Aktion wider den undeutschen Geist
Verbrennung „undeutscher“ Schriften und Bücher auf dem Opernplatz Unter den Linden in Berlin durch Studenten am 11. Mai 1933, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Mai 1933 kam es im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller. Dabei handelte es sich nicht um eine Kampagne des Propagandaministeriums, sondern um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion. Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Städten groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen zehntausende Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden (siehe Liste der verbrannten Bücher 1933).

Inhaltsverzeichnis

Die „Aktion wider den undeutschen Geist“

Aufruf der Studentenschaft der Universität Würzburg, die privaten Bibliotheken von „undeutschem Schrifttum“ zu reinigen. (Flugblatt vom April 1933)

Um ihre Schlagkraft zu verstärken wurde in der Reichsleitung der Deutschen Studentenschaft (DSt) ein „Hauptamt für Presse und Propaganda“ eingerichtet, dem unter der Leitung von Hans Karl Leistritz die Organisation der Aktion wider den undeutschen Geist übertragen wurde. Anfang April 1933 forderte die DSt ihre Organe auf, sich an einer vierwöchigen „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu beteiligen, die am 12. April beginnen und an deren Ende am 10. Mai spektakuläre öffentliche Bücherverbrennungen stehen sollten. Die Aktion erfolgte unter Berufung auf die Bücherverbrennung während des ersten Wartburgfestes 1817 und war als „Gesamtaktion gegen den jüdischen Zersetzungsgeist“ angelegt: „Der jüdische Geist, wie er sich in der Welthetze in seiner ganzen Hemmungslosigkeit offenbart, und wie er bereits im deutschen Schrifttum seinen Niederschlag gefunden hat, muss aus diesem ausgemerzt werden.“[1]

Als erste Maßnahme wurde der Befehl gegeben, an den Hochschulen „Kampfausschüsse wider den undeutschen Geist“ zu bilden, denen zwei Studenten, ein Professor, ein Vertreter des von Alfred Rosenberg geleiteten „Kampfbundes für Deutsche Kultur“ und ein Schriftsteller angehören sollten. Vorsitz hatte ein Führer der jeweiligen Studentenschaft.

Vorbereitung

Wichtigstes Element des politischen Kampfes der Studenten war die Propagandaarbeit. Um die Schlagkraft zu verstärken, wurde in der Reichsleitung der Deutschen Studentenschaft ein „Hauptamt für Presse und Propaganda“ eingerichtet, dem unter der Leitung von Hanskarl Leistritz die Organisation der „Aktion wider den undeutschen Geist“ übertragen wurde. Am 2. April 1933, einen Tag nach dem Boykott jüdischer Geschäfte, wurde ein detaillierter Ablaufplan entworfen[2], am 6. April wurden die Einzelstudentenschaften in einem Rundschreiben über die bevorstehende Aktion in Kenntnis gesetzt:

„Die Deutsche Studentenschaft plant anläßlich der schamlosen Greuelhetze des Judentums im Ausland eine vierwöchige Gesamtaktion gegen den jüdischen Zersetzungsgeist und für volksbewußtes Denken und Fühlen im deutschen Schrifttum. Die Aktion beginnt am 12. April mit dem öffentlichen Anschlag von 12 Thesen, Wider den undeutschen Geist’ und endet am 10. Mai mit öffentlichen Kundgebungen an allen deutschen Hochschulorten. Die Aktion wird — in ständiger Steigerung bis zum 10. Mai — mit allen Mitteln der Propaganda durchgeführt werden, wie: Rundfunk, Presse, Säulenanschlag, Flugblätter und Sonderartikeldienst der DSt-Akademischen Korrespondenz.“ (Akten der Deutschen Studentenschaft im „Archiv der ehemaligen Reichsstudentenführung“ in der Universitätsbibliothek Würzburg)

Die Führung der Deutschen Studentenschaft setzte mit dieser Initiative alles daran, ihre Bereitschaft und Fähigkeit zur Mobilisierung der Studenten für den Kampf des Nationalsozialismus unter Beweis zu stellen, da der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) nach der Reichstagswahl 1933 das ausschließliche Recht der politischen Erziehung der Studenten beansprucht hatte. Im Zuge der Vorbereitungen kam es daher zu einem Konkurrenzkampf zwischen beiden Organisationen und ihren Führern Gerhard Krüger (DSt) und Oskar Stäbel (NSDStB). Noch am Vortag des Aktionsbeginnes, am 11. April, befahl Stäbel in einer „Eil-Anordnung“, die Aktion der DSt nicht nur zu unterstützen, sondern „die Führung dabei zu übernehmen“.[3] Für die Hochschulpolitik bedeutete die „Aktion wider den undeutschen Geist“ den Anfang der Eroberung der Universitäten durch die zur „geistigen SA“ deklarierten Studentenschaften.

Die zwölf Thesen wider den undeutschen Geist (Flugblatt vom 12. April 1933)

12 Thesen wider den undeutschen Geist

Den Auftakt bildeten am 12. April 1933 „12 Thesen wider den undeutschen Geist“, in denen die Positionen und Ziele der „Aktion“ zusammengefasst waren und die jüdische, sozialdemokratische und liberale Ideen und ihre Vertreter anprangerten. Sie wurden in roter Frakturschrift in deutschen Universitäten plakatiert und von vielen Zeitungen veröffentlicht:

  1. Sprache und Schrifttum wurzeln im Volke. Das deutsche Volk trägt die Verantwortung dafür, daß seine Sprache und sein Schrifttum reiner und unverfälschter Ausdruck seines Volkstums sind.
  2. Es klafft heute ein Widerspruch zwischen Schrifttum und deutschem Volkstum. Dieser Zustand ist eine Schmach.
  3. Reinheit von Sprache und Schrifttum liegt an Dir! Dein Volk hat Dir die Sprache zur treuen Bewahrung übergeben.
  4. Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude und der, der ihm hörig ist.
  5. Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der deutsch schreibt, aber undeutsch denkt, ist ein Verräter. Der Student, der undeutsch spricht und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu.
  6. Wir wollen die Lüge ausmerzen, wir wollen den Verrat brandmarken, wir wollen für den Studenten nicht Stätten der Gedankenlosigkeit, sondern der Zucht und der politischen Erziehung.
  7. Wir wollen den Juden als Fremdling achten und wir wollen das Volkstum ernst nehmen. Wir fordern deshalb von der Zensur: Jüdische Werke erscheinen in hebräischer Sprache. Erscheinen sie in deutsch, sind sie als Übersetzung zu kennzeichnen. Schärfstes Einschreiten gegen den Mißbrauch der deutschen Schrift. Deutsche Schrift steht nur Deutschen zur Verfügung. Der undeutsche Geist wird aus öffentlichen Büchereien ausgemerzt.
  8. Wir fordern vom deutschen Studenten Wille und Fähigkeit zur selbständigen Erkenntnis und Entscheidung.
  9. Wir fordern vom deutschen Studenten den Willen und die Fähigkeit zur Reinerhaltung der deutschen Sprache.
  10. Wir fordern vom deutschen Studenten den Willen und die Fähigkeit zur Überwindung jüdischen Intellektualismus und der damit verbundenen liberalen Verfallserscheinungen im deutschen Geistesleben.
  11. Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens im deutschen Geiste.
  12. Wir fordern die deutsche Hochschule als Hort des deutschen Volkstums und als Kampfstätte aus der Kraft des deutschen Geistes.

