-furt
Zweisprachiges Ortsschild von Aurich, Plattdeutsch/Hochdeutsch
Zweisprachiges Ortsschild von Bautzen, Obersorbisch/Hochdeutsch

Ein Ortsname, auch Siedlungsname, fachlich Oikonym (griech. oΐkos „Haus“), ist der Name einer Siedlungsstelle. Das kann ein Dorf oder eine Gebietskörperschaft (Stadt, Gemeinde), ein Einzelhof (Hausname), ein Weiler oder eine Wüstung sein. Ein Ort ohne eine Siedlungsstelle (Gemarkung) wird dagegen mit einem Flurnamen belegt. Mit der Erforschung von Ortsnamen befasst sich die Toponomastik.

Die Benennung eines Ortes dient wie alle Bezeichnungen letztlich der Orientierung des Menschen in seiner Umwelt. Ältere Namen von Siedlungen aus der Antike und aus dem Mittelalter veränderten sich im Laufe der Zeit oftmals so sehr, dass man aus den heutigen Bezeichnungen der Ortschaften zumeist nicht mehr sofort seine ursprüngliche Bedeutung erkennen oder auf seine Herkunft schließen kann. (Beispiel: Köln entstand aus Colonia (lat.) und bedeutet Kolonie oder Niederlassung).

Inhaltsverzeichnis

Entstehung von Ortsnamen im deutschen Sprachraum

Ortsnamen waren erforderlich um eines oder mehrere Anwesen eindeutig zu benennen, zu kennzeichnen. Nur mit dem Ortsnamen konnten in der Vergangenheit Besitz, Lehnsrechte, Gerichtsrechte, Zehnte, Patronate, Leibeigene, Zölle oder sonstige Abgaben genau zugeordnet werden.

Der Entstehung der Ortsnamen lag stets ein Benennungsmotiv zu Grunde, ein Merkmal, das diesem bestimmten Ort anhaftet und das sich auf den ersten Siedler, Gründer (Namen), geografische und oder topografische Gegebenheiten/Besonderheiten (z. B. Gewässer, Fluss, Furth, Berg, Burg, Kirche, Kloster) oder auf mythologische Gründe bezog. Ortsnamen werden erstmals schriftlich genannt, wenn ihre Gründung durch Urkunden belegt ist oder wenn Rechtsgeschäfte, die mit dem Ort in Verbindung stehen, getätigt und in Urkunden festgehalten wurden. Urkunden sind zufällig erhaltene Belege dieser Rechtsgeschäfte. Die meisten Namem waren daher schon in Gebrauch bevor sie erstmals schriftlich erwähnt wurden.

Geografische Namen entstanden zumeist aus Beobachtungen der natürlichen Gegebenheiten, die durch die Lage der Orte (Altpolabisch "berl-" für Sumpf, Sumpfstadt für Berlin) oder das Fließverhalten der Flüsse (die Gehende - Elbe, die Fließende - Rhein) geprägt wurden. Aber auch der Charakter von Völkern, aus denen Namen von Ländern und Landschaften entstanden (Thüringen - Land der Mutigen vom Germanischen: thuringoz, die Wagenden, die Mutigen), findet man in den Ortsnamen (etymologische Bedeutung) wieder.

Ortsnamen können verschiedenste Ursprünge haben:

