Akimel O'Odham
Wohngebiet
Reservationen der Pima und benachbarter Stämme im Südwesten der USA.
Systematik
Kulturareal: Südwesten
Sprachfamilie: Uto-Aztekische Sprachen
Sprache: Nahuatl
Stammesgruppe: Pima
Stamm, Volk: Pima
Synonyme
Akimel O'Odham, Ak-chin O'Odham

Die Pima (Eigenbezeichnung: Akimel O'Odham oder Ak-chin O'Odham) sind ein nordamerikanischer Indianerstamm. Sie lebten in den Wüstengebieten, Hochebenen und an den Ufern des Gila River in Arizona und im mexikanischen Staat Sonora und werden zu den Rancheria-Stämmen gezählt.

Inhaltsverzeichnis

Gruppen der Pima

Pima Alto (Obere Pima)

Die Pima Alto unterteilen sich in zwei Gruppen:

  • Akimel Au-Authm (= "Fluss-Volk", meistens als Pima bezeichnet, einem südlicheren Dialekt entliehenes Wort für "Nein")
  • Ak-Chin Au-Authm (heute größtenteils in den Akimel Au-Authm aufgegangen)
  • Sobaipuri (wurden von den Apachen vertrieben und aufgerieben)
  • Tohono O'Odham (= "Volk der Wüste", die Pima nannten sie Pahpah Au-Authm "Bohnen-Volk, die Spanier daher Papago)
  • Hia-Ced O'odham (= "Sand-Volk", meistens als Sand Papago bezeichnet)

Pima Bajo (Untere Pima)

  • Pima Bajo (Nevome)
  • Tepehuane

Die Pima bezeichneten sich selber als Au-Authm oder O'odham, "Volk", der Name Pima bedeutet in einem ihrer Dialekte "Nein". Ihre Sprache gehörte zum Nahuatl-Zweig der uto-aztekischen Sprachfamilie, deren Verbreitungsgebiet sich von Idaho im Norden der USA bis nach Guatemala im Süden erstreckte.

Die Länder der Pima im nördlichen Sonora und im südlichen Arizona wurden von den Spaniern "Pimeria Alta" und "Pimeria Baja" und die Wüstengebiete der Papago "Papaguerita" genannt.

Geschichte

Nach neuesten genetischen Studien sind die Pima Abkömmlinge von Mongolen[1].

Die Pima, mit Ausnahme der Sand Papago, lebten in weitverstreuten Siedlungen aus Pfahlhäusern aus Adobe entlang der Flüsse oder in gut bewässerten Gebirgs- und Wüstengegenden. Sie nutzten die jährlichen Überschwemmungen der Flüsse und legten meilenweite künstliche Bewässerungs-Anlagen an. Jede Familie besaß verstreut am Flussufer gelegene Felder, die oft weit auseinander lagen. Die Pima bauten Mais, Bohnen, Kürbisse, Baumwolle, Tabak und im 18. Jahrhundert auch Weizen an. Durch ihren Feldbau erwirtschafteten die Pima genügend Überschüsse, so dass sie diese den spanischen, mexikanischen und amerikanischen Siedlern und Militärs verkaufen konnten und deren Siedlungen oft das Überleben sicherten. Zudem sammelten sie noch Samen und Wildfrüchte.

Apachen, Yaqui, Yuma und Opata (Pima-Wort für "Feinde") zählten zu ihren traditionellen Feinden. Besonders die ständigen Überfälle der Apachen zwangen die Pima-Gruppen ihre vormals einzelnen unabhängigen Dörfer in größere Siedlungen zusammen zu legen und diese Tag und Nacht durch Posten zu sichern. Nur unter dem Schutz mehrerer Krieger trauten sich die Frauen die Felder zu bewirtschaften oder Beeren und Früchte zu sammeln. Erst mit der endgültigen Unterwerfung der Apachen in den 1890er verschwanden die Posten und die großen Siedlungen lösten sich wieder auf.