Joseph Wulf: Literatur und Dichtung im Dritten Reich, Reinbek 1966

Artikeldienst

Parallel zur Plakataktion wurde ein so genannter „Artikeldienst“ mit unterstützenden Statements national eingestellter Kulturschaffender und Intellektueller organisiert, durch den die Öffentlichkeit auf die Aktion eingestimmt werden sollte. 66 Schriftsteller, deren „Einstellung zum deutschen Schrifttum“ der Studentenschaft bekannt war, wurden gebeten, einen Aufsatz zur Verfügung zu stellen, der über den Artikeldienst der DSt in der Presse verbreitet werden sollte, darunter Werner Bergengruen, Richard Billinger, Paul Ernst, Max Halbe, Karl Jaspers und Julius Streicher. Der Erfolg dieser Aktion war sehr dürftig. Der größte Teil der Angeschriebenen reagierte überhaupt nicht, nicht einmal Alfred Rosenberg, der in einem eigenen Schreiben um ein Einleitungswort zu der Aktion gebeten worden war. Etliche Schriftsteller wiesen auf die zu kurze Vorlaufzeit hin und boten bereits Veröffentlichtes zum Nachdruck an, wie der in München lebende Erwin Guido Kolbenheyer.[3] Veröffentlicht konnten letztlich aber nur vier Beiträge werden, nämlich von Herbert Böhme, Will Vesper, Alfred Baeumler und Kurt Herwarth Ball (s. u. „Zeitungsberichte“).

Professorenboykott

Am 19. April erfolgte ein Aufruf der DSt-Führung, als weitere Aktion den Kampf „gegen den für unsere deutsche Hochschule untauglichen Hochschullehrer“ aufzunehmen. Die Losung lautete: „Der Staat ist erobert. Die Hochschule noch nicht! Die geistige SA rückt ein. Die Fahne hoch!“ Die Studenten wurden aufgerufen, Hochschullehrer, die nach dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 aus ihren Ämtern auszuscheiden hatten, mit eidesstattlichen Erklärungen und belastenden Quellen wie Zitaten aus Vorlesungen oder Literaturverweisen zu melden. Dazu gehörten neben Juden, Angehörigen kommunistischer Organisationen oder des Reichsbanners nach der Interpretation der DSt-Führung auch Personen, die „nationale Führer, die Bewegung der nationalen Erhebung oder das Frontsoldatentum beschimpft haben“ sowie Professoren, deren „wissenschaftliche Methode ihrer liberalen bzw. insbesondere ihrer pazifistischen Einstellung“ entsprach. Auch Hochschullehrer mit „politisch einwandfreier Haltung“ sollten der DSt-Führung gemeldet werden, sofern sie „eine mehr als nur mittelmäßige Begabung“ aufwiesen. Fast alle Universitäten beteiligten sich an dieser Aktion und Lehrkörper, Dekane und Rektoren unterstützten sie. Es kam zu organisierten Übergriffen gegen jüdische Dozenten, Mitarbeiter der Verwaltung und Mitstudenten, Vorlesungen wurden gestört und boykottiert, jüdische Professoren am Betreten ihrer Arbeitsstätte gehindert.

Die öffentliche Hetzjagd ging soweit, dass an den Universitäten Königsberg, Rostock, Erlangen, Münster und Dresden zwei Meter hohe „Schandpfähle“ errichtet wurden, an denen die Namen angefeindeter Professoren und einzelne literarische Schriften angeschlagen wurden:

„Wir werden an allen Hochschulen einen Schandpfahl errichten. Einen klobigen Baumstamm, etwas über mannshoch, auf Hochschulgebiet. An den Schandpfahl werden wir die Erzeugnisse derer nageln, die nicht unseres Geistes sind. Und wir werden diesen Schandpfahl für alle Zeiten stehen lassen. Solange wir ihn brauchen. Heute für die Schriftsteller, morgen für die Professoren. Im Ganzen immer bereit für die, die es nicht begreifen wollen oder nie begreifen können. Der Schandpfahl soll etwa am 3. Mai in den Hochschulen zur Aufstellung gelangen.

Die Studentenschaft der Universität Rostock berichtete, dass am 5. Mai eine große Feier „mit Errichtung des Schandpfahls“ stattgefunden habe, an den „8 der übelsten literarischen Werke mit haltbaren Vierzöllern geschlagen wurden: Magnus Hirschfeld, Tucholsky, Stephan Zweig, Lion Feuchtwanger, Wikki [!] Baum, Remarque, Emil Ludwig und, die Weltbühne‘".

Büchersammlung

Studenten vor dem Institut für Sexualwissenschaft in Berlin vor der Plünderung am 6. Mai 1933

Die zweite Phase des „Aufklärungsfeldzuges“ begann am 26. April 1933 mit der Sammlung des „zersetzenden Schrifttums“. Jeder Student hatte zuerst einmal seine eigene Bücherei und auch die seiner Bekannten von „schädlichen“ Büchern zu säubern, danach wurden die Universitäts- und Institutsbibliotheken durchforstet. Auch öffentliche Bibliotheken und Buchhandlungen wurden nach „verbrennungswürdiger“ Literatur durchsucht. Die Stadt- und Volksbüchereien waren dazu angehalten, ihre Bestände selbst zu „säubern“ und die Bücher freiwillig zu übergeben. Unterstützung erhielten die Studenten von ihren Professoren und Rektoren, die nicht nur später bei den Verbrennungsfeiern erschienen, sondern auch in den Kampfausschüssen zur Aussonderung des zum Verbrennen bestimmten Materials mitarbeiteten. Grundlage für die Auswahl der Bücher bildeten die „Schwarzen Listen“ des 29-jährigen Bibliothekars Dr. Wolfgang Herrmann (siehe: Liste der verbrannten Bücher 1933).

