Eurovision Song Contest
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Der Eurovision Song Contest (ESC; dt. Liederwettbewerb der Eurovision) ist ein internationaler Musikwettbewerb von Komponisten und Songschreibern, der seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet wird. Die Anregung dazu war vom Sanremo-Festival beeinflusst, das bereits 1951 ins Leben gerufen wurde. Beim ESC sind die Rundfunkanstalten aller Staaten der EBU teilnahmeberechtigt. Dieser Rundfunkunion gehören mehrheitlich europäische und einige Radio- und Fernsehstationen asiatischer und afrikanischer Staaten an. Seit dem Eurovision Song Contest 1957 entsenden die Rundfunkanstalten jedes teilnehmenden Landes ein Lied zum Eurovision Song Contest.

Der internationale Wettbewerb findet regelmäßig im Land des Vorjahressiegers statt; so wird der Eurovision Song Contest 2012 im Mai 2012 in Aserbaidschan veranstaltet. Seit 2004 werden Halbfinale und ein Finale ausgetragen. Das Finale findet in zwei Teilen statt: im zweistündigen ersten Teil präsentieren sich die Finalisten und im einstündigen zweiten Teil wird die Punkteverteilung aus den einzelnen Ländern der Teilnehmer bekanntgegeben. Die Überleitung von ungefähr 10 bis 15 Minuten erfolgt durch ein Showprogramm.

Seit 2003 existiert mit dem Junior Eurovision Song Contest eine zweite jährlich stattfindende Variante des Wettbewerbes und in den Jahren 2007 und 2008 auch der Eurovision Dance Contest.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Teilnehmer

Teilnahmeberechtigt am Eurovision Song Contest sind alle Länder, die Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sind, deren Mitglieder kommen aus Europa und den nichteuropäischen Ländern im Mittelmeerraum. Von den nicht zu Europa gehörenden EBU-Mitgliedern war jedoch nur Israel regelmäßig beteiligt.

höchste Punktzahl
(1956–2011)
Rang Jahr Land Punktzahl Interpret
01. 2009 NorwegenNorwegen Norwegen 387 Alexander Rybak
02. 2006 FinnlandFinnland Finnland 292 Lordi
03. 2004 UkraineUkraine Ukraine 280 Ruslana
04. 2008 RusslandRussland Russland 272 Dima Bilan
05. 2007 SerbienSerbien Serbien 268 Marija Šerifović
06. 2010 DeutschlandDeutschland Deutschland 246 Lena
07. 2005 GriechenlandGriechenland Griechenland 230 Elena Paparizou
08. 1997 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 227 Katrina and the Waves
09. 1994 IrlandIrland Irland 226 Paul Harrington & Charlie McGettigan
10. 2011 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 221 Ell & Nikki

Teilnehmerfeld

Jedes EBU-Mitglied hat das Recht auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest, jedoch besteht keine Pflicht. Dadurch ändert sich die Anzahl der tatsächlichen Teilnehmer. Am ersten Wettbewerb 1956 in Lugano in der Schweiz nahmen sieben Länder mit je zwei Beiträgen teil, der Gastgeber Schweiz, sowie die Niederlande, Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Italien. In den folgenden Jahren zeigten zunehmend mehr Länder Interesse am Wettbewerb. Seit 1990 können mit der EBU-Erweiterung die osteuropäischen Länder teilnehmen, um die Dauer der Veranstaltung zu begrenzen hatte die EBU zunächst die Anzahl der Teilnehmer reguliert. Die letztplatzierten Teilnehmer mussten ein Jahr aussetzen, waren aber im Folgejahr wieder berechtigt teilzunehmen. Diese Regel wurde mehrmals leicht modifiziert.

1996 wurde beschlossen, dass die vier Mitglieder mit dem größten Anteil des EBU-Etats für die Teilnahme im Finale gesetzt sind. Da der deutsche Beitrag 1996 bei einer internen Juryvorauswahl ausgeschieden war, wurde dies beschlossen, damit die finanzstarken Mitgliedsländer nicht auf Dauer der Veranstaltung fernbleiben. Dadurch sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, sowie Spanien und seit 2011, seiner Rückkehr in den Song Contest, auch Italien gesetzt. Diese Ländergruppe wird als Die großen Fünf (englisch: The Big Five) bezeichnet.

Seit 2004 wird der internationale Wettbewerb in einer Qualifikations- und einer Finalrunde ausgetragen. An der Vorrunde können alle aktiven Mitglieder der EBU teilnehmen. 2004 bis 2007 kamen die zehn Bestplatzierten aus dem Halbfinale in die Finalrunde zusammen mit den vier Gesetzten, dem Titelverteidiger (Ausrichter), sowie den Platzierten der Plätze zwei bis zehn des Vorjahres. Seit 2008 finden zwei Halbfinale statt, aus denen sich die jeweils zehn Bestplatzierten neben den vier, jetzt fünf, Gesetzten und dem Ausrichter für die Finalrunde qualifizieren. So gab es 2008 mit der Neuregelung erstmals in der Geschichte des Eurovisions-Festivals zwei Halbfinale. Damit sollten Punkte-Schiebereien unter verschiedenen Ländern vermieden werden.

2011 kündigte das Fürstentum Liechtenstein zunächst seine erste Teilnahme an, jedoch war der Beitritt in die EBU noch nicht abgeschlossen. Liechtenstein wird somit erst voraussichtlich 2012 teilnehmen.[1]

Jugoslawien war EBU-Mitglied und nahm bereits als einziges sozialistisches Land regelmäßig am Eurovision Song Contest teil. Der Mittelmeeranrainer Marokko ist mit seiner Teilnahme am Wettbewerb 1980 das einzige arabische Land, das bisher beteiligt war. Noch nie am Wettbewerb teilgenommen haben: Vatikanstadt, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien und Libanon, obwohl sie Mitgliedsländer der Europäischen Rundfunkunion sind.

Rückzüge vom ESC

Im Laufe der Zeit haben sich immer wieder einzelne Länder gegen die Teilnahme am Eurovision Song Contest entschieden, teils aus Protest, teils aus Desinteresse oder wegen kurzfristiger Probleme. 1969 blieb Österreich dem Wettbewerb in Madrid aus Protest gegen die in Spanien herrschende Franco-Diktatur fern. Ein Jahr später nahmen Finnland, Norwegen, Portugal, Schweden und Österreich nicht teil, da sie mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen der letztjährigen Veranstaltung, bei der es vier Sieger gab, unzufrieden waren. Mit Tunesien (1977) und dem Libanon (2005) standen zwei weitere arabische Länder jeweils kurz vor der Teilnahme, zogen diese jedoch wieder zurück. In beiden Fällen war die gleichzeitige Teilnahme Israels ein Grund für die Absage.[2][3] Das insgesamt fünfmal siegreiche Luxemburg nimmt seit 1994 aus mangelndem Interesse nicht mehr am Wettbewerb teil. Serbien und Montenegro zog seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2006 kurzfristig zurück, da es Indizien für Abstimmungsunregelmäßigkeiten beim nationalen Vorentscheid gegeben hatte. Beim ESC 2009 in Moskau zog Georgien die Teilnahme kurzfristig zurück, nachdem der Teilnehmertitel We Don't Wanna Put In als Kritik an Russlands Ministerpräsidenten Putin beanstandet wurde.[4]

Der andorranische Fernsehsender RTVA meldete sich im Jahr 2011 aus der EBU (European Broadcasting Union) ab, somit wird Andorra am ESC 2012 nicht teilnehmen. Wirtschaftliche Gründe wurden beim Sender genannt. Andorra hatte somit von 2004 bis 2009 am ESC teilgenommen, die beste Platzierung erreichte die Gruppe "Anonymous", die das Finale im Jahr 2007 nur um einen Platz verfehlte.

Österreich nahm in den Jahren 2006 und 2008 bis 2010 nicht am Wettbewerb teil, da man mit den Bedingungen und dem Konzept des Wettbewerbs nicht mehr zufrieden war. Österreich hat jedoch 2011 wieder am Wettbewerb teilgenommen.[5]

Veranstaltungsort

Der Eurovision Song Contest wird seit 1958 immer im Land des Vorjahressiegers ausgetragen. Da die Regelung der Vergabe an das Siegerland 1956 noch nicht bestand, richtete 1957 die Bundesrepublik Deutschland den Großen Preis der Eurovision in Frankfurt am Main aus. Zwölf Jahre nach dem Kriegsende präsentierte sich die junge Bundesrepublik im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks ausnahmslos deutsch, Anaid Iplicjian moderierte. Das überforderte einige Teilnehmerländer bei der Frage „Bitte, können wir Ihre Punkte haben“. Die telefonische Stimmabgabe von 1957 hat dadurch Kultstatus erworben.

