Ai-Gams

Details

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Stadt
Windhoek
Windhuk (de)
Ai-Gams (naq)
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte
ca. 400.000
645 km²
372,0 Einwohner/km²
Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
Khomas
9 Wahlkreise
Gründungsdatum 18. Oktober 1890
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl
W
61
Website http://www.windhoekcc.org.na/
Karte Windhoek in Namibia

Windhoek ['vɪnthʊk] (deutsch auch Windhuk, originaler Nama-Name Ai-Gams) (1.650 m ü.NN) ist Hauptstadt sowie wirtschaftliches und politisches Zentrum von Namibia. Die Stadt liegt im Windhoeker Becken, dem annähernd geographischen Mittelpunkt des Landes, eingefasst zwischen Erosbergen im Osten, Auasbergen im Süden und Khomashochland im Westen und Norden. Windhoek wurde 1840 erstmals urkundlich erwähnt und 1890 als moderne Stadt gegründet. Windhoek hat heute etwa 400.000 Einwohner.

Der Name Windhoek ist Afrikaans und leitet sich von „Windecke“ oder „windige Ecke“ ab; Ai-Gams bedeutet etwa so viel wie „Heiße Quelle“, was auf die einstigen Thermalquellen der Region hindeutet. Auch der Otjiherero-Name der Stadt, Otjomuise, bedeutet „Ort des Dampfes“.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Siehe auch: Geographie Namibias

Satellitenbild von Windhoek

Das Windhoeker Becken (engl. Windhoek basin) ist ein teilweise hügeliges Talbecken innerhalb des Khomashochlandes, welches seinerseits zur Großen Randstufe gehört. Das Windhoeker Becken liegt etwa zwischen 1.625 m und 1.725 m Höhe und steigt an manchen seiner Ränder auf bis zu 1.800 m an. Es wird von allen Seiten durch Gebirgszüge umschlossen, die sich lediglich im Norden teilweise öffnen, wie etwa entlang des Klein-Windhoek-Rivier Richtung Brakwater. Die Erosberge im Osten und die Auasberge im Süden der Stadt bilden jeweils eine auf rund 2.000 m Höhe liegende Kammlinie; andere markante Erhebungen sind der Nubuamisberg im Norden und der Grossherzog-Friedrich-Berg im Südwesten der Stadt. Diese Topographie stellt eine natürliche Begrenzung für die weitere Stadtentwicklung dar, da für Industrie und Sportstätten notwendige flache Baugrundstücke rar geworden sind und die in jüngerer Zeit entstandenen Wohnviertel bereits an steilere Berghänge heranreichen.

Der Klein-Windhoek-Rivier, der in seinem Oberlauf durch den Avis-Damm gestaut wird, durchquert das östliche Stadtgebiet von Süd nach Nord. Der Südwesten der Stadt wird von den Flüssen Gommans und Arebbusch-Rivier durchzogen, die beide den Goreangab-Stausee im Nordwesten der Stadt speisen. Westlich von Windhoek liegt der rund 40 km² große Daan-Viljoen-Wildpark.

Klima

So wie weite Teile Namibias, hat Windhoek ein arides Klima. Vor allem aufgrund der für Windhoek namensgebenden Winde wird dieses Klima jedoch insbesondere während der Wintermonate April bis September als angenehm empfunden.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Windhoek
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 28 27 26 25 22 20 20 22 26 27 29 30 Ø 25,2
Min. Temperatur (°C) 20 18 17 15 11 8 7 10 15 17 20 21 Ø 14,9
Niederschlag (mm) 78 80 79 38 7 1 1 1 3 12 27 42 Σ 369
Sonnenstunden (h/d) 8,6 8,5 8,0 9,3 10,0 9,9 10,1 10,3 10,3 10,1 9,7 10,1 Ø 9,6
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78 80 79 38 7 1 1 1 3 12 27 42


Quelle: [1] [2]

Geschichte

Siehe auch: Geschichte Namibias

Umgebung von Windhoek zur deutschen Kolonialzeit

Das Gebiet um Windhoek wurde bereits vor mehreren tausend Jahren von den San bewohnt. [3] Die heißen Quellen der Region Windhoek waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts Grund für eine Siedlung der Orlam unter Jan Jonker Afrikaner, ungefähr an der Stelle des heutigen Stadtteils Klein-Windhoek.

