AirBerlin
Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG
Logo der Air Berlin
Airbus A330-300 der Air Berlin
IATA-Code: AB
ICAO-Code: BER
Rufzeichen: Air Berlin
Gründung: 1978
Sitz: Berlin
Drehkreuz:

Berlin-Tegel, Düsseldorf, Palma de Mallorca, Nürnberg, Zürich, München Franz Josef Strauß

Heimatflughafen: Berlin-Tegel
Unternehmensform: PLC & Co. KG
ISIN: GB00B128C026
Leitung: Joachim Hunold
Mitarbeiterzahl: mehr als 8.000 (26.02.2009).[1]
Umsatz: 3.400,7 Mio. € (2008) [2]
Bilanzsumme: 2.400,7 Mio. € (2008) [2]
Fluggastaufkommen: 28,559 Mio. (2008)[3]
Allianz: Niki, LGW
Vielfliegerprogramm: airberlin topbonus Programm
Flottenstärke: 125
Ziele: national und international

Air Berlin (im Außenauftritt abweichend auch airberlin oder airberlin.com) ist die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin. Air Berlin beförderte im Jahr 2008 28,6 Millionen Passagiere, inklusive ihrer Tochtergesellschaften.[3] Im Februar 2009 wies Air Berlin eine Flottenstärke von 125 Flugzeugen auf und beschäftigte mehr als 8.000 Mitarbeiter.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

altes Logo in den 70er Jahren

Air Berlin Inc. wurde im Juli 1978 von den Amerikanern Kim Lundgren und John D. MacDonald als Berliner Charterfluggesellschaft unter US-Zulassung (FAA) im US-Bundesstaat Oregon gegründet, da nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 nur Flugzeuge der Siegermächte West-Berlin anfliegen durften. Offizieller Sitz der Airline war Miami im US-Bundesstaat Florida, das zeitweise auch von Berlin aus angeflogen wurde.[4] Der erste Flug der Gesellschaft ging am 28. April 1979 mit einer Boeing 707 jedoch von Berlin nach Palma de Mallorca. 1981 wurden die Boeing 707 durch zwei kleinere Boeing 737 ersetzt und Air Berlin spezialisierte sich auf Ziele in der Mittelmeerregion. Auch heute noch ist Mallorca das wichtigste Ziel von Air Berlin. Täglich verkehren Air-Berlin-Flugzeuge von 19 deutschen Städten aus auf die Baleareninsel.

Wachstum nach der Wiedervereinigung Deutschlands

Nach der deutschen Einheit fiel auch die Lufthoheit der Alliierten, so dass ein Zulassungswechsel zum Luftfahrt-Bundesamt (LBA) notwendig wurde. Am 16. April 1991 wurde die Gesellschaft zur Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG umfirmiert. In der Folgezeit änderte der Geschäftsführer Joachim Hunold das Firmenprofil grundsätzlich. Aus der vormals kleinen Charterfluggesellschaft entstand schrittweise die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands mit einem linienähnlichen Netzwerk. Seit 2004 kooperiert Air Berlin mit der österreichischen Fluggesellschaft Niki.

Anteilseigner
Anteil Anteilseigner
ca. 41 % Streubesitz
15,30 % ESAS Holding
9,59 % Familie Knieps (H.-J. Knieps u.a.)
7,99 % Ringerike GmbH & Co. Luftfahrtbeteiligung
Metolius Foundation
4,97 % JPMorgan Chase & Co.
4,95 % Werner Huehn
4,13 % Severin Schulte
4,00 % Rudolf Schulte
3,20 % Joachim Hunold, CEO Air Berlin (Vorstand)
3,10 % Moab Investments Ltd.
1,52 % Johannes Zurnieden
0,22 % Andere Privatpersonen
(Mitarbeiter der Air Berlin PLC mit Haltefrist)
Stand: 30.04.2009[5]

Zusammenarbeit mit Germania

Die Fluggesellschaft Germania, die seinerzeit 577 Mitarbeiter beschäftigte und über eine Flotte von 44 Flugzeugen verfügte, sollte Ende 2005 durch einen Managementvertrag an Air Berlin gebunden werden. Vorbild hierfür war die bereits bestehende Partnerschaft der Air Berlin mit Niki. Bereits Mitte 2004 gingen beide Gesellschaften erstmals aufeinander zu: Air Berlin mietete Flugzeuge von Germania, im Gegenzug stellte Germania die von beiden stark umkämpften Flüge nach Zürich und Wien ein. Der Vertrag kam jedoch nicht zustande. Die Erbengemeinschaft der Germania war sich Anfang März 2008 nicht einig über eine Übernahme durch die Air Berlin. Germania werde daher eine eigenständige Fluggesellschaft bleiben. [6]

