Ende der Antike
Der Mittelmeerraum unter Kaiser Justinian († 565)

Die Frage nach dem Ende der Antike beschäftigt seit Jahrhunderten die Gelehrten. In der älteren Forschung wurde das Ende der Antike oft mit der Reichsteilung von 395, mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus 476, der Niederlage des Syagrius gegen Chlodwig 486/87 oder auf das Jahr 529 datiert, in dem das erste Benediktinerkloster gegründet und die Platonische Akademie in Athen geschlossen wurde. In der Forschungsdiskussion der letzten Jahrzehnte hat es sich jedoch als sinnvoll erwiesen, das Enddatum deutlich später anzusetzen. Gängige Enddaten für die Spätantike sind heute der Tod des oströmischen Kaisers Justinian 565, der Einfall der Langobarden in Italien 568 oder der Beginn der islamischen Expansion 632.

Inhaltsverzeichnis

Periodisierungsproblematik

Generelles

Das Vorhaben, das Ende der Antike zu bestimmen, führt wie jeder Versuch einer Periodisierung zu Problemen. Jegliche Festlegung eines „Enddatums“ ist bis zu einem gewissen Grad willkürlich, da sie abhängig davon ist, welche Phänomene jeweils für wesentlich für die Antike gehalten werden. So können beispielsweise die kulturelle und politische Einheit des Mittelmeerraums, die ethnische Vorherrschaft der Griechen und Römer, die auf Sklaverei basierende Wirtschaftsform (ein fast nur von marxistischen Forschern vertretener Ansatz, der allerdings übersah, dass Sklaverei auch im Mittelalter weit verbreitet war), eine bestimmte Bildungstradition oder das polytheistische Heidentum als charakteristisch für diese Epoche betrachtet werden. Zudem ist die jeweils betrachtete Region von Bedeutung, da nicht alle Entwicklungen überall (bzw. nicht überall gleichzeitig) eintraten. Eine objektive Definition ist somit kaum möglich. Zudem sind Epochen nach einhelliger Überzeugung der heutigen Geschichtswissenschaftler nur Vereinbarungen zur Ordnung der ansonsten unüberschaubaren Stofffülle der Geschichte. Der italienische Philosoph Benedetto Croce (1866–1952) meinte sogar, sie wären lediglich von mnemotechnischem Interesse“. Hinzu kommt, dass historische Umbrüche, die sich im Rückblick zu Epochengrenzen bündeln lassen, nicht notwendig von den Zeitgenossen als solche wahrgenommen wurden, da oft erst spätere Generationen die Folgen bestimmter Ereignisse kennen und Kausalzusammenhänge erkennen beziehungsweise herstellen können.

Kontinuität

Der spätantike Philosoph Boëthius gilt als „letzter Römer“.
Mit Herakleios endete die spätantike Phase des Byzantinischen Reiches.

Schwierig wird die Festlegung eines Enddatums für die Antike aber vor allem dadurch, dass die Spätantike als eine Epoche des Übergangs gesehen werden muss. Die Spätantike als letzter Abschnitt des Altertums stellt selbst schon eine Art „Antike nach der Antike“ dar. Einerseits war noch eine deutliche Kontinuität zur früheren Antike gegeben, andererseits zeichnete sich aber bereits die Welt des Mittelalters ab. Verbunden waren diese beiden Epochen insbesondere durch die Verklammerung der Gesellschaft mit der christlichen Kirche, die sich im 4. bis 6. Jahrhundert durchsetzte. Kulturell unterscheidet sich die Spätantike vom Mittelalter vor allem dadurch, dass zumindest die Menschen der gebildeten Oberschicht vielfach noch Zugriff auf die klassische Tradition (Paideia) hatten, wie es bei spätantiken Autoren wie Boëthius, Corippus, Prokopios von Caesarea und Agathias noch im sechsten Jahrhundert bezeugt ist.[1] Mit Cassiodor († 583) begann der Übergang von der antiken zur monastischen Buchproduktion des Mittelalters. Erst in der karolingischen Renaissance wurden klassische Texte der Antike wieder kopiert, die den Niedergang der Literatur überstanden hatten.

Im Osten kam es dabei zu keinem derart radikalen Bruch der antiken Tradition wie im Westen. Das oströmische bzw. byzantinische Reich existierte noch bis zum Fall Konstantinopels 1453. Die Byzantinistik bezeichnet daher etwa den gleichen Zeitraum, der auf dem Boden des weströmischen Reichs als Spätantike gilt, auch als frühbyzantinisch. Für den Osten des Imperiums sind beide Begriffe mithin praktisch gleichbedeutend. Allerdings bestehen auch in Ostrom erhebliche Unterschiede zwischen den Zuständen im vierten bis sechsten Jahrhundert und der darauf folgenden mittel- und spätbyzantinischen Zeit. Im Ostreich ist dabei neben der arabischen Expansion auch die endgültige Verdrängung der lateinischen Amtssprache durch das Griechische um 625 als signifikanter Einschnitt zu betrachten. Beide Ereignisse fielen in die Regierungszeit des Kaisers Herakleios, mit dem deshalb in den letzten Jahren vermehrt das Ende der Antike verbunden wird. Wenig später änderte sich auch die politische Struktur des verbliebenen Reiches grundlegend und verlor ihren spätrömischen Charakter.

