Akratie (Zeitschrift)

Akratie (von griechisch α-κρατία = Nicht-Herrschaft) war eine deutschsprachige Zeitschrift für historischen Anarchismus; erschienen von 1973 - 1981, herausgegeben von Heiner Koechlin in Basel.

Akratie
Beschreibung anarchistische Zeitschrift
Fachgebiet historischer Anarchismus,
Sprache deutsch
Verlag Selbstverlag Basel
Erstausgabe 1973
Einstellung 1981
Herausgeber Heiner Koechlin
Artikelarchiv Im Archiv der Bibliothek der Freien

Geschichte

Von 1971 bis 1974 erschien eine anarchistische Zeitschrift für sozialen Fortschritt, freien Sozialismus, Kultur und Zeitgeschehen mit dem Titel Zeitgeist, herausgegeben von Otto Reimers. Die Publikation erschien zweimonatlich von den antiautoritären freien Sozialisten in Laufenburg und Hamburg. Vorgänger dieser Zeitschrift war das Blatt neues Beginnen. Von 1969 - 1971 ebenfalls herausgegeben von Otto Reimers.

Eine Zeitschrift gleichen Titels („Neues Beginnen“) erschien auch in Berlin mit dem Untertitel Blätter Internationaler Sozialisten (1947 - 1955); herausgegeben von Alfred Weiland, Jan Groen (Amsterdam) und Willi Huhn von der Gruppe Internationaler Marxisten und nicht mit der von Otto Reimers redigierten Zeitschrift zu verwechseln.

Der Inhalt von Zeitgeist bezog sich auf die Philosophie „Anarchie ist Freiheit ohne Gewalt“ und „Grundlage des Anarchismus ist die Toleranz“. Zwei Sonderausgaben wurden publiziert. Ein Heft 1974 und eines 1978 mit Gedanken zum Zeitgeschehen. Die letzte Ausgabe von Zeitgeist, Ende 1974, eine 216-seitige Publikation in der sich Otto Reimers von seinen Lesern verabschiedete. Diese Doppelnummer (Nr. 30/31) war die letzte die von O. Reimers redigiert wurde.

Zielsetzung

1975 wurden die beiden Zeitschriften Zeitgeist und Akratie zusammengeführt unter der Herausgeberschaft von Heiner Koechlin, Basel. Ab der Nr. 6, 1976, wurde „Akratie“ von Otto Reimers in Hamburg vertrieben.

Akratie setzte sich mit dem „real existierenden Sozialismus“, der politischen Situation in Cuba und allgemeinen philosophischen Fragen auseinander. Einer der Autoren war der Anarchosyndikalist Willi Paul. Aktuelle Tagespolitische Schwerpunkte wurden kaum oder nicht berücksichtigt. Dadurch bekam die Zeitschrift den Eindruck einer Publikation von Alt-Anarchisten die keinen Bezug zum Neo-Anarchismus der 68er-Generation hatte [1].

Akratie ist kurz gesagt menschliches Zusammenleben ohne irgendeine Art von äusserem Zwang. Alle Menschen, die eine Spur hinterlassen haben, Gelehrte und Einfache, lebten so, als ob kein Zwang existiere. Darum hinterließen sie eine Spur. Sie lebten beispielhaft. Sie waren weiter als das was sie umgab, und was permanenter, sich auf alles erstreckender Zwang war. Dieser existierte für sie nicht und war für sie unnötig.“ [2]

Einzelnachweis

  1. Kurzinformation über Akratie in der Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus. Stand: 14. Juli 2001. Abgerufen am 7. April 2009
  2. Zitat aus einer Anzeige von Akratie in Graswurzelrevolution Nr. 7, Seite 4

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