Energieträger

Als Energieträger werden Stoffe, Impulse, Strahlung oder Felder bezeichnet, die Energie enthalten oder übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsunterscheidung

Umgangssprachlich und in nicht-wissenschaftlicher Literatur werden die Begriffe Energie, Energieträger und Energiequelle oft als Synonyme verwendet, doch im wissenschaftlichen Bereich der Energietechnik sind damit unterschiedliche Bedeutungen verbunden. Der Energieträger ist die mengenmäßige, bilanzierfähige Einheit, welche Energie enthält oder überträgt, wohingegen die Energiequelle das System bezeichnet, welches die Energie zur Verfügung stellt. Veranschaulichen lässt sich das an der Sonne, welche mit ihren Kernfusionen die wichtigste Energiequelle auf der Erde ist und welche ihre Energie in Form von Strahlung (Energieträger) zur Verfügung stellt. [1]

Einteilung

Als Primär- oder Rohenergieträger bezeichnet man Energieträger, die in der Natur zur Verfügung stehen. Sekundäre Energieträger werden aus ersteren durch Umwandlung erzeugt, um letztendlich als Nutz- oder Endenergie (Wärme, Bewegung, Licht) bei Bedarf zur Verfügung zu stehen. [2]

Zu den primären Energieträgern zählen

im weiteren Sinne auch:

Sekundäre Energieträger können zum Beispiel sein

Kenngrößen

Energiedichte

Auf die Masse bezogen [3]:

  • Wasserstoff: 33,3 kWh/kg
  • Erdgas: 13,9 kWh/kg
  • Benzin: 12,7 kWh/kg

Auf das Volumen bezogen:

  • Benzin: 8760 kWh/m³
  • Erdgas (20 MPa): 2580 kWh/m³
  • Wasserstoff (flüssig): 2360 kWh/m³
  • Wasserstoffgas (20 MPa): 530 kWh/m³
  • Wasserstoffgas (Normaldruck): 3 kWh/m³
Stoff bzw. Energieform Energiedichte in MJ/kg Produkte und Derivate
Holz 13–20 Schnittholz, Pellets, Papier
Braunkohle 28,47 Brikett, Braunkohlekoks
Steinkohle 30 Kesselkohle, Koks
Erdöl (roh) 42,8[4] Benzin, Heizöl, Kerosin, Diesel, Bitumen, Kunststoffe
Erdgas 30–50 Stadtgas, Autogas
Pflanzenöl 36 RME (z.B. Rapsmethylester)

Andere Kenngrößen

Die in Energieträgern enthaltene Energie ist oft - wie bei Erdöl, Uran oder Windenergie - nicht unmittelbar verwendbar und muss in eine andere Energieform umgewandelt werden, damit sie sich verwenden oder im Rahmen der Energieversorgung transportieren lässt. Die Energieformen und mit ihnen verbundenen Energieträger unterscheiden sich in Transportfähigkeit, Speicherfähigkeit sowie darin, mit welchem Aufwand und mit welchem Wirkungsgrad sie sich in andere Energieformen umwandeln lassen.

In den Industriestaaten wird elektrische Energie sehr vielseitig eingesetzt. Die außergewöhnlich universelle Verwendbarkeit der elektrischen Energie drückt sich in der breiten Verfügbarkeit von Wandlern aus, die elektrische Energie in Wärmeenergie (Elektroheizung), kinetische Energie (Motor), Licht (Leuchtmittel), Schall (Lautsprecher), elektromagnetische Wellen (Sendeanlage), chemische Energieformen (Elektrolyse) oder potentielle Energie (Elektromagnet) umwandeln. Doch ein großer Nachteil ist, dass sich elektrische Ladung nur im begrenzten Maß speichern lässt. Aus diesem Grund werden zur Speicherung oft andere Energieformen wie chemische Energie wie zum Beispiel Akkumulatoren oder Wasserstoff, kinetischer Energie wie zum Beispiel in einem Schwungrad oder in potentieller Energie wie zum Beispiel in Pumpspeicherwerken verwendet.