Börsengang

Zum 1. Januar 2006 änderte Air Berlin ihre Unternehmensform von einer GmbH & Co. KG in eine PLC & Co. KG und überführte dabei die GmbH in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC). In diesem Fall ist die PLC, anstelle einer deutschen juristischen Person, ausländischer persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) der deutschen KG. Als Grund für diese Änderung werden bilanzrechtliche Vorteile und bessere Abschreibungsmöglichkeiten sowie die Umgehung der Unternehmensmitbestimmung genannt.[7]

Der Börsengang war zunächst für den 5. Mai 2006 angesetzt. Das Volumen für diesen von der Commerzbank, Morgan Stanley und Shearman & Sterling LLP organisierten Vorgang betrug 870 Millionen Euro. Am 4. Mai 2006 wurde der Börsengang jedoch verschoben. Offizielle Gründe hierfür wurden nicht angegeben. Gerüchten zufolge wurden im Vorfeld jedoch nicht genügend Aktien gezeichnet, da die Preisspanne von 15 Euro bis 17,30 Euro zu hoch angesetzt gewesen sei.[8]

Am 10. Mai 2006 wurde der Preis dann mit 12 Euro je Aktie bekanntgegeben, woraus sich ein Gesamterlös von 510 Millionen Euro ergibt, also rund 360 Millionen Euro weniger als geplant. Die meisten Aktien hielt der Geschäftsführer der Air Berlin. Die Erstnotierung fand am 11. Mai 2006 statt. Zum Börsengang von Air Berlin schrieben die Medien daher u. a. „Air Berlin schafft die Notlandung“[9] und „der Börsen-Neuling wurde nicht mit offenen Armen empfangen“.[10]

Nach dem Börsengang befanden sich 38,41 Prozent im Streubesitz, 16,36 Prozent bei der Deutschen Bank, 8,58 Prozent bei der Ringerike Luftfahrtbeteiligung, 9,59 Prozent bei Hans-Joachim Knieps und weiteren Investoren. Familie Knieps ist nach wie vor der größte Anteilseigner in natürlicher Person und ist daran beteiligt, das Unternehmen nicht mit unsicheren oder voreiligen Expansionen zu gefährden. (Quelle: FlugRevue 02/07) So sprach sich die Eignerfamilie ebenso gegen den Kauf der Condor Flugdienst GmbH wie gegen eine Bestellung von 23 Exemplaren des neuen Boeing 787-Jets aus. (In der Tat orderte Air Berlin 9 Exemplare). Ende April 2009 reformierten sich die Anteilsverhältnisse innerhalb Familie Knieps wie auch bei der Ringerike Luftfahrtbeteiligungs GmbH "aus taktischen Gründen", wie ein Sprecher der Familie mitteilte. (Quelle: Handelsblatt 23.04.09)Aus der direkten Unternehmensführung und der Öffentlichkeit halten sich die Eigner Knieps/Schulte/Zurnieden zurück, Interviews und Kontaktanfragen werden stets abgelehnt. [11]


Übernahme der dba

Air-Berlin-Konzern
Gesellschaft Beteiligung
LTU 100 %
Binoli Reiseplattform 49 %
Belair 49 %
NIKI 24,9 %