  • Herrschaftliche Namen: diese Art rühren von ehemaligen Besitztümern von adeligen oder kirchlichen Grundbesitzern her. Wie viele andere Ortsnamen wurden sie im Laufe der Zeit verkürzt und der jeweiligen Aussprache angepasst, so dass sie nur noch schwer mit den ursprünglichen Namen identifiziert werden können, zum Beispiel Gräfenhainichen aus 1381 Gravinalbrechtishayn.
  • Speziell kirchliche Bezüge sieht man oft als selbstständigen oder integrierten Teil des Ortsnamens, wie Pfarre oder Pfarr-, zum Beispiel Pfarrkirchen.
  • Herleitung des Namens von einem Patron (Schutzheiligen) des Ortes, wie Sankt Martin oder St. Jöris.
  • Benennung eines Ortes nach den Einwohnern:
  • Bezugnehmend auf Merkmale der (natürlichen) Umgebung:
    • Der Ortsname rührt von einem Fluss her, der den Ort durchfließt, beispielsweise bei der Mündung, wie Ybbs oder Fischamend („Fischa am Ende“)
    • Nach nahe gelegenen Bergen, Wäldern, Seen etc.: Nürnberg („Felsberg“ zu mundartl. Nörr, Nürn „Fels“), Finsterwalde, Westensee („westlich des Sees“).
    • Nach in der Gegend gehäuft auftretenden Pflanzen oder Tieren, zum Beispiel Eschede („Eschenort“), Exten („bei den Elstern“, zu westfälisch Eekster „Elster“). Auch zusammengesetzte Namen können so entstehen, wie Eichstätt, Moorenweis („Moorwiese“) oder Biberach („Biberwasser“).
  • Es gibt aber auch die Entstehung aus einer Umwandlung aus einer fremden Sprache der ursprünglichen Bewohner wie beispielsweise Leobersdorf aus slawisch Ljubac.
  • Die einfache Ableitung als Erweiterung eines ursprünglichen Namens wie Neu-Isenburg oder Kleinochsenfurt. Oft heißen die Tochtersiedlungen auch einfach Neudorf, Neustadt oder Neusiedl, die auch mit einem erklärenden Zusatz versehen werden können wie Wiener Neustadt. Ähnliches gilt auch für Orte, die Auswanderer oder Vertriebene oder Umsiedler nach ihrem Heimatort benennen. Ein Beispiel für die erste Gruppe ist New Orleans, für die zweite Neugablonz, wo sich viele Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg aus Gablonz in Nordböhmen gemeinsam ansiedelten, für die dritte Neu-Lohn (vgl. Vertriebenenstadt)

Religiöse Ortsnamen

Ortsnamen-Grundwörter, die einen religiösen Hintergrund haben, sind in Europa meistens christliche Namen. Sie bezeichnen meistens Gebäude (-kirch, -kloster, -zell etc.), da diese den Grundstein für die Entstehung der Ortschaft legten.

Ab Anfang des 7. Jahrhunderts begannen iro-schottische Mönche, die Germanen östlich des Rheins zu missionieren. Viele Orte erhielten danach christliche Namen, wie zum Beispiel Sankt (siehe hierzu Missionierung der Chatten).

Bestandteile von Ortsnamen (im deutschen Sprachraum)

Ortsnamen im deutschen Sprachraum (wie die meisten Ortsnamen keltisch-germanischer Herkunft) bestehen im allgemeinen aus einem Grundwort (ursprünglich im Dativ), das meistens mit einem vorangestellten Bestimmungswort näher bestimmt wird. Dieses Muster wird vorwiegend seit der späteren Völkerwanderungszeit angewendet und geht wohl auf römische Vorbilder wie Castra Regina (‚Kastell am Regen‘ > Regensburg) zurück (bei denen allerdings das Grundwort am Anfang steht). Ein älteres Muster ist die Bildung aus Bestimmungswort und Suffix (das auch für die meisten Ortsnamen slawischen Ursprungs gilt).

Da die Grundwörter im Laufe der Geschichte oft bis zur Unkenntlichkeit verschliffen wurden (zum Beispiel -heim zu -em, -en, -um), sind sie von Suffixen z. T. nicht mehr zu unterscheiden, so dass in vielen Fällen nur die ältesten urkundlichen Belege eine sichere Zuordnung erlauben.

Zur Unterscheidung von gleichen (oder ähnlichen) Ortsnamen in der Umgebung können den Namen weitere Elemente hinzugefügt werden. Dies kann ein vorangestellter Zusatz wie Berg- oder Wald- oder ein nachgestellter Zusatz wie bei/am XY sein. Benachbarte Tochtersiedlungen (bzw. planmäßige Erweiterungen bestehender Siedlungen) werden meistens durch Namenszusätze wie Neu- oder Klein- von der ursprünglichen Siedlung unterschieden, die gleiche Funktion erfüllen Zusätze wie -Neustadt etc. Meistens neuzeitlichen Ursprungs sind weitere Beinamen und Zusatzbezeichnungen (s. u.); sie werden oft nur im amtlichen Verkehr gebraucht und in der lokalen Umgangssprache ignoriert, zum Beispiel Bad Münder am Deister.

Grundwörter

Grundwörter bezeichnen den Grund der Benennung eines Orts bzw. einer Siedlung, zum Beispiel das Vorhandensein von Gebäuden (-hausen, -kirchen etc.) oder spezieller geografischer Merkmale (-berg, -wald etc.). Die Grundwörter werden auch Endungen genannt, weil sie in germanischen Ortsnamen in der Regel hinten stehen. Durch diese Bezeichnung wird jedoch der Unterschied zu den Ortsnamen-Suffixen verwischt, die im Gegensatz zu den Grundwörtern keine erschließbare eigenständige Bedeutung haben.

