16. Luftarmee

Die 16. Luftarmee der sowjetischen Luftstreitkräfte war ein Großverband der Roten Armee. Sie wurde während des Zweiten Weltkrieges aufgestellt und war während des Kalten Krieges als Teil der GSSD in der DDR stationiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die 16. Luftarmee wurde im August 1942 auf der Grundlage von Truppenteilen und Verbänden der 8. Luftarmee (220. und 283. Jagdfliegerdivision) und der Reserve des Hauptquartiers (228. und 291. Schlachtfliegerdivision) aufgestellt.

Zweiter Weltkrieg

Die ersten Einsätze erfolgten ab dem 4. September 1942. Im Bestand der Stalingrader der Don-, der Zentral-, der Weißrussischen und schließlich der 1. Weißrussischen Front nahm sie an der Schlacht von Stalingrad (1942/1943), der Schlacht bei Kursk 1943, an der Rückeroberung der Ukraine östlich des Dnepr und Ostweißrusslands, an der Forcierung des Dnepr, der Operation Bagration, der Weichsel-Oder-Operation, der Ostpommern- und der Berliner Operation teil.

Bis Kriegsende wurden etwa 300 000 Einsätze geflogen. Befehlshaber waren Generalmajor P.S. Stepanow (August–September 1942) und Generalmajor S.I. Rudenko (Oktober 1942–Mai 1945; im Januar 1943 zum Generalleutnant und im Mai 1945 zum Generaloberst befördert).

Kalter Krieg

Die 16. Luftarmee übernahm von der Wehrmacht einige teilweise zerstörte Flugplätze, unter anderem Finow, Wittstock und Werneuchen und richtete sie für ihre Zwecke wieder her, andere wie Groß Dölln/Templin waren Neubauten. Ab Ende der 1940er Jahre wurden die Fliegerhorste aufgrund der mehr Platz beanspruchenden Strahlflugzeuge kontinuierlich ausgebaut, unter anderem durch verlängerte Landebahnen. Vom August 1949 bis zum April 1968 trug der Verband die Bezeichnung 24. Luftarmee. Die 16. Luftarmee bildete innerhalb der WWS den größten operativen Truppenverband und verfügte über die modernsten Waffensysteme der Sowjetunion. In ihrem Bestand befanden sich beim Zusammenbruch des Warschauer Pakts 842 Flugzeuge und 743 Hubschrauber, die auf 30 Flugplätzen stationiert waren. Die Verbände der 16. Luftarmee wurden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von 1991 bis 1994 aus Deutschland abgezogen und in die Streitkräfte Russlands, Weißrusslands und der Ukraine integriert oder aufgelöst.

Verbände der 16. Luftarmee (Stand: Ende 1977)

Die 16. Luftarmee war 1977 in der DDR stationiert und war mit Flugzeugen der Typen MiG-21, MIG-23, MIG-25, MIG-27, SU-7 und SU-17 ausgerüstet. Der Stab der Luftarmee befand sich bei Wünsdorf.[1]

Folgende Verbände waren der Luftarmee unterstellt: (Die Auflistung führt ausschließlich jene Verbände auf deren Waffensysteme als Träger für Kernwaffenbewaffnung vorgesehen waren. Daher besteht kein Anspruch auf Vollzähligkeit da Verbände mit Flugzeugen und Hubschraubern mit Transport-, Verbindungs-, Aufklärungs-, Zieldarstellungs- und Funkelektronischen Aufgaben laut Quelle nicht erwähnt wurden)

  • 931. Selbständiges Garde-Aufklärungsflieger Regiment in direkter Unterstellung bei Werneuchen
  • 61. Garde-Jagdflieger Korps bei Wittenberg
    • 6. Garde-Jagdflieger Division bei Merseburg
      • 31. Garde-Jagdflieger Regiment bei Falkenberg
      • 85. Garde-Jagdflieger Regiment bei Merseburg
      • 296. Jagdflieger Regiment bei Altenburg
    • 126. Jagdflieger Division bei Zerbst
      • 35. Jagdflieger Regiment bei Zerbst
      • 73. Garde-Jagdflieger Regiment bei Köthen
      • 833. Jagdflieger Regiment bei Jüterbog
    • 105. Jagdbombenflieger Division bei Großenhain
      • 116. Garde-Jagdbombenflieger Regiment bei Brand / Briesen (Ortsteil von Halbe)
      • 497. Jagdbombenflieger Regiment bei Großenhain
      • 559. Jagdbombenflieger Regiment bei Finsterwalde
  • 71. Garde-Jagdflieger Korps bei Wittstock
    • 16. Garde-Jagdflieger Division bei Damgarten
      • 33. Jagdflieger Regiment bei Wittstock
      • 773. Jagdflieger Regiment bei Damgarten
      • 787. Jagdflieger Regiment bei Finow
    • 125. Jadbombenflieger Division bei Rechlin
      • 19. Garde-Jagdbombenflieger Regiment bei Lärz
      • 20. Garde-Jagdbombenflieger Regiment bei Groß Dölln
      • 730. Jagdbombenflieger Regiment bei Neuruppin

Einzelnachweise

  1. Stefan Büttner: Sowjetische Atombomben in Europa, Flieger Revue extra, 22. Heft, 2008, S. 30-53

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