Akroterie
Akroterion - Vorder- und Seitenansicht

Das Akroterion, auch der Akroter oder die Akroterie (Plural Akroteria, Akroterien oder Akrotere, griechisch τὸ ἀκρωτήριον, akrotérion oberste Ecke, Spitze) kommt häufig in der antiken griechischen, etruskischen und römischen Tempelarchitektur sowie bei Grabstelen vor. Das Akroterion dient als Architekturelement der Bekrönung des Giebelfirstes und der Verzierung der auslaufenden Dachschrägen an den Giebelecken, dann Eckakroter genannt.

Anfänglich eine kreisförmige Scheibe aus bemaltem Ton (Scheibenakroter), etwa am Heraion in Olympia, wurde das Akroterion ornamental und plastisch immer reicher ausgebildet, meist unter Verwendung pflanzlicher Motive wie dem Akanthus oder der Palmette. Darüber hinaus kommen neben vollplastischen Akroterien in Form von Vasen, Dreifüßen oder Fabeltieren wie dem Greif und der Sphinx auch menschliche Figuren – etwa Niken, reitende Amazonen – als Akroterion vor. Beispiele für die Ausschmückung von antiken Gebäuden mit Akroterien sind der archaische Apollontempel in Delphi oder der Asklepiostempel in Epidauros. Im Altertum waren Akroteria – wie andere Bauglieder auch – polychrom verziert, das heißt farbig gefasst. Das Akroterion sitzt immer auf einem die Dachschrägen ausgleichenden Kasten, dem Akroterkasten.

Das Akroterion war auch in der Renaissance, im Klassizismus und im Historismus gebräuchliches Element der Ornamentik in der Architektur. Es beschränkte sich keinesfalls auf öffentliche Gebäude oder gar Immediatbauten, sondern war auch in der profanen Architektur gebräuchlich.

Literatur

  • Peter Danner: Griechische Akrotere der archaischen und klassischen Zeit. Bretschneider, Rom 1989
  • Peter Danner: Westgriechische Akrotere. von Zabern, Mainz 1997, ISBN 3-8053-2002-7
  • A. Delivorrias: Attische Giebelskulpturen und Akrotere des 5. Jahrhunderts. (Diss. 1972), Tübingen 1979.
  • H. Gropengiesser: Die pflanzlichen Akrotere klassischer Tempel. Mainz, Stuttgart 1961.

Siehe auch

Weblinks

Zwei klassizistische Beispiele:


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