Während der darauffolgenden Jahre bauten die Buren, niederländische Siedler aus der Kapkolonie, eine steinerne Kirche, welche bis zu 500 Menschen fassen konnte und auch als Schule genutzt wurde. Zu dieser Zeit waren auch Carl Hugo Hahn und Franz Heinrich Kleinschmidt von der Rheinischen Missionsgesellschaft als Missionare in Windhoek tätig. Die junge Stadt begann allmählich zu florieren, wurde jedoch infolge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den Namas und den Hereros zerstört. Als sich Hugo Hahn 1873 entschloss, nach langer Abwesenheit Windhoek erneut zu besuchen, musste er feststellen, dass nichts von der einstig gedeihenden Stadt übrig war. Laut Aufzeichnungen eines Schweizer Botanikers vom Juni 1885, traf er in Windhoek „nichts als Schakale und verhungernde Perlhühner zwischen verwahrlosten Obstbäumen“ an.[4]

Curt von François
Denkmal in Windhoek

1878 annektierte das Vereinigte Königreich die an der Küste gelegene Walfischbucht samt Pinguininseln und verleibte diese 1884 der Kapkolonie ein, war jedoch am Hinterland nicht weiter interessiert. Aufgrund der bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert praktizierten Arbeit der Rheinischen Missionsgesellschaft und größeren Landerwerbs durch Franz Adolf Eduard Lüderitz, erfolgte 1884 die Ausrufung von Deutsch-Südwestafrika als Deutsches Schutzgebiet. Als Verwaltungssitz der Kolonie wurde erst Otjimbingwe gewählt, aber bereits 1891 wählte Curt von François, damaliger Hauptmann der Schutztruppe, das zentraler gelegene Windhoek als neuen Verwaltungssitz aufzubauen. Windhoek galt damals auch als eine strategische Pufferzone zwischen den verfeindeten Nama und Herero, und seine Quellen sicherten außerdem die Wasserversorgung der neuen Hauptstadt.

Alte Feste um 1891
ehemalige Alte Werft um 1906

Am 18. Oktober 1890 legte Curt von François den Grundstein zur modernen Stadt Windhoek mit dem Baubeginn einer Steinfestung, der heutigen Alten Feste. Während der darauffolgenden Jahre entwickelte sich Windhoek nur langsam und es wurden lediglich nötigste Verwaltungs- und Wohngebäude errichtet. Von Anbeginn seiner Geschichte war Windhoek auch gezeichnet durch eine Trennung der weißen und schwarzen Bevölkerung; so wurde in Klein-Windhoek an weiße Siedler Farmland vergeben, die in dem Gebiet kleine Obst- und Tabakplantagen errichteten. Ebenso in Klein-Windhoek – sowie dem heutigen Hochlandpark – wurde Land an die einheimische Bevölkerung vergeben, die hier ihre traditionellen Siedlungen (die sogenannten Werften) errichteten. Bis 1913 wurden alle Schwarzen Einwohner Windhoeks auf drei dieser Werfen zwangsumgesiedelt. Mit zunehmendem Zuzug der Landbevölkerung und verstärkter Einwanderung, hauptsächlich aus dem Deutschen Kaiserreich und Südafrika, wuchs die Einwohnerzahl bis 1916 auf rund 11.000 Einwohner. Entlang der damaligen Kaiserstrasse (heutige Independence Avenue) ließen sich zahlreiche Geschäfte und Unternehmen nieder. Während dieser Zeit entstanden auch die drei vom Windhoeker Architekten Wilhelm Sander entworfenen „Windhoeker Stadt-Burgen“, namentlich die Schwerinsburg, die Heinitzburg und die Sanderburg.

