Air Baltic
airBaltic
Logo der airBaltic
Boeing 737-300 der airBaltic
IATA-Code: BT
ICAO-Code: BTI
Rufzeichen: AIRBALTIC
Gründung: 1995
Sitz: Riga, LettlandLettland Lettland
Drehkreuz:

Flughafen Riga,
Flughafen Vilnius,
Flughafen Tallinn

Heimatflughafen: Riga
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Martin Gauss
Mitarbeiterzahl: 1300 (2009)
Fluggastaufkommen: 3,0 Mio. (2010)[1]
Vielfliegerprogramm: BalticMiles
Flottenstärke: 33
Ziele: National und international

Air Baltic (Eigenschreibweise airBaltic) ist eine lettische Fluggesellschaft mit Sitz in Riga und Basis auf dem Flughafen Riga. Flottenstützpunkte gibt es auch in der litauischen Hauptstadt Vilnius und der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die airBaltic entstand als neue nationale lettische Fluggesellschaft durch den Zusammenschluss der privaten Baltic International und der staatlichen Latavio – Latvian Airlines im September 1995. An dem neuen Unternehmen war der lettische Staat mit einer Kapitalmehrheit von 51 % beteiligt. Weitere Teilhaber waren Baltic International USA, SAS und zwei Investmentfirmen. Erstes Flugzeug der neuen Fluglinie war eine Saab 340, der im Frühjahr 1996 drei Avro RJ70 folgten. Die Übernahme der früheren Latavio-Routen konnte erst nach der langwierigen Abwicklung dieser Fluggesellschaft im Jahr 1998 durchgeführt werden, weswegen airBaltic bis dahin in ihren strategischen Entwicklungsmöglichkeiten behindert war.

Nach dem Ausstieg der Baltic International USA zum Jahresende 1998 übernahm SAS im Januar 1999 deren Anteile und transferierte einige Fokker 50 für den Einsatz auf den Routen von Riga nach Kopenhagen und Stockholm. Nach der Umstrukturierung hält der lettische Staat 52,6 % und Baltic Aviation Systems SIA 47,2 % der Anteile. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 1.300 Mitarbeiter.[1]

Von der European Regions Airline Association (ERA) wurde airBaltic zur Fluggesellschaft des Jahres 2009/10 gewählt. Der 1991 eingeführte Preis wurde zur bedeutendsten Auszeichnung der Branche auf diesem Gebiet.

Air Transport World, das bedeutendste Magazin der Branche, hat airBaltic 2010 den Phoenix Award als Anerkennung für die erfolgreiche Umstrukturierung verliehen.

Finanzaffäre 2011

2011 geriet Air Baltic zunehmend in Liquiditätssprobleme. Die lettische Regierung machte die Gewährung eines Kredits zur Erhöhung des Grundkapitals jedoch vom Rücktritt des Geschäftsführers Bertold Flick abhängig, dem untransparente Methoden vorgeworfen wurden. Im Juni 2011 bezichtigte Flick auf einer Pressekonferenz seinerseits die Regierung, den Wert des Unternehmens durch eine Schmutzkampagne zu reduzieren, um so die Staatsanteile noch vor den Parlamentswahlen zur 11. Saeima verkaufen zu können.[2] Im September kam es zu einem Affront, als kurzfristig mehrere Flüge der Air Baltic abgesetzt wurden. Unter den Betroffenen befand sich der lettische Staatspräsident Andris Bērziņš, der nach seinem Antrittsbesuch in Brüssel einen Tag unfreiwilligen Aufenthalt hatte.

Am 16. September, dem Tag vor den Parlamentswahlen kam es laut BAS-Pressesprecher schließlich zu einer Einigung über die Geldzuschüsse.[3] Am 21. September 2011 meldete Air Baltic infolge eines Defizits von etwa 84 Millionen Euro, unter Aufrechterhaltung des Flugbetriebs Insolvenz an.[4] Am 27.9. gab die lettische Regierung eine proportionale Erhöhung des Grundkapitals bekannt.[5] Der Staat sollte hierbei 57,6 Millionen Lat, die BAS 50 Millionen Lat investieren. Zu den Voraussetzungen der Einigung gehörte unter anderem der Rücktritt Flicks aus der Geschäftsführung.

Ziele

Air Baltic bedient ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb der baltischen Staaten und fliegt darüber hinaus zahlreiche internationale sowie europäische Metropolen an. Im Juni 2010 hat die Fluggesellschaft eine neue Basis in Tallinn eröffnet und ist damit erstmals in allen baltischen Staaten (Estland, Lettland sowie Litauen) vertreten. In Deutschland werden Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover und München angesteuert.

Flotte

Eine Fokker 50 der airBaltic

Mit Stand August 2011 besteht die Flotte der Air Baltic aus 33 Flugzeugen[6] mit einem Durchschnittsalter von 13,1 Jahren[7]:

Die Fokker 50-Flotte wird zu Beginn des Winterflugplans 2011/12 Ende Oktober 2011 außer Dienst gestellt.[8]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b airbaltic.de – Fakten & Zahlen abgerufen am 4. April 2011
  2. airlinenews-2836 aufgerufen am 17. September 2011
  3. apollo.lv: BAS piekrīt valdības izvirzītajiem nosacījumiem (lettisch) aufgerufen am 17. September 2011
  4. airliners.de - Air Baltic flüchtet in Gläubigerschutz 23. September 2011
  5. [1]
  6. ch-aviation.ch – Flotte der airBaltic (englisch) abgerufen am 26. August 2011
  7. airfleets.net – Flottenalter der airBaltic (englisch) abgerufen am 26. August 2011
  8. [2] (englisch) abgerufen am 23. September 2011

Weblinks

 Commons: Air Baltic – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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