Exxon Mobil
Exxon Mobil Corporation
Unternehmensform Corporation
ISIN US30231G1022
Gründung 30. November 1999
Unternehmenssitz Irving, Texas
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Unternehmensleitung

Rex Tillerson (Chairman/CEO)

Mitarbeiter ca. 106.100 (2007) einschließlich Company Operated Retail Sites ("CORS") (2006)
Umsatz 404,552 Milliarden USD (2007)
Produkte

Öl und Gas

Website

http://www.exxonmobil.com

Größte Unternehmen der Welt 2005 nach Umsatz

Die Exxon Mobil Corporation ist ein amerikanischer Mineralölkonzern, der 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon (Standard Oil of New Jersey) und Mobil Oil (Standard Oil Company of New York) entstanden ist. ExxonMobil gilt als ein direkter Nachfolger der Standard Oil Company.

Inhaltsverzeichnis

Wirtschaftsdaten

ExxonMobil ist derzeit das nach Marktkapitalisierung teuerste Unternehmen der Welt (410,4 Mrd. US-Dollar, Stand Mai 2009[1]). Der Konzern erzielte 2007 laut Fortune Global 500 mit 40,6 Mrd. US-Dollar auch den höchsten Gewinn weltweit. Sein Hauptsitz befindet sich in Irving, Texas. Mit einer Jahresproduktion von über neun Millionen Tonnen Polyolefinen ist das Unternehmen Weltmarktführer auf diesem Gebiet.[2]

Der Umsatz der Firma entsprach 2007, gerechnet nach Kaufkraft, dem BIP von Belgien.[3]

Hauptaktionäre sind die Barclays Bank Plc mit 3,92 %, die FMR Corporation mit 2,28 % und die State Street Corporation mit 2,73 %. Der Umsatz pro Jahr und Mitarbeiter stieg von 1.735.519,00 $ im Jahre 1999 über 2.336.827,00 $ 2000 auf 3.469.557,00 $ 2004 an. Exxon beschäftigt derzeit etwa 87.000 Personen, 1999 waren es noch 107.000. Der Umsatz 2007 betrug 404,552 Mrd. US$.

Exxons Aktie ist an zahlreichen Börsen notiert, und es gibt eine Vielzahl derivativer Anlageprodukte. Auch viele Fonds sind investiert. Globale Konkurrenten sind British Petroleum (Großbritannien), Total (Frankreich), Chevron Corporation (USA), ConocoPhillips (USA) und Royal Dutch Shell (Niederlande/ Großbritannien). ENI SPA ist der italienische Versorger, in Österreich gibt es die OMV AG und in Skandinavien die Statoil und Norsk Hydro (beide Norwegen), Lukoil in Russland. Mit Russlands Energieriesen Gazprom gibt es neben Lukoil zwei große russische Konkurrenten für ExxonMobil. Gazprom allein verfügt über ein Viertel der gesicherten Erdöl- und Erdgasvorkommen weltweit, der Aktienkurs verdoppelte sich von Mai bis November 2005.

CEO

Aktuell:

Ehemalige:

  • Lee Raymond (1999−2005)
  • Lawrence G. Rawl (1985−1993)

Top Manager

M. Bacher
Mark W. Albers
Donald D. Humphreys
Stuart R. McGill
J. Stephen Simon
Rex W. Tillerson
Daniel Richardt (Eisenach)

Aufsichtsrat

Michael J. Boskin
William W. George
James R. Houghton
William R. Howell
Reatha Clark King
Philip E. Lippincott
Henry A. McKinnell, Jr.
Marilyn Carlson Nelson
Samuel J. Palmisano
Walter V. Shipley
J. Stephen Simon
Rex W. Tillerson

Konzernstruktur / Unternehmensbeteiligungen

Exxon Mobil Corporation

  • ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg (100 %)
    • ESSO Deutschland GmbH, Hamburg
      • ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH, Köln
      • Mehrere osteuropäische Gesellschaften
      • Diverse Vertriebsgesellschaften z. B. Fernwärme, Mitteldestillat
    • Mobil Erdgas-Erdöl
      • ExxonMobil Gas Marketing Deutschland GmbH, Hannover
      • ExxonMobil Gastransport Deutschland GmbH, Hannover
      • ExxonMobil Gasspeicher Deutschland GmbH, Hannover
    • ExxonMobil Production Deutschland GmbH, Hannover
    • Esso Schweiz
    • Esso Austria
    • Imperial Oil, Kanada

In Deutschland gibt es 1260 ESSO-Tankstellen.