Die deutsche Kolonialzeit endete in Windhoek während des Ersten Weltkrieges im Mai 1915, als südafrikanische Truppen unter britischer Flagge die Stadt einnehmen und besetzten. Über die nächsten fünf Jahre wurde Südwestafrika durch eine Militärregierung verwaltet und seit 1921 durch die Mandatsverwaltung. Anfang der 30er Jahre erfuhren die schwarzen Vorstädte eine weitere Sekregierung in die einzelnen Volksstämme. Die deutsche Bevölkerung spaltete sich in politisch extreme Gruppierungen (DSWB und DAP) und wurde in der Nachkriegszeit politisch immer unbedeutender. Erst infolge der Weltwirtschaftskrise und erneut nach 1955 wurden von öffentlicher Hand zahlreiche Großprojekte verwirklicht, wie die Asphaltierung der Straßen (welche bereits 1928 begann) und die Errichtung von Dämmen und Pipelines zur Deckung des wachsenden Wasserbedarfs. Es entstanden auch eine Reihe neuer Schulen und Krankenhäuser, streng nach dem System der Rassentrennung. Viele dieser Projekte wurden durch angeworbene Arbeiter aus dem Ovamboland verwirklicht, wobei Politiker und Stadtplaner dieser Zeit erneut eine Umsiedlung der einheimischen Bevölkerung planten. Nach Absprache mit der Mandatsverwaltung für Südwestafrika und der Südafrikanischen Regierung, aber ohne Absprache mit der einheimischen Bevölkerung, entschied man sich, neue Vorstädte im Nordwesten der Stadt anzulegen und alle schwarzen Einwohner wiederholt aus ihren Wohngebieten umzuquartieren.

Die schwarze Bevölkerung identifizierte sich damals mit ihrem Stadtteil und weigerte sich ihre Wohnorte zu räumen. Infolgedessen kam es im Verlauf des Dezember 1959 erst zu Demonstrationen und anschließend zu einem Boykott in der ehemaligen Alten Werft (engl. Old location, im heutigen Stadtteil Hochlandpark), dem größten Wohngebiet der Einheimischen. Die südafrikanische Polizei besetzte daraufhin den Stadtteil wonach es am 10. Dezember 1959 zu Unruhen kam, in welchen die Polizei elf Menschen erschoß und rund 50 Menschen teilweise schwer verletzt wurden. Diese ohnehin angespannte Situation spitzte sich weiter zu als Landeshauptmann Daniel Thomas du Plessis Viljoen verfügte, keinem der verletzten Aufständischen dürfe medizinische Hilfe zuerteilt werden.[5] Obwohl schwarze Pastoren die Rheinische Mission zumindest zu einen formalen Protest gegen die Tötung von Demonstranten aufforderten, sah diese tatenlos zu; das Südwestafrikanische Rote Kreuz ließ nach der Verfügung keine Blutspenden an Verwundete zu.

Diese Ereignisse, die als Aufstand an der Alten Werft (engl. "Old location uprising") in die Geschichte eingingen, waren ein Scheidepunkt in der Geschichte Namibias. Viele Führer wie Samuel Nujoma, Moses Makue //Garoëb, Uatja Kaukuetu, Nathan Mbaeva, Zedekia Ngavirue, Clemence Kapuuo, David Meroro, John Ya Otto und Emil Appolus waren an ihnen beteiligt. Die Ereignisse waren ein Hauptausschlagsgrund für den Willen der Bevölkerung zur Befreiung von der Fremdherrschaft und zur Unabhängigkeit des Landes. Samuel Nujoma wurde infolge des Aufstandes verhaftet und später ins Exil gezwungen. Im Verlauf des Jahres 1960 kam es zur Gründung der SWAPO.

