Akademismus (Hochschule)

Der Begriff Akademismus bezeichnet Sichtweisen, Einstellungen und Theorien, die durch einen mangelnden Bezug zur nicht-akademischen Wirklichkeit geprägt sind. Der Vorwurf des Akademismus kann sowohl Theorien betreffen, wenn diese wenig durch Empirie gestützt sind, als auch den Habitus von Akademikern, wenn diese wenig Kontakt zu Nicht-Akademikern haben.

Wenn von dem Elfenbeinturm die Rede ist, in dem sich Akademiker befinden, dann ist damit eine geschlossene Umgebung gemeint, die den Akademismus fördert.

Dem akademischen Betrieb drohen damit, mit Hans Seischab formuliert, „Betriebsblindheit“, „Verfahrenshörigkeit“ und „Entwicklungsmüdigkeit“. Pierre Bourdieu hat in seinen Büchern Homo academicus und Meditationen den Akademismus untersucht. Er bezeichnet den Akademismus als „scholastisch“.

Literatur

  • Pierre Bourdieu, Homo Academicus, 1984, deutsche Übersetzung: Homo academicus, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1988
  • Pierre Bourdieu, Meditations Pascaliennes, 1997, deutsche Übersetzung: Meditationen. Zur Kritik der scholastischen Vernunft, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2001

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