Die Germanenreiche, die im 5. und 6. Jahrhundert die Nachfolge Westroms angetreten hatten, akzeptierten in der Regel noch lange die oströmische Oberhoheit. Ihre Herrscher bemühten sich um kaiserliche Anerkennung und die Verleihung römischer Titel. Souveränität konnten bis ins 6. Jahrhundert nur der Kaiser und der sassanidische Großkönig für sich beanspruchen. Nur sie hatten das Recht, ihr Bild auf Goldmünzen zu prägen: Noch im 6. Jahrhundert setzten die meisten Germanenkönige ihr eigenes Porträt nur auf die Silbermünzen. All dies änderte sich erst im 7. Jahrhundert grundlegend, als die oströmischen Kaiser durch die Angriffe der Perser und Araber zu sehr geschwächt waren, um weiter im Westen aktiv zu werden. Die arabische Invasion zerstörte die freilich nur noch bedingt gegebene Einheit der Mittelmeerwelt endgültig. Auch die Kontakte zwischen Konstantinopel und dem Westen lockerten sich nun zusehends. Der Fernhandel brach weitgehend zusammen.

Wandel

Mit dem Ende der Antike endete auch die Zeit der Poleis (hier die Akropolis von Athen).

Die Angriffe der Araber beschleunigten in Ostrom den Untergang der spätantiken Senatsaristokratie und führten zu einem erheblichen Rückgang der antiken Bildung. Der weitgehende militärische und ökonomische Zusammenbruch des Reiches nach 636 brachte auch das endgültige Ende der klassischen Städte (Poleis) mit sich, die seit der archaischen Zeit (ca. 700 v. Chr. bis ca. 500 v. Chr.) den Mittelmeerraum geprägt hatten. Stattdessen entwickelten sich viele Städte zu einem winzigen befestigten Kastron. Die Entwicklung der byzantinischen Themenordnung, die schließlich zur Auflösung der Trennung zwischen militärischer und ziviler Verwaltung führte, bedeutete auch im administrativen Bereich einen deutlichen Bruch mit der spätantiken Tradition.

Die „Transformation“, mit dem das Ende der Antike einherging (siehe auch Transformation of the Roman World), war in vielerlei Hinsicht mit Gewalt, Zerstörung und ökonomischem Niedergang verbunden. Dies betonten erst jüngst Bryan Ward-Perkins und Peter J. Heather in ihren neuesten Darstellungen, welche sich teils wie ein Gegenentwurf zu den Vertretern eines Transformationsprozesses um Peter Brown und Averil Cameron lesen.[2] Beide – Ward-Perkins und Heather – räumen aber ein, dass die Antike im römischen Osten, der erst nach 600 einen ökonomischen Verfall erlebte, deutlich länger gedauert habe als im Westen. Dort sei es bereits im fünften Jahrhundert zu einem „Ende der Zivilisation“ (Ward-Perkins) gekommen.

Die Forschungsliteratur hat inzwischen einen kaum noch zu bewältigenden Umfang erreicht. In vielen Punkten konnte bislang dennoch keine Einigkeit erzielt werden. Viele der alten Erklärungen sind inzwischen unhaltbar geworden, doch ist es oft noch nicht gelungen, sie durch überzeugende Alternativen zu ersetzen. Zu den besonders heftig diskutierten Fragen zählt unter anderem die nach den Prozessen, die im Westen zum Erlöschen des Kaisertums führten. Auch Henri Pirennes Auffassung, dass die antike Einheit der Mittelmeerwelt erst im 7. Jahrhundert zugrunde ging, hat weiterhin Anhänger.[3] Einfache Antworten und allgemeingültige Aussagen sind vor dem Hintergrund der zunehmenden Erforschung der Spätantike aber fast unmöglich geworden.

Das Ende der Antike in den Regionen

Britannien vor dem Abzug der römischen Truppen

Britannien

In Britannien ist das Ende der römischen Herrschaft und damit verbunden das Ende der Antike relativ früh anzusetzen. Bereits 383, 401 und 407 wurden große Teile der römischen Truppen abgezogen. Als der weströmische Kaiser Honorius die römischen Bewohner der Insel 410 ihrem Schicksal überließ, mussten diese zur Selbsthilfe greifen.[4] Es gibt einige Indizien dafür, dass die Insel danach noch einmal kurz unter römische Herrschaft kam, doch ein Hilfegesuch an den römischen Feldherrn Aëtius im Jahr 446 ist dann das letzte Zeichen römischer Präsenz in Britannien. In den folgenden Jahrzehnten erlosch hier in vielen Regionen auch weitgehend das Christentum. In das von den Römern hinterlassene Machtvakuum strömten zunächst die Pikten aus dem Norden der Insel. Die wahrscheinlich um 440 von der romanisierten Bevölkerung (vielleicht aber auch schon früher, im späten 4. Jahrhundert) zu Hilfe gerufenen Angeln, Sachsen und Jüten rebellierten zu einem unbestimmten Zeitpunkt und nahmen nach langen Kämpfen schließlich das gesamte Land (außer Wales, Cornwall und Schottland) in Besitz. Längere Zeit kämpften in diesem "sub-römischen" Britannien wohl zahlreiche keltisch-römische und germanische warlords in wechselnden Koalitionen gegeneinander, bis sich schließlich um 700 einige größere Fürstentümer und Kleinkönigreiche ausgebildet hatten.