Im August 2006 kaufte Air Berlin die deutsche Fluggesellschaft dba von der Intro Verwaltungs GmbH und der Aton GmbH, deren Preis laut Nachrichtenmagazin Focus 120 Millionen Euro betragen haben soll.[12] Der Kaufpreis wurde mit Barmitteln der Air Berlin bezahlt. Zusammen kamen beide Fluggesellschaften 2006 auf ein Passagieraufkommen von 19,7 Millionen (2005: 17,5 Mio.). Daran hatte Air Berlin einen Anteil von gut 15,2 Mio. und dba einen Anteil von knapp 4,5 Mio. Die Marke dba blieb nicht bestehen und wurde bis April 2007 vom Markt verbannt. Die Flugpläne der beiden Gesellschaften wurden mit Beginn des Sommerflugplans 2007 aufeinander abgestimmt; bereits seit November 2006 flogen Teile der Flotte der ehemaligen dba in den Farben von Air Berlin mit dem Zusatz (als kleiner Sticker bei der Türe 1 L) „powered by dba“. Diesen Sticker fand man auch an jedem Flugzeug der dba. Die dba existierte als eigenständige Tochterfirma weiter und betrieb neun Flugzeuge. Nachdem die Verwaltung und die Technik der dba schon aufgelöst und von Air Berlin übernommen wurde, wurde zum 30. November 2008 der Flugbetrieb komplett eingestellt. Bedingt durch einen Warnstreik der dba-Flugbegleiter am 14. November 2008 entzog Air Berlin der dba alle Flugaufträge und legte so den dba-Flugbetrieb noch am selben Tag still. Den Arbeitnehmern wurden Stellen bei Air Berlin angeboten.

Übernahme der LTU und Beteiligung an Belair

Boeing 767-300 der Belair Airlines in aktueller Lackierung

Am 27. März 2007 wurde bekanntgegeben, dass Air Berlin die Traditionsairline LTU übernimmt. Der Name LTU sollte damals im Langstreckenverkehr bestehen bleiben, die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge gingen komplett in Air Berlin auf.[13] Des Weiteren wurde die Bemalung der Air-Berlin-Flugzeuge an die neue Bemalung von LTU angepasst. Von Seiten des Kartellamts wurden jedoch Bedenken bzgl. der Übernahme angemeldet.[14] Am 8. August 2007 genehmigte das Kartellamt die Übernahme der LTU ohne Auflagen. Außerdem beteiligt sich Air Berlin schrittweise bis zu 49 Prozent an der kleinen Schweizer Fluggesellschaft Belair Airlines AG. Die Beteiligung wurde am 21. August 2007 von den deutschen und schweizerischen Kartellämtern und von der europäischen Kommission genehmigt.[15] Durch die Beteiligung wird Air Berlin seine Aktivitäten auf den internationalen Strecken, von der Schweiz aus, verstärken. Der bisherige Eigentümer Hotelplan erhofft sich Vorteile durch die Integrierung der Belair in den Vertrieb und die Logistik der Air Berlin. Im November 2007 übernahm Air Berlin alle europäischen Flüge der LTU und der Belair. Flüge, die aus der Schweiz in Nicht-EU-Länder führen, und Interkontinental-Flüge werden weiterhin unter Belair bzw. LTU-Flugnummer geführt. Die Flugzeuge aller Gesellschaften werden im gesamten Streckennetz der Air Berlin genutzt.

Zwischenzeitlich gab Air Berlin bekannt, die Marke LTU nicht weiter zu nutzen, die verbliebenen Flugzeuge werden umlackiert.[16]

Gescheiterte Übernahmepläne von Condor Flugdienst GmbH

Am 20. September 2007 gab Air Berlin bekannt, die Condor Flugdienst GmbH übernehmen zu wollen. Die Thomas Cook Group PLC, momentaner Hauptaktionär bei Condor, wollte dazu bis zum 10. Februar 2009 ihre Anteile an der Condor Flugdienst GmbH in die Air Berlin PLC einbringen und sollte im Gegenzug mindestens 500 Millionen Euro in bar und Aktienanteile an Air Berlin erhalten.[17] Das Bundeskartellamt hatte die Prüfungsfrist mehrmals verlängert. Der Antrag auf Genehmigung der Fusion wurde am 11. Juli 2008 durch Air Berlin und den Reiseveranstalter Thomas Cook wegen der „erheblich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ zurückgezogen.

Überkreuzbeteiligung mit TUIfly

Im September 2008 bestätigte Air Berlin Fusionsgespräche mit dem Konkurrenten TUIfly, ergänzte die Nachricht jedoch um den Hinweis, „mit allen“ zu sprechen. Air Berlin flog bereits bis 2007 für TUIfly viele Flüge im Code-Share-Verfahren. Ende März 2009 besiegelten die Air Berlin PLC und die TUI Travel PLC für ihr deutsches Fluggeschäft eine langfristig ausgerichtete strategische Allianz. Air Berlin beteiligt sich dabei mit 19,9 % an TUIfly, die TUI Travel PLC im Gegenzug mit 19,9 % an der Air Berlin PLC. Die Städteverbindungen von TUIfly werden ab 1. Oktober 2009 von Air Berlin gemanaget. Weiterhin werden über einen Leasingvertrag 17 TUIfly-Flugzeuge an Air Berlin verchartert. Die Kooperation steht jedoch noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes. [18]