Fünf Mal kam es bisher vor, dass nicht wie eigentlich vorgesehen das Siegerland des letztjährigen Wettbewerbs die Veranstaltung ausrichtete, sondern stattdessen ein anderes Land als Veranstalter einsprang. Viermal war dies Großbritannien (1960 für die Niederlande, 1963 für Frankreich, 1972 für Monaco und 1974 für Luxemburg) sowie einmal die Niederlande (1980 für Israel).

Der Eurovision Song Contest wurde bisher achtmal in Großbritannien und siebenmal in Irland ausgetragen. Häufigster Austragungsort ist mit sechs Veranstaltungen die irische Hauptstadt Dublin, gefolgt von London und Luxemburg mit je vier Veranstaltungen.

Bezeichnung

Die offizielle Bezeichnung der Veranstaltung lautet seit 1992 Eurovision Song Contest. Die Bezeichnung wurde erstmals 1960 für den fünften Wettbewerb im Vereinigten Königreich verwendet. Insgesamt trugen 36 der bisherigen 56 Veranstaltungen diesen Namen. Seit 1970 wird diese Bezeichnung auch bei der Austragung in nichtenglischsprachigen Ländern verwendet, zuerst in übertragener Form wie Eurovisie Songfestival (nl.), Concours Eurovision de la Chanson (franz.) oder zuletzt 1991 Concorso Eurovisione della Canzone (ital.).

In der deutschen Öffentlichkeit wird für den Songwettbewerb auch der Begriff Grand Prix[6][7][8] verwendet, da dies einerseits die Kurzform der Benennung von früheren Veranstaltungen ist, mit Titeln wie Grand Prix Eurovision de la Chanson oder deren Übertragungen ins Italienisch-Spanische (Gran Premio […]) und Deutsche (Großer Preis der Eurovision). Andererseits hieß die Auszeichnung, die der Sieger des Wettbewerbs erhielt, bis 2003 Grand Prix (zuletzt: Grand Prix of the 2003 Eurovision Song Contest[9]). Seit 2004 ist der Begriff Grand Prix gänzlich aus dem Regelwerk verschwunden.

Nationale Vorentscheide

Jedem Land steht es frei, wie es seinen Vertreter für den Eurovision Song Contest ermittelt. Meist geschieht dies in Form von nationalen Vorentscheiden, bei denen mehrere Sänger gegeneinander antreten. Während anfangs meist eine Jury den Teilnehmer wählte, geschieht dies zunehmend per Telefonabstimmung (engl.: Televoting.) Der deutsche Vorentscheid hieß lange Zeit „Ein Lied für …“ (ergänzt durch die jeweilige Stadt, in der der Song Contest im betreffenden Jahr stattfand). 2004 und 2005 trug er den Titel „Germany 12 Points!“, im Jahr 2006 den Titel „Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2006“ und 2010 den Titel Unser Star für Oslo.

Aufwendig wird die Vorauswahl in Schweden getroffen, wo mit dem Melodifestivalen ein eigener Wettbewerb über mehrere Runden ausgetragen wird. Nach ähnlichem Prinzip verläuft der Melodi Grand Prix genannte norwegische Vorentscheid. Seit 1993 vertritt der Sieger des kroatischen Songfestivals DORA das Land beim Eurovision Song Contest. Für Serbien tritt der Sieger des Festivals Beovizija an. Unterschiedliche Formen des Vorentscheids gab es in den letzten Jahren in Finnland, Irland und Polen.

Allerdings können die Rundfunkstationen der Länder auch auf einen Vorentscheid verzichten und einen Künstler direkt nominieren. Von dieser Möglichkeit machte Deutschland unter anderem in den Jahren 1993 bis 1995 sowie 2009 und 2011 Gebrauch, die Schweiz in den Jahren 2005 bis 2010.

Punktevergabe

Aktuelles Abstimmungsverfahren

Im Finale des Eurovision Song Contest dürfen neben den Teilnehmern auch Vertreter aller Länder abstimmen, die an der Vorrunde teilgenommen haben. Somit sind auch die im Halbfinale ausgeschiedenen Teilnehmer stimmberechtigt, die im Finale nicht mit einem eigenen Titel vertreten sind.

Zur Bewertung der Titel werden in jedem Land mit unterschiedlicher Wahlmöglichkeit die zehn beliebtesten Lieder ermittelt und dafür nach folgendem Schema Punktzahlen vergeben: Der Song mit den meisten Stimmen erhält 12 Punkte, die darauffolgenden erhalten 10 Punkte, 8 Punkte, 7 Punkte, 6 Punkte, 5 Punkte, 4 Punkte, 3 Punkte, 2 Punkte und 1 Punkt. Für den eigenen Beitrag dürfen aus diesem Land keine Punkte vergeben werden. Gewonnen hat das Land, das am Ende die meisten aufsummierten Punkte erhält. Seit 2009 werden die Punktzahlen, die jedes Land vergibt, zu 50 % durch Televoting und zu 50 % durch eine fünfköpfige Jury bestimmt.

Tritt kurzfristig ein Problem auf, das die Ermittlung per Televoting verhindert, so werden die Punkte durch eine achtköpfige „Stand-by-Jury“ vergeben. Eine solche Jury vergab beispielsweise im Jahr 2000 die Punkte der Niederlande, als wegen der Explosion einer Feuerwerkskörperfabrik in Enschede am Tag des ESC kein Televoting in den Niederlanden stattfinden konnte, weil das niederländische Fernsehen die Live-Übertragung des ESC abbrach und sich der aktuellen Berichterstattung widmete. Seit 2009 werden die Punkte in solchen Fällen alleine von der fünfköpfigen Jury bestimmt.

Aus Zeitgründen wurde ab 2006 die Verkündung der Punkte dahingehend geändert, dass die Titel mit den Punkten 1 bis 7 auf einmal angezeigt werden. Die Titel mit den Punkten 8, 10 und 12 werden jedoch nach wie vor von den nationalen Fernsehansagern durchgegeben. Die Vergabeprozedur konnte so verkürzt werden.

Regelungen bei Punktgleichheit

Wenn zwei oder mehr Teilnehmer am Ende die gleiche Punktanzahl haben, gelten weitere Unterscheidungskriterien, um eine eindeutige Platzierung zu gewährleisten. Ausschlaggebend ist zunächst die Anzahl der Länder, von denen die jeweiligen Teilnehmer Punkte erhalten haben. Lässt sich dadurch keine eindeutige Rangfolge erstellen, wird die Anzahl der an die entsprechenden Teilnehmer vergebenen Höchstwertungen berücksichtigt. Dabei wird zuerst die Anzahl der 12-Punkte-Wertungen, bei Gleichheit die Anzahl der 10-Punkte-Wertungen und so folgend bewertet. Erst für den Fall, dass sich durch den Vergleich sämtlicher Einzelwertungen kein Unterschied ergibt, werden die betroffenen Länder auf demselben Rang platziert.

Dieser Katalog von Regelungen fand bisher einmal Anwendung, nämlich beim ESC 1991, als die Schwedin Carola („Fångad av en stormvind“) mehr 10-Punkte-Wertungen erhalten hatte als die punktgleiche Französin Amina („Le dernier qui a parlé“) und zur Siegerin erklärt wurde. Damals gab es die erste Regel (das Lied gewinnt, das aus mehr Ländern Punkte bekommen hat) noch nicht, hätte es ihn aber schon damals gegeben, hätte Frankreich gewonnen. Mittlerweile ist dieser Punkt eingeführt worden, so dass 2004 trotz jeweils 50 erreichten Punkten der Beitrag aus Malta einen sicheren Platz im Finale 2005 bekam, während jener aus Kroatien durchs Semifinale musste.

Vor 1975 kamen verschiedene andere Punktevergabesysteme zum Einsatz. Beim ESC 1969 führte ein Wertungsmodus, der für niedrige Punktzahlen pro Teilnehmer sorgte, dazu, dass vier Länder (Spanien, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Frankreich) punktgleich an der Spitze lagen und zu gleichberechtigten Siegern ernannt wurden.