Auch Buchhandel und Bibliotheken unterstützten tatkräftig die studentische Aktion. Das Fachorgan des „Verbandes Deutscher Volksbibliothekare“ und das Börsenblatt des deutschen Buchhandels verbreiteten die Verbotslisten und kommentierten sie, die Bibliothekare wiesen in ihren Erläuterungen etwa darauf hin, dass die zu vernichtende Literatur vorwiegend jüdischer Provenienz sei. Die durch die Beschlagnahmen materiell Geschädigten wehrten sich nicht, die Leihbüchereien wurden sogar aufgefordert, eine Erklärung zu unterschreiben:

„Hiermit versichere ich, dass ich die in der mir zugeschickten, Schwarzen Liste' veröffentlichten Bücher aus meiner Leihbücherei entfernen und nicht mehr ausleihen werde. Mir ist bekannt, dass ein weiteres Ausleihen dieser Bücher gerichtliche Strafen nach sich zieht.

Am 6. Mai begann mit einer landesweiten Plünderung von Leihbibliotheken und Buchhandlungen die Schlussphase der „Aktion wider den undeutschen Geist“. Die indizierten Bücher wurden von studentischen Stoßtrupps zusammen getragen und abtransportiert. In Berlin erstürmten Studenten der Hochschule für Leibesübungen und der Tierärztlichen Hochschule das „Institut für Sexualwissenschaft“ von Magnus Hirschfeld im Stadtteil Tiergarten (”In den Zelten“) und plünderten die über zehntausend Bände umfassende einzigartige Bibliothek. Hirschfeld selbst sah die Zerstörung seines Lebenswerks in einem Pariser Kino in einer Wochenschau.

Feuersprüche

Der Plakat- und Sammelaktion sollte als dritter Schritt die eigentliche „Hinrichtung des Ungeistes“ folgen, wie es das „Hauptamt für Aufklärung und Werbung“ der deutschen Studentenschaft bereits zu Beginn der Aktion angekündigt hatte: „An allen Hochschulen wird am 10. Mai 1933 das zersetzende Schrifttum den Flammen überantwortet.“ Die Studenten sahen in der Bücherverbrennung einen symbolischen Akt: so wie man in der Vorzeit dem Feuer eine reinigende, Krankheit austreibende Wirkung zusprach, so sollte zum Ausdruck kommen, „daß in Deutschland die Nation sich innerlich und äußerlich gereinigt hat“ (Joseph Goebbels in seiner Rede am Berliner Opernplatz am 10. Mai 1933).

Carl von Ossietzky (Briefmarke, 1975)

Dazu wurden am 9. Mai in einem Rundschreiben an die Einzelstudentenschaften so genannte „Feuersprüche“ versendet, die eine einheitliche symbolische Grundlage für die Bücherverbrennungen am nächsten Tag bilden sollten. Diese Serie vorgegebener Parolen sollten landesweit ertönen, wenn Vertreter der Studentenschaft die Werke exemplarischer „Schund- und Schmutz“-Literaten ins Feuer warfen. Damit wurde die symbolische Handlung der Bücherverbrennungen betont und ihnen der Charakter eines Rituals verliehen. Unterzeichnet war das Rundschreiben von Gerhard Krüger (DSt) und dem Hauptamtsleiter Hanskarl Leistritz:

„Als Grundlage für die symbolische Handlung im Verbrennungsakt ist die im folgenden gegebene Aufstellung zu benutzen und möglichst wörtlich der Rede des studentischen Vertreters zugrunde zu legen. Da es praktisch in den meisten Fällen nicht möglich sein wird, die gesamten Bücher zu verbrennen, dürfte eine Beschränkung auf das Hineinwerfen der in der folgenden Aufstellung angegebenen Schriften zweckmässig sein. Es wird dadurch nicht ausgeschlossen, dass trotzdem ein grosser Haufen Bücher verbrannt wird. Die örtlichen Veranstalter haben dabei jegliche Freiheit.“

1. Rufer: Gegen Klassenkampf und Materialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky.
2. Rufer: Gegen Dekadenz und moralischen Zerfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.
3. Rufer: Gegen Gesinnungslumperei und politischen Verrat, für Hingabe an Volk und Staat!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Friedrich Wilhelm Foerster.
4. Rufer: Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Sigmund Freud.
5. Rufer: Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann.
6. Rufer: Gegen volksfremden Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung, für verantwortungsbewusste Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Theodor Wolff und Georg Bernhard.
7. Rufer: Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkriegs, für Erziehung des Volkes im Geist der Wehrhaftigkeit!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.
8. Rufer: Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, für Pflege des kostbarsten Gutes unseres Volkes!
Ich übergebe der Flamme die Schriften von Alfred Kerr.
9. Rufer: Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist!
Verschlinge, Flamme, auch die Schriften von Tucholsky und Ossietzky!

Quelle: „Neuköllner Tageblatt“, Freitag, den 12. Mai 1933, Nr. 111

In der Rundfunkübertragung vom Berliner Opernplatz sind kleine Abweichungen zu diesen Texten zu hören, so verwendeten die Rufer außer im letzten Feuerspruch statt „Flamme“ das Wort „Feuer“. Karl Marx ist mit seinem Vornamen genannt, Sigmund Freud wird als „seelenzersetzend“ und mit den „Schriften der Schule Sigmund Freuds“ verbrannt und Emil Ludwig wird unter großem Jubel „Emil Ludwig Kohn“ genannt.

Die Bücherverbrennungen

Bücherverbrennung 1933 im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist

Der 10. Mai 1933 war als Höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“ geplant. Alles sollte generalstabsmäßig durchgeführt werden, ein präziser Ablaufplan wurde an die örtlichen Studentenschaften durchgegeben: Zwischen 20:30 und 22 Uhr sollte eine Kundgebung der Studentenschaft im Auditorium der jeweiligen Universität die Aktion eröffnen und nach Einbruch der Dunkelheit hatte ein Fackelzug die Bücher zum Verbrennungort zu führen, wo die Veranstaltung zwischen 23 und 24 Uhr mit dem eigentlichen „Verbrennungsakt“ endigen sollte. Die Studentenschaften wurden angehalten, diesen Ablaufplan genauestens einzuhalten und die Aktion möglichst aufwendig zu gestalten, da zwischen 23 und 24 Uhr eine Radio-Staffelreportage der Deutschen Welle geplant war. Auch die wörtliche Verlesung der Feuersprüche war verbindlich. In allen Städten waren bereits tagsüber die Scheiterhaufen aufgeschichtet worden, vor denen die Teilnehmer ein öffentlicher Vortrag erwartete, der meist von Professoren der jeweiligen Universität gehalten wurde. In Berlin sprach zusätzlich Propagandaminister Joseph Goebbels, der dem Ereignis damit eine offizielle Note verlieh.

