Eppan


Eppan
Eppan an der Weinstraße
(Appiano sulla Strada del Vino)
Wappen von Eppan an der Weinstraße
Eppan an der Weinstraße (Südtirol)
Eppan an der Weinstraße
Eppan an der Weinstraße
Lage von Eppan an der Weinstraße in Südtirol
Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2001/31.12.2010): 12.657/14.235
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2001:
87,2 % deutsch
12,5 % italienisch
0,4 % ladinisch
Koordinaten 46° 27′ N, 11° 16′ O46.45530833333311.258761111111415Koordinaten: 46° 27′ N, 11° 16′ O
Meereshöhe: 235 - 1.864 m s.l.m. (Zentrum: 415 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
59,7/26,6 km²
Fraktionen: Frangart, Gaid, Girlan, Missian, Montiggl, Perdonig, St. Michael, St. Pauls, Unterrain
Nachbargemeinden: Andrian, Bozen, Kaltern, Nals, Pfatten, Terlan, Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix;
im Nonstal (Trentino): Fondo, Malosco, Ronzone, Sarnonico, Cavareno
Partnerschaft mit: Anif (Salzburg/Österreich)
Postleitzahl: 39057
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021004
Steuernummer: 00264460213
Politik
Bürgermeister (2010): Wilfried Trettl (Bürgerliste Eppan)

Eppan an der Weinstraße, italienisch Appiano sulla Strada del Vino, ist eine Großgemeinde mit 14.235 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in Südtirol südlich von Bozen. Eppan liegt an der Südtiroler Weinstraße im Überetsch zwischen Bozen und Kaltern, teils an den Hängen des Mendelgebirges, teils auf Moränenhügeln der Würm-Eiszeit.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Funde von Steinkistengräbern mit Grabbeigaben, zahlreiche Wallburgen (beispielsweise in Perdonig) und eine spätbronzealterliche Siedlung (Fundstelle Gamberoni) weisen auf die frühe Besiedlung von Eppan hin. Die Via Claudia Augusta führte vermutlich durch das heutige Gemeindegebiet, auch wenn ihr Verlauf nicht genau bekannt ist.

Historiker vermuten, dass der Name Eppan von einem römischen Gutsbesitzer, Appius, abstammt. Kürzlich wurden in St. Pauls, einer Fraktion von Eppan, bei Bauarbeiten Reste einer römischen Villa mit Fußbodenmosaiken aus dem 4. Jahrhundert und einer Thermenanlage gefunden, von der man vermutet, dass sie ein Ansitz des Appius gewesen sein könnte. Die erstmalige urkundliche Erwähnung erfolgt 590 durch Paulus Diaconus, im Zusammenhang mit dem Vorstoß der Franken Richtung Süden. Das Gebiet um Eppan gehörte damals zum langobardischen Herzogtum Trient.

Im Hochmittelalter kämpften die Grafen von Eppan mit denen von Tirol um die Herrschaft über das heutige Südtirol. Vom frühen Wohlstand der Gemeinde zeugt die 86 m hohe Pfarrkirche in St. Pauls, genannt „Dom auf dem Lande“. Diese wurde von 1460 bis 1647 erbaut. Der Kirchturm wurde im gotischen Stil begonnen, diesem anschließend aber ein barocker Zwiebelturm aufgesetzt. St. Pauls war das alte Zentrum der Gemeinde mit der nahe gelegenen Burg Altenburg, die als Gerichtssitz diente.

Geografie

Eppan liegt auf der Mittelgebirgsfläche des Überetsch, die sich 200 Meter aus dem weiten Talboden der Etsch heraushebt und in ihrer ganzen Breite an den mächtig aufstrebenden Kamm der Mendel anlehnt. Die Großgemeinde Eppan nimmt die ganze Nordfläche des Talpodestes von Überetsch ein. Markant ist seine nördliche Stirnseite gegen das knapp 9 km entfernte Bozen jenseits des weiten Talkessels und etschaufwärts gegen das rund 25 km entfernte Meran gewandt.

Der Hauptort St. Michael ist Sitz der Gemeinde und führt heute gemeinsam den Namen Eppan. Die Einwohnerzahl ist auf ca 13.600 Personen angewachsen.

Das Überetsch ist das burgenreichste Gebiet Europas. In der Region um Eppan finden sich über 200 kunsthistorische Baulichkeiten wie Burgen, Schlösser, Ansitze, Kirchen und Kapellen. Davon sind ca. 20 Burgen und Schlösser.

Eppan ist der Mittelpunkt des größten Weinbaugebietes Südtirols und ein reiches Obstland. Auf rund 1.050 ha Anbaufläche werden hier alljährlich weit über 100.000 Hektoliter Wein erzeugt. Über ein Dutzend der Sorten gehört zu den Spitzenweinen Südtirols. Eppan ist darüber hinaus einer der Hauptorte an der neuen Südtiroler Weinstraße, die von Sigmundskron bei Bozen über Girlan St. Michael/Eppan erreicht und über Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Kurtinig, Margreid bis Salurn führt.

Bis 1974 verband die Überetscher Bahn den Ort mit Bozen und mit der Mendelbahn in Kaltern.

Die weitläufigen Sportanlagen Rungg im Montiggler Wald wurden in den Sommern 1990 und 2010 von der Deutschen Fußballnationalmannschaft zur jeweiligen Vorbereitung auf die WM-Finalrunden genutzt.

Tourismus

Eppan verfügt über an die 90 gastgewerbliche Betriebe und 180 Privatzimmeranbieter mit rund 4.000 Betten (Gästeübernachtungen im Jahr 2006 ca. 470.000). Das Gebiet bietet zahlreiche Wandermöglichkeiten (3.166 ha Wald) in der Höhenlage von etwa 265 bis 1.866 Höhenmetern.

Fraktionen (Ortsteile)

St. Pauls

Eppan besteht aus folgenden Ortsteilen, den sog. Fraktionen (ital. Namen in Klammern):

  • St. Michael (S. Michele, Hauptort und Sitz der Gemeindeverwaltung, oft auch einfach nur Eppan oder dialektal „Michéal“ genannt)
  • St. Pauls (S. Paolo)
  • Girlan (Cornaiano)
  • Frangart (Frangarto)
  • Montiggl (Monticolo)
  • Perdonig (Predonico)
  • Gaid (Gaido)
  • Missian (Missiano)
  • Unterrain (Riva di Sotto)

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Pauls, der „Dom auf dem Lande“
Schloss Englar (heute Hotelanlage)

Sport

In Eppan sind die HC Eppan Pirates angesiedelt, die in der Italienischen Serie A2 Eishockey spielen. Außerdem gibt es mehrere Fußballplätze. Einen davon, den in der Sportzone Rungg, hat die Deutsche Fußballnationalmannschaft vor der WM 2010 als Trainingslager genutzt.

Berühmte Eppaner

Fotogalerie

Weblinks

 Commons: Eppan an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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