Bisherige Wertungsmodi

Beim ersten ESC mit veröffentlichtem Abstimmungsergebnis (1957) kam folgender Modus zum Einsatz: In jeder Landesjury saßen zehn Mitglieder, jedes Mitglied konnte für seinen Favoriten einen Punkt abgeben. Dieser Modus wurde von 1957 bis 1961, 1967 bis 1970 sowie im Jahre 1974 genutzt.

1962 vergaben die Landesjurys drei Punkte an den besten Titel, zwei Punkte an den zweitbesten und einen Punkt an den drittbesten Titel. Dieser Modus wurde 1963 auf fünf Punkte für den erstplatzierten und folgend erweitert. 1964 wurde ein neuer Modus eingeführt: Jeder Juror bewertet jedes Land, daraus entsteht eine Liste. An den besten Titel wurden fünf Punkte, an den zweitplatzierten drei und an den drittplatzierten ein Punkt vergeben. Sollte nur ein Titel nominiert sein, bekommt dieser alle neun Punkte, sollten es zwei sein, bekommt der erste sechs und der zweitplatzierte Titel drei Punkte.

Da es seit 1962 regelmäßig null Punkte, 1962 bis 1965 sogar vier pro Jahr, gab und wegen der Unzufriedenheit mit dem Wertungssystem von 1957, das 1969 für vier Sieger gesorgt hatte, wurde 1971 ein neuer Modus eingeführt: Jedes Land entsendet zwei Juroren, die für jedes Lied zwischen einen und fünf Punkte geben konnten, sodass die erreichten Punktzahlen erstmals über 100 Punkte stiegen.

Bis 1997 wurde die Punktevergabe ausschließlich durch eine Jury bestimmt. Diese bestand pro Land aus 16 Personen – acht Experten und acht musikinteressierten Laien, die zudem aus verschiedenen Generationen sein mussten, um ein objektives Ergebnis zu gewährleisten. 1997 wurde in Deutschland, Schweden, Österreich, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zum ersten Mal das Televoting ausprobiert, das beim Publikum auf große Begeisterung stieß. Schon 1998 wurde die Jury durch das neue Wertungssystem abgelöst. Nur wenige Länder, wie Russland und Ungarn, wo es aus technischen Gründen nicht möglich war, führten das Televoting erst etwas später ein.

Preisvergabe, -zuerkennung

Der dem Interpreten des siegreichen Titels überreichte Preis (Trophäe) wird an den Komponisten des Songs weitergereicht, in dessen Besitz er letztendlich auch verbleibt, da der Eurovision Song Contest von der Grundidee her ein reiner Komponisten- und Songschreiberwettbewerb ist. Der Interpret selbst geht diesbezüglich gesehen leer aus, ihm bleibt lediglich der gesteigerte Bekanntheitsgrad, den er für den Aufbau der eigenen Karriere nutzen kann.

Kritik am Wertungssystem, Reformdiskussion und Neuregelung

In der öffentlichen Debatte wurde des Öfteren angemerkt, dass verschiedene Kulturräume sich während der Abstimmung gegenseitig begünstigten. Ferner kam die Idee einer Juryeinführung auf.

Unmut über als ungerecht empfundene Punkteverteilungen wird seit Beginn der Veranstaltung geäußert, die erst im 43. Jahr zur mehrheitlichen Telefonabstimmung überging. Vor allem politische Tendenzen und Boykotts wurden bemängelt, welche heute nur noch einen untergeordneten Punkt in der Kritik einnehmen.

Neuregelung ab 2008

Die verantwortliche Europäische Rundfunkunion (European Broadcasting Union, EBU) stellte am 2. Oktober 2007 Regeländerungen vor[10]: Ab 2008 wurden zwei getrennte Halbfinale veranstaltet, über deren Zusammenstellungen man per Los entschied. Alle Länder waren in dem Semifinale stimmberechtigt, in welchem sie selbst teilnahmen. Die für das Finale Qualifizierten wurden je einer Sendung zugeteilt. In das Finale zogen die neun Bestplatzierten nebst dem Bestbewerteten der Back-Up-Jurys ein, der ohne diese den Finaleinzug nicht erreicht hätte.

Neuregelung ab 2009

2009 kam es zu weitreichenden Veränderungen hinsichtlich des Abstimmverfahrens im Finale. Nachdem in den Vorjahren einzig das Publikum über die Punktergebnisse entschied, erhielt fortan pro Teilnehmerland eine Jury, deren Mitglieder eine Verbindung zur Musik aufweisen sollten, gleichgewichtetes Mitspracherecht. Für die Vorrunden hielten die Verantwortlichen noch am Konzept des Vorjahres fest.[11] Die Europäische Rundfunkunion begründete ihre Entscheidung damit, dass sich die Resultate von Ersatzjurys, welche im Falle technischer Pannen eine reibungslose Punktevergabe gewährleisten sollten, in den letzten Jahren zunehmend vom offiziellen Ergebnis unterschieden. Der NDR-Verantwortliche Ralph Quibeldey betonte außerdem den Aspekt, dass sich im Gegensatz zum Großteil der Fernsehzuschauer Juroren die Beiträge mehrmals anhörten und zu einem differenzierteren Urteil in der Lage wären. In der Öffentlichkeit hingegen wurden die Reformen überwiegend als Reaktionen auf die hinteren Platzierungen vieler westlicher Staaten, insbesondere der der finanzstärksten Big-5, gedeutet.[12][13][14] Beobachter sahen den Versuch, kulturell bedingte Geschmacksverschiedenheiten osteuropäischer und zentralasiatischer Zuschauer gezielt zu unterdrücken und warfen den Befürwortern des neuen Modus Blockbildung und Nichtbeachtung der individuellen Qualität der Beiträge vor.[15] Der Stern betitelte die deutschen Juroren aufgrund ihrer Zusammenstellung als „Spaß-Jury“.[16] Tatsächlich erzielten zehn der elf östlich orientierten Teilnehmer durch das Mischvoting schlechtere Platzierungen; eines konnte trotz niedrigerer Jury-Wertung seine Gesamtplatzierung halten.[17][18]

Neuregelung ab 2010

Im September 2009 gab die Europäische Rundfunkunion bekannt, dass sowohl in den beiden getrennten Semi-Finalrunden als auch im Finale die Jurys zu 50 % mit abstimmen. Außerdem darf vom Anfang des ersten Liedes bis 15 Minuten nach dem Ende des letzten Liedes abgestimmt werden.[19][20]

Neuregelung ab 2011

Ende August 2010 trat die Reference Group der Europäischen Rundfunkunion in Belgrad zusammen. Das Gremium zog dabei das Datum der Veröffentlichung der Lieder eines Jahrganges vom 1. Oktober auf den 1. September des Vorjahres vor.[21][22]

Neuregelung ab 2012

Ab 2012 werden die Leitungen erst wieder nach der Präsentation des letzten Liedes geöffnet, weil die Möglichkeit des Abstimmens während der Liedpräsentationen nur sehr wenig genutzt wurde. [23]

Moderatoren

Der Wettbewerb 1956 war der bislang einzige, bei dem ein einzelner Mann durch den Abend führte. In den Folgejahren waren es immer Moderatorinnen, bis 1978 in Paris erstmals ein Mann und eine Frau gemeinsam Gastgeber waren. Diesem Beispiel folgte Israel 1979. Von 1980 bis 1987, 1993 und 1995 waren es dann wieder einzelne Damen; seit 1996 ist es endgültig zur Tradition geworden, dass es einen männlichen und einen weiblichen Gastgeber gibt. Ausnahme hiervon waren die Contests 1999 in Jerusalem, 2010 in Oslo sowie 2011 in Düsseldorf, bei denen zwei Moderatorinnen und ein Moderator durch die Veranstaltung führten.

Gelegentlich haben auch ehemalige Wettbewerbsteilnehmer/innen durch den Abend geführt: 1976 Corry Brokken, 1979 Jardena Arasi, 1985 Lill Lindfors, 1986 Åse Kleveland, 1991 Gigliola Cinquetti und Toto Cutugno, 1999 Dafna Dekel, 2003 Marie N und Renars Kaupers, 2006 Sakis Rouvas, 2008 Željko Joksimović, 2009 Alsou, 2011 Stefan Raab.

