16-mm-Film
16 mm
Super 16 mm

16 mm und Super 16mm sind Schmalfilm-Filmformate, die weltweit für Fernsehproduktionen, Dokumentationen und Low-Budget-Filme genutzt wurden und werden. Für kommerzielle Vermarktung wird das Material auf 35-mm-Film vergrößert (Blow-up), damit es mit in Kinos üblichen Projektoren vorgeführt werden kann. Seit der Jahrtausendwende wird 16-mm-Film zusehends durch digitale Aufzeichnungen ersetzt.

Das Format wurde 1923 als (teures!) Amateurfilmformat eingeführt, fand jedoch bald als Alternative zum 35-mm-Kinostandard Verbreitung. Schlechtere Auflösung und gröberes Korn sind dabei zugunsten der weit geringeren Produktionskosten in Kauf zu nehmen.

Etliche Kleinstbild-Fotokameras nutzten bzw. nutzen das gleiche Material.

Inhaltsverzeichnis

TV

Die verglichen mit 35-mm-Equipment weitaus kompakteren und leichteren 16-mm-Filmkameras wurden seit den Anfängen des Fernsehens in frühen 1950er Jahren in diesem Bereich auf der ganzen Welt fast ausschließlich genutzt, bis Ende der 1980er Jahre Videokameras mit Magnetband-Aufzeichnung (U-matic, Betacam …) Standard wurden.

Für ‚Aktualität‘ (Nachrichten) und zunächst auch für Dokumentarfilme verwendete man üblicherweise Umkehrfilm, für die weitaus aufwändigeren Fernsehserien jedoch Negativfilm.[1] Ab Mitte der 1980er Jahre wurden auch Dokus wie Spielfilme geschnitten.

Bis zur Einführung der Magnetaufzeichnung (MAZ und Ampex; 1959) auf damals professionellen Videorekordern bot 16-mm-Film die einzige Möglichkeit, Fernsehsendungen zu archivieren.

Auch heute noch werden viele TV-Serien und Fernsehfilme auf Super 16 gedreht.

Das Filmmaterial

Der entwickelte 16-mm-Film hat eine Bildfeld-Größe von 10,3 x 7,5 mm (b/h), die Bilddiagonale beträgt also 1/2 inch (Zoll) entsprechend 12,7 mm. Pro Bild (frame) gibt es ein Perforationsloch seitlich exakt in Höhe des Bildstrichs, analog zum Normal 8-Film.

Das Material wird hergestellt mit einseitiger Perforation (single edge, immer links von Schicht her gesehen), und doppelseitiger Perforation (double edge). Einseitig perforiert benutzt man ihn vor allem als Rohfilm in den Filmkameras und für optische Kopien (Alte Norm, Schicht zum Bildfenster, Blank vom Bildfenster weg). Doppelt perforiert wird er (seltener) eingesetzt als Rohfilm, dann meistens für High-Speed-Filmkameras und Trickfilmkameras, vor allem aber bei Kontaktkopien (Klatschkopien), ein Verfahren, bei dem bei der Durchbelichtung Schicht auf Schicht gepresst wird. Da die Kopie nach diesem Verfahren seitenverkehrt ist und man den Film wenden muss, um ihn seitenrichtig vorzuführen (Neue Norm, Blank zum Bildfenster, Schicht vom Bildfenster weg), ist die Doppelperforation erforderlich.

Das Filmformat Super 16 ist einseitig perforierter 16-mm-Film und erreicht durch Ausnutzung der verbleibenden Breite des Filmmaterials eine Bildfeld-Größe von 12,35 x 7,42 mm (b/h). Das Bildseitenverhältnis beträgt 1:1,66 und entspricht damit fast den Produktionsanforderungen für das Fernsehformat 16:9, dient daher meistens als Ausgangsmaterial zur elektronischen Weiterverarbeitung (Postproduktion). Außerdem ist die Herstellung von 35mm-Projektionskopien im Blow-Up-Verfahren von Super-16-Negativen möglich.

Der passende Ton

16-mm-Projektor "Siemens 2000" mit Lichttonverstärker, um 1960

Einseitig perforierter Film kann auf einer Seite eine Lichtton- oder alternativ eine (aufgeklebte, laminierte oder aufgespritzte) Magnettonspur (Randspur) aufweisen. Da beide Tonspur-Methoden nur eine begrenzte Tonqualität bieten, wird im professionellen Bereich der Ton auf Magnetfilm überspielt (gemischt) und synchron zum Bildfilm mitgeführt. Zur Vorführung ist dann ein sogenannter Zweibandprojektor erforderlich.

Der 16-mm-Lichtton (bzw. in Ausnahmefällen der Randspur-Magnetton) spielt oder spielte eine Rolle vor allem bei Unterrichtsfilmen und Dokumentarfilmen zur Vorführung in Schulen und Seminaren. Hier erwies es sich als vorteilhaft, nur eine Filmrolle anzuliefern, auf der sich Bild und Ton zusammen befand. Diese konnte jede Person mit Vorführschein (meistens Lehrer oder Hausmeister) in den Projektor einlegen. Diese Technik wurde seit den 1980er Jahren nach und nach durch den Einsatz von Fernsehgeräten oder auch durch elektronische Bildprojektoren (Video-Beamer) verdrängt, wobei meistens VHS-Kassetten, seit den 2000er Jahren auch auf DVDs verwendet wurden. Neuproduktionen von 16-mm-Unterrichtsfilmen gab es jedoch noch bis Ende der 1990er Jahre; aufgrund der relativ hohen Lebensdauer dieser Medien sind auch heute noch tausende von Dokumentar- und Unterrichtsfilmen verfügbar. Echte Filmvorführungen werden daher von einzelnen Lehrern als besonderes Event eingesetzt.

Bemerkenswertes

Ein Fuß (304,8 mm) 16-mm-Film enthält 40 Bilder. 100-Fuß-Spulen ergeben daher bei 24 Bildern/s eine Laufzeit von 2:46 min.

In der Kleinstbildfotografie wurde meist der einseitig perforierte 16-mm-Film verwendet und in Längsrichtung belichtet, der jedoch von den Kameraherstellern oder dem Fotografen selbst konfektioniert werden musste. Für Edixa 16 und Rollei 16 ergab sich dabei eine Bildgröße von 12×17 mm, für die Minolta 16 10×10 mm. Die Kleinstbildkamera Minox hingegen belichtet(e) speziellen 9,5 mm breiten unperforierten Film, um ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

Der wohl bekannteste Low-Budget-Film, der auf 16-mm-Film gedreht und auf 35 mm aufgeblasen zum Kinokassenschlager wurde, ist Steven Spielbergs Frühwerk Duell (1971).

Anmerkungen

  1. Beim Umkehrfilm (Diafilm) muss das Original geschnitten werden; es ist hinterher nicht einwandfrei rekonstruierbar. Für Spielfilme und Ähnliches wird der weitaus teurere Prozess bevorzugt: Geschnitten wird eine Positivkopie des Originalnegativs; erst nach 'Absegnung' durch die Letztverantwortlichen wird das Originalnegativ geschnitten und damit zum Mutternegativ für die Vorführkopien.

Siehe auch


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