Kooperationen

Im Oktober 2008 wurde eine strategische Zusammenarbeit mit der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit beinhaltet gemeinsam durchgeführte Flüge (Code-Share) von und nach Moskau. Buchungen sind derzeit nur bei S7 Airlines freigeschaltet. Seit Anfang 2009 fliegt Air Berlin zwischen Berlin und Peking auch im Code-Share mit der Fluggesellschaft Hainan Airlines. Air Berlin bietet für diese Flüge Zu- und Abbringer innerhalb Deutschlands an. Die Buchung ist über beide Fluggesellschaften möglich. [19]

Neue Corporate Identity

Altes Logo bis 7. Januar 2008

Mitte Dezember 2007 stellte Air Berlin den Mitarbeitern ein neues Logo inklusive neuer Corporate Identity vor. Offiziell wurde das Logo am 7. Januar 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Logo ist ein weißer ovaler Kreis auf rotem Grund (angedeutetes Flugzeugfenster), in dem ein „a“ durch einen weißen Punkt und zwei weiße Flügel symbolisiert wird. Der Air-Berlin-Schriftzug wird nunmehr klein und zusammen geschrieben.

Binoli-Reiseplattform

L’TUR (51 Prozent) und Air Berlin (49 Prozent) haben am 14. Januar 2008 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens Binoli (BIllig fliegen, NObel LIegen) bekanntgegeben. BINOLI ist eine neuartige Online-Reiseplattform. [20]

Einstieg der Vatas Holding

Nachdem die Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas Holding GmbH über ihre Tochter Haarlem One am 3. Januar 2008 zunächst 15,4 Prozent der Stimmrechte erworben hatte, [21] stockte sie ihren Anteil am 10. Januar 2008 auf 18,56 Prozent auf. [22] Sie wurde damit zum größten Anteilsinhaber vor der Deutschen Bank mit 15,02 Prozent. Joachim Hunold hält einen Anteil von 3,2 Prozent. [3]

Investment von Leonard Blavatnik

Der Anteil von 18,56 Prozent der Beteiligungsfirma Vatas Holding soll Ende März 2008 als Pfand für fehlgeschlagene Aktienpakete an die NORD/LB verpfändet worden sein. [23] Der aufgestockte Anteil von 18,94 Prozent wurde am 19. Mai 2008 von der AI Aviation Coöperatief U.A., die zur Beteiligungsfirma Access Industries des russischstämmigen US-Milliardärs Leonard Blavatnik gehört, übernommen. [24] Air Berlin Vorstandschef Joachim Hunold begrüßte einen Einstieg des Investors Blavatnik, der Interesse an einem langfristigen Engagement bei Air Berlin habe. [25] [26] [27] Am 8. Januar 2009 teilte Air Berlin mit, dass Blavatnik seine Aktien verkauft habe.[28]

Wie erst am 18. Februar 2009 bekannt wurde, soll die Schweizer Großbank UBS Zugriff auf das Aktienpaket von 18,56 Prozent haben. [29]

Einstieg der ESAS Holding

Wie am 29. März 2009 bekannt wurde, will die ESAS Holding des türkischen Industriellen Ali Sabanci einen Anteil von 15,3 Prozent an der Air Berlin PLC von der Schweizer Großbank UBS übernehmen. Die ESAS Holding hält auch die Pegasus Airlines. Die ESAS Holding gehört zur Sabancı Holding der türkischen Industriellenfamilie Sabancı. [30][31] Nach Genehmigung durch das Bundeskartellamt hat die ESAS Holding den 15,3 Prozent Anteil am 28. April 2009 übernommen. [32]

Kennzahlen

2008 [2] 2007 2006 2005 2004 2003
Umsatz [Mio. €] 3.400,7 2.536,5 1.575,4 1.215,2 1.033,9 863,2
Gewinn [Mio. €] -75,0 21,0 40,1 (1) −115,9 −2,922 36,74
Mitarbeiterzahl 8.311 8.360 4.108 2.764 2.146 1.956
Fluggäste [Tsd.] 28.559 27.863 19.702 17.505 12.055 ? 10.019 ?
Sitzladefaktor [%] 78,36 77,22 75,27 75,23 79,52 ? 76,72 ?
Flugzeuge Jahresende 125 124 117 79 47 46

(1) = nachträglich von Air Berlin berichtigt.