Übersicht über die Veranstaltungen seit 1956

Jahr Veranstaltungsbezeichnung
und -ort
Teil-
nehmer
Sieger
(M = Musik; T = Text)
Punkte mögliche Punkte  % Zweitplatzierter Drittplatzierter
1956 1. Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea
SchweizSchweiz Schweiz
(Lugano)
07[24] SchweizSchweiz Schweiz
Lys Assia
Refrain
M: Géo Voumard; T: Émile Gardaz
- - - nicht bekannt gegeben nicht bekannt gegeben
1957 2. Großer Preis der Eurovision
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland
(Frankfurt am Main)
10 NiederlandeNiederlande Niederlande
Corry Brokken
Net als toen
M: Guus Jansen; T: Willy van Hemert
31 90 34,4 % FrankreichFrankreich Frankreich
Paule Desjardins
La belle amour
DanemarkDänemark Dänemark
Birthe Wilke & Gustav Winckler
Skibet skal sejle i nat
1958 3. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
NiederlandeNiederlande Niederlande
(Hilversum)
10 FrankreichFrankreich Frankreich
André Claveau
Dors mon amour
M: Hubert Giraud; T: Pierre Delanoë
27 90 30,0 % SchweizSchweiz Schweiz
Lys Assia
Giorgio
ItalienItalien Italien
Domenico Modugno
Nel blu, dipinto di blu
1959 4. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
FrankreichFrankreich Frankreich
(Cannes)
11 NiederlandeNiederlande Niederlande
Teddy Scholten
Een beetje
M: Dick Schallies; T: Willy van Hemert
21 100 21,0 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Pearl Carr & Teddy Johnson
Sing Little Birdie
FrankreichFrankreich Frankreich
Jean Philippe
Oui, oui, oui, oui
1960 5. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(London)
13 FrankreichFrankreich Frankreich
Jacqueline Boyer
Tom Pillibi
M: André Popp; T: Pierre Cour
32 120 26,7 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Bryan Johnson
Looking High, High, High
MonacoMonaco Monaco
François Deguelt
Ce soir-là
1961 6. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
FrankreichFrankreich Frankreich
(Cannes)
16 LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Jean-Claude Pascal
Nous les amoureux
M: Jacques Datin; T: Maurice Vidalin
31 150 20,7 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
The Allisons
Are You Sure
SchweizSchweiz Schweiz
Franca di Rienzo
Nous aurons demain
1962 7. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
(Luxemburg)
16 FrankreichFrankreich Frankreich
Isabelle Aubret
Un premier amour
M: Claude Henri Vic; T: Roland Valande
26 45 57,8 % MonacoMonaco Monaco
François Deguelt
Dis rien
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Camillo Felgen
Petit bonhomme
1963 8. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(London)
16 DanemarkDänemark Dänemark
Grethe & Jørgen Ingmann
Dansevise
M: Otto Francker; T: Sejr Volmer-Sørensen
42 75 56,0 % SchweizSchweiz Schweiz
Esther Ofarim
T’en va pas
ItalienItalien Italien
Emilio Pericoli
Uno per tutte
1964 9. Grand Prix Eurovision
DanemarkDänemark Dänemark
(Kopenhagen)
16 ItalienItalien Italien
Gigliola Cinquetti
Non ho l’età
M: Nicola Salerno; T: Mario Panzeri
49 75 65,3 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Matt Monro
I Love the Little Things
MonacoMonaco Monaco
Romuald
Où sont-elles passées
1965 10. Gran Premio Eurovisione della Canzone
ItalienItalien Italien
(Neapel)
18 LuxemburgLuxemburg Luxemburg
France Gall
Poupée de cire, poupée de son
M: Serge Gainsbourg; T: Serge Gainsbourg
32 85 37,6 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Kathy Kirby
I Belong
FrankreichFrankreich Frankreich
Guy Mardel
N’avoue jamais
1966 11. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
(Luxemburg)
18 OsterreichÖsterreich Österreich
Udo Jürgens
Merci Chérie
M: Udo Jürgens; T: Udo Jürgens, Thomas Hörbiger
31 85 36,5 % SchwedenSchweden Schweden
Lill Lindfors & Svante Thuresson
Nygammal vals eller hip man svinaherde
NorwegenNorwegen Norwegen
Åse Kleveland
Intet er nytt under solen
1967 12. Grand Prix de la Chanson
OsterreichÖsterreich Österreich
(Wien)
17 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Sandie Shaw
Puppet on a String
M: Bill Martin, Phil Coulter; T: Bill Martin, Phil Coulter
47 160 29,4 % IrlandIrland Irland
Sean Dunphy
If I Could Choose
FrankreichFrankreich Frankreich
Noëlle Cordier
Il doit faire beau là-bas
1968 13. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(London)
17 Spanien 1945Spanien Spanien
Massiel
La, la, la …
M: Manuel de la Calva, Ramón Arcusa; T: Manuel de la Calva, Ramón Arcusa
29 160 18,1 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Cliff Richard
Congratulations
FrankreichFrankreich Frankreich
Isabelle Aubret
La source
1969[25] 14. Gran Premio de la Canción de Eurovision
SpanienSpanien Spanien
(Madrid)
16 Spanien 1945Spanien Spanien
Salomé
Vivo cantando
M: Maria José de Cerato; T: Aniano Alcalde

FrankreichFrankreich Frankreich
Frida Boccara
Un jour, un enfant
M: Emil Stern; T: Eddy Marnay
NiederlandeNiederlande Niederlande
Lenny Kuhr
De troubadour
M: David Hartsema; T: Lenny Kuhr
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Lulu
Boom Bang-a-Bang
M: Alan Moorhouse; T: Peter Warne