10. Mai 1933 in Berlin

Die beschlagnahmtem Bücher werden auf einem Wagen gesammelt und zur Verbrennung auf den Opernplatz in Berlin gefahren, Aufnahme aus dem Bundesarchiv
Bücherverbrennung auf dem Opernplatz, Aufnahme aus dem Bundesarchiv
Tucholsky in Paris, 1928


Der Fackelzug in Berlin formierte sich auf dem Hegelplatz hinter der Universität und zog dann entlang der Museumsinsel zum Studentenhaus in der Oranienburger Straße, wo Lastwagen warteten, auf denen etwa 25.000 Bücher verladen waren. Fritz Hippler, der Brandenburgische Führer des NSDStB und spätere Produzent des antisemitischen PropagandafilmsDer ewige Jude“, hielt eine Hetzrede, bis sich um 22 Uhr der Zug bei strömendem Regen zu den Klängen einer SA-Blaskapelle Richtung Königsplatz vor dem Reichstag in Bewegung setzte. Auf einem Stock aufgespießt wurde der Kopf einer zerschlagenen Büste von Magnus Hirschfeld mitgeführt. Von Tausenden Schaulustigen gesäumt gelangte der Zug der NS-Studenten, Korpsstudenten im „Wichs“, dem Ornat ihrer Burschenschaften, Professoren in Talaren, Verbände der SA und SS und der Hitler-Jugend, eskortiert von berittener Polizei, durchs Brandenburger Tor über den Linden-Boulevard zum Opernplatz (heute: August Bebel-Platz) neben der Staatsoper. SA- und SS-Kapellen spielten vaterländische Weisen und Marschlieder, der ganze Opernplatz war mit Scheinwerfern der Wochenschau erhellt.

Da der Scheiterhaufen wegen des strömenden Regens nicht entzündet werden konnte, half die Feuerwehr mit Benzinkanistern nach. Nach der Rede des Studentenführers Gutjahr, die mit den Worten: „Wir haben unser Handeln gegen den undeutschen Geist gewendet. Ich übergebe alles Undeutsche dem Feuer!“ endete, warfen neun ausgewählte Vertreter der Studentenschaft zu den markanten „Feuersprüchen“ die ersten Bücher in die Flammen. Anschließend wurden unter großem Gejohle der Studenten und des Publikums die übrigen Bücher bündelweise von den Lastwägen gehoben und von einer Menschenkette weitergereicht, an deren Ende die Bücher des „undeutschen Geistes“ von Karl Marx, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Sigmund Freud und anderen – insgesamt 94 Autoren – ins Feuer geworfen wurden.

Etwa 70.000 Menschen nahmen an dieser Aktion teil. Gegen Mitternacht erschien Propagandaminister Joseph Goebbels, ein promovierter Germanist, und hielt seine Rede, an deren Ende von den Büchern nur mehr ein rauchender Aschenhaufen übrig geblieben war. Mit dem Absingen des Horst-Wessel-Liedes endete das Fanal.

Die Übertragung des Deutschlandsenders vom Berliner Opernplatz ist überliefert.[1]

Die Hochschulstädte

Zeitgleich mit Berlin fanden am 10. Mai 1933 Bücherverbrennungen auch in einundzwanzig weiteren Hochschulstädten, Bonn, Braunschweig, Bremen, Breslau, Dortmund, Dresden, Freschenhausen, Frankfurt am Main, Göttingen, Greifswald, Hannover, Hannoversch Münden, Kiel, Königsberg, Landau, Marburg, München, Nürnberg, Rostock, Worms und Würzburg statt. Zahlreiche Professoren nahmen an den Bücherverbrennungen teil und traten in Talaren vor die Scheiterhaufen, um Feuerreden zu halten, etwa der Philosoph Alfred Baeumler in Berlin, der Germanist Hans Naumann in Bonn und die Germanisten Friedrich Neumann und Gerhard Fricke in Göttingen. In Dresden hielt Will Vesper die Festrede. In Greifswald war die Bücherverbrennung in die mehrwöchige "Aktion für den deutschen Geist" der dortigen NSDStB-Gruppe eingebunden. Unter der fachlichen Leitung von Wolfgang Stammler und Hans Wilhelm Hagen stellten Greifswalder Promotionsstudenten im Rahmen dieser Aktion in den pommerschen Zeitungen "deutsche" Literatur der zu verbrennenden "undeutschen" Literatur gegenüber. In Frankfurt waren etwa 15.000 Leute auf dem Römer versammelt, viele von ihnen Studenten in SA-Uniform, aber auch Lehrer und Professoren in Talaren und Baretten auf den Köpfen. Die Bücher wurden auf einem Ochsenkarren zum Scheiterhaufen geführt, eine Mistgabel steckte in der Mitte, um ihn als Mistwagen kenntlich zu machen. An einigen Orten verbrannten die Studenten außer Büchern auch Fahnen, so wurde in Hamburg die Gaufahne des Roten Frontkämpferverbandes in die Flammen geworfen, in Mannheim und Königsberg die schwarz-rot-goldene Fahne der Weimarer Republik.

In München kam es zu zwei Bücherverbrennungen, eine durch die Hitler-Jugend am 6. Mai 1933, da die Führung der HJ ihre Gliederungen beauftragt hatte, „in sämtlichen Orten (…) eine Verbrennung aller marxistischer, pazifistischer Schriften und Bücher“ durchzuführen, und eine durch die deutsche Studentenschaft am 10. Mai 1933, bei der 50.000 Schaulustige auf dem Königsplatz teilnahmen. Sämtliche bayerischen Rundfunksender berichteten darüber.[3]

Die Bücherverbrennungen selbst wurden von der Deutschen Studentenschaft (dem Dachverband der Allgemeinen Studentenausschüsse – AStA), dem NSDStB und einigen gleichgeschalteten Verbindungsstudenten durchgeführt und geschahen mit Duldung der Behörden, wurden von Polizei und Feuerwehr sogar begleitet und betreut.