Ortsnamen-Grundwörter können auch für sich stehen (Simplex) und zum Teil als Bestimmungswörter dienen, also miteinander kombiniert werden.

Beispiele sind:

Suffixe

Ortsnamen-Suffixe können (besonders in altertümlichen Ortsnamen) die Stelle von Grundwörtern einnehmen. Da sie keine eigenständige Bedeutung haben, sind sie noch stärker als die Grundwörter der Abschleifung (und gegenseitiger Angleichung) ausgesetzt. Hinzu kommt, dass die deutschen Ortsnamen ursprünglich Dativformen waren (gebraucht als Lokativ) und deshalb häufig noch auf -e (Singular) oder -(e)n (Plural) enden, zum Beispiel -walde „im/am …wald(e)“, -hausen (althochdeutsch -husun, -husin, -huson) „bei den …häusern“. Viele Ortsnamen leiten sich auch von Flurnamen ab.

Beispiele:

  • -ach, -ich (-ig), -icht (-igt), oberdeutsch -at, -et, -it, hessisch -es, -is: Kollektivsuffix, das aus Baumnamen Gehölznamen bildet, zum Beispiel Haslach („Haselwald“), Birkig, Buchet, Meiches (1342 zum Eiches).
  • -ate, -te, -nit und -net: keltischen Ursprungs, zum Beispiel Adnet (Salzburg).
  • -ede, -de, -da, -te, -ta, -t: Kollektivsuffix, das aus örtlichen Gegebenheiten Siedlungsnamen bildet, zum Beispiel Eschede, Apolda (‚Ort, wo Äpfel wachsen/Apfelbäume stehen‘ vergl. lateinisch arboretum ‚Baumgarten‘ zu arbor ‚Baum‘), Ebnet/Ebnit/Ebnat (zu althochdeutsch ëbanôti ‚Ebene‘); aber auch Substantive aus Verben, zum Beispiel Freude zu freuen, Gebäude zu bauen.
  • -ich, -ach in rheinischen Ortsnamen: aus gallo-romanisch -(i)acum, zum Beispiel Jülich, Andernach.
  • -in (-en) (wenn endungsbetont): slawisch, zum Beispiel Berlin, Fehrbellin ‚Weidenort‘
  • -ing, -ingen, -ung, -ungen, friesisch -ens: bildet Siedlungsnamen (eigentlich Einwohnernamen) hauptsächlich aus Personennamen (zum Beispiel Süpplingen, Gauting, Esens), aber auch aus Stellenbezeichnungen (zum Beispiel Wildungen 'bei den Leuten in der Wildnis').
  • -itz, -itsch, -witz, -(sch)ütz: aus slawisch -ic- bzw. -ov-ic-, zum Beispiel Rochlitz, Delitzsch, Doberschütz (1349 Doberschwicz zum altsorbischen Vornamen Dobrš)
  • -ow (-au): aus slawisch -ov, zum Beispiel Malchow, Lüchow
  • -s (-z): Genitiv-Endung in elliptischen Ortsnamen; diese bestehen nur aus einem Bestimmungswort (meistens Personenname) im Genitiv, das Grundwort ist ausgelassen oder weggefallen, zum Beispiel in Sterbfritz aus 'Starcfrides [Huson]' (vergl. Familiennamen wie Frings aus 'Severins [Sohn]'); dass auch diese Ortsnamen ursprünglich Dativformen waren, zeigt Merkenfritz aus ‚[ze de]m Erkenfredis‘.

Bestimmungswörter

Sie weisen auf bestimmte geografische (Berg-, Tal-, Wasser-) oder geologische (Erz-, Hal-, Stein-) Gegebenheiten hin, beziehen sich auf die natürliche Umwelt (Hirsch-, Hase-, Vogel-, Eich-, Buch-) oder Personengruppen (Frank-, Sachsen-, Schiffer-, Graf-) oder verweisen auf Bauten (Burg-, Kirch-, Mühl-).