Streckennetz

Boarding in Berlin-Tegel am Terminal C

Das Streckennetz von Air Berlin wurde sukzessive zunächst in Deutschland und kurze Zeit später in ganz Europa am jeweiligen regionalen Bedarf an Nonstop-Flügen zu Zielen innerhalb Europas ausgerichtet. Ein Hauptziel im Streckennetz von Air Berlin ist seit ihrer Gründung Palma de Mallorca, das mit dem Sommerflugplan 2008 über 380 Mal pro Woche angesteuert wird. Auch andere bekannte Ferienziele am Mittelmeer, darunter Kroatien, auf den Kanarischen Inseln, in Portugal, der Türkei und in Nordafrika werden im Linienbetrieb angeflogen. Daneben gibt es zahlreiche Verbindungen zu europäischen Metropolen, z. B. in Italien, Großbritannien, Österreich, Russland, Skandinavien und in den Niederlanden. Ein wichtiges Standbein der Air Berlin sind auch Ziele auf dem spanischen Festland, vor allem Alicante und Malaga. Diese beiden Strecken werden von den meisten Abflughäfen in Deutschland angeflogen. Über das Drehkreuz in Palma de Mallorca verbindet die Airline zahlreiche spanische Flughäfen untereinander. Air Berlin ist mittlerweile der größte nichtspanische Anbieter von innerspanischen Verbindungen.

Durch die Übernahme der LTU werden nun auch Langstrecken angeboten. Dazu werden in Zukunft Flüge nach Miami, Fort Myers, Peking und Shanghai (PVG) unter der Marke Air Berlin geflogen. Touristische Ziele (Dominikanische Republik, Südafrika, Kuba, Thailand) werden weiterhin von der LTU durchgeführt.[33]

Abflughäfen mit besonders breitem Spektrum an Air-Berlin-Zielen haben dabei die Funktion von dezentralen Flotten-Stützpunkten. Die Anzahl der dort jeweils stationierten Flugzeuge richtet sich wiederum nach dem jeweiligen Fluggastaufkommen. Bei manchen von diesen Schwerpunktflughäfen handelt es sich um Drehkreuze (Flughafen Berlin, Flughafen Düsseldorf, Flughafen Palma de Mallorca und Flughafen Nürnberg).

Air Berlin stellte die erst im Mai 2008 neu aufgenommenen Strecken nach Peking und Shanghai zum Winterflugplan 2008/09 wieder ein. Die Strecken nach New York City und Los Angeles wurden ebenfalls ausgesetzt, werden aber ebenso wie Peking ab Mai 2009 wieder angeflogen.

Neue Ziele im Sommer 2009 sind die Kanalinsel Jersey, Krakau in Polen, die norwegische Hauptstadt Oslo, Rijeka und Split in Kroatien sowie die Lagunenstadt Venedig. Der Sommerflugplan beginnt am 1. Mai 2009 und endet am 31. Oktober 2009.

Flotte

Airbus A320 in alter Bemalung
Airbus A319 der Air Berlin in Interimsbemalung
Boeing 737-700 in aktueller Bemalung
Boeing 737-700 in Dreamliner-Lackierung anlässlich der Erstbestellung

Da Air Berlin in den letzten Jahren zum einen die Fluggesellschaften LTU und dba übernommen hat und zum anderen selbst sein Farbschema in dieser Zeit mehrfach geändert hat, ergibt sich derzeit eine eher unübersichtliche Flottenliste. Im Jahr 2008 wurden alle Boeing 737-300 und Fokker 100 ausgemustert. Des Weiteren fallen 2009 die beiden Boeing 757 aus dem Flugplan heraus, die durch Airbusse des Types A321 ersetzt werden. Ebenfalls 2009 wird die Boeing 767-300ER ausgeflottet und geht an die deutsche Condor Flugdienst GmbH. Die 767 wird durch fünf A320 und eine A319 ersetzt.