18 150 12,0 % entfällt, da vier Erstplatzierte entfällt, da vier Erstplatzierte
1970 15. Eurovisie Songfestival
NiederlandeNiederlande Niederlande
(Amsterdam)
12 IrlandIrland Irland
Dana
All Kinds of Everything
M: Derry Lindsay, Jackie Smith; T: Derry Lindsay, Jackie Smith
32 110 29,1 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Mary Hopkin
Knock, Knock, Who’s There
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Katja Ebstein
Wunder gibt es immer wieder
1971 16. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Dublin)
18 MonacoMonaco Monaco
Séverine
Un banc, un arbre, une rue
M: Jean-Pierre Bourtayre; T: Yves Dessca
128 170 75,3 % Spanien 1945Spanien Spanien
Karina
En un mundo nuevo
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Katja Ebstein
Diese Welt
1972 17. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(Edinburgh)
18 LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Vicky Leandros
Après toi
M: Mario Panas, Klaus Munro; T: Yves Dessca, Klaus Munro
128 170 75,3 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
New Seekers
Beg, Steal or Borrow
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Mary Roos
Nur die Liebe läßt uns leben
1973 18. Concours Eurovision de la Chanson
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
(Luxemburg)
17 LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Anne-Marie David
Tu te reconnaîtras
M: Claude Morgan; T: Vline Buggy
129 160 80,6 % Spanien 1945Spanien Spanien
Mocedades
Eres tú
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Cliff Richard
Power to All Our Friends
1974 19. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(Brighton)
17 SchwedenSchweden Schweden
ABBA
Waterloo
M: Benny Andersson, Björn Ulvaeus; T: Stikkan Anderson
24 160 15,0 % ItalienItalien Italien
Gigliola Cinquetti
NiederlandeNiederlande Niederlande
Mouth & MacNeal
I See a Star
1975 20. Eurovision Song Contest
SchwedenSchweden Schweden
(Stockholm)
19 NiederlandeNiederlande Niederlande
Teach-In
Ding-a-Dong
M: Dick Bakker; T: Will Luikinga, Eddy Ouwens
152 216 70,4 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
The Shadows
Let Me Be the One
ItalienItalien Italien
Wess & Dori Ghezzi
Era
1976 21. Eurovisie Songfestival
NiederlandeNiederlande Niederlande
(Den Haag)
18 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Brotherhood of Man
Save Your Kisses for Me
M: Tony Hiller, Lee Sheriden, Martin Lee; T: Tony Hiller, Lee Sheriden, Martin Lee
164 204 80,4 % FrankreichFrankreich Frankreich
Catherine Ferry
Un, deux, trois
MonacoMonaco Monaco
Mary Cristy
Toi, la musique et moi
1977 22. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(London)
18 FrankreichFrankreich Frankreich
Marie Myriam
L’oiseau et l’enfant
M: Jean-Paul Cara; T: Joe Gracy
136 204 66,7 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Lynsey de Paul & Mike Moran
Rock Bottom
IrlandIrland Irland
The Swarbriggs Plus Two
It’s Nice to Be in Love Again
1978 23. Concours Eurovision de la Chanson
FrankreichFrankreich Frankreich
(Paris)
20 IsraelIsrael Israel
Yizhar Cohen & The Alpha-Beta
A-ba-ni-bi
M: Nurit Hirsh; T: Ehud Manor
157 228 68,9 % BelgienBelgien Belgien
Jean Vallée
L’amour ca fait chanter la vie
FrankreichFrankreich Frankreich
Joel Prévost
Il y aura toujours des violons
1979 24. Eurovision Song Contest
IsraelIsrael Israel
(Jerusalem)
19 IsraelIsrael Israel
Gali Atari & Milk and Honey
Hallelujah (הללויה)
M: Kobi Oshrat; T: Shimrit Orr
125 216 57,9 % SpanienSpanien Spanien
Betty Missiego
Su canción
FrankreichFrankreich Frankreich
Anne-Marie David
Je suis l’enfant soleil
1980 25. Eurovisie Songfestival
NiederlandeNiederlande Niederlande
(Den Haag)
19 IrlandIrland Irland
Johnny Logan
What’s Another Year
M: Shay Healy; T: Shay Healy
143 216 66,2 % Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Katja Ebstein
Theater
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Prima Donna
Love Enough for Two
1981 26. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Dublin)
20 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Bucks Fizz
Making Your Mind Up
M: John Danter; T: Andy Hill
136 228 59,6 % Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Lena Valaitis
Johnny Blue
FrankreichFrankreich Frankreich
Jean Gabilou
Humanahum
1982 27. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(Harrogate)
18 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland
Nicole
Ein bißchen Frieden
M: Ralph Siegel; T: Bernd Meinunger
161 204 78,9 % IsraelIsrael Israel
Avi Toledano
Hora
SchweizSchweiz Schweiz
Arlette Zola
Amour on t’aime
1983 28. Eurovision Song Contest
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland
(München)
20 LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Corinne Hermès
Si la vie est cadeau
M: Jean-Pierre Millers; T: Alain Garcia
142 228 62,3 % IsraelIsrael Israel
Ofra Haza
Chai
SchwedenSchweden Schweden
Carola Häggkvist
Främling
1984 29. Concours Eurovision de la Chanson
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
(Luxemburg)
19 SchwedenSchweden Schweden
Herreys
Diggi-loo, diggi-ley
M: Torgny Söderberg; T: Britt Lindeborg
145 216 67,1 % IrlandIrland Irland
Linda Martin
Terminal 3
SpanienSpanien Spanien
Bravo
Lady Lady
1985 30. Eurovision Song Contest
SchwedenSchweden Schweden
(Göteborg)
19 NorwegenNorwegen Norwegen
Bobbysocks
La det swinge
M: Rolf Løvland; T: Rolf Løvland
123 216 56,9 % Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Wind
Für alle
SchwedenSchweden Schweden
Kiki Danielsson
Bra vibrationer
1986 31. Eurovision Song Contest
NorwegenNorwegen Norwegen
(Bergen)
20 BelgienBelgien Belgien
Sandra Kim
J’aime la vie
M: Jean Paul Furnémont, Angelo Crisci; T: Rosario Marino
176 228 77,2 % SchweizSchweiz Schweiz
Daniela Simons
Pas pour moi
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Sherisse Laurence
L’amour de ma vie
1987 32. Concours Eurovision de la Chanson
BelgienBelgien Belgien
(Brüssel)
22 IrlandIrland Irland
Johnny Logan
Hold Me Now
M: Seán Sherrard; T: Seán Sherrard
172 252 68,3 % Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Wind
Lass die Sonne in Dein Herz
ItalienItalien Italien
Umberto Tozzi & Raf
Gente di mare
1988 33. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Dublin)
21 SchweizSchweiz Schweiz
Céline Dion
Ne partez pas sans moi
M: Atilla Şereftuğ; T: Nella Martinetti
137 240 57,1 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Scott Fitzgerald
Go
DanemarkDänemark Dänemark
Hot Eyes
Ka’ du se hva’ jeg sa
1989 34. Concours Eurovision de la Chanson
SchweizSchweiz Schweiz
(Lausanne)
22 JugoslawienJugoslawien Jugoslawien
Riva
Rock Me
M: Rajko Dujmić; T: Stevo Cvikić
137 252 54,4 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Live Report
Why Do I Always Get It Wrong
DanemarkDänemark Dänemark
Birthe Kjær
Vi maler byen rød
1990 35. Eurovision Song Contest
JugoslawienJugoslawien Jugoslawien
(Zagreb)
22 ItalienItalien Italien
Toto Cutugno
Insieme: 1992
M: Salvatore Cutugno; T: Salvatore Cutugno
149 252 59,1 % FrankreichFrankreich Frankreich
Joëlle Ursull
White & Black Blues
IrlandIrland Irland
Liam Reilly
Somewhere in Europe
entfällt, da zwei Zweitplazierte
1991 36. Concorso Eurovisione della Canzone
ItalienItalien Italien
(Rom)
22 SchwedenSchweden Schweden
Carola
Fångad av en stormvind
M: Stephan Berg; T: Stephan Berg
146 252 57,9 % FrankreichFrankreich Frankreich
Amina
Le dernier qui a parlé
IsraelIsrael Israel
Duo Datz
Kan
1992 37. Eurovision Song Contest
SchwedenSchweden Schweden
(Malmö)
23 IrlandIrland Irland
Linda Martin
Why Me
M: Seán Sherrard; T: Seán Sherrard
155 264 58,7 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Michael Ball
One Step out of Time
MaltaMalta Malta
Mary Spiteri
Little Child
1993 38. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Millstreet)
25 IrlandIrland Irland
Niamh Kavanagh
In Your Eyes
M: Jimmy Walsh; T: Jimmy Walsh
187 288 64,9 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Sonia
Better the Devil You Know
SchweizSchweiz Schweiz
Annie Cotton
Moi tout simplement
1994 39. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Dublin)
25 IrlandIrland Irland
Paul Harrington & Charlie McGettigan
Rock ’n’ Roll Kids
M: Brendan Graham; T: Brendan Graham
226 288 78,5 % PolenPolen Polen
Edyta Gorniak
To nie ja!
DeutschlandDeutschland Deutschland
Mekado
Wir geben ’ne Party
1995 40. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Dublin)
23 NorwegenNorwegen Norwegen
Secret Garden
Nocturne
M: Rolf Løvland; T: Petter Skavland
148 264 56,1 % SpanienSpanien Spanien
Anabel Conde
Vuelve conmigo
SchwedenSchweden Schweden
Jan Johansen
Se på mig
1996 41. Eurovision Song Contest
NorwegenNorwegen Norwegen
(Oslo)
23 IrlandIrland Irland
Eimear Quinn
The Voice
M: Brendan Graham; T: Brendan Graham
162 264 61,4 % NorwegenNorwegen Norwegen
Elisabeth Andreassen
I evighet
SchwedenSchweden Schweden
One More Time
Den vilda
1997 42. Eurovision Song Contest
IrlandIrland Irland
(Dublin)
25 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Katrina and the Waves
Love Shine a Light
M: Kimberley Rew; T: Kimberley Rew
227 288 78,8 % IrlandIrland Irland
Marc Roberts
Mysterious Woman
TurkeiTürkei Türkei
Şebnem Paker & Gruppe Etnik
Dinle
1998 43. Eurovision Song Contest
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
(Birmingham)
25 IsraelIsrael Israel
Dana International
Diva
M: Tzvika Pick; T: Yoav Ginai
172 288 59,7 % Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Imaani
Where Are You
MaltaMalta Malta
Chiara
The One that I Love
1999 44. Eurovision Song Contest
IsraelIsrael Israel
(Jerusalem)
23 SchwedenSchweden Schweden
Charlotte Nilsson
Take Me to Your Heaven
M: Lars Diedricson; T: Marcos Ubeda
163 264 61,7 % IslandIsland Island
Selma
All out of Luck
DeutschlandDeutschland Deutschland
Sürpriz
Reise nach Jerusalem – Kudüs’e seyahat
2000 45. Eurovision Song Contest
SchwedenSchweden Schweden
(Stockholm)
24 DanemarkDänemark Dänemark
Olsen Brothers
Fly on the Wings of Love
M: Jørgen Olsen; T: Jørgen Olsen
195 276 70,7 % RusslandRussland Russland
Alsou
Solo
LettlandLettland Lettland
Brainstorm
My Star
2001 46. Eurovision Song Contest
DanemarkDänemark Dänemark
(Kopenhagen)
23 EstlandEstland Estland
Tanel Padar & Dave Benton
Everybody
M: Ivar Must; T: Maian-Anna Kärmas
198 264 75,0 % DanemarkDänemark Dänemark
Rollo & King
Never Ever Let You Go
GriechenlandGriechenland Griechenland
Antique
Die for You
2002 47. Eurovision Song Contest
EstlandEstland Estland
(Tallinn)
24 LettlandLettland Lettland
Marie N
I Wanna
M: Marija Naumova; T: Marija Naumova, Marats Samauskis
176 276 63,8 % MaltaMalta Malta
Ira Losco
7th Wonder
EstlandEstland Estland
Sahlene
Runaway
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Jessica Garlick
Come Back
2003 48. Eurovision Song Contest
LettlandLettland Lettland
(Riga)
26 TurkeiTürkei Türkei
Sertab Erener
Everyway that I Can
M: Demir Demirkan; T: Demir Demirkan
167 300 55,7 % BelgienBelgien Belgien
Urban Trad
Sanomi
RusslandRussland Russland
t.A.T.u.
Ne ver, ne boisja, ne prosi
2004 49. Eurovision Song Contest
TurkeiTürkei Türkei
(Istanbul)
24 (+12) UkraineUkraine Ukraine
Ruslana
Wild Dances
M: Oleksandr Ksenofontov, Jamie Maher, Ruslana, Fayney, Sherena Dugani; T: Oleksandr Ksenofontov, Ruslana
280 420 66,7 % Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro
Željko Joksimović
Lane Moje
GriechenlandGriechenland Griechenland
Sakis Rouvas
Shake It
2005 50. Eurovision Song Contest
UkraineUkraine Ukraine
(Kiew)
24 (+15) GriechenlandGriechenland Griechenland
Elena Paparizou
My Number One
M: Christos Dantis; T: Christos Dantis, Natalia Germanou
230 456 50,4 % MaltaMalta Malta
Chiara
Angel
RumänienRumänien Rumänien
Luminița Anghel & Sistem
Let Me Try
2006 51. Eurovision Song Contest
GriechenlandGriechenland Griechenland
(Athen)
24 (+13) FinnlandFinnland Finnland
Lordi
Hard Rock Hallelujah
M: Tomi Putaansuu; T: Tomi Putaansuu
292 432 67,6 % RusslandRussland Russland
Dima Bilan
Never Let You Go
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
Hari Mata Hari
Lejla
2007 52. Eurovision Song Contest
FinnlandFinnland Finnland
(Helsinki)
24 (+18) SerbienSerbien Serbien
Marija Šerifović
Molitva
M: Vladimir Graić; T: Saša Milošević Mare
268 492 54,5 % UkraineUkraine Ukraine
Verka Serduchka
Dancing Lasha Tumbai
RusslandRussland Russland
Serebro
Song Number One
2008 53. Eurovision Song Contest
SerbienSerbien Serbien
(Belgrad)
25 (+18) RusslandRussland Russland
Dima Bilan
Believe
M: Dima Bilan, Jim Beanz; T: Dima Bilan, Jim Beanz
272 504 54,0 % UkraineUkraine Ukraine
Ani Lorak
Shady Lady
GriechenlandGriechenland Griechenland
Kalomira
Secret Combination
2009 54. Eurovision Song Contest
RusslandRussland Russland
(Moskau)
25 (+17) NorwegenNorwegen Norwegen
Alexander Rybak
Fairytale
M: Alexander Rybak; T: Alexander Rybak
387 492 78,7 % IslandIsland Island
Yohanna
Is It True?
AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
AySel & Arash
Always
2010 55. Eurovision Song Contest
NorwegenNorwegen Norwegen
(Oslo)
25 (+14) DeutschlandDeutschland Deutschland
Lena
Satellite
M: Julie Frost, John Gordon; T: Julie Frost
246 456 53,9 % TurkeiTürkei Türkei
maNga
We Could Be the Same
RumänienRumänien Rumänien
Paula Seling & Ovi
Playing with Fire
2011 56. Eurovision Song Contest
DeutschlandDeutschland Deutschland
(Düsseldorf)
25 (+18) AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
Ell & Nikki
Running Scared
M: Stefan Örn, Sandra Bjurman, Iain Farquharson; T: Stefan Örn, Sandra Bjurman
221 504 43,8 % ItalienItalien Italien
Raphael Gualazzi
Madness of Love
SchwedenSchweden Schweden
Eric Saade
Popular
2012 57. Eurovision Song Contest
AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
(Baku)

