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Satzzeichen
-, , , ―
 . ,  , ,  ; ,  : ,  … ,  · 
¿, ?, !, ¡, , ؟
„…“, »…« …,  ’ 
/, \
(…), […], {…}, 〈…〉
Sonstige Zeichen
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*, , †, ‡
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Rechenzeichen
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,
%,
Interrobang in Palatino Linotype

Das Interrobang () ist ein seltenes, im Deutschen nicht benutztes Satzzeichen, das die Funktionen eines Fragezeichens und eines Ausrufezeichens vereinigt. Typografisch werden die beiden Zeichen übereinandergelegt.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Ein Interrobang am Ende einer Frage soll zeigen, dass sie erregt oder ungläubig gestellt wird:

  • Wie viel hast du für diese Schuhe bezahlt
  • Du gehst mit Marie
  • Du bist mit einem U-Boot nach Paris gereist
  • Was habe ich da gerade gegessen

Geschichte

Vor allem in informellen Texten (insbesondere Werbung und Comics) wurden schon Jahrzehnte vor der Erfindung des Interrobang zwei oder mehr Satzzeichen hintereinander am Ende eines Satzes verwendet, der Überraschung und Frage zugleich ausdrückt:

Was hast du gesagt?!

Das Fragezeichen steht dabei meistens an erster Stelle, um den Fragecharakter des Satzes zu betonen, allerdings gibt es hierfür keine allgemein gültige Regel. Manchmal werden sogar mehrere Frage- und Ausrufezeichen hintereinander verwendet. (In der Schachnotation bezeichnet !? einen interessanten, aber nicht unbedingt den besten Zug und ?! einen zweifelhaften Zug, der jedoch nur schwer zu widerlegen ist.)

Martin K. Speckter, Chef einer US-amerikanischen Werbeagentur, erfand das Interrobang 1962. Er glaubte, dass Anzeigen besser aussähen, wenn die Werbetexter eine überrascht gestellte Frage mit einem einzelnen Zeichen vermitteln könnten. Er schlug sein Konzept in einem Artikel der Fachzeitschrift TYPEtalks vor und forderte die Leser auf, einen Namen für das neue Zeichen vorzuschlagen. Speckter entschied sich schließlich für Interrobang. Dieser Name weist auf die beiden kombinierten Satzzeichen hin: interrogatio ist das lateinische Wort für eine rhetorische Frage oder ein Kreuzverhör, bang ein unter englischen Druckern informell benutztes Wort für das Ausrufezeichen. Die Leser des Artikels lieferten auch Vorschläge für das grafische Design des neuen Zeichens.

Im Jahre 1966 veröffentlichte Richard Isbell von den American Type Founders die Schriftart Americana, in die er das Interrobang einfügte. Ab 1968 verfügten einige Remington-Schreibmaschinen über eine entsprechende Taste. Das Interrobang war vor allem in den 70er Jahren in Mode. Das Wort wurde in Wörterbücher aufgenommen und das Zeichen in Zeitschriften und Zeitungsartikeln benutzt.

Das Interrobang kam jedoch nie über eine Modeerscheinung hinaus. Obwohl die meisten Schriftarten das Interrobang nicht anbieten, ist es jedoch nicht verschwunden. Microsoft bietet mehrere Versionen des Zeichens als Bestandteil von Wingdings 2 an, das im Lieferumfang von Microsoft Office enthalten ist. Das Interrobang wurde auch mit der Bezeichnung U+203D in Unicode aufgenommen und ist unter anderem in den Schriften Lucida Sans Unicode und Arial Unicode MS verfügbar. In HTML kann es mit dem Code &#8253; oder &#x203D; eingefügt werden.

Mit LaTeX kann das Interrobang aus den tc-Schriften mit dem Paket textcomp verwendet werden, der zugehörige Befehl ist \textinterrobang. Auch das Gnaborretni, ein auf den Kopf gestelltes Interrobang, ist unter dem Befehl \textinterrobangdown verfügbar.

Verschiedenes

Weblinks


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