ExxonMobil ist funktionell in drei Bereiche mit Unterabteilungen gegliedert:

  • Upstream (Houston, TX)
    • ExxonMobil Exploration Company
    • ExxonMobil Development Company
    • ExxonMobil Production Company
    • ExxonMobil Aftermath Entertainment
    • ExxonMobil Gas and Power Marketing Company
    • ExxonMobil Upstream Research Company
  • Downstream (Fairfax, VA)
    • ExxonMobil Refining and Supply Company
    • ExxonMobil Fuels Marketing Company
    • ExxonMobil Lubricants & Specialties Company
    • ExxonMobil Research and Engineering Company
    • ExxonMobil Global Services Company
  • Chemical (Houston, TX)
    • ExxonMobil Chemical Company

Hurrikans und die Konsequenzen

Eine Raffinerie von Exxon in der Gegend um Houston wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2005 vom Hurrikan Rita überschwemmt und war bis zum Frühjahr 2006 außer Betrieb. Nachdem durch diesen etwa 16 % der U.S. Inlands-Raffineriekapazität ausfiel, wollte sich Präsident Bush, bekannt für seine Kontakte zur Ölindustrie, für eine Erweiterung der Kapazitäten und Dezentralisierung in den Staaten, sowie für eine Freigabe von neuen Offshore-Bohrplänen, z. B. vor Floridas Küste einsetzen.

Der hohe Erdölpreis hatte dem Konzern im dritten Quartal 2005 einen Rekordgewinn um 75 % auf 8,2 Milliarden Euro gebracht. Konzernchef Lee R. Raymond verwahrte sich dabei gegen Vorwürfe der Preistreiberei im Gefolge der Hurrikans.

Geschichte

Exxon und Mobil waren im Jahr 1882 Teile einer einzigen Firma – John D. Rockefellers Standard Oil Trust.

1911 ordnete der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Auflösung von Standard Oil an. Als neue Firmen entstanden dadurch unter anderem die Standard Oil Company of New York (Socony), die später über die Socony-Vacuum Oil zur Mobil Oil wurde, und die Standard Oil of New Jersey, abgekürzt SO , gesprochen EssO, die spätere Exxon. Beide Teilfirmen wuchsen in den darauffolgenden Jahrzehnten unabhängig weiter.

Am 30. November 1999 konnten sich die beiden Konzerne aufgrund von veränderten gesetzlichen Bestimmungen wieder vereinigen.

Geschichte in Deutschland

Die Standard Oil of New Jersey wurde u. a. bekannt durch ihre Zusammenarbeit mit der I.G. Farben bei der Erzeugung von Synthetischem Öl sowie der gemeinsamen Beteiligung bei der Deutschen Gasolin. Ihre deutsche Tochtergesellschaft war die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft (DAPG, später Deutsche Esso GmbH aufgegangen in ExxonMobil GmbH).

Mobil in Deutschland wurde 1899 als Deutsche Vacuum Oil Company in Hamburg gegründet.

Zukunft

Laut Exxon-Chef Rex. W. Tillerson reichen die Ölreserven der Erde noch für weitere 160 Jahre bei gleichbleibendem Anstieg des Verbrauchs. Noch unentdeckte Vorkommen machen allerdings die Hälfte dieser Rechnung aus.

Kritik

Im Schwarzbuch Markenfirmen wird dem US-Konzern u. a. die Finanzierung von Bürgerkriegen und dem damit verbundenen Waffenhandel, sowie auch die Zerstörung der Lebensgrundlagen in Ölfördergebieten vorgeworfen[4].

