Aki Yukio

Akiyuki Nosaka (jap. 野坂 昭如, Nosaka Akiyuki; * 10. Oktober 1930 in Kamakura) ist ein japanischer Schriftsteller, Sänger und Lyriker. Als Werbetexter für das Fernsehen benutzte er das Pseudonym Yukio Aki (阿木 由紀夫, Aki Yukio), als Chansonier den Namen Claude Nosaka.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Akiyuki Nosaka wurde 1930 in Kamakura, als Sohn von Sukeyuki Nosaka, des damaligen Vize-Gouverneurs der Präfektur Niigata, geboren. Da seine Mutter bei der Geburt starb, wurde Akiyuki zusammen mit seinen Schwestern von einem Ehepaar aus Kobe adoptiert.

Eine seiner Schwestern verstarb in seiner Jugend durch eine Krankheit, sein Adoptivvater wurde durch einen amerikanischen Bombenangriff auf Kobe im Jahr 1945 getötet.

Kurz darauf starb eine weitere Schwester durch kriegsbedingte Unterernährung. Diese traumatischen Erfahrungen wurden später in der Erzählung Das Grab der Leuchtkäfer verarbeitet.

Als Akiyuki 1945 durch diese Schicksalschläge Kriegswaise wurde, trieb er sich noch zwei Jahre lang umher, bis er wegen eines Diebstahls in eine Erziehungsanstalt kam. Ab 1948 besuchte er wieder die Schule und fand dann auch seinen leiblichen Vater wieder. Ein Studium brach er ab, wurde dann Sänger, Zeitschriftenkolumnist, Werbetexter und nahm verschiedene Gelegenheitsarbeiten an.

Erst 1963 bekam er breite Anerkennung durch die Veröffentlichung von Japanische Freuden (エロ事師たち, Erogotoshi-tachi).

Nosaka Akiyuki wurde bei der Sangiin-Wahl 1974 als Unabhängiger in das Japanische Parlament (Kokkai) gewählt.

Sein Werk Hotaru no Haka (deutsch: „Glühwürmchengrab“) wurde zusammen mit Algen in Amerika 1968 mit dem renommierten Naoki-Preis ausgezeichnet, im Jahre 1988 erfolgte die Umsetzung als Zeichentrickfilm (Anime), der deutsche Titel davon ist: Die letzten Glühwürmchen.

Werke

Seine Werke sind oft stark autobiographisch geprägt.

  • Fernsehwerbetexte und Zeitschriftenartikel (um 1950)
  • Japanische Freuden (エロ事師たち, Erogotoshi-tachi) (1963) Deutsche Übersetzung von N. Wölfl (1971) ISBN 3426089947
  • Algen in Amerika (アメリカひじき, Amerika Hijiki) (1967); Anmerkung: Hijiki ist eine essbare braune Meeresalge (Hizikia fusiformis)
  • Das Grab der Leuchtkäfer (火垂るの墓, Hotaru no Haka) (1967) Deutsche Übersetzung bei Rowohlt, 1992, ISBN 3499131099.
  • Kriegsgeschichten für Kinder (1971)

Literatur

  • Siegfried Schaarschmidt und Michiko Mae (Hg.): Japanische Literatur der Gegenwart. Hanser Verlag, München 1990. ISBN 3-446-15929-0

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