Eros (Mythologie)
Eros auf einer rotfigurigen Spule
(Attische Malerei um 450 v. Chr., Louvre in Paris)
Eros in der Rezeption: Peter Paul Rubens, Amor schnitzt den Bogen, 1614, Alte Pinakothek in München

Eros (altgriechisch Ἔρως [Érōs] /ěrɔːs/, neugr. Έρως) ist in der griechischen Mythologie der Gott der begehrlichen Liebe. Ihm entspricht in der römischen Mythologie Amor, oft auch Cupido, seltener Kypripor (von Zypern, wo er besonders verehrt wurde) genannt. Während Eros im Kult kaum eine Rolle gespielt hat, ist er seit der Antike eine der beliebtesten mythischen Figuren in Literatur, Kunst und Musik.

Inhaltsverzeichnis

Von der kosmischen Macht zum Kleinkind

Eros erscheint zum ersten Mal bei dem griechischen Dichter Hesiod als göttliche Macht. Am Beginn der Zeit entsteht er zusammen mit Gaia, Nyx, Erebos und Tartaros aus der gähnenden Leere, dem Chaos. Bis in die Zeit der griechischen Klassik wird Eros in Kunst und Literatur als schöner Jüngling dargestellt. Seine Attribute sind meist Peitsche, Netz oder Sandale. Erst im Hellenismus setzt sich die Darstellung des Eros als Kleinkind mit Pfeil und Bogen durch. Dabei soll eine auf das Herz gezielte goldene Pfeilspitze die Leidenschaft entfachen (auch Symbol der „Liebe auf den ersten Blick“), eine bleierne dagegen die Leidenschaft abtöten (Symbol der unerwiderten Liebe). Der Gegensatz zwischen dem harmlosen, unbeholfenen Kleinkind und seiner gewaltigen Wirkung wird offenbar als besonders reizvoll empfunden. Weil man die erotische Liebe wohl schon immer als flüchtig empfunden hat, wird Eros meist mit Flügeln dargestellt. Eros gilt meist als Sohn der Aphrodite (röm. Venus) und des Ares (röm. Mars). Manchmal wird auch Hermes (röm. Mercurius) oder Zeus (röm. Jupiter) als Vater genannt. Die Beziehung zwischen der Liebesgöttin und ihrem Sohn wird seit Apollonios gern als Beziehung zwischen einer etwas überforderten Mutter und ihrem ungezogenen Kind dargestellt. Eros wurde niemals als genügend verantwortlich betrachtet, um in der herrschenden olympischen Familie der Zwölf zu erscheinen.[1]

Berühmt ist die Geschichte von Amor und Psyche des Apuleius. Hier ist Psyche die Geliebte des Eros, die ihm eine Tochter, Voluptas (die Lust) schenkt.

Mit Platons Symposion hat der Eros als Personifikation des menschlichen Strebens nach dem Schönen Eingang in die europäische Philosophie gefunden.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie, K. 15. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2007.

Literatur

Weblinks

 Commons: Eros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Eros – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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