Das Ende der Antike war in Britannien wie im übrigen Reichsgebiet kein einzelnes Ereignis, sondern ein schleichender Prozess, der jedoch mit der Räumung der Insel durch das römische Heer zumindest eine starke Zäsur erlebte. Allerdings wurden in Wales noch im 6. Jahrhundert vereinzelt lateinische Inschriften gesetzt, die sogar korrekt nach Konsuln datiert sind. Auch literarische Zeugnisse weisen darauf hin, dass zu dieser Zeit noch Kontakte zum Mittelmeerraum bestanden. Die lange tradierte Annahme vom plötzlichen Ende der Antike in Britannien kann heute wohl nicht mehr aufrechterhalten werden, auch wenn der archäologische Befund nahelegt, dass in Hinblick auf die materielle Kultur um 400 vielerorts ein rapider Niedergang einsetzte.

Gallien

Auch in Gallien ist das Ende der Antike eng mit dem Ende der römischen Herrschaft verbunden. Als deren letzte Vertreter sind wohl der magister militum Aegidius und sein Sohn Syagrius anzusehen, möglicherweise auch der comes Paulus, dessen genaue Funktion aber unbekannt ist. Aegidius und Syagrius wurden von den Franken aber bereits als selbständige „Könige der Römer“ betrachtet.[5] Dass nun nicht mehr nur germanische Herrscher römische Titel annahmen, sondern umgekehrt römische Statthalter mit germanischen Titeln bezeichnet wurden (ob sie diese selbst angenommen haben, ist ungewiss und wenigstens zweifelhaft), zeigt die gewandelten Machtverhältnisse, auch wenn die gallo-römische Kultur um 450 noch eine letzte Spätblüte erlebte. Syagrius erkannte 476 den neuen Herrn von Rom, den Skiren Odoaker, nicht an und bat den oströmischen Kaiser Zenon um Hilfe. Dieser war jedoch offensichtlich nicht willens oder nicht in der Lage, dem letzten römischen Repräsentanten in Gallien Unterstützung zu schicken. 486 oder 487 eroberte schließlich der fränkische König Chlodwig I. das Reich des Syagrius. Dieser floh zu den Westgoten, wurde aber (zu einem nicht genau datierbaren Zeitpunkt) an Chlodwig ausgeliefert und von den Franken getötet. Dass die gallischen Christen Chlodwig als Nachfolger der römischen Herrscher akzeptierten, markiert nach Ansicht vieler Forscher das Ende der Antike in Gallien.[6] Andere hingegen lassen die spätantike Phase Galliens erst um 500 mit Chlodwigs Taufe bzw. 561 mit dem Tod König Chlothars I. enden.

Hispanien

Hispanien um 565

In Hispanien ist das Ende der Antike frühestens um 460 anzusetzen. In diesem Jahr betrat mit Majorian zum letzten Mal ein weströmischer Kaiser hispanischen Boden, sein Feldzug gegen die Westgoten hatte jedoch keine größeren Auswirkungen mehr. 468 sagten sich die Westgoten unter König Eurich vom Reichsverband los, Hispanien war nun bis ins 6. Jahrhundert fest in germanischer Hand. Erst 533 eroberten die Truppen des oströmischen Kaisers Justinian die Balearen und Gibraltar. 553 waren auch Córdoba, Cartagena und Málaga unter oströmische Kontrolle geraten. Justinian ernannte sogar einen eigenen magister militum Spaniae, der für den Schutz der südspanischen Gebiete Ostroms zuständig war. Bis 625 gingen diese aber wieder an die Westgoten verloren. Nachdem in Nordspanien schon lange die Sueben herrschten, war das Ende der Antike nun auch in Südspanien angekommen. Spuren römischer Kultur und Rechtstradition bei den Westgoten (vgl. den Codex Euricianus) und die Entwicklung einer romanischen Sprache, des Spanischen, weisen aber weiterhin auf die Antike zurück. Aus diesem Grund gehen einige Forscher von einer römisch-gotischen Symbiose auf der iberischen Halbinsel aus und setzen das Ende der Spätantike hier erst mit der maurischen Eroberung im Jahr 711 an. Die Mehrheit der Althistoriker setzt jedoch den Schnitt im 6. Jahrhundert an, etwa mit dem Übertritt der Westgoten zum Katholizismus 589. Die letzten Kämpfe um die Wiedereinführung des Arianismus endeten jedoch erst mit König Witterichs Tod 610. In der Mediävistik gehört bereits das spätrömische Hispanien (ab dem 5. Jahrhundert) zum Untersuchungsgegenstand; ähnlich verhält es sich bezüglich Gallien und Italien.

Nordafrika

Der Anfang vom Ende der Antike kam für Africa im Jahr 429, als die Vandalen unter Geiserich weite Teile der Provinz eroberten. 431 fiel Hippo Regius, die Heimatstadt des Augustinus, und 439 schließlich Karthago, das immer noch eine der größten Städte des Mittelmeerraums war. 442 wurde Geiserich auch offiziell von Kaiser Valentinian III. als halb-souveräner Herr Nordafrikas anerkannt. 455 plünderten die Vandalen sogar die Stadt Rom. Die Landung einer römischen Flotte in Africa verhinderte Geiserich mehrfach erfolgreich. Trotzdem wurden antike Traditionen auch unter den germanischen Herrschern weiter gepflegt; so wirkten Autoren wie Priscian, Fulgentius oder Corippus unter den Vandalen bzw. erfuhren in dieser Zeit ihre Ausbildung. 533/34 konnte dann der römische Feldherr Belisar Nordafrika gewaltsam zurückgewinnen. Kaiser Justinian I. ernannte sofort einen Prätorianerpräfekten und einen Heermeister für das eroberte Gebiet. Es dauerte aber noch bis 551, bis Africa endgültig für das Oströmische Reich gesichert war. Zu einem Wiederaufleben der antiken römischen Kultur kam es wohl nur begrenzt, das literarische Leben und die Bautätigkeit kamen vielerorts fast zum Erliegen, auch wenn Ausgräber in jüngster Zeit hier teils zu einer günstigeren Einschätzung gelangt sind. Noch Herakleios konnte Africa jedenfalls 610 als Basis für seine Machtergreifung im Oströmischen Reich nutzen. Erst mit dem Auftreten der Araber seit 647 endete die Antike hier endgültig. Karthago fiel 698, bald darauf erlosch auch das nordafrikanische Christentum und viele Städte wurden aufgegeben.