Häufigkeit der Siege

  • Das Fett geschriebene Land hat den letzten Eurovision Song Contest gewonnen
  • Kursiv geschriebene Länder können nicht mehr am Song Contest teilnehmen bzw. haben in den letzten Jahren nicht mehr teilgenommen
Rang Siege Land Letzter Sieg
1 7 IrlandIrland Irland 1996
2 5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1997
LuxemburgLuxemburg Luxemburg 1983
FrankreichFrankreich Frankreich 1977
5 4 NiederlandeNiederlande Niederlande 1975
SchwedenSchweden Schweden 1999
7 3 IsraelIsrael Israel 1998
NorwegenNorwegen Norwegen 2009
9 2 DanemarkDänemark Dänemark 2000
DeutschlandDeutschland Deutschland 2010
ItalienItalien Italien 1990
SchweizSchweiz Schweiz 1988
SpanienSpanien Spanien 1969
14 1 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 2011
BelgienBelgien Belgien 1986
EstlandEstland Estland 2001
FinnlandFinnland Finnland 2006
GriechenlandGriechenland Griechenland 2005
JugoslawienJugoslawien Jugoslawien 1989
LettlandLettland Lettland 2002
MonacoMonaco Monaco 1971
OsterreichÖsterreich Österreich 1966
RusslandRussland Russland 2008
SerbienSerbien Serbien 2007
TurkeiTürkei Türkei 2003
UkraineUkraine Ukraine 2004

Erfolge

Gewinner des Wettbewerbes

Erfolgreichste Teilnehmer

Bisher erfolgreichstes Teilnehmerland ist Irland mit sieben Siegen, in den Jahren 1992 bis 1994 sogar drei in Folge. Auch der erfolgreichste Teilnehmer kommt aus Irland: Johnny Logan gewann zweimal als Sänger (1980 mit What’s Another Year und 1987 mit Hold Me Now) sowie einmal als Komponist (1992: Why Me).

Eurovision Song Contest als Karrierestart

Der Eurovision Song Contest machte im Laufe der Jahre einige Interpreten zu internationalen Stars, die bis zum Zeitpunkt ihres Auftritts noch nahezu unbekannt waren.

Dies trifft in besonderem Maße auf die schwedische Popgruppe ABBA zu, die 1974 mit dem Song Waterloo den Wettbewerb gewann. Auch die franko-kanadische Sängerin Céline Dion wurde durch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest 1988, bei dem sie für die Schweiz startete und mit Ne partez pas sans moi siegte, in Europa bekannt. Die Belgierin Lara Fabian (später durch I will love again zu Charts-Ehren gelangt) tat beim ESC für Luxemburg ihren ersten internationalen Schritt, und schließlich die Polin Edyta Górniak. Ebenfalls durch den ESC zu Weltruhm gelangt ist die irische Folkloregruppe Riverdance, die 1994 als Pausenfüller auftrat. Der europaweite Flashmob des Titels Glow während der Abstimmungspause beim Eurovision Songcontest 2010 verhalf der Band Madcon zum Durchbruch.

