Ahrntal
Ahrntal
(ital.: Valle Aurina)
Wappen von Ahrntal
Ahrntal (Südtirol)
Ahrntal
Ahrntal
Lage von Ahrntal in Südtirol
Bezirksgemeinschaft Pustertal
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2001/31.12.2010): 5.711/5.884
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2001:
98,8 % deutsch
1,1 % italienisch
0,1 % ladinisch
Koordinaten 47° 1′ N, 12° 3′ O47.01666666666712.051054Koordinaten: 47° 1′ N, 12° 3′ O
Meereshöhe: 942 - 3.378 m s.l.m. (Zentrum: 1.054 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
187,3/15,5 km²
Fraktionen: Luttach, Steinhaus, St. Jakob, St. Johann, St. Peter, Weißenbach
Nachbargemeinden: Brandberg (Tirol), Finkenberg (Tirol), Mayrhofen (Tirol), Mühlwald, Prettau, Sand in Taufers
Partnerschaft mit: Haar (bei München) (D)
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021108
Steuernummer: 00342270212
Politik
Bürgermeister (2010): Helmut Gebhard Klammer

Ahrntal (italienisch Valle Aurina) ist eine Gemeinde mit 5884 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in Südtirol, Italien. Sie umfasst den hinteren Talabschnitt der Ahr, einem nördlichen Seitental des Pustertals, das Ahrntal. Hauptort der Gemeinde Ahrntal ist Steinhaus (Cadipietra).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gemeinde Ahrntal (Comune Valle Aurina) wurde 1929 durch ein königliches Dekret aus den Kleingemeinden Luttach, St. Johann, St. Jakob, St. Peter und Prettau mit Sitz in Steinhaus gegründet. 1957 wurde Prettau ausgegliedert und bildet seitdem eine eigenständige Gemeinde.

Eine besondere Bedeutung für die Geschichte Südtirols erlangte das Ahrntal durch den italienischen Nationalisten Ettore Tolomei aus Rovereto, der schon vor 1915 ein Italien bis zum Alpenhauptkamm gefordert und dies mit spektakulären Aktionen wie der angeblichen Erstbesteigung des Klockerkarkopfs, der Hissung der italienischen Flagge auf dem Gipfel und der Benennung dieses Berges im oberen Ahrntal am nördlichsten Punkt Südtirols als „Vetta d'Italia“ („Spitze Italiens“) im Jahr 1904 zu untermauern versucht hatte. Hier liegt auch die nördlichste Siedlung Italiens, die Jausenstation Trinkstein (ital.: Fonte della Roccia).

Geografie

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Engstelle der Ahr hinter Sand in Taufers, dem sog. Klapf, bis zur Klamme (Talverengung) von St. Peter. Nach Norden wird es vom Hauptkamm der Zillertaler Alpen, nach Süden vom Kamm der Durreckgruppe und südwestlich Luttach vom Speikboden begrenzt.

Besonderheiten

Das Ahrntal wird südtirolweit oft nur als „Toul“ (zu Deutsch einfach „Tal“ oder „das Tal“) bezeichnet, während man die Bewohner des Ahrntales „Tölderer“ (im Dialekt „Teldra“) nennt.

Einzigartig im Ahrntal ist die Tatsache, dass sich hier über 50 bewirtschaftete Almen befinden (viele davon auch im Winter) und das Tal von über 80 Dreitausendern umgeben ist.

Kultur und Bildung

Steinhaus: Bergbaumuseum im Kornkasten und Kirche

Jede Fraktion der Gemeinde hat einen eigenen Kindergarten und eine eigene Grundschule. Die deutschsprachige Mittelschule befindet sich in St. Johann. Der Schulsprengel Ahrntal umfasst die Gemeinde Ahrntal und die Gemeinde Prettau. Der Hauptsitz der Öffentlichen Bibliothek der Gemeinde Ahrntal befindet sich ebenfalls in St. Johann.

Tourismus

Wichtigster Wirtschaftszweig ist mit 5.400 Gästebetten und über 430.000 Nächtigungen pro Jahr der Tourismus. Im Sommer locken Rad-, Kletter- und Wandermöglichkeiten im Naturpark Rieserferner-Ahrn, außerdem bieten die zahlreichen Gipfel (z. B. Schwarzenstein, 3368 m, Großer Löffler, 3376 m, Hochfeiler, 3510 m) der umgebenden Bergketten auch anspruchsvollen Bergsteigern jede Menge Möglichkeiten (eine Überquerung der nördlichen bzw. nordöstlich gelegenen Berge und Übergänge führt den Alpinisten nach Österreich, zu früheren Zeiten verstärkt auch von Schmugglern genutzt); im Winter laden die nahen Skigebiete Klausberg und Speikboden ebenso ein, wie zahlreiche Langlaufloipen, Rodelstrecken, Skitouren- oder auch Wandermöglichkeiten. Auch der Kronplatz liegt nahe. Für Erlebnis- oder Abenteuerlustige ist die Western Horse Ranch in Luttach, oder die Schwarzbachalm oberhalb von Luttach mit Hochseilgarten und Natur - Erlebnisspielplatz zu empfehlen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Mineralienmuseum in Steinhaus, das Bergbaumuseum in Steinhaus und das Krippenmuseum in Luttach.

Verschiedenes

2004 war Ahrntal/Mühlwald Schauplatz der Reality-TV-Sendung „Die Alm – Promischweiß und Edelweiß“ des Senders ProSieben.

Literatur

  • Das Ahrntal: heimatkundliche Beiträge. Der Schlern 52/1978, H. 7/8.
  • Ahrntal: ein Gemeindebuch. Gemeinde Ahrntal, Steinhaus 1999 (mit Beiträgen von Christoph von Hartungen, Ernst Hofer, Reimo Lunz, Lydia Reichegger, Walburg Tanzer, Hannes Obermair, Gertrud Egger, Brigitte Niederkofler, Mathias Schmelzer, Sieglinde Hofer, Margareth Kamelger und Martha Verdorfer).
  • Rudolf Tasser: Das Obermair Medizinbuch aus St. Jakob im Ahrntal. In: Wolfgang Ingenhaeff (Hrsg.): Bergvolk und Medizin. Berenkamp, Innsbruck 2005, ISBN 3-85093-202-8, S. 321–370.
  • Tauferer Ahrntal. Geschichte und Zukunft. Tappeiner, Lana 2007, ISBN 978-88-7073-420-1.

Panoramakarte

Karte des Ahrntals

Weblinks

 Commons: Ahrntal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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