Beispiele:

  • Gründungsbezeichnungen: Neu- zum Beispiel Neustadt, Alt(en)-/Old(en)- usw. (wenn nicht Zusatz, s. u.)
  • Flurnamen: Au, Bach, Ach, See, Berg, Feld, Wald, Forst, Heide, -moos,
  • Besonderheiten:
    • Tiere: Ber-, Hirsch-, Vogel(s)-, Eber- (Vorkommen, soweit nicht Wappentier)
    • Baumarten: Aich-, Esch-, Nuß-, siehe Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa
    • Ereignisse: Brand-, -statt
    • Zahlwörter, Anzahlen von bestimmenden Objekten: Zwei-, Zwi(e)-, Dri-, Fünf-, Neun-
  • Wirtschaftliche Kennzeichen, teils auch als Gründungsname einer Siedlung zu einem vorhandenen Objekt:
  • Lagebezeichnungen (wenn nicht Zusatz, s. u.):
    • Namen von Fließgewässern: Oder-, Rhein-, Saar-, Weser-
    • Exposition: Stein, Fels, -eck, -winkel
    • Qualitäten: Schön(e)-, Lauter-, -öd, auch Sonn-, Licht(en)-, Dunkel-

Namenszusätze

Sie grenzen gegenüber nahegelegenen, ansonsten gleichnamigen Orten ab (Groß-/Klein-, Alt-/Neu-, Hoch-/Nieder-) und werden meistens den anderen Bestimmungswörtern vorangestellt; die Unterscheidung zu den Bestimmungswörtern ist dabei eher funktional als inhaltlich, so dass Elemente der oberen und unteren Listen z. T. ausgetauscht werden können, zum Beispiel Markranstädt (neben Altranstädt) und Oldenburg (ohne nahegelegenes Gegenstück).

Es gibt zum Beispiel Unterscheidungen nach

  • Alter: Alt(en)-, Alde(n)-, Old(en)-, Ohlen-, Star- (slawisch ‚alt‘); Neu(en)-, Nau(en)-, Nein-, Nie(n)- (Nin-, Nenn-), Nova- usw.
  • Größe: Groß(en)-, Gross(en)-, Grot(en)-, Groot-, Michel(n)-, Mecklen-; Klein-, Lütz(el)-, Lütten-, Lütjen- (Lütgen-) usw.
  • Höhe: Hoch-, Hohen-, Hogen-, Ober-, Over- (Aver-), Auf-, Up- (Op-); Nieder-, Neder- (Neer-), Unter-, Sieden- usw.
  • Region: Hann.(oversch)-, Neckar-, Schwäbisch- usw.
  • Richtung: Nord(er)- (Noord-); Süd(er)- (Sund-, Sont-, Sud-, Sauer-); Ost(er)-/West(er)-; Hinter-/Vorder-, Inner-/Außer- usw.

Zusatzbezeichnungen

  • Sankt, San, São, Saint, Sint, Santa, Sta., St.
    • Die amtliche Bezeichnung solcher Gemeinden enthält normalerweise entweder das ausgeschriebene Wort (zum Beispiel Sankt) oder die Abkürzung (zum Beispiel St.). Umgangssprachlich und selbst im behördlichen Schriftverkehr und auf Ortstafeln wird jedoch oft auch die jeweils andere, nichtamtliche Version gebraucht.
  • Maria. Speziell in den katholischen Gebieten gibt es Marienwallfahrtsorte, wo dem Ortsnamen Maria vorgesetzt ist.
  • Bad
    • In Deutschland ist der Zusatz Bad gesetzlich geregelt und dann ein Bestandteil des amtlichen Namens. Er wird nur an Heilbäder vergeben, wenn bestimmte Mindestvoraussetzungen (Ortsbild, Angebot an Therapiemaßnahmen, Umweltqualität) erfüllt werden. Der Titel kann erteilt und auch wieder versagt werden.
    • In Österreich ist der Zusatz Bad ebenfalls ein Bestandteil des amtlichen Namens, der von der jeweiligen Landesregierung vergeben wird. Er wird an Heilbäder, Thermalbäder, Luftkurorte etc. vergeben.

Bei- und Spitznamen

– Vergleiche auch Ortsneckname (für die Bewohner) –

Zu unterscheiden ist zwischen offiziell geführten Ortsnamen (s. u.) wie Lutherstadt Wittenberg oder Freie und Hansestadt Hamburg, und Bei- oder Spitznamen, die nur zur Charakterisierung (zumeist für Metropolen) dienen, wie beispielsweise:

Manche Bei- oder Spitznamen sind für mehrere Städte üblich:

Darüber hinaus schmücken sich auch kleinere Ortschaften mit klangvollen Beinamen, die meistens von regionalen Vorzügen, Wirtschaftsschwerpunkten oder berühmten Persönlichkeiten abgeleitet wurden, zum Beispiel Händelstadt Halle, Spargelstadt Beelitz, Reuterstadt Stavenhagen, Marzipanstadt Lübeck, Eulenspiegelstadt Mölln, Volkswagenstadt Wolfsburg, Babenbergerstadt Mödling, Stiefelstadt Döbeln. Die Beispiele sind beliebig erweiterbar, denn kaum ein Ort versäumt es, seine Besonderheit zu betonen.

