Aimee Mullins
Mullins beim Tribeca Film Festival, 2008

Aimee Mullins (* 1976 in Allentown, Pennsylvania, USA) ist eine US-amerikanische körperlich behinderte Leichtathletin und Schauspielerin, die auch als Laufsteg- und Fotomodell arbeitet. Sie ist die Tochter von irischen Einwanderern und hat zwei jüngere Brüder.

Nach der Geburt wurde bei ihr ein seltener Gendefekt, die Fibulaaplasie auch fibulare Hemimelie genannt, deutlich. Sie kam ohne Wadenbeine zur Welt. Aufgrund dieser Fehlbildung der Beine konnten ihre Füße das eigene Körpergewicht nicht tragen, so dass ihr bereits im Säuglingsalter beide Beine unterhalb der Knie amputiert wurden. Aufgrund dieser Anomalie war sie seit dem Kindesalter auf Prothesen angewiesen.

Aimee Mullins besuchte die Parkland High School in ihrer Geburtsstadt und absolvierte anschließend die Georgetown University in Washington D. C. mit Topnoten. Während ihrer Studienzeit nahm die Sportlerin an Leichtathletikveranstaltungen der NCAA teil und konkurrierte gegen nicht behinderte Athleten. Bei den Sommer-Paralympics 1996 in Atlanta lief die damals 20-jährige Amerikanerin zwei Sprint-Weltrekorde in ihrer Klassifizierung, im 100-Meter-Lauf sowie im 200-Meter-Lauf; daneben nahm sie im Weitsprungwettbewerb teil.

Ende der 1990er Jahre führte sie als Model eine vom britischen Designer Alexander McQueen fürs französische Modehaus Givenchy entworfene Kollektion vor. Sie trug bizarre handgeschnitzte Holzstiefel. Ihre Anwesenheit löste heftige Kontroversen aus, die Modewelt war entsetzt. Zeitgenössische Medien wie die Süddeutsche Zeitung glaubten eine „Gratwanderung zwischen Schock und Schick“ zu erkennen, die französische Tageszeitung Le Figaro sprach von „Ausbeutung“.[1] Dennoch avancierte sie zu einem hochbezahlten und gefragten Topmodel.

2002 debütierte Mullins als Darstellerin in einer kleinen Rolle in Cremaster 3 einer ursprünglich fürs Fernsehen konzipierten Reihe, bei der sie freizügig als Geparden-Frau auftrat. Weitere Film- und Fernsehaufgaben folgten.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Peter Hossli in Amerika ist das schönste Wagnis auf hossli.com – vom 2. August 2000 – abgerufen am 7. Mai 2008

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