Typ Anzahl Aufteilung und Gestaltung
Airbus A319 18 teilweise noch in der alten Air-Berlin-Bemalung
Airbus A320 32 11 Flugzeuge eingesetzt von LTU, in aktueller Air-Berlin-Lackierung /einige noch in alter Air Berlin-Lackierung
Airbus A321 6 ein Flugzeug fliegt in den Farben der LTU
Airbus A330-200 10 eingesetzt von LTU; LTU und Air-Berlin Farben
Airbus A330-300 3 eingesetzt von LTU, in aktueller Air-Berlin-Lackierung
Boeing 737-700 16 in aktueller Air-Berlin-Lackierung, 6 Flugzeuge in Wet-Lease von Germania
Boeing 737-800 35 teilweise in der alten Lackierung
Boeing 757-200 2 betrieben von Belair (Fluggesellschaft), in Air-Berlin-Bemalung (werden durch A321 ersetzt)
Boeing 767-300ER 1 betrieben von Belair (Fluggesellschaft), in Air-Berlin-Farben, mit Belair-Schriftzug (wird 2009 ausgeflottet)
Bombardier Dash 8-400Q 2 betrieben vom Regionalpartner Luftfahrtgesellschaft Walter (in Air-Berlin-Farben)

Bestellungen[34][35][36][37]

Datum der Bestellung Hersteller Anzahl Flugzeugtyp Lieferzeitraum geliefert offen
2004 Airbus 60 A319 / A320 2005-2012 28 32
2006 Boeing 85 737-700/-800 2007-2014 4 81
07/2007 Boeing 25 787-8 2013-2017 0 25
10/2007 Bombardier 10 Q400 2008-2009 6 4
12/2007 Boeing 15 737 2011-2014 0 15
Gesamt 195 36 159

Lackierungen

Durch diverse Übernahmen und Umstrukturierungen existieren bei Air Berlin derzeit eine Reihe von Bemalungen nebeneinander.

Alle Flugzeuge der dba, Teile der LTU-Flotte, die zwei Boeing 757-200 und die Boeing 767-300 von Belair sowie die geleasten Maschinen von Germania fliegen in voller Air-Berlin-Lackierung. Allerdings trägt die Boeing 767-300 der Belair immer noch den Belair-Schriftzug.

Air Berlin stellte ihre neue Bemalung im Juni 2007 vor. Diese ist stark an die neue LTU-Bemalung angelehnt und verzichtet vollkommen auf das gewohnte Bordeaux-Rot der Air Berlin. Stattdessen ist der untere Teil des Rumpfes, die Turbinen und das Leitwerk in einer hellroten Farbe lackiert. Die erste Maschine in neuer Bemalung ist eine Boeing 737-800 mit der Registrierung D-ABBX.[38] Weitere Flugzeuge, die diese Bemalung tragen, sind vor allem neu ausgelieferte Maschinen. Der Rest der Flotte wird jeweils bei größeren Wartungen umlackiert. Eine weitere Änderung erfolgte im Januar 2008 mit der Einführung eines neuen Logos und eines neuen Schriftzuges. Die Grundbemalung von Juni 2007 blieb jedoch unverändert.

Rekordflug

Im Rahmen einer Auslieferung einer fabrikneuen Boeing 737-800 mit Winglets gelang es der Air Berlin im November 2001 erstmalig einen Rekordflug durchzuführen. Die Maschine mit der Kennung "D-ABBC" legte in 9:10 Stunden eine Distanz von 8.345 Kilometern nonstop zwischen Seattle (USA) und Berlin zurück.[39]

Vielfliegerprogramm

Wie viele andere Fluggesellschaften hat auch Air Berlin ein Vielfliegerprogramm. Das Kundenbindungsprogramm von Air Berlin heißt topbonus. Je nach Ziel werden Meilen auf dem topbonus-Kartenkonto gutgeschrieben, die später gegen Freiflüge weltweit oder ein Upgrade in die Business Class eingelöst werden können. Ein Freiflug ist ab 7.500 Prämienmeilen erhältlich. Den topbonus Silver-Status erreicht man ab 20.000 gesammelten Statusmeilen bzw. 24 Flügen innerhalb von 12 Monaten, den Gold-Status ab 40.000 gesammelten Statusmeilen innerhalb von 12 Monaten. Der topbonus Silver-/Gold-Status bringt exklusive Vorteile, wie z. B. Priority Check-in, kostenlose Sitzplatzreservierung, zusätzliches Freigepäck.

