Ewald Lienen
Ewald Lienen
Lienen beim Testspiel als Trainer von Panionios Athen am 4. August 2006
Spielerinformationen
Geburtstag 28. November 1953
Geburtsort LiemkeDeutschland
Größe 176 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1961–1971 VfB Schloß Holte
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1971–1974
1974–1977
1977–1981
1981–1983
1983–1987
1989–1992
VfB Schloß Holte
Arminia Bielefeld
Borussia Mönchengladbach
Arminia Bielefeld
Borussia Mönchengladbach
MSV Duisburg

96 (24)
115 (23)
60 (12)
126 (13)
104 0(4)
Stationen als Trainer
1989–03/93
03/93–10/94
1995–1997
1997–02/99
1999–01/02
2002–01/03
03/03–09/03
03/04–11/05
2006–11/08
05/09–06/10
06/10–08/10
11/10–2011
MSV Duisburg Amateure
MSV Duisburg
CD Teneriffa (Co-Trainer)
Hansa Rostock
1. FC Köln
CD Teneriffa
Borussia Mönchengladbach
Hannover 96
Panionios Athen
TSV 1860 München
Olympiakos Piräus
Arminia Bielefeld
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ewald Lienen (* 28. November 1953 in Liemke) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.

Inhaltsverzeichnis

Spieler

Nach dem Abitur an der Hans-Ehrenberg-Schule in Bielefeld-Sennestadt spielte er von 1977 bis 1992 als Stürmer in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga. Von 1974 bis 1977 gehörte er zum Zweitligakader von Arminia Bielefeld, mit der er 1977 in der Relegation zur 1. Bundesliga scheiterte. Im Anschluss stand er bis 1981 im Erstligakader von Borussia Mönchengladbach, wo er die größten Erfolge seiner aktiven Karriere feiern konnte: 1978 wurde er mit der Borussia Vizemeister, ein Jahr später der UEFA-Pokal gewonnen. 1980 erreichte Lienen mit den Fohlen erneut das Finale des UEFA-Pokals, sie mussten sich aber Eintracht Frankfurt geschlagen geben. Von 1981 bis 1983 spielte Lienen erneut für Bielefeld, ehe er 1983 nach Mönchengladbach zurückkehrte, wo er bis 1987 blieb. 1984 stand Lienen mit den Fohlen im DFB-Pokal-Finale, wo sich allerdings der FC Bayern München im Elfmeterschießen durchsetzte. 1989 schloss er sich dem Zweitligisten MSV Duisburg an, mit dem er 1991 wieder in die 1. Bundesliga aufstieg. Im Sommer 1992 beendete Lienen seine aktive Karriere. Er bestritt insgesamt 333 Spiele in der 1. Bundesliga, in denen er 49 Tore erzielte, in der 2. Bundesliga war er 171mal zum Einsatz gekommen (27 Treffer).

Am 14. August 1981 erlitt Lienen eine schwere Verletzung, als Norbert Siegmann von Werder Bremen ihm mit den Stollen den Oberschenkel aufschlitzte und eine 25 cm lange, tiefe Risswunde zufügte. Lienen rannte mit der klaffenden Wunde an den Spielfeldrand zum damaligen Trainer von Werder Bremen, Otto Rehhagel, den er für das Foul verantwortlich machte, indem er behauptete, Rehhagel habe Siegmann zu dem Foulspiel angestiftet.

Die Wunde wurde mit 23 Stichen genäht, nach 17 Tagen begann Lienen wieder mit dem Training.

Trainer

Bereits 1989 schloss Lienen die Ausbildung zum Fußballlehrer mit der Note Eins ab und trainierte die Amateure des MSV Duisburg, während er weiterhin in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam. Am 24. März 1993 übernahm er den Trainerposten bei der ersten Mannschaft des MSV, den er bis 1. November 1994 innehatte. Zwischen 1995 und 1997 arbeitete Lienen als Co-Trainer unter Jupp Heynckes beim spanischen Erstligisten CD Teneriffa. Im Sommer 1997 wurde er dann Trainer bei Hansa Rostock. Mit Rostock verpasste er die Qualifikation für den UEFA-Cup um lediglich einen Punkt, am 1. März 1999 wurde Lienen durch Andreas Zachhuber ersetzt. Zum Saisonbeginn 1999/2000 übernahm er das Traineramt beim Zweitligisten 1. FC Köln, den er zurück in die 1. Bundesliga führte. Am 28. Januar 2002 wurde Lienen in Köln entlassen (in der Woche nach dem 11. September 2001 mit den Anschlägen u.a. auf das World Trade Center in New York war zunächst ein BL-Spieltag abgesetzt worden und Lienen - eine von vielen Persönlichkeiten, die zu den Ereignissen an Talkshows im Fernsehen teilnahmen - sprach sinngemäß davon, dass es wohl Wichtigeres gäbe auf der Welt als Fußballspielen; danach ging es mit dem FC stetig bergab - bis zum 2. Abstieg aus der Liga zum Saisonende!). Im Sommer 2002 wurde er Trainer beim spanischen Zweitligisten CD Teneriffa, wo er am 20. Januar 2003 entlassen wurde. Vom 2. März bis 21. September trainierte er Borussia Mönchengladbach. Am 9. März 2004 übernahm er das Traineramt bei Hannover 96, das er bis zum 9. November 2005 innehatte.