In diesen ständigen Auseinandersetzungen bewährten sich die sonst friedlichen Pima als harte und ausdauernde Krieger und stellten sich den Spaniern, Mexikanern und Amerikanern gerne als Scouts und Krieger gegen die Apachen zur Verfügung.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts flüchteten mehrere Gruppen der Maricopa, einer Gruppe der Fluss-Yuma, wegen der ständigen Kriege gegen andere Yuma, zu den Pima. Die Pima nahmen die Maricopa nur unter der Bedingung auf, dass sie den Pima mit ihren Kriegern gegen die Apachen und Yuma beistanden.

Kriege und besonders die Tötung eines Feindes waren bei den Pima ritualisiert und mit Reinigungszeremonien verbunden. Tötete ein Pima-Krieger einen Feind, musste er sich einer 16-tägigen Reinigungszeremonie unterziehen und musste den Kontakt zu seiner Familie und der Dorfgemeinschaft meiden. Außerdem durften nur einige auserwählte Krieger, die durch Visionen besondere Kräfte besaßen, Feinde töten. Die Pima glaubten zum Beispiel, die Tötung eines Apachen-Kriegers bringe Regen und mache ihre Felder fruchtbar.

Die Pima waren wie viele Wüsten- und Hochland-Stämme im Norden Mexikos und im Südwesten als ausgezeichnete Läufer berühmt. In sexueller Hinsicht lebten die Pima sehr freizügig; Ehen waren für die Pima oft nur Verbindungen auf Zeit.

Während der spanischen Kolonialzeit übernahmen die Pima viele technischen Fertigkeiten der Spanier, deren Waffen, Pferde, Rinder und das Christentum, das sie allerdings teilweise mit ihren überlieferten Riten vermischten.

Trotz ihrer Zuverlässigkeit als Scouts und Krieger gegen Yaqui, Apachen und andere feindliche Stämme stürzten die Pima mehrmals die ganze Grenzregion im Norden Sonoras durch blutige Aufstände gegen die Weißen in Chaos.

Heute leben die amerikanischen Pima in mehreren Reservaten in Arizona und ihre Stammesangehörigen in den Bergen Mexikos.

Die Akimel Au-Authm und Ak-Chin-Au-Authm zusammen zählten zwischen 6.000 und 7.000 Menschen, die Papago und Sand Papago zusammen ca. 10.000, die Maricopa ca. 500, die Sobaipuri zwischen 500 und 700, die Pima Bajo und Tepehuane ca. 20.000.

Besonderheiten

Die in den Vereinigten Staaten lebende Hälfte der Pima leidet durch schlechte Ernährungsgewohnheiten überproportional stark an Diabetes Typ 2, während es bei dem in Mexiko lebenden Bevölkerungsteil keine Auffälligkeiten diesbezüglich gibt. Die Wissenschaft erklärt dieses Phänomen damit, dass die amerikanischen Pima vorwiegend arbeitslos sind und sich nur von preiswert zu erkaufendem fetten Essen ernähren, während die über der Grenze wohnenden Vettern verstärkt Landwirtschaft betreiben und sich vor allem von Maisprodukten ernähren. Da die Pima genetisch der Wüste angepasst sind, ist bei ihnen eine Überversorgung mit Fett und Kalorien fatal.

Literatur

  • Ignaz Pfefferkorn: Beschreibung der Landschaft Sonora samt andern merkwürdigen Nachrichten von den inneren Theilen Neu-Spaniens und Reise aus Amerika bis in Deutschland. Reprint der Ausg. Köln, Langensche Buchh., 1794 / hrsg. und mit einer Einl. vers. von Ingo Schröder. Bonn: Holos 1996, 2 Bde, Umfang/Format: 455 u. 447 S. (Beiträge zur Forschungsgeschichte: Amerika, Bd. 1) ISBN 3-86097-362-2
  • Henry F. Dobyns: The Pima-Maricopa (Indians of North America) ISBN 1555467245 (englisch)
  • Frank Russell: Pima Indians ISBN 0816503354 (englisch)
  • J. F. Breazeale: The Pima and His Basket ISBN 1417915056 (englisch)
  • Anna Moore Shaw: Pima Indian Legends ISBN 0816501866 (englisch)
  • Marla Felkins Ryan: Pima (Tribes of Native America) ISBN 156711699X (englisch)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Hellenthal, Auton, Falush: "Inferring Human Colonization History Using a Copying Model"

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