Italien

Das Ende der Antike war in Italien ein Prozess, der mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches nach der Ermordung des Heermeisters Flavius Aëtius 454 begann. In den nächsten Jahren wurde Italien vom Germanen Ricimer beherrscht, die von diesem eingesetzten Kaiser waren teils kaum mehr als Marionetten. Mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus durch Odoaker im Jahr 476 erreichte dieser Prozess einen ersten Höhepunkt. Noch bestanden aber die antiken Strukturen weiter, es gab weiterhin einen Senat und einen Stadtpräfekten. Auch Konsuln wurden weiterhin gewählt, und formal unterstand das Land weiterhin kaiserlicher Herrschaft. Noch Odoakers Nachfolger, der Ostgote Theoderich, umgab sich mit römischen Beratern in hohen Positionen. Theoderichs Nachfahren gerieten jedoch mit dem oströmischen Kaiser Justinian in Konflikt. Die von Justinian ab 535 veranlasste Rückeroberung Italiens schien die antike Kultur zunächst wieder aufleben zu lassen. Die oströmischen Eroberungen hatten jedoch keinen Bestand. Vor allem aber brachte der (zweite) Gotenkrieg seit 541 das Ende des weströmischen Senatorenstandes, der ein Träger der antiken Kultur gewesen war. Versuche, die Infrastruktur erneut aufzubauen, gelangten kurz darauf zu einem plötzlichen Ende: Mit dem Einfall der Langobarden 568, dem letzten Zug der spätantiken Völkerwanderung, wurde die Endphase der Antike in Italien eingeläutet, die sich aber noch bis ins 7. Jahrhundert hinzog. Das letzte antike Monument auf dem Forum Romanum in Rom ist die Säule des oströmischen Kaisers Phokas (602–610); eine letzte Offensive in Italien und eine letztmalige Verlegung der Kaiserresidenz in den Westen (kurzzeitig Rom, dann Syrakus) unter Konstans II. scheiterten in den 660er Jahren.

Römischer Orient

Im römischen Orient, der in den Diözesen Aegyptus und Oriens organisiert war, kam das Ende der Antike erst spät – mit der islamischen Expansion ab 632. Das Ende der römischen Herrschaft hatte sich aber bereits zu Beginn des 7. Jahrhunderts abgezeichnet, als persische Truppen unter König Chosrau II. weite Teile des Gebietes eroberten und vor allem wirtschaftlich enorme Schäden verursachten. Auch das Heilige Kreuz, eine der kostbarsten christlichen Reliquien, fiel in die Hände der Perser. Nun endete auch die Zeit der spätantiken griechischen und syrischen Literatur, die noch im 6. Jahrhundert beachtenswerte religiöse und profane Werke hervorgebracht hatte. Kaiser Herakleios konnte zwar Chosraus Truppen 627 schlagen und die Orientprovinzen 629/630 noch einmal für das Reich zurückgewinnen, er konnte sie jedoch nicht gegen die einfallenden Araber behaupten. Diese hatten innerhalb weniger Jahre das persische Sassanidenreich erobert und wandten sich nun gegen das Oströmische Reich. 636 fiel die syrische Metropole Damaskus, 642 die ägyptische Hauptstadt Alexandria. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte etablierten sich der Islam und die arabische Sprache im ehemals römischen Orient, die Antike war damit auch hier an ihr Ende gelangt, wenngleich die Übergänge hier noch sehr viel fließender waren als andernorts.

Persien

In Persien fiel das Ende der Antike mit dem Zusammenbruch des Sassanidenreiches zusammen.[7] Das neupersische Reich der Sassaniden, das 224 das Partherreich abgelöst hatte, war die ganze Spätantike hindurch ein ebenbürtiger Gegner des römischen Reiches gewesen (siehe auch Römisch-Persische Kriege). Unter Chosrau II. (590–628) gelangte es noch einmal zu neuer Größe. Die Perser eroberten Ägypten und Syrien, die mehr als sechs Jahrhunderte lang von den Römern beherrscht worden waren.[8] Als jedoch 626 die Belagerung Konstantinopels scheiterte, zeigte sich, dass das Sassanidenreich seinen Zenit überschritten hatte. Nach einer Niederlage gegen den oströmischen Kaiser Herakleios bei Ninive und dem Tod Chosraus II. konnte keiner der rasch wechselnden Herrscher mehr an die frühere Macht der Sassaniden anknüpfen. Die nach dem Tod Mohammeds mit voller Wucht einsetzende islamische Expansion brach dem schwächelnden Reich schließlich das Genick. Zwei verheerende Niederlagen bei Kadesia 636 und bei Nehawend 642 besiegelten Persiens Schicksal. Spätestens mit dem Tod des letzten persischen Großkönigs Yazdegerd III. im Jahr 651 war auch hier das Ende der Antike gekommen.