Unmittelbar nach dem Aufstand verließen zwischen drei- und viertausend Bewohner ihre Häuser, aus Angst vor weiteren Ausschreitungen der Polizei. Gewachsene Strukturen im gesellschaftlichen Leben des Stadtteils wurden zerstört, bis er 1968 endgültig geschlossen wurde. Die neue Vorstadt im Nordwesten Windhoeks wurde Katutura genannt, was übersetzt so viel heißt wie: der Ort, an dem man nicht lebt. 1961 und 1963 wurden die kleineren Werften der Stadtteile Klein Windhoek und Pokkiesdraai aufgelöst und die Apartheids-Politik der Regierung ungebrochen fortgesetzt. Khomasdal war ausschließlich für Farbige vorgesehen und Katutura wurde weiter in Sektoren unterteilt mit genauer Aufteilung und Trennung der einzelnen Volksstämme. Bis Ende der 80er Jahre erhielten sämtliche Regierungsgebäude und viele private Geschäfte und Unternehmen getrennte Eingänge für die verschiedenen ethnischen Gruppen.

Mit der Unabhängigkeit Namibias von Südafrika im Jahre 1990 wurde Windhoek Hauptstadt der ersten demokratisch gewählten Regierung unter Samuel Nujoma. Dies verlieh der Stadt neuen Aufwind und enorme Einwohnerwachstumsraten[6], was ihre Entwicklung zusätzlich ankurbelte. Amtierender Bürgermeister der Stadt Windhoek ist seit 1992 Matheus Shikongo.

Einwohnerentwicklung

Politik und Verwaltung

Als Hauptstadt Namibias ist Windhoek Sitz der Namibischen Regierung. Zu den Regierungsgebäuden gehören unter anderem das Parlament von Namibia, bestehend aus Nationalrat und Nationalversammlung, mehrere Ministerien, zahlreiche Regierungsorganisationen und der Oberste Gerichtshof. Zu den über 50 Botschaften und Konsulaten gehört auch die Deutsche Botschaft Windhuk sowie Generalkonsulate der Schweiz und Österreich.

Die Stadt Windhoek wird regiert von einem Stadtrat bestehend aus 15 Ratsmitgliedern, unter anderem dem Stadtratsvorsitzenden und ersten Bürgermeister Matheus Shikongo, sowie dem stellvertretenden Stadtratsvorsitzenden Björn von Finckenstein.[7]

Stadtteile der Stadt Windhoek

Windhoek besteht aus der Stadtmitte Central sowie 30 Stadtteilen:

  1. Windhoek-Academia
  2. Windhoek-Auasblick
  3. Windhoek-Avis
  4. Windhoek-Cimbebasia
  5. Windhoek-Doradopark
  6. Windhoek-Eros
  7. Windhoek-Erospark
  8. Windhoek-Goreangab
  9. Windhoek-Hakahana
  10. Windhoek-Hochlandpark
  11. Industriegebiet Lafrenz
  12. Windhoek-Katutura
  13. Windhoek-Khomasdal
  14. Windhoek-Klein-Windhoek
  15. Windhoek-Kleine Kuppe
  1. Windhoek-Ludwigsdorf
  2. Windhoek-Luxushügel
  3. Windhoek-Nord
  4. Nördliches Industriegebiet
  5. Windhoek-Okuryangava
  6. Windhoek-Olympia
  7. Windhoek-Otjomuise
  8. Windhoek-Pionierspark
  9. Windhoek-Prosperita
  10. Windhoek-Rocky Crest
  11. Südliches Industriegebiet
  12. Windhoek-Suiderhof
  13. Windhoek-Universität
  14. Windhoek-Wanaheda
  15. Windhoek-West

Daneben unterteilt sich das Stadtgebiet auf neun Wahlkreise der Hauptstadt-Region Khomas, welchen jeweils ein Coucilor (Ratsmitglied) vorsteht und unter Regionalrats-Vorsitzende Sophia Shaningwa den Regionalrat Khomas Regional Council bilden.[8]

