Ahmad ibn Ibrahim al-Ghasi
Modernes Ahmed-Gurey-Monument in Mogadischu

Ahmad ibn Ibrahim al-Ghazi (* 1506; † 1543), auch Mohammed Gran (granye – „Linkshänder“) genannt, war ein somalischer bzw. muslimisch-äthiopischer Herrscher der vorkolonialen Zeit. Von 1529 bis zu seinem Fall 1543 führte er einen Eroberungsfeldzug des Sultanats Adal gegen Äthiopien. Bei den Somali ist er als Gurey bekannt.

Leben

Er war der Sohn des Generals Ibrahim am Hofe des Sultans von Adal (Harar). Nach der Niederlage gegen den Kaiser von Äthiopien (Abessinien) im Jahre 1516 wollte der Sultan kapitulieren und Tribut zahlen. Es kam zu heftigen Machtkämpfen am Hof, in deren Verlauf Ibrahim vom Sultan getötet wurde, Fürst Mahfuz von Zeila die Macht ergriff und einen neuen Sultan als Strohmann einsetzte. Mahfuz aber fiel um 1518 im fortgesetzten Kampf gegen Äthiopien.

Gerade 14-jährig, heiratete Ahmad gegen den Protest der Soldaten 1520 dessen Tochter Bati del Wambara, tötete den Sultan, der erneut eine Kapitulation in Erwägung gezogen hatte, und machte zunächst Barakat zum neuen Sultan. 1525 nahm er den Titel selbst an und rief 1527 – nunmehr 21-jährig – zum Widerstand gegen die äthiopischen Angreifer den Dschihad aus.

Während seiner Abwesenheit wegen der Feldzüge machte er Barakat erneut zum Sultan, besiegte 1529 den Kaiser und eroberte mindestens drei Viertel Äthiopiens (anderen Angaben zufolge fünf Sechstel), bis er 1543 von Kaiser Claudius in der Schlacht von Wayna Daga besiegt und getötet wurde.

Seine Witwe, die Tochter des Mahfuz, geriet in Gefangenschaft, wurde aber gegen den einst von Ahmad gefangenen äthiopischen Kronprinzen ausgetauscht. Wambara übernahm zunächst die Regentschaft und heiratete Ahmads Neffen Nur al-Mudjahid, sie gilt als eine der ungekrönten Königinnen und wahren Herrscherinnen in der islamischen Welt. Zusammen setzten sie nach Barakats Tod den Kampf erfolglos fort. Wambara fiel 1552, Nur 1567, nachdem er 1559 Kaiser Claudius besiegt und getötet hatte. Ahmads (1531 und 1533 geborenen) Söhne kamen wohl ebenfalls während der Kämpfe ums Leben.


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