Andere Energieträger wie Treibstoffe oder Erdgas lassen sich viel einfacher speichern, ihre Umwandlungsmöglichkeiten sind jedoch beschränkt und je nach Anwendung verlustbehaftet.

Literatur

  • Eckhard Rebhan: Energiehandbuch: Gewinnung, Wandlung und Nutzung von Energie, Springer, 2002, ISBN 3-540-41259-X
  • Markus Mohr, Arko Ziegelmann, Hermann Unger: Chancen erneuerbarer Energieträger, Springer, 2007, ISBN 978-3-540-65102-4
  • Markus Mohr, Andreas Ziolek, Dirk Gernhardt, Martin Skiba, Hermann Unger, Arko Ziegelmann: Zukunftsfähige Energietechnologien für die Industrie: Technische Grundlagen, Ökonomie, Perspektiven, Springer, 1998, ISBN 978-3-540-63840-7

Einzelnachweise

  1. Taschenbuch der Mathematik und Physik von Ekbert Hering, Rolf Martin, Martin Stohrer, Springer, 2009, S. 431
  2. Physikdidaktik herausgegeben von Ernst Kircher, Raimund Girwidz, Peter Häußler, Springer, 2006, S. 325
  3. www.hydox.de Wasserstoff
  4. Heizwert, nach BMWi: Heizwerte der Energieträger und Faktoren für die Umrechnung von spezifischen Mengeneinheiten in Wärmeeinheiten zur Energiebilanz, aufgerufen am 2. Januar 2011

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Synonyme:

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Energieträger — Stoffe oder andere Kräfte, die geeignet sind, im physikalischen Sinn Arbeit zu leisten. Man unterscheidet Primärenergieträger, die in natürlicher Form gewonnen werden können wie etwa Stein und Braunkohle, Mineralöl, Erdgas aber auch Holz und Torf …   Lexikon der Economics

  • Energieträger — Kraftstoff; Sprit (umgangssprachlich); Brennstoff; Treibstoff * * * Ener|gie|trä|ger 〈m. 3〉 Stoff, aus dem Energie gewonnen wird, z. B. Kohle, Gas, Öl * * * Ener|gie|trä|ger, der: Stoff, dessen ↑ Energie (2) nutzbar gemacht wird …   Universal-Lexikon

  • Energieträger — E|ner|gie|trä|ger 〈m.; Gen.: s, Pl.: 〉 Stoff, aus dem Energie gewonnen wird, z. B. Kohle, Gas, Öl …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Energieträger — Ener|gie|trä|ger …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Fossile Energieträger — Fossile Energie wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen, die wie Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl in geologischer Vorzeit aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Diese fossilen Energieträger basieren auf… …   Deutsch Wikipedia

  • Fossiler Energieträger — Fossile Energie wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen, die wie Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl in geologischer Vorzeit aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Diese fossilen Energieträger basieren auf… …   Deutsch Wikipedia

  • erneuerbare Energieträger — neišsenkantieji energijos ištekliai statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrėžtis Atsikuriantys ir atkuriami gamtos ištekliai (vanduo, mediena, biomasė), naudojami energijai gauti. atitikmenys: angl. renewable energy resources vok.… …   Ekologijos terminų aiškinamasis žodynas

  • regenerative Energieträger — neišsenkantieji energijos ištekliai statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrėžtis Atsikuriantys ir atkuriami gamtos ištekliai (vanduo, mediena, biomasė), naudojami energijai gauti. atitikmenys: angl. renewable energy resources vok.… …   Ekologijos terminų aiškinamasis žodynas

  • erneuerbare Energieträger — ⇡ regenerative Energieträger …   Lexikon der Economics

  • fossile Energieträger — kohlenstoffhaltige Energieträger, welche in über Jahrmillionen dauernde Prozessen entstanden sind. Seit der Entdeckung der Eisenverhüttung auf Steinkohlebasis im Jahr 1709 basierte die industrielle Entwicklung zunächst im Wesentlichen auf Braun… …   Lexikon der Economics

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”