Wirtschaft und Verkehr

Siehe auch: Wirtschaft Namibias

Windhoek-Central, wirtschaftliches Zentrum Namibias

Mit rund 20% der Gesamtbevölkerung Namibias, ist Windhoek das mit Abstand bedeutendste Wirtschaftszentrum des Landes. Nahezu alle namibischen oder in Namibia ansässigen Unternehmen haben in Windhoek ihren Sitz, was auch eine anhaltende Zuwanderung aus anderen Landesteilen zur Folge hat, was seinerseits wieder die zentrale Stellung Windhoeks weiter untermauert. Neben der Bank von Namibia, den großen, staatlichen Versorgungsunternehmen sowie zahlreichen Dienstleistungsbetrieben der Tourismusindustrie ist Windhoek auch ein bedeutender Messestandort und ein Zentrum der Bekleidungs- und fleischverarbeitenden Industrie. Neben der Nationalen Rundfunkgesellschaft NBC haben auch die Redaktionen der drei größten Tageszeitungen Namibias (Namibian, Republikein und AZ) ihren Sitz in Windhoek. Die Stadt zählt überregional zu einem der Hauptumschlagsplätze für Karakulschaf-Haut.

Trotz des zahlenmäßig sehr geringen Anteils an der Gesamtbevölkerung sind viele Unternehmen im Besitz deutschnamibischer Eigentümer; dies bei einem weltweit extremen Ungleichverteilungsmaß der Einkommensverteilung. Eine bedeutende Rolle spielen auch südafrikanische Unternehmen, die historisch bedingt eng mit der namibischen Wirtschaft verflochten sind.

Güterbahnhof Windhoek, Haupt- umschlagsplatz der TransNamib

Aufgrund seiner zentralen geographischen Lage und seiner herausragenden wirtschaftlichen Stellung ist Windhoek der Hauptverkehrsknotenpunkt des namibischen Straßen-, Schienenverkehrs- und Luftfahrtnetzes.

In Windhoek kreuzen sich die beiden wichtigsten Straßenverbindungen: die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Nationalstraße B1 von Kapstadt/Südafrika nach Luanda/Angola und der in Ost-West-Richtung verlaufende Trans Kalahari Highway (B2 und B6) vom Atlantik zum Indischen Ozean. Durch den autobahnähnlich ausgebauten „Western Bypass“, der Windhoek halbbogenförmig als Schnellstraße umgeht, bleibt der Stadtkern jedoch vom Durchgangsverkehr weitgehend verschont.

In Windhoek laufen Bahnstrecken der TransNamib aus Gobabis (im Osten), Keetmanshoop (im Süden), Swakopmund (im Westen) und Tsumeb (im Norden) zusammen. Der namibische Schienenverkehr spielt vor allem im Gütertransport eine bedeutende Rolle. Daneben befährt der in jüngster Zeit durch den Fremdenverkehrs beworbene Desert-Express[9] regelmäßig die Strecke Windhoek-Swakopmund. In unregelmäßigen Abständen werden auch Lüderitz oder Tsumeb/Etosha-Nationalpark angefahren. Ansonsten findet Personenverkehr in erster Linie auf der Straße statt, entweder als Individualverkehr oder auch als Überland-Busverkehr zu innernamibischen, südafrikanischen und botswanischen Zielen.

Windhoek verfügt über zwei Flughäfen: Den am südlichen Stadtrand liegenden Inlandsflughafen „Flughafen Windhoek-Eros“ und den etwa 40 Kilometer östlich der Stadt gelegenen Internationalen Flughafen Windhoek „Hosea Kutako“. Von hier aus bedienen unter anderem die staatliche Fluggesellschaft Air Namibia sowie South African Airways nahezu alle innernamibischen sowie eine Vielzahl innerafrikanischer und überseeischer, insbesondere europäischer Flugziele.