Erfolgreiche Titel

Aus dem Eurovision Song Contest gingen im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Lieder hervor, die zu internationalen Erfolgen und bisweilen zu Evergreens wurden. Beispielhaft sind die italienischen Beiträge Nel blu dipinto di blu (Volare) und Piove (Ciao ciao bambina) genannt, beide wurden von Domenico Modugno in den Jahren 1958 und 1959 vorgetragen. Obwohl keine Wettbewerbssieger, wurden diese Songs weltweit millionenfach verkauft und von Sängern wie Paul Anka oder Dean Martin adaptiert. Kommerziell besonders erfolgreich waren Songs aus dem Song Contest ab Mitte der 1960er- bis Ende der 1970er-Jahre. Puppet on a string avancierte 1967 für Sängerin Sandie Shaw zum weltweiten Radio- und Hitparadenerfolg und wurde in Werbespots und auf Modenschauen jener Zeit als Untermalung eingesetzt. Aus demselben Jahrgang kam der Luxemburger Beitrag von Vicky Leandros L’amour est bleu in einer Instrumental-Version von Paul Mauriat auf Platz 1 der US-Billboard-Charts. 1972 gewann Vicky Leandros mit Après toi den Wettbewerb und verkaufte von der Single in mehreren Sprachversionen (Dann kamst Du, Come what may) weltweit über 5,5 Millionen Exemplare. Waterloo von ABBA übertraf diese Marke 1974 mit dem Verkauf von rund 6 Millionen. Bislang waren nach den Verkaufszahlen Brotherhood Of Man mit dem Schlagerpop Save your kisses for me mit 6,5 Millionen weltweit abgesetzten Tonträger die Erfolgreichsten.

Weitere internationale Tophits sind Congratulations von Cliff Richard (GBR 1968), All kinds of everything von Dana (IRL 1970), Beg, steal or borrow von den New Seekers (GBR 1972), Eres tú von Mocedades (ESP 1973), Si von Gigliola Cinquetti (ITA 1974), Dschinghis Khan von Dschinghis Khan (DEU, 1979), What’s another year von Johnny Logan (IRL 1980), Ein bißchen Frieden von Nicole (DEU 1982), Gente di mare von Umberto Tozzi und Raf (ITA 1987), Insieme 1992 von Toto Cutugno (ITA 1990), Diva von Dana International (ISR 1998) und Fly On The Wings Of Love von den Olsen Brothers (DNK 2000).

Häufigste Teilnahmen

Am häufigsten war die Schweizer Musikgruppe Peter, Sue & Marc dabei, welche ihr Heimatland viermal vertrat (1971, 1976, 1979 und 1981). Sie sang jedes Jahr in einer anderen Sprache. In den Jahren 1976 und 1981 erreichten sie jeweils Platz 4. Ebenfalls viermal nahm Fud Leclerc aus Belgien teil, der das Land 1956, 1958, 1960 und 1962 vertrat. Sein bestes Resultat war Platz 5 im Jahre 1958.

Eine Reihe von Interpreten war dreimal beim Eurovision Song Contest vertreten. Für Deutschland waren Katja Ebstein und die Gruppe Wind je dreimal am Start. Ebstein war mit zwei dritten Plätzen in den Jahren 1970 und 1971 sowie einem zweiten Platz im Jahre 1980 erfolgreich. Mit zwei zweiten Plätzen in den Jahren 1985 und 1987 gehört die Gruppe Wind ebenfalls zu den erfolgreichen Teilnehmern für Deutschland.

Die Schwedin Carola Häggkvist erreichte bei drei Teilnahmen für ihr Heimatland einen Sieg (1991), sowie die Plätze 3 (1983) und 5 (2006). Ebenfalls dreimal am Start war die Malteserin Chiara, die für Malta die Plätze 3 (1998), 2 (2005) und 22 (2009) erreichte. Einige mehrmals teilnehmende Interpreten traten für verschiedene Länder an. Die Zypriotin Anna Vissi sang zweimal für Griechenland (1980, 2006) und einmal für Zypern (1982). Der Franzose Romuald nahm zweimal für Monaco (1964, 1974) und einmal für Luxemburg (1979) teil. Ireen Sheer trat als Solokünstlerin einmal für Luxemburg (1974) und einmal für Deutschland (1978) sowie als Teil einer Gruppe erneut für Luxemburg (1985) an.

Die Sängerin Corry Brokken trat bei den ersten drei Wettbewerben in den Jahren 1956 bis 1958 jeweils für die Niederlande an, die Sängerin Lys Assia in den gleichen Jahren für die Schweiz. Udo Jürgens war in den Jahren 1964 bis 1966 dreimal für Österreich beim Wettbewerb dabei. Jeder dieser drei Teilnehmer konnte den Wettbewerb einmal für sein Land entscheiden. Assia gewann 1956 den ersten Eurovision Song Contest, Brokken war ein Jahr später erfolgreich, Jürgens siegte im Jahr 1966.

Ebenfalls dreimal nahmen darüber hinaus der Italiener Domenico Modugno (1958, 1959, 1966), die Norwegerin Kirsti Sparboe (1965, 1967, 1969) sowie das dänische Duo Hot Eyes (1984, 1985, 1988) teil.

Bekanntheit ist kein Erfolgsgarant

Die Teilnahme eines international bereits bekannten Interpreten ist kein Garant für den Gewinn des Titels im Wettbewerb. Prominentes Beispiel ist Cliff Richard mit Congratulations, der 1968 den zweiten und mit Power to All Our Friends 1973 den dritten Platz erreichte. Anschließend waren diese Titel in den Verkaufshitparaden höher platziert als die jeweiligen Eurovisionsgewinner.

Auch Ricchi e Poveri aus Italien oder Baccara aus Spanien (beide 1978) erreichten nicht das Siegertreppchen, ebenso wie Matia Bazar (1979). Alan Sorrenti (1980), Alice und Franco Battiato (1984) oder Al Bano und Romina Power (1976 und 1985), alle aus Italien konnten sich in den frühen 1980er-Jahren trotz der Italo-Pop-Welle in vielen Ländern Europas nicht durchsetzen. Das international erfolgreiche russische Duo t.A.T.u. belegte den dritten Platz beim Eurovision Song Contest 2003 mit Ne wer, ne bojsja, ne prosi. Die estnische Band Vanilla Ninja kam 2005 für die Schweiz nicht über Rang 8 hinaus. Kate Ryan scheiterte 2006 für Belgien bereits im Halbfinale, ebenso DJ BoBo 2007 für die Schweiz.

Auch die erfolgreiche Popgruppe No Angels war mit Disappear 2008 in Serbien wenig erfolgreich. Zuvor wurden sie allerdings mit nur einem Prozentpunkt vor Carolin Fortenbacher (Hinterm Ozean) in der deutschen Vorentscheidung zum Finalteilnehmer gewählt. Beim Song Contest selbst erreichten sie Platz 23 von 25, wobei Platz 23, 24 (Polen, Isis Gee - For Life) und 25 (Vereinigtes Königreich, Andy Abraham - Even If) mit jeweils 14 Punkten die letzten drei Plätze belegten.

50-Jahr-Jubiläum

Am 22. Oktober 2005 fand in Kopenhagen eine Jubiläumsshow mit dem Titel Congratulations (deutsch: Herzlichen Glückwunsch) statt. Damit wurde das 50-Jahr-Jubiläum des Eurovision Song Contest gefeiert. Das Ziel der Show war, das beste Lied des Grand Prix unter allen Titeln, die jemals teilgenommen haben zu ermitteln. Auf der offiziellen Internetseite eurovision.tv konnte jeder seine Stimme für seinen Lieblingstitel des ESC abgeben. Die zehn Lieder mit den meisten Stimmen kamen ins Semifinale. Zusätzlich wählte eine Jury der Europäischen Rundfunkunion vier weitere Titel ins Halbfinale. Im Halbfinale wurden per Telefonvoting die fünf besten Lieder ermittelt. Im zweiten Durchgang, also dem Finale, wurde durch ein weiteres Telefonvoting die Platzierung dieser fünf Lieder festgelegt.

Moderiert wurde die Show von der britischen ESC-Siegerin Katrina Leskanich (Katrina & The Waves, ESC-Sieg 1997 mit Love Shine A Light) und dem lettischen Eurovision Song Contest-Drittplatzierten Renars Kaupers (Brainstorm, ESC-Teilnahme 2000 mit My Star). Die Sendung wurde in Deutschland vom WDR und vom SWR, in Österreich von ORF 2, und in der Schweiz von SF 1 übertragen.