Kleinasien

Kleinasien in der Antike

In Kleinasien kam das Ende der Antike relativ spät. Ein genaues Enddatum kann hier nur schwer angegeben werden. Der Übergang vom spätantiken oströmischen Reich zum mittelbyzantinischen Reich vollzog sich jedenfalls im 7. Jahrhundert. Zunächst wurde die Halbinsel von den Sassaniden bedroht, die Kaiser Herakleios jedoch zurückschlagen konnte, dann ab den 630er Jahren von den Arabern. Unter dem Eindruck dieser äußeren Bedrohungen wandelte sich die Verwaltungsstruktur des Reiches. In Kleinasien entstanden die Themen Anatolikon und Armeniakon, in denen militärische und zivile Gewalt wieder verbunden waren, während die Spätantike von einer Trennung dieser Gewalten geprägt gewesen war. In der älteren Forschung wurde diese Verwaltungsreform Herakleios zugeschrieben, sie wird heute aber eher mit seinem Enkel Konstans II. verbunden; die Anfänge der Themen werden dabei in der Forschung vielfach als Versuch erklärt, die Heeresgruppen, die bis etwa 640 Armenien und den Orient (gr. Anatolé) verteidigt hatten, neu aufzustellen. Das Christentum hatte in Kleinasien schon seit längerem weitgehend über die antiken heidnischen Kulte gesiegt (noch unter Justinian hatte Johannes von Ephesos 80.000 Altgläubige taufen lassen), und auch die lateinische Sprache wurde hier nun endgültig von der griechischen verdrängt. Auch das kulturelle Leben war diesem Transformationsprozess unterworfen: Viele Städte verfielen im 7. Jahrhundert oder wandelten sich zu kleinen Festungsstädten, so genannten kastra.

Balkan

Der Balkan wurde am Ende der Antike weitgehend vom Oströmischen Reich beherrscht.

Auf dem Balkan, der in der Spätantike in die drei Diözesen Macedonia, Dacia und Thracia eingeteilt war, ist das Ende der Antike eher spät anzusetzen. Den oströmischen Kaisern gelang es mit Geld und Verhandlungsgeschick immer wieder, angreifende germanische Stämme nach Westen abzulenken, auch wenn die Balkanprovinzen im 5. und 6. Jahrhundert dennoch wiederholt verheert wurden. Nach Justinian verlor das Oströmische Reich jedoch mehr und mehr seinen antiken Charakter. Die Bedeutung des Lateinischen wurde nun auch auf dem Balkan zugunsten des Griechischen zurückgedrängt. Auch die griechischen Poleis und die römischen Städte, die den Balkan seit Jahrhunderten geprägt hatten, verloren immer mehr an Bedeutung (siehe Kastron). Gleichzeitig bedrohte mit den Slawen ein neuer Gegner die Balkanprovinzen (siehe auch Sklavinien), der seit etwa 580 zu einer dauerhaften Ansiedlung auf dem Balkan überging, die durch die Balkanfeldzüge des Maurikios nur vorübergehend unterbunden werden konnte. Das Ende der Antike ist hier um die Wende zum 7. Jahrhundert anzusetzen. Es wurde schließlich durch mehrere Faktoren besiegelt: die Landnahme der Slawen auf dem Balkan, die Entwicklung des Oströmischen Reiches zum Byzantinischen Reich unter Kaiser Herakleios und den Abschied von der antiken Verwaltungsstruktur mit der Einführung der Themenverfassung.

Donauraum

In den Donauprovinzen des weströmischen Reiches, Raetien, Noricum und Pannonien, ist das Ende der Antike mit dem Ende einer römisch geprägten Verwaltung gleichzusetzen. In Pannonien trat es relativ früh ein, wenngleich eine Siedlungskontinuität romanischer Bevölkerung bis etwa 670 nachweisbar ist. Bereits Ende des 4. Jahrhunderts wurden hier germanische und hunnische Foederaten angesiedelt. Die römische Herrschaft konnte nur um 410 noch einmal für wenige Jahre wiederhergestellt werden, bis Pannonien für Jahrzehnte unter die Kontrolle der Hunnen geriet. Um die Jahrhundertmitte wurde es zum Ausgangspunkt der Offensiven Attilas. In Noricum blieben die Römer länger präsent. Wie der Vita des heiligen Severin von Noricum zu entnehmen ist, wurde das Gebiet erst Ende der 480er Jahre unter Odoaker von ihnen geräumt.[9] Große Teile der römisch geprägten Bevölkerung verließen Noricum allerdings nach Ansicht der meisten Historiker auch unter germanischer Herrschaft nicht. Die Entwicklung in Raetien verlief ähnlich, der südliche Teil der ehemaligen Provinz blieb aber noch unter Odoakers Nachfolger Theoderich römisch geprägt. Das Ende der Antike ist hier wohl um 506 mit der dauerhaften Ansiedlung der Alamannen anzusetzen, wenn nicht sogar erst mit dem Ende der ostgotischen Kontrolle des Gebietes um 535; viele Einzelheiten der spätantiken Geschichte Raetiens sind in der Forschung allerdings umstritten.

Traditionelle Enddaten

476

Früher wurde das Ende der Antike vor allem mit der Absetzung des Romulus Augustulus verbunden.