Da es am 10. Mai teilweise zu schweren Regenfällen kam, musste in einigen Städten die Aktion verschoben werden und so fanden bis zum 19. Mai acht weitere Bücherverbrennungen statt: Am 12. Mai in Erlangen und Halle (Saale), am 15. Mai in Hamburg, am 17. Mai in Heidelberg und Köln, am 19. Mai in Mannheim und Kassel (mit 30.000 Beteiligten), die letzte studentische Bücherverbrennung fand am 21. Juni in Darmstadt statt. In Freiburg fiel sie wegen Regens ersatzlos aus, in Gießen wurde sie jedoch schon am 8. Mai durchgeführt. Für die Universitäten Stuttgart und Tübingen untersagte der Kommissar für die württembergischen Studentenschaften, Gerhard Schumann, die Teilnahme an der Aktion und hielt an seinem Verbot trotz der Proteste, die von einzelnen Studentenschaften in Berlin vorgebracht wurden, fest. Die Danziger Studentenschaft teilte mit, dass wegen der politischen Lage der Stadt, die unter der Verwaltung des Völkerbundes stand, eine öffentliche Durchführung der Aktion nicht möglich sei.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 gab es am 30. April 1938 auch eine studentische Bücherverbrennung in Salzburg unter der Patronanz von Karl Springenschmid, dem „Goebbels von Salzburg“.

Nicht studentische Aktionen

Nicht studentische Bücherverbrennungen hatte es bereits im Zuge des NS-Terrors nach der Reichstagswahl 1933 in mehreren Städten durch SA und SS gegeben, so in Dresden (8. März), Braunschweig (9. März), Würzburg (10. März), Heidelberg (12. März), Kaiserslautern (26. März), Münster (31. März), Wuppertal (1. April), Leipzig (1. April und 2. Mai), Düsseldorf (11. April) und Coburg (7. Mai), wo vielfach die Zentren der verbliebenen Opposition wie Partei-, Gewerkschafts- und sozialdemokratische Verlagshäuser gestürmt und geplündert, aber auch schon Werke einzelner Autoren wie „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque verbrannt wurden. Bei der Erstürmung des sozialdemokratischen Volksfreundhauses in Braunschweig gab es bereits einen Toten. Von diesen Bücherverbrennungen ging ein entscheidender Impuls für die nachfolgende studentische „Aktion wider den undeutschen Geist“ aus.

Weitere „nachahmende“, d. h. nicht studentische Bücherverbrennungen gab es nach dem 10. Mai 1933 u. a. am 13. Mai in Neustrelitz, am 14. Mai in Neustadt an der Weinstraße, am 22. Mai in Offenbach am Main, am 30. Mai wieder in Hamburg (durchgeführt von Hitler-Jugend und BDM), am 31. Mai in Neubrandenburg, am 17. Juni in Heidelberg, Karlsruhe, Offenburg und Pforzheim, am 21. Juni in Essen, Darmstadt und Weimar und am 23. Juni in Mainz. Die letzte Aktion dieser Art fand am 26. August in Jena statt. Eine genaue Anzahl lässt sich wegen der zahlreichen kleineren Nachahme-Aktionen nicht geben, doch sind für das Jahr 1933 landesweit über siebzig Bücherverbrennungen dokumentiert.[4]

Im März 1938 organisierte die NSDAP, Landesgruppe Mexiko, in Mexiko-Stadt ein „Fest für den vollzogenen Anschluss“ Österreichs, dem auch eine kleine Bücherverbrennung folgte. Im gleichen Jahr wurden in vielen Städten und Dörfern, z. B. in den fränkischen Ortschaften Hagenbach, Karlstadt und Steinach Bücher jüdischer Gemeinden verbrannt. 1941 wurden noch im Elsass im Rahmen einer „Entwelschungsaktion“ mehrere Bücherverbrennungen durchgeführt.

Orte von Bücherverbrennungen

Nicht studentische Bücherverbrennungen vor dem 10. Mai 1933
  • Berlin 15. März 1933
  • Braunschweig 9. März 1933 – vor dem sozialdemokratischen Volksfreundhaus
  • Coburg 7. Mai 1933 – Schloßplatz (am „Ehrentag der deutschen Jugend“)
  • Dresden 7. März 1933 – Neue Meißner Straße (Volksbuchhandlung)
  • Dresden 8. März 1933 – Wettiner Platz
  • Düsseldorf 11. April 1933 – Planetarium (heute Tonhalle)
  • Heidelberg 12. März 1933 – Vor dem Gewerkschaftshaus
  • Kaiserslautern 26. März 1933 – Schillerplatz
  • Leipzig 1. April 1933
  • München 6. Mai 1933 (durch die Hitlerjugend)
  • Münster 31. März 1933
  • Schleswig 23. April 1933 – Stadtfeld
  • Würzburg 10. März 1933
  • Wuppertal 1. April 1933 – Rathausvorplatz in Barmen und am Brausenwerth in Elberfeld (durch Schüler, begleitet von ihren Lehrern)