Dabei kam es zu folgendem Ergebnis:

Platz Jahr Land Interpret Titel
1. 1974 SchwedenSchweden Schweden ABBA Waterloo
2. 1958 ItalienItalien Italien Domenico Modugno Nel blu dipinto di blu (Volare)
3. 1987 IrlandIrland Irland Johnny Logan Hold Me Now
4. 2005 GriechenlandGriechenland Griechenland Elena Paparizou My Number One
5. 1976 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Brotherhood of Man Save Your Kisses for Me
6. 2000 DanemarkDänemark Dänemark Olsen Brothers Fly on the Wings of Love
7. 1982 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland Nicole Ein bißchen Frieden
8. 1968 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Cliff Richard Congratulations
9. 2003 TurkeiTürkei Türkei Sertab Erener Everyway that I Can
10. 1988 SchweizSchweiz Schweiz Céline Dion Ne partez pas sans moi
11. 1973 Spanien 1945Spanien Spanien Mocedades Eres tú
12. 1980 IrlandIrland Irland Johnny Logan What’s Another Year
13. 1998 IsraelIsrael Israel Dana International Diva
14. 1965 LuxemburgLuxemburg Luxemburg France Gall Poupée de cire, poupée de son

Teilnahmeregeln

Nach der aktuellen Fassung[26] der Regeln gilt:

  • Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Jeder Interpret darf in einem Jahr nur für ein Land antreten.
  • Es dürfen nicht mehr als sechs Personen auf der Bühne mitwirken.
  • Das Lied muss live gesungen werden.
  • Lied oder Auftritt dürfen keine politische Botschaft enthalten oder dem Image des Liederwettbewerbs schaden.
  • Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken.
  • Die Lieder dürfen frühestens am 1. September des Vorjahres veröffentlicht werden (diese Regel gilt seit dem 1. September 2010).
  • Es muss sich um einen Originalsong handeln, darf also keine Coverversion eines älteren Liedes sein.
  • Die Instrumental-Musik wird als Playback eingespielt. Zum letzten Mal wurde den Interpreten 1998 die Möglichkeit geboten, sich durch ein Orchester live begleiten zu lassen.
Zeitweise wurde eine Sprachregelung eingeführt: Jeder Interpret musste in seiner Landessprache singen. Die Regel galt von 1966 bis 1972 und von 1977 bis 1998, seit 1999 ist den Interpreten die Sprache, in der ihr Beitrag gesungen wird, wieder freigestellt.

Siehe auch

Literatur

  • Clemens Dreyer, Claas Triebel, Urban Lübbeke: Ein bisschen Wahnsinn: Wirklich alles zum Eurovision Song Contest. Verlag Antje Kunstmann, München 2011, ISBN 978-3-88897-715-2
  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann und Campe Verlag, 2002, ISBN 3-455-09350-7
  • Jan Feddersen: Wunder gibt es immer wieder: Das große Buch zum Eurovision Song Contest Aufbau TB, 2010, ISBN 978-3-7466-7074-4
  • John Kennedy O’Connor: Eurovision Song Contest. Mit einem Vorwort von Dr. Michael Sonneck. Gondrom, Bindlach 2005, ISBN 3-8112-2536-7
  • Irving Wolther: Kampf der Kulturen: der „Eurovision Song Contest“ als Mittel national-kultureller Repräsentation. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3357-4
  • Mari Pajala: Finlande: zero points? Der Eurovision Song Contest in den finnischen Medien. Mit einem Vorwort von Jan Feddersen. SAXA Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-939060-07-9.
  • Tim Moore: Null Punkte – Ein bisschen Scheitern beim Eurovision Song Contest. Aus dem Englischen von Olaf Bentkämper. Covadonga Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-936973-28-0.
  • Ivan Raykoff, Robert Dean Tobin (Hrsg.): A Song for Europe. Popular Music and Politics in the European Song Contest. Abingdon 2007.[27]
  • Christiane Graf: germany: zero points, Nationale Befindlichkeiten beim Eurovision Song Contest. In: prager frühling 05.
  • Irving Wolther: Musikwettbewerb vs. Wettbewerbsmusik: Das Dilemma des Eurovision Song Contests, in: Beiträge zur Popularmusikforschung Bd. 33 (2005), S.101–111 (Volltext)
  • Tony Brown, Paul Gambaccini, Jonathan Rice und Tim Rice: The Complete Eurovision Song Contest Companion. Pavilion Books, London 1998, ISBN 1-86205-167-4 (160 Seiten plus 8 Bildseiten, Buchformat: Groß-Oktav, Sprache: Englisch, Thema: Internationale Finals von 1956 bis 1997, Vorwort von Terry Wogan).
  • Holger Burandt: Der Weg zum Grand Prix Eurovision de la Chanson. Eigenverlag, ohne Ort 1999, ISBN 3-9804141-5-9 (140 Seiten, keine Abbildungen, Buchformat: Oktav, Sprache: Deutsch, Thema: Deutsche Vorentscheidungen von 1956 bis 1999).
  • Jørgen de Mylius: Det danske Melodi Grand Prix. DR Multimedie, Kopenhagen 2001, ISBN 87-7047-967-4 (210 großformatige Seiten, durchgehend farbig bebildert, Buchformat: Klein-Quart, Sprache: Dänisch, Thema: Dänische Vorentscheidungen von 1957 bis 2000).
  • Tschajk Freiberg: Tu te reconnaîtras - The Story of Eurovision. Eigenverlag, Bergen 2006 (500 großformatige, in Leder gebundene Seiten, durchgehend farbig bebildert, Buchformat: Quart, Sprache: Deutsch, Hauptthemen: Internationale Finals und deutsche Vorentscheidungen von 1956 bis 2005, incl. Bonus-DVD mit einem 4-Minuten-Track).
  • Henk Langerak: Muziek op punten - Muziek in 44 jaar Eurovisie Songfestival. Autorenrechtsvereinigung Buma/Stemra, Amstelveen 1999 (40 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Buchformat: Oktav, Sprache: Niederländisch, Thema: Allgemeiner Überblick von 1956 bis 1999 mit Schwerpunkt Niederlande).
  • Leif Thorsson: Melodifestivalen genom tiderna. Premium Förlag, Stockholm 1999, ISBN 91-89136-00-4 (360 großformatige Seiten, durchgehend farbig bebildert, Buchformat: Quart, Sprache: Schwedisch, Themen: Schwedische Vorentscheidungen und internationale Finals von 1958 bzw. 1956 bis 1999, incl. Bonus-CD mit 18 Tracks).

Weblinks

Wikinews Wikinews: Eurovision Song Contest – in den Nachrichten
 Commons: Eurovision Song Contest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/music/4362373.stm
  3. http://www.ndrtv.de/grandprix/rueckblick/70er/1977_international.html
  4. Georgien fährt nicht nach Moskau. In: Kölner Stadtanzeiger. Aktualisiert am 17. März 2009.
  5. http://orf.at/#/stories/2005952/
  6. Berliner Morgenpost: „Dieter Bohlen will ARD beim nächsten Grand Prix helfen“ am 24. Mai 2009, nach dpa
  7. Bild: „Alex Christensen. Jetzt rechnet er mit dem Grand Prix ab“ am 24. Mai 2009
  8. Der Westen: „Raab darf wohl doch den Grand Prix aufhübschen“ am 21. Mai 2009
  9. Rules of the 2003 Eurovision Song Contest, Article XV.1
  10. Regeländerungen
  11. Neuregelung 2009
  12. stern.de Jury soll „Ostblockmafia“ knacken
  13. n24.de Guildo Horn sitzt in neuer Eurovision-Jury
  14. tagesspiegel.de Eurovision Song Contest wieder mit Jury
  15. Spiegel.de Märchenerzähler schlägt Sexbombe
  16. „Spaß-Jury“ vergibt deutsche Punkte
  17. eurovision.tv Results TELEVOTING only
  18. Results TELEVOTING & JURY mixed (50/50)
  19. Original Regeln 2010 in Englisch
  20. Regeln 2010 Zusammengefasst vom NDR
  21. Eurovision.tv berichtet Reference Group gathered in Belgrade
  22. NDR berichtet vom EBU-Treffen in Belgrad Ende August 2010
  23. EBU restores televoting Window as from 2012 (Eurovision.tv, abgerufen am 2.Juli 2011)
  24. jedes Land schickte 2 Lieder
  25. 1969 gab es vier Sieger
  26. Rules for the Eurovision Song Contest 2010 (Englisch) (PDF). Eurovision.tv S. 4. Europäische Rundfunkunion. Abgerufen am 27. Dezember 2010.
  27. Vgl. Stefan Troebst: Rezension zu: Raykoff, Ivan; Tobin, Robert Dean (Hrsg.): A Song for Europe. Popular Music and Politics in the European Song Contest. Abingdon 2007. In: H-Soz-u-Kult, 25. Februar 2010.

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