Sehr vereinzelt wurde in der älteren Forschung die Reichsteilung nach dem Tod des römischen Kaisers Theodosius I. im Jahre 395 als entscheidende Zäsur angesehen. Doch viel öfter wurde das Ende der Spätantike früher mit der Absetzung des Romulus Augustulus und dem Ende des Weströmischen Reiches 476 n. Chr. gleichgesetzt.[10] Diese Auffassung ist vor allem in der älteren Lehrmeinung verbreitet, beispielsweise in Otto Seecks sechsbändiger Geschichte des Untergangs der antiken Welt.[11] Trotzdem regte sich in Fachkreisen schon früh Widerspruch. Anders argumentierten zum Beispiel bereits Ernst Kornemann und später Adolf Lippold. Auch Alfred von Gutschmid (1831–1887) setzte das Ende der Antike später an.

Die Vorstellung vom Epochenjahr 476 lässt sich in den Quellen erst gut 40 Jahre später fassen, erstmals bei Marcellinus Comes. Dieser schrieb um 520: Das westliche Reich des römischen Volkes ist mit diesem Augustulus untergegangen.[12] Ähnliche Einschätzungen lassen sich bei Eugippius, Prokopios und Jordanes fassen.[13] Ihnen folgten die frühmittelalterlichen Chronisten Beda Venerabilis und Paulus Diaconus.[14]

Es erscheint heute dennoch mehr als fraglich, ob die damaligen Menschen dieses Jahr ebenfalls als Zäsur begriffen haben. Es gab zwar in Ravenna keinen Kaiser mehr, aber dies bedeutete nur, dass die Herrschaftsrechte im Westen nun auf den oströmischen Kaiser übergingen. Noch Justinian I. wollte diese Ansprüche auch tatsächlich verwirklichen. In der neueren Forschung wird dem Jahr 476 daher nicht mehr so viel Gewicht beigemessen wie früher. Man geht eher davon aus, dass 476 als Epochenjahr ins Spiel gebracht wurde, um den oströmischen Kaisern eine Legitimation dafür zu liefern, den verwaisten Westen unter ihre direkte Herrschaft zu bringen. In sozial- und kulturhistorischer Hinsicht bildet die Absetzung des Westkaisers ohnehin keine Zäsur. Die meisten modernen Darstellungen zur Spätantike reichen daher über 476 hinaus.

565

Oft wird das Ende der Antike heute mit dem Tod Justinians angesetzt.

Oft sieht man einen wichtigen Einschnitt heute in die Regierungszeit Justinians (527–565). Dieser stand noch ganz in der Tradition der antiken römischen Kaiser, was unter anderem in seiner universalen Herrschaftsauffassung deutlich wird. Justinian hatte als letzter Augustus Latein zur Muttersprache. Er betrieb zudem eine Politik, die offenbar auf die Wiederherstellung des Reiches in seinen alten Grenzen abzielte (Restauratio imperii), was in Teilen sogar kurzfristig gelang. Kulturell fällt in seine Regierungszeit ein gewisser Bruch, da der Kaiser im Jahr 529 (531?) die Schließung der Platonischen Akademie verfügte. Damit kam eine über neunhundertjährige Tradition heidnisch-philosophischer Bildung an ihr Ende, weswegen vor allem bildungshistorisch orientierte Wissenschaftler hierin früher das Ende der Antike markiert sahen. Allerdings wirkten auch nach 529 noch einige bedeutende Philosophen in antiker Tradition, etwa Simplikios, und die Alexandrinische Schule bestand noch bis ins 7. Jahrhundert weiter: Von einem echten Bruch kann man daher kaum sprechen, die Schließung der Schule von Athen hat nur Symbolcharakter.

Von heutigen Althistorikern, vor allem in Deutschland, wird das Ende der Antike meist etwas später eingeordnet: Der letzte große Zug der spätantiken Völkerwanderung, der Einfall der Langobarden in Italien, erfolgte 568, nur drei Jahre nach Justinians Tod, so dass die 560er Jahre für den ganzen Mittelmeerraum einen Einschnitt markieren. Damit ergibt sich als die derzeit gängigste Begrenzung der Epoche also Justinians Sterbejahr 565. Dieses Jahr wurde bereits von Gutschmid als Enddatum der Antike angesehen und findet gerade in der deutschsprachigen Forschung in den letzten Jahren großen Anklang (siehe etwa Alexander Demandt[15], Heinz Bellen, Jens-Uwe Krause, Jochen Martin oder Hartwin Brandt[16]). Die 560er Jahre stellten jedenfalls für West- und Mitteleuropa eine Zäsur dar.

632

Henri Pirenne sah in dem 632 beginnenden Einbruch der Araber in den Mittelmeerraum und dessen wirtschaftlichen Folgen den Einschnitt zwischen antiker Welt und Mittelalter. Bereits mit der Hidschra hatte 622 für die arabischen Muslime eine neue Zeitrechnung begonnen. Pirennes These, erst islamische Seeräuber hätten die antike „Einheit der Mittelmeerwelt“ zerstört, gilt heute als widerlegt, da sie von den Quellen nicht ausreichend gestützt wird. Es trifft aber offenbar zu, dass es im 7. und frühen 8. Jahrhundert zu einem markanten Rückgang der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen zwischen dem Osten und dem Westen des Mittelmeerraums und zu einer anhaltenden ökonomischen Depression im Westen kam, wenn auch nicht aus dem von Pirenne angenommenen Grund (siehe auch die so genannte Pirenne-These). Dass die Kontakte zwischen Ostrom und dem Westen noch zu Beginn des siebten Jahrhunderts recht eng waren, wird heute kaum mehr bestritten.