Nach Ansicht von Greenpeace missbraucht ExxonMobil seine geballte Wirtschaftsmacht gegen den Klimaschutz, Umweltinteressen und Menschenrechte. Sie werfen dem Ölkonzern vor, den internationalen Klimaschutz massiv zu behindern, was u. a. von der Union of Concerned Scientists (UCS), ein Wissenschaftsverband mit 200.000 Mitgliedern in den USA, bestätigt wird. [5]

Lobbyarbeit

Wie die Union of Concerned Scientists (UCS) im Januar berichtete, soll ExxonMobil in den letzten Jahren fast 16 Millionen Dollar investiert haben, um Skeptiker des Klimawandels zu unterstützen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschleiern und Politiker und Medien zu manipulieren.[6] Laut Greenpeace investierte ExxonMobil seit 1998 über 22 Millionen Dollar zu diesem Zweck in entsprechende Lobbyarbeit.[7] In den Jahren 1998 bis 2005 gingen davon 1,6 Millionen Dollar an das American Enterprise Institute. Dieses biete Wissenschaftlern 10.000 Dollar zuzüglich Spesen für Berichte, die den Klimabericht der UNO in Frage stellen. Das berichtete die britische Zeitung The Guardian.[8]

Exxon Mobil und die Generaldirektion Binnenmarkt gewannen den Worst EU Lobby Award 2006. Der Ölkonzern wurde damit für sein beharrliches Bemühen ausgezeichnet, eine faire öffentliche und politische Debatte zum Klimaschutz im Sinne eigener Geschäftsinteressen zu verhindern.

Exxons Schuld am Umwelt-Desaster in New York

Aufgrund undichter Rohrleitungen, rostender Öltanks und fehlenden Maßnahmen zum Grundwasserschutz sind im Januar 2007 weite Teile des Newtown Creek bei New York mit giftigen Chemikalien und Öl verseucht worden, unter anderem mit Blei, Benzol und Kerosin. Auf Exxons altem Brooklyner Firmengelände war jahrzehntelang Öl in den Grund gesickert und hat sich dort zu einer Giftschicht ausgebreitet. Diese Schicht befindet sich direkt unter einem Wohnviertel. Dämpfe der Giftschlacke steigen aus den Kellern und der Kanalisation und führen zu schweren Gesundheitsschäden unter den Einwohnern. Schuld daran trug angeblich der ExxonMobil-Konzern, der sich zu der Zeit – aufgrund von Sammelklagen der New Yorker Bevölkerung – vor Gericht verantworten musste. Auch die Stadt New York hat eine Umweltstudie eingeleitet, nachdem gütliche Verhandlungen mit dem Konzern gescheitert waren. Sogar das US-Justizministerium erwägt Klage. Zwar hat Exxon bereits mit dem Abpumpen der Giftschicht begonnen, steht nun aber wegen fragwürdigen Beseitigungsmaßnahmen in der Kritik.[9]

Fehlende Antidiskriminierungs-Richtlinien

Nach Angaben von Human Rights Campaign vom August 2007 war ExxonMobil zu jenem Zeitpunkt eines von nur zwei der einhundert größten US-amerikanischen Unternehmen, das über keine Antidiskriminierungs-Richtlinien zum Schutz ihrer homosexuellen Mitarbeiter verfügte.[10][11] Eine neuere, quellenbelegte Angabe hierzu ist derzeit nicht bekannt.

Siehe auch

Weblinks

Kritische Weblinks zu Exxonmobil

Quellen

  1. http://markets.ftd.de/stocks/factsheet_overview.html?ID_NOTATION=3306396
  2. Der Standard, 15. September 2006, S. 23, mit Verweis auf CMAI – Chemical Market Associates als Quelle
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt
  4. Klaus Werner, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne, Ullstein Tb, Berlin 2006 [1]
  5. Greenpeace.org, Pressemeldung veröffentlicht am 28.05.2003: Greenpeace gegen Klimaverbrecher Exxon Protestaktion an der Zentrale in Texas [2]
  6. Financial Times Deutschland: Wie Exxon die Welt verdunkelt, 11. Januar 2007
  7. exxonsecrets: How ExxonMobile funds climate change sceptics, Zugriff am 23. Januar 2009
  8. 20 Minuten: Prämie: Wer widerlegt die Klimaforscher?, 3. Februar 2007
  9. Spiegel-Online: New Yorks unsichtbare Ölpest, 4. Februar 2007
  10. http://w3.hrc.org/Template.cfm?Section=Search_the_Database&Template=/CustomSource/WorkNet/srch_dtl.cfm&srchtype=QS&searchid=1&orgid=1817
  11. Queer.de: 93% der US-Firmen homofreundlich, 27. August 2007

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