Aktant (Grammatik)

Als Argument bezeichnet man in der Linguistik Satzteile, die die vom Prädikat aufgrund seiner Valenz eröffneten Leerstellen ausfüllen. Die Argumente übernehmen dabei eine Semantische Rolle (Agens, Patiens usw.). Synonyme Begriffe für Argumente in der Linguistik sind Mitspieler, Partizipant oder Aktant bzw. Ergänzung oder Komplement.

Argumenttypen

Im typischen Fall (im Satz) handelt es sich beim Prädikat um ein Verb und bei den Argumenten um Nominalphrasen. Hierbei ist es notwendig, zwischen der diskurspragmatischen Ebene und der syntaktischen Ebene zu unterscheiden: Die semantischen Rollen (Agens/Patiens ...), die von den Argumenten übernommen werden, werden in die syntaktischen Strukturen einer Sprache projiziert und fungieren beispielsweise als Subjekt und Objekt. Wichtig ist das, weil nicht alle Sprachen dieselben semantischen Rollen auf dieselben Satzglieder projizieren.

Im folgenden Beispiel (1) sind Hans (semantische Rolle: Agens, syntaktische Funktion: Subjekt) und Brot (semantische Rolle: Patiens, syntaktische Funktion: Objekt) die Argumente von isst (im Folgenden sind Argumente fett und Prädikate kursiv gesetzt):

(1) Hans isst Brot.

Auch Sätze können als Argumente auftreten:

(2) Hans sieht, dass es regnet.

Ebenso können Nomen, Adjektive oder auch Präpositionen als Prädikate Argumente zu sich nehmen:

(3) die Entdeckung Amerikas

(4) Hans ist auf Maria neidisch.

(5) das Fahrrad an die Wand

Argumentkodierung

Um Argumente, insbesondere die Argumente des Verbs, kenntlich zu machen und ihre Funktion (wie Subjekt/Objekt) anzuzeigen, verwenden Sprachen drei Grundstrategien bzw. Kombinationen derselben.

1. Wortstellung

Die Argumente werden je nach Funktion vor oder hinter dem Verb platziert, wie z.B. im Englischen:

(6)  The boy  saw  the girl
Der Junge  sah  das Mädchen

2. Kasus

Die Argumente werden mit verschiedenen Kasus markiert, die ihre Funktion anzeigen, wie z.B. im Lateinischen:

(7)  Puer  puella-m  vidit
Junge.NOM  Mädchen-AKK  sah

3. Polypersonalität

Eigenschaften der Argumente und/oder ihre semantische Rolle werden am Verb markiert, so dass sie im Satz wiederaufgefunden werden können. Dies ist z.B. im Navajo zu sehen:

(8)  Ashkii  at'ééd  yiyiiltsá
Junge  Mädchen  3.SG.OBJ-3.SG.SUBJ-sah

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