Bücherverbrennungen im Rahmen oder in Nachahmung der „Aktion wider den undeutschen Geist“
  • Bad Kreuznach 10. Mai 1933 - Kornmarkt
  • Bamberg 1. Juli 1933 – Hauptkampfbahn des Volksparks
  • Bautzen 9. August 1933 – Steinbruch an der Löbauer Straße
  • Bergedorf bei Hamburg 24. Juni 1933 – im Rahmen der Sonnwendfeier
  • Berlin 10. Mai 1933 – Opernplatz (AwuG)
  • Bonn 10. Mai 1933 – Marktplatz (AwuG)
  • Braunschweig 10. Mai 1933 – Schloßplatz (AwuG)
  • Bremen 10. Mai 1933 – Nordstraße (AwuG)
  • Breslau 10. Mai 1933 – Schloßplatz (AwuG)
  • Darmstadt 21. Juni 1933 – Mercksplatz (AwuG)
  • Dortmund 10. Mai 1933 – Hansaplatz (AwuG)
  • Dresden 10. Mai 1933 – an der Bismarcksäule (AwuG)
  • Düsseldorf 11. Mai 1933 – Marktplatz
  • Erlangen 12. Mai 1933 – Schloßplatz (AwuG)
  • Essen 21. Juni 1933 – Gerlingsplatz
  • Flensburg 30. Mai 1933 – Exe
  • Freschenhausen 10. Mai 1933 (AwuG)
  • Frankfurt am Main 10. Mai 1933 – Römer(berg) (AwuG)
  • Freiburg im Breisgau – Stadion der Universität (ausgefallen wegen Regen) (AwuG)
  • Gießen 8. Mai 1933 – Becken der Fontäne (AwuG)
  • Göttingen 10. Mai 1933 – Platz vor der Albanischule (damals Adolf-Hitler-Platz) (AwuG)
  • Greifswald 10. Mai 1933 – Marktplatz (AwuG) (hier verbunden mit der
publizistischen „Aktion für den deutschen Geist“ der dortigen NSDStB-Gruppe)
  • Halle (Saale) 12. Mai 1933 – Universitätsplatz (AwuG)
  • Hamburg 15. Mai 1933 – Kaiser-Friedrich-Ufer (AwuG)
  • Hamburg 30. Mai 1933 – Lübeckertorfeld (durch die Hitlerjugend)
  • Hannover 10. Mai 1933 – an der Bismarcksäule (AwuG)
  • Hann. Münden 10. Mai 1933 – Marktplatz (AwuG)
  • Heidelberg 17. Mai 1933 – Universitätsplatz (AwuG)
  • Heidelberg 17. Juni 1933 – Jubiläumsplatz
  • Heidelberg 16. Juli 1933 – Universitätsplatz
  • Jena 26. August 1933 – Marktplatz
  • Karlsruhe 17. Juni 1933 – Marktplatz
  • Kassel 19. Mai 1933 – Friedrichsplatz (AwuG)
  • Kleve 19. Mai 1933 – Hof des Staatlichen Gymnasiums Römerstraße
  • Kiel 10. Mai 1933 – Wilhelmplatz (AwuG)
  • Köln 17. Mai 1933 – Gefallenendenkmal der Universität (AwuG)
  • Königsberg 10. Mai 1933 – Trommelplatz (AwuG)
  • Landau 10. Mai 1933 – Rathausplatz (damaliger Paradeplatz) (AwuG)
  • Leipzig 2. Mai 1933 – Volkshaus und etwas später am kleinen Meßplatz
  • Lübeck 26. Mai – am Buniamshof
  • Mainz 23. Juni 1933 – Adolf-Hitler-Platz
  • Mannheim 19. Mai 1933 – Meßplatz/Feuerwache (AwuG)
  • Marburg 10. Mai 1933 – Kämpfrasen (AwuG)
  • München 10. Mai 1933 – Königsplatz (AwuG)
  • Münster 10. Mai 1933 – Hindenburgplatz (AwuG)
  • Neubrandenburg 31. Mai 1933 – Marktplatz
  • Neustadt an der Weinstraße 14. Mai 1933 – Marktplatz
  • Neustrelitz 13. Mai 1933 – Parade- und Exerzierplatz
  • Nürnberg 10. Mai 1933 – Hauptmarkt (Adolf-Hitler-Platz) (AwuG)
  • Offenbach am Main 22. Mai 1933 – vor dem Isenburger Schloß
  • Offenburg 17. Juni 1933 – Marktplatz
  • Pforzheim 17. Juni 1933 – Marktplatz
  • Regensburg 12. Mai – Neupfarrplatz
  • Rendsburg 9. Oktober – Paradeplatz
  • Rostock 10. Mai 1933 – Blücherplatz (AwuG)
  • Singen, Stuttgart und Tübingen: der Landesführer des NSDStB Württemberg lehnte das Verbrennen von Büchern ab (AwuG)
  • Speyer 6. Mai 1933
  • Weimar 21. Juni 1933 – in Niedergrunstedt bei der Sonnwendfeier des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes
  • Worms 10. Mai 1933 – Vorplatz des Amtsgerichts (AwuG)
  • Würzburg 10. Mai 1933 – Residenzplatz (AwuG)

[5]

Die verfolgten Autoren

Die Weltbühne vom 12. März 1929, unter Mitarbeit von Kurt Tucholsky geleitet von Carl von Ossietzky

Siehe: Liste der verbrannten Bücher 1933 und Liste verbotener Autoren während der Zeit des Nationalsozialismus

Zu den indizierten Autoren gehörten u. a.


Nicht nur deutschsprachige Autoren standen auf den Listen, sondern auch die Namen der französischen Autoren André Gide, Romain Rolland, Henri Barbusse, der amerikanischen Autoren Ernest Hemingway, Upton Sinclair, Jack London, John Dos Passos und vieler sowjetischer Autoren, darunter Maxim Gorki, Isaak Babel, Vladimir Iljic Lenin, Leo Trotzki, Wladimir Majakowski, Ilja Ehrenburg.

Die Verfolgung dieser Autoren, deren mündliche oder schriftliche Äußerungen den Anschauungen des Nationalsozialismus widersprachen und die sich der von ihnen geforderten „geistigen Wehrhaftmachung“ widersetzten, begann nicht erst mit den Bücherverbrennungen, sondern sie fand lediglich ihren Höhepunkt darin. Viele Schriftsteller, aber auch andere Künstler und auch Wissenschaftler erhielten in der Folge Arbeits- und Publikationsverbot, verschwanden aus den Bibliotheken und aus dem Schulunterricht und wurden auch physisch vernichtet. Sie starben im KZ, an den Folgen der Haftbedingungen oder wurden hingerichtet (wie Carl von Ossietzky und Erich Mühsam, Gertrud Kolmar und Jakob van Hoddis, Paul Kornfeld, Arno Nadel und Georg Hermann, Theodor Wolff, Adam Kuckhoff, Rudolf Hilferding), wurden ausgebürgert (wie Ernst Toller und Kurt Tucholsky), zur Flucht ins Exil gezwungen (wie Walter Mehring und Arnold Zweig) oder in die innere Emigration gedrängt, von der Erich Kästner schrieb: „Man ist ein lebender Leichnam.“ Viele verzweifelten und nahmen sich in der Emigration das Leben, so Walter Hasenclever, Ernst Weiss, Carl Einstein, Walter Benjamin, Ernst Toller, Stefan Zweig.

Für Schriftsteller, die ins Konzept der Nationalsozialisten passten, bedeutete das Verbot ihrer Kollegen die Übernahme der „frei geräumten“ Plätze. „Da kommen sie nun aus allen Löchern gekrochen, die kleinen Provinznutten der Literatur“, schrieb Kurt Tucholsky 1933, „nun endlich, endlich ist die jüdische Konkurrenz weg – jetzt aber! […] Lebensgeschichten der neuen Heroen. Und dann: Alpenrausch und Edelweiß. Mattengrün und Ackerfurche. Schollenkranz und Maienblut – also Sie machen sich keinen Begriff, Niveau null.“

Zeugnisse

Erich Kästner

Erich Kästner war – unerkannt – Zeuge der Verbrennung seiner eigenen Bücher am Berliner Opernplatz und hörte seinen Namen im zweiten Feuerspruch.

„Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt. Der Kopf einer zerschlagenen Büste Magnus Hirschfelds stak auf einer langen Stange, die, hoch über der stummen Menschenmenge, hin und her schwankte. Es war widerlich. Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: „Dort steht ja Kästner!“ Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zwängte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die Bücher flogen weiter ins Feuer. Die Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners ertönten weiterhin. Und die Gesichter der braunen Studentengarde blickten, die Sturmriemen unterm Kinn, unverändert geradeaus, hinüber zu dem Flammenstoß und zu dem psalmodierenden, gestikulierenden Teufelchen. In dem folgenden Jahrdutzend sah ich Bücher von mir nur die wenigen Male, die ich im Ausland war. In Kopenhagen, in Zürich, in London. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, ein verbotener Schriftsteller zu sein und seine Bücher nie mehr in den Regalen und Schaufenstern der Buchläden zu sehen. In keiner Stadt des Vaterlands. Nicht einmal in der Heimatstadt. Nicht einmal zu Weihnachten, wenn die Deutschen durch die verschneiten Straßen eilen, um Geschenke zu besorgen.“
(Erich Kästner: „Kennst du das Land, in dem die Kanonen blühen?“ – Auszug aus dem Vorwort „Bei Durchsicht meiner Bücher“)

Oskar Maria Graf

Nachträglich forderte Oskar Maria Graf die Verbrennung seiner Bücher, da zu seinem Entsetzen sein Werk nicht verboten, sondern von den Nazis auf den „weißen Listen“ empfohlen wurde. Folgenden Aufruf veröffentlichte er 1933 in der „Wiener Arbeiterzeitung“:

„Wie fast alle links gerichteten, entschieden sozialistischen Geistigen in Deutschland, habe auch ich etliche Segnungen des neuen Regimes zu spüren bekommen: Während meiner zufälligen Abwesenheit aus München erschien die Polizei in meiner dortigen Wohnung, um mich zu verhaften. Sie beschlagnahmte einen großen Teil unwiederbringlicher Manuskripte, mühsam zusammengetragenes Quellenstudien-Material, meine sämtlichen Geschäftspapiere und einen großen Teil meiner Bücher. Das alles harrt nun der wahrscheinlichen Verbrennung. Ich habe also mein Heim, meine Arbeit und – was am Schlimmsten ist – die heimatliche Erde verlassen müssen, um dem Konzentrationslager zu entgehen. Die schönste Überraschung aber ist mir erst jetzt zuteil geworden: Laut ‚Berliner Börsencourier‘ stehe ich auf der ‚weißen Autorenliste‘ des neuen Deutschlands, und alle meine Bücher, mit Ausnahme meines Hauptwerkes ‚Wir sind Gefangene‘, werden empfohlen: Ich bin also dazu berufen, einer der Exponenten des ‚neuen‘ deutschen Geistes zu sein! Vergebens frage ich mich: Womit habe ich diese Schmach verdient? Das ‚Dritte Reich‘ hat fast das ganze deutsche Schrifttum von Bedeutung ausgestoßen, hat sich losgesagt von der wirklichen deutschen Dichtung, hat die größte Zahl seiner wesentlichsten Schriftsteller ins Exil gejagt und das Erscheinen ihrer Werke in Deutschland unmöglich gemacht. Die Ahnungslosigkeit einiger wichtigtuerischer Konjunkturschreiber und der hemmungslose Vandalismus der augenblicklich herrschenden Gewalthaber versuchen all das, was von unserer Dichtung und Kunst Weltgeltung hat, auszurotten und den Begriff ‚deutsch‘ durch engstirnigsten Nationalismus zu ersetzen. Ein Nationalismus, auf dessen Eingebung selbst die geringste freiheitliche Regung unterdrückt wird, ein Nationalismus, auf dessen Befehl alle meine aufrechten sozialistischen Freunde verfolgt, eingekerkert, gefoltert, ermordet oder aus Verzweiflung in den Freitod getrieben werden. Und die Vertreter dieses barbarischen Nationalismus, der mit Deutschsein nichts, aber auch rein gar nichts zu tun hat, unterstehen sich, mich als einen ihrer ‚Geistigen‘ zu beanspruchen, mich auf ihre so genannte ‚weiße Liste‘ zu setzen, die vor dem Weltgewissen nur eine schwarze Liste sein kann! Diese Unehre habe ich nicht verdient! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach! Alle anständigen Zeitungen werden um Abdruck dieses Protestes ersucht. Oskar Maria Graf“

Allerdings kursierten in den Universitätsstädten verschiedene Listen der zur Verbrennung bestimmten Bücher. Zum Beispiel in der im Göttinger Tageblatt am 11. Mai 1933 publizierten Liste der verbrannten Bücher war Oskar Maria Graf mit allen seinen Werken (außer „Wunderbare Menschen“ und „Kalendergeschichten“ vertreten[6].

Bertolt Brecht

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen
Öffentlich zu verbrennen, und allenthalben
Ochsen gezwungen wurden, Karren mit Büchern
Zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte
Ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der
Verbrannten studierend, entsetzt, daß seine
Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch
Zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.
Verbrennt mich! schrieb er mit fliegender Feder, verbrennt mich!
Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig! Habe ich nicht
Immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern? Und jetzt
Werd ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch, Verbrennt mich!
(Bertolt Brecht: Die Bücherverbrennung)

Reden

Rede von Dr. Joseph Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP und Gauleiter von Berlin, am 10. Mai 1933 am Opernplatz in Berlin. Goebbels erwähnt seinen Auftritt in seinem Tagebuch am 11. Mai: „Am späten Abend Rede Opernplatz. Vor dem Scheiterhaufen der von Studenten entbrannten Schmutz-und Schundbücher. Ich bin in bester Form. Riesenauflauf.“ (Tagebücher, Bd. 2: 1930–1934, München 1999) (Rede abgedruckt in: „Völkischer Beobachter“ vom 12. Mai 1933, Auszüge:)