Kunst und Kultur

gründerzeitliche Architektur an der Independence Avenue, gegenüber dem Zoopark

Windhoek wird als eine der saubersten Hauptstädte Afrikas bezeichnet, mit einer Mischung europäischer und afrikanischer Einflüsse. Die Stadt gilt aufgrund sozialer Sicherheiten und dem Nebeneinander der namibischen Volksgruppen als Sozialmodell einer afrikanischen Großstadt, wirkt jedoch vielerorts auch recht langweilig.[10][11] Das kulturelle Leben der Stadt entspricht insofern vielleicht nicht den Erwartungen, die man an eine Hauptstadt hat – wobei man berücksichtigen sollte, dass sich die junge Hauptstadt seit den zur Unabhängigkeit erfolgten Wahlen, dem abrupten Machtwechsel und der trotz Dezentralisierungsbemühungen anhaltenden Zuwanderung immer noch findet.

Im Straßenbild der Innenstadt vermitteln kleine Straßencafes und Biergärten den Charakter einer mitteleuropäischen Stadt, mit einer Bausubstanz, die – neben vielen modernen Gebäuden – geprägt ist von wilhelminischer Kolonialarchitektur der Jahrhundertwende. Bedeutendste Landmarken sind der Uhrturm der ehemaligen Deutschen Afrikabank an der Ecke Independence Avenue und Poststrasse (eine Replik des Originals aus dem Jahre 1908), die Marienkathedrale (1908), die Christuskirche (1911) und der Tintenpalast (1912). Seit der Unabhängigkeit entstanden viele Bauten, die sich stärker an einer Afrikanischen Architektur anlehnen, wie etwa der Neubau des Obersten Gerichtshofs (1990).[12]

Kunsthandwerk im Straßenverkauf

Windhoeks Museen und Galerien bieten Ausstellungen zur kulturhistorischen und geologischen Geschichte des Landes sowie traditionellen und zeitgenössischen Kunst; zu nennen sind insbesondere das Nationalmuseum, das TransNamib-Museum, das Nationale Geowissenschaftliche Museum[13] und die Nationalgalerie. Die private Buschmann-Galerie[14] ist eine der größten Kunstgalerien in Windhoek mit einer umfangreichen Ausstellung afrikanischer Kunst. Typisch für Windhoek sind auch Straßenhändler, die kleines Kunsthandwerk anbieten.

Darstellende Kunst findet in Windhoek einmal im Nationaltheater[15] statt, zum anderen hat sich – seit der Verlagerung der Windhoeker Brauerei in den Außenbereich der Stadt – die im Zentrum gelegene „Alte Brauerei“ (1902) zum Mittelpunkt des Kulturschaffens entwickelt: durch die regelmäßig stattfindenden Konzerte unterschiedlicher Musikgruppen im hier eingerichteten „Craft-Center“ und die Theateraufführungen im „Warehouse Theatre“.[16]

Bei öffentlichen Kulturveranstaltungen führte das besonders in den letzten Jahren zunehmende Selbstbewusstsein der schwarzen Bevölkerungsmehrheit einerseits und das wachsenden Interesse der Touristen an schwarzafrikanischem Kulturschaffen andererseits zu einem bedeutenden Zuwachs der öffentlichen Aufmerksamkeit für „schwarzafrikanische“ Kultur. Als Beispiele seien hier einige Veranstaltungen in Windhoek genannt:

  • das Wild Cinema-Windhoek International Film Festival[17] im März (seit 2002 an verschiedenen Standorten stattfindendes internationales Filmfestival),
  • der Windhoeker Karneval (WIKA) im April (seit den 50er Jahren eine Touristenattraktion, die sich in den ersten Jahren der Unabhängigkeit auf eine eher „geschlossene“ Veranstaltungen beschränkte und von anderen Volksgruppen oft nur zur Kenntnis genommen wurde, sich aber in jüngster Zeit als eine offenere Veranstaltung etablierte[18]),
  • die Namibia Travel Expo im Mai,
  • die Standard-Bank-Biennale (seit 1981 die größte Kunstmesse Namibias. Die Standard Bank-Biennale findet nur jedes zweite Jahr statt und es gibt zur Zeit Pläne, sie durch die Bank Windhoek Triennale weiterzuführen),
  • das /Ae/Gams Arts and Cultural Festival (seit 2001 von der Stadt organisiertes Kunst- und Kulturfestival),
  • die Kulturwochen von Polytechnikum und Universität in den Monaten August und September,
  • das Windhoeker Oktoberfest,
  • die Namibia Youth Expo[19] im Oktober (von social-awareness-Organisationen unterstützte internationale Kontaktmesse für junge Startunternehmer und Künstler, um mögliche Sponsoren oder Geschäftspartner kennenzulernen) sowie
  • die Sanlam NBC Music Awards im Dezember (neben den Namibian Music Awards (en) in Ongwediva – seit 2002 stattfindender Musikpreis der NBC mit Wettbewerben in den Kategorien Hip-Hop/Afrikanischer Hip-Hop, House, Kwaito, Reggae, R&B/Afro-Pop, Rock ’n’ Roll und verschiedenen traditionellen Musikstilen – einschließlich deutschsprachiger Volkstümlicher Musik[20]).

Sehenswürdigkeiten

Hinweisschild zu einigen historischen Denkmälern Windhoeks

Wahrzeichen der Stadt sind die Alte Feste, in der das Nationalmuseum von Namibia untergebracht ist, und die 1910 fertiggestellte Lutherische Christuskirche.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten Windhoeks sind unter anderem

Sehenswert sind auch der Tukondjeni Market (Tukondjeni Markt) oder das Penduka Project Centre der dichter bevölkerten Stadtteile Katutura und Khomasdal.[21]

Bildung und Sport

Siehe auch: Bildungseinrichtungen in Windhoek

Seit der Unabhängigkeit wurde Windhoek schrittweise zu einem Bildungs- und Forschungsstandort ausgebaut, insbesondere in den Bereichen Sozialwissenschaften und Umweltwissenschaften/-forschung. Die 1992 gegründete Universität von Namibia zählt mittlerweile über 10.000 Studenten und zusammen mit dem Polytechnikum von Namibia und anderen Hochschulen beläuft sich die Zahl der Studenten in Windhoek auf über 30.000. Daneben gibt es in Windhoek zahlreiche nationale und internationale Forschungsinstitute: unter anderem das National Botanical Research Institute, das Labour Resource and Research Institute, die Namibia Nature Foundation, die Namibia Economic Policy Research Unit und eine Abteilung des Max-Planck-Institut für Astronomie (H.E.S.S.).

Schulbildung in Namibia wird durch staatliche Organisationen wie dem National Institute for Educational Development und Nichtregierungsorganisationen wie EduVentures in Projekten wie dem Bernard Nordkamp (BNC) und dem Katutura Community Arts Centre (KCAC) unterstützt. Die Analphabetenrate im namibischen Durchschnitt beläuft sich immer noch auf 16,2% (7,7% der 15- bis 24-jährigen, mit einem geringeren Prozentsatz für die Stadtbevölkerung).[22] Windhoeker Schulen von internationalem Rang sind die Internationale Schule Windhoek und die Deutsche Höhere Privatschule Windhoek.

Viele der sportlichen Einrichtungen Windhoeks befinden sich in den südlichen Stadtteilen Olympia und Kleine Kuppe (wie das Independence Stadium der Namibischen Fußballnationalmannschaft und das Hage Geingob Rugby-Stadion der Namibischen Rugby-Union-Nationalmannschaft) sowie in den nordwestlichen Stadtteilen Katutura und Khomasdal (wie das Sam-Nujoma-Stadion).