Seit 1. April 2009 sammeln topbonus-Teilnehmer auf Flügen mit Air Berlin und NIKI bis zu 300 Prozent mehr Status- und Prämienmeilen. Ebenfalls neu sind die monatlichen Schnäppchentickets: Auf jeweils zehn Strecken können sich topbonus-Teilnehmer schon ab 3.000 Meilen Prämienflüge sichern.

Mit der Air Berlin Visa Card, die ab Mai 2009 die Air Berlin MasterCard ablöst, können bei jeder Zahlung topbonus Prämienmeilen gesammelt werden. [40]

Auszeichnungen/Airlinetest

  • ReiseBlick 2009: Air Berlin wird in der Kategorie „Kurzstrecke“ zum zweiten Mal in Folge zur Airline des Jahres gewählt. [41]
  • World Travel Award 2008: Air Berlin ist zum zweiten Mal in Folge der weltweit beste Billigflieger. [42]
  • Telegraph Travel Award 2008: Air Berlin ist zum zweiten Mal in Folge die beste Low Cost Airline. [43]
  • Zum vierten Mal in Folge wurde Air Berlin 2008 als Publikumsliebling von der Online-Plattform travelchannel.de in der Kategorie Low-Cost- und Charter-Airlines ausgezeichnet.
  • Capital-Leser-Umfrage „Airline des Jahres 2008“: Bei den Billigfliegern landete Air Berlin auf Platz eins.[44]

Kritik

Air Berlin wurde von verschiedener Seite für seine Mitarbeiterpolitik kritisiert. Stein des Anstoßes waren dabei die öffentlichen Äußerungen des CEO Joachim Hunold, die Mitarbeiter seines Unternehmens bräuchten keine Gewerkschaften oder Mitbestimmung. Bis 2007 waren die Mitarbeiter der Air Berlin und der zugehörigen Unternehmen kaum organisiert. Während dies von Seiten der Air Berlin mit dem Hinweis auf ein gutes Betriebsklima kommentiert wurde, vermuteten Kritiker u. a. auf Seiten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, dass das Unternehmen die Gründung von Betriebsräten systematisch unterbinde. Auch im Wechsel der Gesellschaftsform weg von der deutschen GmbH hin zur PLC nach britischem Recht wurde ein taktischer Schachzug zur Beschneidung der Arbeitnehmerrechte gesehen.

Am 7. August 2007 hat sich Air Berlin mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di erstmals auf Tarifverträge (Mantel- und Vergütungstarifvertrag) für die 805 Piloten und 1.442 Flugbegleiter geeinigt, die bis Ende 2009 laufen. Außerdem sollen Verhandlungen über die Gründung eines Betriebsrates aufgenommen werden.[45]

Verbraucherschützer werfen Air Berlin und anderen Luftverkehrsanbietern vor, sich einer Zusammenarbeit mit der vom Bund finanzierten „Schlichtungsstelle Mobilität“ noch immer zu verweigern.

Im Streit mit dem Land Berlin um die Verlegung des Flugbetriebs von Flughafen Berlin-Tegel nach Flughafen Berlin Brandenburg versuchte Air Berlin Druck auszuüben und drohte mit Verlegung des Sitzes und der Änderung des Firmennamens. Eine Klage, die Air Berlin wie auch andere Fluggesellschaften gegen die Schließung des Flughafens Tegel angestrengt hatte, wurde inzwischen jedoch letztinstanzlich abgewiesen.

