Aktau
Aqtau
Ақтау
Wappen
Wappen
Staat: Kasachstan Kasachstan
Gebiet: Mangghystau
Gegründet: 1963
Koordinaten: 43° 46′ N, 51° 12′ O43.76666666666751.27Koordinaten: 43° 46′ 0″ N, 51° 12′ 0″ O
 
Einwohner: 182.799 (2009)
 
Zeitzone: UTC+5
Telefonvorwahl: (+7) 7292
Postleitzahl: 130000
Kfz-Kennzeichen: R
 
Gemeindeart: Gebietshauptstadt
Äkim (Bürgermeister) : Salimgerey Bekbergenov
Webpräsenz:
Aqtau (Kasachstan)
DEC
Aqtau
Aqtau

Aqtau (kasachisch Ақтау/Aqtaw; russisch Шевченко/Schewtschenko) ist eine Stadt in Kasachstan. Die Einwohnerzahl von Aqtau beträgt im Jahr 2009 etwa 182.799.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Aqtau liegt im Gebiet Mangghystau (Маңғыстау облысы/Mangghystau oblysy) auf der großen Halbinsel Mangyschlak im Westen Kasachstans am Ostufer des Kaspischen Meer. Das Klima hier ist kontinental geprägt mit relativ kalten Wintern und heißen Sommern. Der jährliche Niederschlag beträgt nur ca. 150 mm.

Geschichte

Blick auf Aqtau

Die Stadt entstand wegen ihrer Bedeutung für die Nuklearindustrie als "geschlossene Stadt" Ende der 50er Jahre unter dem Namen Schewtschenko.

Die Ausweitung der Exploration nach Uranerz, Erdöl und anderer Rohstoffe in Westkasachstan sowie der Aufbau eines großen metallurgischen Industriekomplexes in der Region Schewtschenko führte zu Beginn der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zu einem starken Anstieg der Bevölkerungszahlen durch Zuwanderung in einem ansonsten wegen der klimatischen Bedingungen sehr dünn besiedelten Gebiet.

1973 ging in Schewtschenko auch der erste weltweit in industriellem Maßstab arbeitende schneller Brüter in Betrieb. Der als "BN-350" bezeichnete Reaktor diente der Produktion von Plutonium. Die erzeugte Energie wurde hauptsächlich zur Entsalzung von Meerwasser eingesetzt.

Die privilegierte Stellung der Stadt führte dazu, dass das städtebauliche Konzept und dessen Umsetzung in seiner Gesamtheit sowie im Detail bereits frühzeitig Objekte nationalen und internationalen Fachinteresses und hoher Anerkennung wurden. Das für Schewtschenko zuständige Architekten- und Planerkollektiv gewann 1975 den „Sir-Patrick-Abercrombie“-Preis der internationalen Architektenvereinigung (UIA) sowie im Jahr 1977 den Staatspreis der Sowjetunion.

Wirtschaft & Infrastruktur

Erdöl

Nach der Einstellung des Uranabbaus und der -aufbereitung sowie der Abschaltung des Reaktors "BN-350" im Februar 2001 (mit finanzieller Unterstützung der USA von ca. 3,8 Millionen US$)[1], ist mittlerweile die Erdölindustrie das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt und der Region. Beim Export von Erdöl spielt auch der Hafen eine zunehmend wichtigere Rolle.

Hafen

Der Aqtauer Hafen am Kaspischen Meer dient sowohl der Wirtschaft als auch dem Personenverkehr.Unter anderem gibt es Fährverbindungen nach Olia (Russland), Baku (Aserbaidschan) und Nowshar im Iran.Im April 2005 ließen die Behörden von Plänen wissen, welche bis 2009 Investitionen von bis zu 150 Millionen US-Dollar in den Ausbau des Hafens vorsehen, unter anderem auch in zusätzliche Beladekapazitäten für Erdöltanker.[2] Aus dem Hafen von Aqtau werden auch kasachische Getreidelieferungen zum Beispiel nach Aserbaidschan verschifft.[3] Im November 2006 kündigte Kasachstans Verkehrsminister Serik Achmetow zudem den Start einer Eisenbahnfähre zwischen Aqtau und Machatschkala in der russischen Republik Dagestan an.[4]

Atomkraftwerk

Im Dezember 2007 wurde bei einer Pressekonferenz im Moskauer Kreml von Russlands Präsident Putin und Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew die Möglichkeit des Baus eines Atomkraftwerks in Aqtau vorgestellt. Der Bau wäre einer der "3. Generation" und basierend auf der Technologie wie sie von russischen U-Booten bekannt wäre. Als ausführendes Unternehmen wurde Rosatom (Föderale Agentur für Atomenergie Russlands) genannt. Ein genauer Zeitplan existiert aber noch nicht.[5]

Sport

In Aqtau ist der Fußballverein Kaspij beheimatet, der früher an der kasachischen Superliga teilgenommen hatte.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Henning Büchler/Ingo Zasada: Modernes Erbe - Perspektiven des denkmalpflegerischen Umgangs mit den Zeugnissen des sozialistischen Städtebaus am Beispiel Aktau/Kasachstan. (ISR Graue Reihe Heft 15). Institut für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin 2008, ISBN 978-3-7983-2092-5 (Volltext)

Weblinks

Quellen

  1. Kazakhstan to close nuclear power plant. In: IPR Strategic Information Database. 5. September, 2000
  2. Kazakh Port Seeks to Double Oil Export Capacity. In: WMRC Daily Analysis. 21. April, 2005
  3. Azerbaijan to open new grain terminal for Kazakh grain. In: Prime-TASS News. 6. Dezember, 2006
  4. Neue Eisenbahnfähre im Kaspischen Meer. In: Deutsche Verkehrszeitung. 14. November, 2006
  5. Rosatom to build NPP in Agtau, Kazakstan. In: SKRIN Newswire. 21. Dezember, 2007

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