Fußball ist in Namibia ein Nationalsport und von den zwölf Fußballvereinen der Namibia Premier League stammen sieben aus Windhoek. Größter Sportverein in Windhoek ist der SK Windhoek mit über 900 Mitgliedern.

Städtepartnerschaften

  • NamibiaNamibia Oshakati, seit dem 18. April 2002
  • South AfricaSouth Africa Lephalale, seit dem 22. Mai 2002
  • FinlandFinland Vantaa, seit dem 13. August 2002
  • NamibiaNamibia Walvis Bay, seit dem 8. Oktober 2002
  • NamibiaNamibia Mariental, seit dem 11. März 2003
  • NamibiaNamibia Gibeon, seit dem 11. März 2003
  • NamibiaNamibia Maltahöhe, seit dem 12. April 2002
  • NamibiaNamibia Aranos, seit dem 13. März 2003
  • NamibiaNamibia Stampriet, seit dem 13. März 2003
  • NamibiaNamibia Rehoboth, seit dem 14. März 2003
  • NamibiaNamibia Lüderitz, seit dem 14. März 2003

Quelle: Stadt Windhoek[23]

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Brenda Bravenboer: Windhoek, capital of Namibia. Gamsberg Macmillan Verlag, Windhoek 2004, ISBN 9-789-991605-715. 
  • Elisabeth Peyroux: Windhoek, capitale de la Namibie. Karthala, Paris 2004, ISBN 9-782-845864-863. 
  • Rolf Brockmann: Katutura, Streifzüge durch Windhoeks Township. Klaus Hess Verlag, Göttingen 2006, ISBN 9-783-933117-045. 

Weblinks

Wikinews Wikinews: Windhoek – Nachrichten

Einzelnachweise

  1. Namibia Weather. AfricaSafari.com. Abgerufen am 10. März 2009. (englisch)
  2. Südafrika Klima Information. suedafrika.net. Abgerufen am 10. März 2009.
  3. Klaus Dierks: Vorgeschichtliche Zeit. In: Chronologie der namibischen Geschichte. 02. Januar 2005.: „In den 1960iger Jahren entdecken Archäologen eine Werkstatt für Werkzeuge aus der Steinzeit in Windhoek im heutigen Zoo Park, wo Werkzeuge aus Elefantenknochen hergestellt wurden.“. Abgerufen am 10. März 2009.
  4. http://www.windhoekcc.org.na/default.aspx?page=30
  5. http://www.klausdierks.com/Geschichte/101.htm
  6. http://www.az.com.na/lokales/enormer-zuzug.76346.php Allgemeine Zeitung vom 13. November 2008: Bevölkerungszahl Windhoek
  7. http://www.windhoekcc.org.na/default.aspx?page=45
  8. http://www.arc.org.na/home.php?pn=khomas_council
  9. http://www.desertexpress.com.na/
  10. http://www.travelafricamag.com/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=405
  11. http://www.realnamibia.com/rn_079windhoek.htm
  12. http://www.superiorcourts.org.na/supreme/vtour.html
  13. http://www.gsn.gov.na/museum.htm
  14. http://www.bushmanart-gallery.com/
  15. http://www.ntn.org.na/
  16. http://www.thewarehouse.com.na/
  17. http://www.wildcinema.org/
  18. http://www.az.com.na/gesellschaft/beginn-der-fnften-jahreszeit-in-der-narrenhochburg-windhoek.64898.php Allgemeine Zeitung vom 7. April 2008
  19. http://www.youthcouncil-namibia.org
  20. http://www.az.com.na/tourismus/windhoek-fuehrer/events-in-windhoek-throughout-the-year.20135.php
  21. http://www.namibweb.com/city.html
  22. http://unesdoc.unesco.org/images/0014/001459/145998e.pdf Seite 51, Zahlen für 2000/2001
  23. http://www.windhoekcc.org.na/repository/Cooperation/International%20Relations.pdf

-22.5717.0836111111117Koordinaten: 22° 34′ S, 17° 5′ O


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