Offizielle Beinamen

In einigen Ländern besitzen manche Städte neben ihrem Ortsnamen noch einen zusätzlichen, amtlich verwendeten Beinamen.

Deutschland

Zwischen 1870 und 1945 war Berlin mit dem Titel Reichshauptstadt geschmückt.

Österreich

In Österreich sind – bis auf das auch hier häufig vergebene Prädikat Bad – offizielle Städtebeinamen unüblich, nicht zuletzt wegen der Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus (Stadt der Volkserhebung etc.). Die burgenländischen Statutarstädte Eisenstadt und Rust tragen aber schon seit ungarischer Zeit traditionell den Beinamen Freistadt (nicht zu verwechseln mit der oberösterreichischen Stadt Freistadt).

Kurioses

Ortsnamen nach Länge

Die längste Ortsbezeichnung besitzt ein neuseeländischer Hügel namens Taumatawhakatangihangakoauotamateturipukakapikimaungahoro-Nukupokaiwhenuakitanatahu (83 Zeichen), überboten vom offiziell verständlicherweise selten verwendeten Namen von Bangkok, Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit (168 Zeichen ohne Leerzeichen, 21 Wörter). Das Guinness-Buch der Rekorde gab den Titel daher mit der Begründung an den neuseeländischen Ort, er werde häufiger mit diesem Namen bezeichnet als Bangkok.

Europas längsten Ortsnamen trägt die walisische Ortschaft Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch (58 Zeichen).

Die kürzesten Ortsbezeichnungen im deutschen Sprachraum haben zwei Buchstaben:

  • Au (viele)
  • Ay, Stadtteil der Stadt Senden im Landkreis Neu-Ulm
  • Ed, Weiler in der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern
  • Ob
  • Öd (mehrere)
  • Oy, Ort in der Gemeinde Oy-Mittelberg im Landkreis Oberallgäu

In der Schweiz kommen noch die Gemeinden Gy und hinzu. In der Bretagne kennt man die untergegangene mythische Stadt Ys. Die wohl bekannteste Stadt der Welt mit nur zwei Buchstaben ist Ur in Mesopotamien. In Finnland gibt es in der Nähe von Oulu die Stadt Ii und in Schweden den Ort Ed. Ob liegt in der Oblast Nowosibirsk, Russland.

Einbuchstabige Ortsnamen sind sehr selten und in Deutschland nicht zu finden.

(Quelle: Guinness-Buch der Rekorde 1992)

Darüber hinaus gibt es auch weitere zweibuchstabige Ortsnamen, wie zum Beispiel

(Quelle: 1001 Fakten, Zahlen und Rekorde (Originaltitel: Factastic Book of 1001 Lists) von Russell Ash, Seite 89 und Lexikon der Superlative - Ausgabe 2000, Seite 98)

Ortsnamen ohne Vokal

Ein Kuriosum stellen für Deutschsprachige solche Ortsnamen dar, die keine Vokale enthalten. zum Beispiel Krk, wobei bedacht werden muss, dass der Laut r im Slawischen silbig sein kann.

Häufige Ortsnamen

Zu den häufigsten Ortsnamen im deutschen Sprachraum zählen u. a. Hausen, Neukirchen, Neustadt und Mühlhausen; zu den häufigsten Ortsnamen in Österreich zählen Berg, Hof, Bach, Sankt Georgen, St. Peter und Neusiedl.

In den USA ist es die Stadt Springfield, die am häufigsten vorkommt.

Siehe auch

Literatur

Namenkunde, allgemein: siehe Literatur des Artikels Namenforschung
Ortsnamenkunde, allgemein: siehe Literatur des Artikels Toponomastik

Regionen, Deutschland:

Weblinks

Quellen

  1. Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e. V.
  2. Walter Krämer, Götz Trenkler und Denis Krämer: Das neue Lexikon der populären Irrtümer. Eichborn, Frankfurt am Main, 1998. S. 365

Wikimedia Foundation.

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”