Im Air Berlin Magazin 03/2008 schrieb Hunold ein Editorial aufgrund eines Briefes der balearischen Landesregierung, in dem die Fluggesellschaft zur Nutzung der katalanischen Sprache aufgefordert wird [46]. Umgehend führte die Form dieses Artikels zu Reaktionen in der gesamten spanisch-katalanischen Öffentlichkeit, die bis zu Boykott-Aufrufen des Unternehmens reichten. [47] [48][49]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b Neu: Mit Air Berlin nach Krakau und Oslo Pressemitteilung von Air Berlin vom 26. Februar 2009
  2. a b c http://ir.airberlin.com/kennzahlen_statisch.php?LANG=deu
  3. a b Air Berlin: Mehr Passagiere und höhere Auslastung in 2008 9. Januar 2009
  4. berlin-spotter.de: Air Berlin Airline-Porträt
  5. Air Berlin Stimmrechtsmitteilungen
  6. Manager-Magazin – Air Berlin: Germania Erben uneins über möglichen Verkauf – vom 3. März 2008
  7. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold über den Börsengang des Unternehmens, Interview im Tagesspiegel, 2. Mai 2006
  8. Air Berlin vertagt IPO, n-tv, 4. Mai 2006
  9. Börsengang: Air Berlin schafft die Notlandung, sueddeutsche.de/ddp/dpa, 11. Mai 2006
  10. Harte Landung für Air Berlin, boerse.ARD.de, 11. Mai 2006
  11. Investor Facts zu den Anteilseignern
  12. Karl-Heinz Steinkühler: Air Berlin schluckt Konkurrenten dba. in: Focus. Focus, München 17. August 2006. ISSN 0943-7576
  13. Finanznachrichten.de:Air-Berlin-Chef Joachim Hunold rechnet nicht mit sinkenden Preisen bei Langstreckenflügen
  14. Financial Times Deutschland:Kartellamt bei LTU-Übernahme skeptisch – vom 21. Mai 2007
  15. airberlin.com: Weg frei für Air Berlin-Beteiligung an Belair 21. August
  16. aero.de: „Air Berlin stellt Nutzung der Marke LTU ein“ (29. Juli 2008)
  17. Pressemitteilung von Air Berlin bezüglich der Übernahme von Condor vom 20. September 2007
  18. http://www.airberlin.com/site/pressreleases_dr.php?LANG=deu&ID=1709
  19. http://www.airberlin.com/site/pressreleases_dr.php?LANG=deu&ID=1601
  20. [1]
  21. Windhorst fliegt wieder – Einstieg bei Air Berlin, n-tv, 3. Januar 2008
  22. Air Berlin Ad-hoc-Mitteilung vom 10. Januar 2008
  23. boerse.ard.de - Air Berlin begrüßt Blawatnik an Bord - vom 6. April 2008
  24. Air Berlin Pressemitteilung vom 20. Mai 2008
  25. reuters - Air Berlin sieht Blawatnik als langfristigen Investor - vom 6. April 2008
  26. air berlin investor relations - Haarlem One B.V. veräußert Air Berlin-Aktienpaket - vom 4. April 2008
  27. onvista.de - Anteilseigner - gelesen am 5. Mai 2008
  28. Aktienpaket an Air Berlin PLC verkauft
  29. Handelsblatt - Air-Berlin-Paket - UBS sucht Investor für Air Berlin vom 18.Februar 2009
  30. http://newsticker.welt.de/index.php?channel=new&module=dpa&id=20785960
  31. http://kurse.focus.de/news/EANS-Adhoc-Air-Berlin-PLC-ESAS-Holding_id_news_101389407.html
  32. http://ir.airberlin.com/presse_detail.php?lang=de&bereich=pm&id=388
  33. Air Berlin-Pressekonferenz vom 20. September 2007
  34. Airbus.com: Bestellungen von Air Berlin MS-Excel-Tabelle vom 31. Januar 2008
  35. Boeing.com: Bestellungen von Air Berlin 4. März 2008
  36. ILFC: AIR BERLIN LEASES THREE (3) NEW BOEING 787–8 AIRCRAFT FROM ILFC 4. Dezember 2007
  37. Airberlin.com: [2] 26. März 2008
  38. Bild der Maschine
  39. Presseportal: Air Berlin PLC & Co Luftverkehrs KG - Air Berlin mit Weltrekord
  40. Pressemitteilung vom 6. März 2009
  41. http://www.reiseblick.ch/fileadmin/user_upload/RB_PDF_2009/RB01/rb01_04_Airlines08.pdf Artikel aus ReiseBlick
  42. World Travel Award: World - Winners 2008
  43. http://www.airberlin.com/site/pressnews_dr.php?LANG=deu&ID=221 News von November 2008
  44. http://www.presseportal.de/pm/8185/1179458/capital_g_j_wirtschaftspresse Zeitschrift Capital vom 25. April 2008 „Airline des Jahres 2008“
  45. www.tagesschau.de „Air Berlin unterschreibt erstmals Tarifverträge“ vom 7. August 2007
  46. Schreiben der katalanischen Landesregierung an Air-Berlin
  47. Javier Caceres: Sprachverirrung auf den Balearen in SZ-online
  48. S. Colomé / M. Cebrián: Air Berlin denuncia el abuso del catalán y la discriminación del español in: La Vanguardia-online
  49. Ute Müller Benvingut, Sr Hunold in: Financial Times Deutschland

Literatur

Weblinks


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