Für das Oströmische Reich stellten die arabischen Angriffe einen massiven Einschnitt dar, da das Imperium innerhalb kürzester Zeit im Wesentlichen auf Kleinasien und den Balkan beschränkt wurde und sich unter dem äußeren Druck auch im Innern vieler römisch-antiker Traditionen entledigte. Erst unter Kaiser Herakleios (610–641) endete somit die spätrömische Phase des Oströmischen Reiches. Dessen Reste verwandelten sich dann in das mittelalterliche Byzanz.

Spätestens die 632 einsetzende islamische Expansion markiert das Ende der Alten Welt.

Insgesamt herrscht besonders im anglo-amerikanischen Raum die Tendenz vor, das Ende der Antike frühestens mit dem Ende der Herrschaft Justinians anzusetzen (so etwa Averil Cameron und John Bagnell Bury; etwas eigenwillig Arnold Hugh Martin Jones 602 mit dem Tod des Kaisers Maurikios); da man sich in den letzten Jahren (auch aufgrund der günstigeren Quellenlage) verstärkt mit dem Osten des Römischen Reiches befasst hat, wo sich antike Strukturen, wie erwähnt, länger hielten als im Westen, bevorzugen aber viele angelsächsische Gelehrte noch spätere Daten. Der letzte Band der neuen Cambridge Ancient History behandelt die Jahre 425 bis 600 (teils bis 640), und auch die Routledge History of the Ancient World endet mit dem Jahr 600. Die wichtige Prosopography of the Later Roman Empire und die neuere Darstellung von Stephen Mitchell dehnen die Spätantike bis zum Tod des Herakleios 641 aus.

Auch im deutschsprachigen Raum gehen besonders jüngere Forscher inzwischen verstärkt auch über 565 (s. o.) hinaus. Hier hatte bereits Ernst Kornemann, der früher als andere deutsche Forscher für einen breiten Übergangszeitraum zwischen Antike und Mittelalter plädierte („…Zeitraum mit dem Januskopf…“),[17] in seiner großen Weltgeschichte des Mittelmeerraumes und in seiner Römischen Geschichte die Zeit des Herakleios noch zur Spätantike gezählt.

Für Ostrom erscheint eine Ausweitung der Epoche bis 632 bzw. 641 in der Tat sinnvoll und setzt sich zunehmend durch, da hier wohl erst der Einfall der Araber (siehe dazu Islamische Expansion) den entscheidenden Einschnitt markierte. Die arabischen Truppen eroberten dabei nicht nur den römischen Orient, sondern vernichteten auch das Neupersische Reich der Sassaniden. Das Sassanidenreich war die gesamte Spätantike hindurch als zweite Großmacht neben Rom ein bedeutender Machtfaktor gewesen und wird deshalb von einigen Althistorikern (so etwa Josef Wiesehöfer, Erich Kettenhofen, Ze’ev Rubin oder Michael Whitby) in die Erforschung der Epoche mit einbezogen. Für Althistoriker hingegen, deren Schwerpunkt auf der westeuropäischen Geschichte liegt, sind die Ereignisse nach 568 kaum noch von Interesse.

Übergang zum Mittelalter

Theoderich residierte wie die letzten weströmischen Kaiser in Ravenna, wo er auch begraben ist.

Im Westen muss man die Zeit Theoderichs des Großen eher zur Antike als zum Mittelalter zählen; es ist unmöglich, hier ein exaktes Datum für das Ende der Antike festzulegen. Bis zum Langobardeneinfall lässt sich antike Kultur in Italien nachweisen und der weströmische Senat verschwindet erst gegen Ende des sechsten Jahrhunderts aus den Quellen. In ähnlicher Weise knüpften in Gallien auch die frühen Merowinger an das antike Erbe an. Man muss so von einer Übergangsphase sprechen, die je nach Region unterschiedlich lange andauerte. Im Westen kam es dabei besonders um 500, im Osten um 600 zu einer Häufung von Brüchen und einschneidenden Veränderungen.

Die Epochengrenze später als im 7. Jahrhundert anzusetzen, ist kaum sinnvoll. Das Problem lässt sich auch umkehren: Viele Mediävisten, die sich mit dem Frühmittelalter beschäftigen (etwa Friedrich Prinz[18], Hans-Werner Goetz, Patrick Geary, Walter A. Goffart, Herwig Wolfram, Chris Wickham[19], Ian N. Wood und andere) greifen auf die Spätantike zurück, um die Veränderungen im frühen Mittelalter zu erklären. Unzweifelhaft ist, dass trotz vieler Brüche ebenso zahlreiche Kontinuitätslinien zwischen Antike und Mittelalter verliefen.

Nicht vergessen werden darf auch, dass im Mittelalter immer wieder bewusst versucht wurde, an die Antike anzuknüpfen. Im Bewusstsein der Menschen hatte es keinen Bruch gegeben, man glaubte sich gewissermaßen noch immer in der Spätantike. Ein Schlüsselbegriff ist hierbei die Translatio imperii, der Übergang der weströmischen Kaiserwürde auf die Franken unter Karl dem Großen und die „Deutschen“ unter Otto dem Großen. Das Heilige Römische Reich führte diesen Namen bis zu seinem Ende 1806. Auch in kultureller Hinsicht gab es immer wieder Versuche, das Gedankengut der Antike wiederzubeleben: Die Karolingische Renaissance um 800 rettete viele antike Werke für die Nachwelt. Am wirkungsmächtigsten unter diesen Renaissancen (französisch „Wiedergeburt“) der Antike wurde dann die italienische Renaissance des 14. und 15. Jahrhunderts, die die Neuzeit einleitete.