2006 ging er in die griechische Super League und trainierte dort den Verein Panionios Athen, mit dem er 2007 den Einzug in den UEFA-Cup schaffte. Im Dezember wurde Lienen in Griechenland als Trainer des Jahres 2007 ausgezeichnet. Kurz nach seiner Vertragsverlängerung bis 2010 kam es zu einem Eklat zwischen dem Stürmer Lampros Choutos und Lienens Co-Trainer und Schwiegersohn Abder Ramdane. Choutos hatte Ramdane nach einem Streit ins Gesicht geschlagen und ihn leicht verletzt. Daraufhin wurde der Stürmer bis Ende Dezember suspendiert und Ramdane entlassen. Als Reaktion auf die Entlassung löste Lienen am 13. November 2008 seinen Vertrag vorzeitig auf.[1]

Am 13. Mai 2009 übernahm er den Trainerposten beim Zweitligisten TSV 1860 München. In den beiden noch ausstehenden Spielen der Saison 2008/09 holte er mit der Mannschaft zwar nur einen Punkt, dieser reichte den Münchner Löwen jedoch zum Klassenerhalt. In der folgenden Spielzeit landete die Mannschaft nach einem sehr schwachen Start am Ende auf Platz 8. Der zum 150. Gründungsjubiläum des TSV 1860 angestrebte Wiederaufstieg in die Bundesliga wurde aber deutlich verpasst. Am 17. Juni 2010 wurde der bis 2011 laufende Vertrag vorzeitig aufgelöst, damit Lienen ein Angebot des griechischen Erstligisten Olympiakos Piräus annehmen konnte.

Nach dem Ausscheiden in der Qualifikation zur UEFA Europa League 2010/11 gegen Maccabi Tel Aviv wurde Lienen nach nur zweimonatiger Amtszeit entlassen.[2]

Am 7. November 2010 wurde er als Trainer bei Arminia Bielefeld Nachfolger von Christian Ziege[3].

Zur Saison 2011/2012 wird Ewald Lienen nach Abstieg der Arminia in die 3. Liga durch Markus von Ahlen, den ehemaligen Bundesligaspieler (zuletzt Alemannia Aachen) ersetzt.

Seit 1. Juli 2011 ist Ewald Lienen vereinslos.

Wissenswertes

  • Sein akribisches Notieren von Beobachtungen während laufender Spiele brachte ihm den Spitznamen Zettel-Ewald ein. Ein anderer Spitzname aus seiner Zeit als Fußballtrainer in Köln lautete Das Hemd, in Anspielung auf seine Angewohnheit, ein hellblaues Hemd, das er bei einem lang ersehnten Sieg der Mannschaft getragen hatte, auch bei späteren Spielen als Glücksbringer zu tragen.
  • Nachdem Ewald Lienen den 1. FC Köln in der Saison 1999/2000 zum Aufstieg von der 2. Bundesliga in die 1. Bundesliga geführt hat, veröffentlichte die Kölner A-cappella-Gruppe Wise Guys das Lied "Die Heldensage vom heiligen Ewald"[4].
  • Friedhelm Funkel trat drei Mal hintereinander die Trainernachfolge von Ewald Lienen an, nämlich beim MSV Duisburg, bei Hansa Rostock und beim 1. FC Köln.
  • Lienen ist der Schwiegervater des ehemaligen französischen Fußballspielers Abder Ramdane (der auch Lienens Co-Trainer ist) und Großneffe des ehemaligen deutschen Nationalspielers Herbert Burdenski.
  • Ewald Lienen engagierte sich während der frühen 80er Jahre in der Friedensbewegung und wirkte bei der Friedensliste mit, für die er 1985 bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl kandidierte. 1987 gründete er zusammen mit Spielerkollegen die Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler e. V. (VdV).

Erfolge

Weblinks

 Commons: Ewald Lienen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ein blaues Auge zu viel für Lienen. In: nw-news.de, 13. November 2008. 
  2. Olympiakos Piräus trennt sich von Trainer Lienen
  3. Lienen neuer Arminia-Trainer. In: Arminia Bielefeld, 7. November 2010. 
  4. Liedtext zu 'Die Heldensage vom heiligen Ewald' auf wiseguys.de.

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