Verlag Gräfe und Unzer, 1959), das ein großer kommerzieller Erfolg wurde, und dem bereits ein Jahr später eine zweite erweiterte Auflage folgte. In dem nachfolgenden Band „Kampf um Schlesien“ (Verlag Gräfe und Unzer, 1961) betrachtete von Ahlfen noch einmal den größeren Kontext der Operationen 1945.

Von Ahlfen starb am 11. September 1966 in Oberndorf am Neckar

Einzelnachweise

  1. Führung und Pioniere, in: Wehrwissenschaftliche Rundschau , 2 (1952), Heft 11, S. 542-546; Friktionen beim Pioniereinsatz - Ursachen, Folgen, Massnahmen zur Überwindung, in: Allgemeine schweizerische Militärzeitschrift, 9 (1954), S. 652-667; Nachtausbildung der Pioniere, in: Wehrkunde, 2 (1955), S. 50-53; Pionieraufgaben, in: Wehrkunde, 9 (1956), S. 441-449; Grosse Pionierfragen des 20. Jahrhunderts in der Sicht des Deutschen Heeres, in: Wehrkunde, 9 (1957), S. 478-486; Von der Camouflage zum Tarnen und Täuschen, in: Pioniere, 3 (1964), S. 107ff; Remagen 1945 - Das Unglück der Brücke von Remagen am 7.3.45, in: Pioniere 7 (1965), Heft 1, S.2-12
  2. Der Kampf der Festung Breslau, in: Wehrwissenschaftliche Rundschau, 6 (1956), Heft 1, S. 20-39

Weblinks

Literatur

  • Dermot Bradley (Hrsg.): Die Generale des Heeres 1921-1945; Bd. 1, Biblio Verlag, Bissendorf 1993. ISBN 3-7648-2902-8, S. 25f.

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