Siehe auch

Literatur

  • Clifford Ando: Decline, Fall, and Transformation. In: Journal of Late Antiquity. Band 1, 2008, S. 31–60.
  • Henning Börm: Das weströmische Kaisertum nach 476. In: Henning Börm, Norbert Ehrhardt, Josef Wiesehöfer (Hrsg.): Monumentum et instrumentum inscriptum. Beschriftete Objekte aus Kaiserzeit und Spätantike als historische Zeugnisse. Franz Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09239-5, S. 47–69.
  • Wolfram Brandes: Herakleios und das Ende der Antike im Osten. Triumphe und Niederlagen. In: Mischa Meier (Hrsg.): Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen. C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55500-8, S. 248–258.
  • Peter Robert Lamont Brown: The World of Late Antiquity AD 150–750. Thames & Hudson, London 1971, ISBN 0-500-33022-0 (mehrere Nachdrucke).
  • Alexander Demandt: Der Fall Roms. Die Auflösung des römischen Reiches im Urteil der Nachwelt. C. H. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09598-4.
  • Alexander Demandt: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284–565 n. Chr. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55993-8, S. 589–593 (Handbuch der Altertumswissenschaft, 3. Abteilung, 6. Teil).
  • Paul Fouracre (Hrsg.): The New Cambridge Medieval History. Volume 1, Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-36291-1.
  • John Haldon: Byzantium in the Seventh Century. The Transformation of a Culture. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 1997, ISBN 0-521-31917-X.
  • James Howard-Johnston: Witnesses to a World Crisis. Historians and Histories of the Middle East in the Seventh Century. Oxford 2010.
  • Guy Halsall: Barbarian Migrations and the Roman West, 376–568. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-43491-1.
  • Peter J. Heather: Der Untergang des Römischen Weltreichs. Klett-Cotta, Stuttgart 2007 (Originaltitel: The Fall of the Roman Empire, übersetzt von Klaus Kochmann), ISBN 978-3-608-94082-4 (Rezension).
  • Stephen Mitchell: A History of the Later Roman Empire. AD 284–641. Blackwell, Malden/MA 2007, ISBN 1-4051-0856-8.
  • Bryan Ward-Perkins: Der Untergang des Römischen Reiches und das Ende der Zivilisation. Theiss, Stuttgart 2007 (Originaltitel: The Fall of Rome and the End of Civilization, übersetzt von Nina Valenzuela Montenegro), ISBN 978-3-8062-2083-4 (Rezension).
  • Chris Wickham: Framing the Early Middle Ages. Europe and the Mediterranean, 400–800. Oxford University Press, Oxford/New York 2005, ISBN 0-19-921296-1.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Für weiterführende Informationen über die Literatur der ausgehenden Antike siehe Spätantike#Kulturelles Leben.
  2. Bryan Ward-Perkins, The Fall of Rome and the End of Civilization; Peter J. Heather, The Fall of the Roman Empire.
  3. Für die Hintergründe siehe Pirenne-These und Pirennes Bücher Mohammed and Charlemagne (englischsprachige Neuauflage Dover, Mineola 2001, ISBN 0-486-42011-6) und Economic and Social History of Medieval Europe.
  4. Prokopios, Bellum Vandalicorum 1,2,31.
  5. Gregor von Tours, Historiae 2,12; 2,27.
  6. Vgl. Remigius von Reims in Monumenta Germaniae Historiae epp. 3,113.
  7. Für eine ausführlichere Darstellung siehe Sassanidenreich#Das Ende der Sassaniden.
  8. Siehe Römisch-Persische Kriege#Pax Persica? Chosroes II. und der Gegenschlag des Herakleios.
  9. Die Vita Sancti Severini des Eugippius wurde unter anderem 1898 von Theodor Mommsen herausgegeben. Aktuelle Ausgabe: Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-008285-4.
  10. Zum Ende des Kaisertums im Westen: Marinus Antony Wes: Das Ende des Kaisertums im Westen des Römischen Reichs. Den Haag 1967.
  11. Die Geschichte des Untergangs der antiken Welt erschien zuerst 1895–1921 und ist aktuell in einer von Stefan Rebenich eingeleiteten Sonderausgabe erhältlich (Primus Verlag, Darmstadt 2000, ISBN 3-89678-161-8).
  12. Theodor Mommsen (Hrsg.): Chronica Minora II, 91.
  13. Eugippius, Vita Sancti Severini 20; Prokopios, Bellum Gothicum 1,12,20; Jordanes, Romana 322; Getica 242.
  14. Beda Venerabilis: Chronica Minora 3,305; 3,423; Paulus Diaconus, Historia Romana 15,10.
  15. Demandts Die Spätantike reicht bis 565.
  16. Brandts Ende der Antike umfasst die Zeit von 284 bis 565.
  17. Ernst Kornemann, Römische Geschichte, Bd. 2, 7. Aufl., Stuttgart 1977, S. 371.
  18. Prinz arbeitete bis kurz vor seinem Tod an Europäische Grundlagen deutscher Geschichte (4.–8. Jahrhundert), in: Alfred Haverkamp, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte 1: Perspektiven deutscher Geschichte während des Mittelalters, Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-60001-9.
  19. Neben Wickham, Framing the Early Middle Ages siehe auch dessen neues Überblickswerk: The Inheritance of Rome. A History of Europe from 400 to 1000. London 2009.
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