„Das Zeitalter eines überspitzten jüdischen Intellektualismus ist zu Ende gegangen, und die deutsche Revolution hat dem deutschen Wesen wieder die Gasse freigemacht. Diese Revolution kam nicht von oben, sie ist von unten hervorgebrochen. Sie ist deshalb im besten Sinne des Wortes der Vollzug des Volkswillens. (…) In den letzten vierzehn Jahren, in denen ihr, Kommilitonen, in schweigender Schmach die Demütigungen der Novemberrepublik über euch ergehen lassen mußtet, füllten sich die Bibliotheken mit Schund und Schmutz jüdischer Asphaltliteraten. (…) Revolutionen, die echt sind, machen nirgends Halt. Es darf kein Gebiet unberührt bleiben. So wie sie die Menschen revolutioniert, so revolutioniert sie die Dinge. (…) Deshalb tut ihr gut daran, in dieser mitternächtlichen Stunde den Ungeist der Vergangenheit den Flammen anzuvertrauen. Hier sinkt die geistige Grundlage der Novemberrepublik zu Boden. Aber aus den Trümmern wird sich siegreich erheben der Phönix eines neuen Geistes, den wir tragen, den wir fördern, und dem wir das entscheidende Gewicht geben. (…) Das Alte liegt in den Flammen, das Neue wird aus der Flamme unseres eigenen Herzens wieder emporsteigen. Wo wir zusammenstehen, und wo wir zusammengehen, da wollen wir uns dem Reich und seiner Zukunft verpflichten. Wenn Ihr Studenten Euch das Recht nehmt, den geistigen Unflat in die Flammen hineinzuwerfen, dann müsst Ihr auch die Pflicht auf Euch nehmen, an die Stelle dieses Unrates einem wirklichen deutschen Geist die Gasse freizumachen.“

Ansprache des Germanisten Prof. Hans Naumann am 10. Mai 1933 auf dem Marktplatz in Bonn (Auszug):

„So verbrenne denn, akademische Jugend deutscher Nation, heute zur mitternächtigen Stunde an allen Universitäten des Reichs, – verbrenne, was du gewiß bisher nicht angebetet hast, aber was doch auch dich wie uns alle verführen konnte und bedrohte. Wo Not an den Mann geht und Gefahr in Verzug ist, muß gehandelt werden ohne allzu großes Bedenken. Fliegt ein Buch heute Nacht zuviel ins Feuer, so schadet das nicht so sehr, wie wenn eines zu wenig in die Flammen flöge. Was gesund ist, steht schon von allein wieder auf. (…) Wir wollen eine symbolische Handlung begehn. Dies Feuer ist ein Symbol und soll weiter wirken und brennen als eine Aufforderung an alle, ein Gleiches zu tun; fortwirken soll es aus der Studentenschaft in das Bürgertum. Wir schütteln eine Fremdherrschaft ab, wir heben eine Besetzung auf. Von einer Besetzung des deutschen Geistes wollen wir uns befrein.“[7]

Schüler des Bismarck-Gymnasiums in Dortmund sprachen unter Leitung ihres Studienreferendars Friedhelm Kaiser dessen Sprechchor „Brandfackel“:

Habt ihr die Feinde erkannt? Reinigt das deutsche Land! Her mit dem flammenden Brand!
Fort mit den falschen Propheten! Laßt sie von andern anbeten – wir aber wollen sie töten!
Was die uns Fremden schreiben, was die uns Fremden dichten, soll nimmer unter uns bleiben, wollen wir heute vernichten!
Soll uns nicht mehr betören ihre zersetzende Sucht, soll uns nicht mehr zerstören Deutsche Sitte und Zucht!
Schaffet, strebet, erweist unsern, den deutschen Geist!
Altes verzehren – Neues gebären, segnen – verdammen Feuer und Flammen! Brenn, Flamme! Brenne !!

Zeitungsberichte

Die Presse stellte ihre Spalten bereitwillig für die Artikel der Studentenschaften zur Verfügung und berichtete voller Genugtuung von den Verbrennungsfeiern.

Neues Mannheimer Volksblatt vom 20. Mai 1933 über die Bücherverbrennung am 19. Mai:

„Der Einmarsch des Fackelzuges auf den Rasenplatz dauerte nahezu dreiviertel Stunden. Es waren viele Tausende, die daran teilnahmen: Die Studentenschaft der Handelshochschule gemeinsam mit der SA, die Ingenieurschule, der DHV und verschiedene andere nationale Verbände. Etwa acht Musikkapellen marschierten mit. Am Ende fuhr ein Wagen, auf dem sich die dem Tode geweihten Bücher befanden und eine große Fahne Schwarz-Rot-Gold, die mit den Büchern dem Feuer übergeben wurde. Nach Eintreffen der Zugspitze wurde ein Holzstoß in Brand gesetzt, der bald in mächtigen Garben zum nächtlichen Himmel empor loderte und den Platz weithin erhellte, sodaß die Sternlein, die neugierig herabschauten, etwas verblassen mußten. (…) Nach Absingen des Horst-Wessel-Liedes flammte der Scheiterhaufen auf und verzehrte die Bücher, die undeutschen Geistes voll. Mit klingendem Spiel ging es dann wieder in die Stadt zurück.“

Pforzheimer Morgenblatt vom 19. Juni 1933 über die Bücherverbrennung am 17. Juni:

„Mit einem Sprechchor einer Gruppe des Bundes deutscher Mädchen wurde die Bücherverbrennung eingeleitet. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wurde sodann der Bücherhaufen angezündet und hellauf loderten die Flammen, als ein weiterer Feuerspruch von den Mädchen vorgetragen wurde. Buch auf Buch wurde in die Flammen geworfen, bis auch das letzte vom Feuer verzehrt war. Entblößten Hauptes sang sodann die Menge, die sich im Verlauf der Geschehnisse auf einige Tausend angesammelt hatten, den Choral: „Nun danket alle Gott“. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ und einem dreifachen „Sieg heil“ auf den Reichskanzler wurde die Feier geschlossen.“

Jenaische Zeitung vom 28. August 1933 über die Bücherverbrennung am 26. August:

„Um 5:30 Uhr marschierte die NSBO und die Hitlerjugend auf dem Marktplatz auf. Die Fahnen nahmen vor dem Bismarckbrunnnen Aufstellung. Ein großer Scheiterhaufen von marxistischen Fahnen und Büchern war aufgerichtet worden – und bald loderte eine große Flamme empor und vernichtete die Symbole und geistigen Erzeugnisse einstiger Marxistenherrschaft. Schweigend und ergriffen von der symbolhaften Handlung sah die Menge diesem Schauspiel zu. Als der Haufen immer mehr zu Asche zerfiel, reckten sich spontan die Arme empor – und über dem Marktplatz erklang das Deutschlandlied.“

Dortmunder General-Anzeiger vom 31. Mai 1933 [2]

Der Artikel „Deutsch“ von Kurt Herwarth Ball wurde als erster Aufsatz des „Artikeldienstes“ der DSt verbreitet und von der Tagespresse nachgedruckt:

„Und dann muß noch ein anderes sein, dieses das die Deutsche Studentenschaft begonnen: Der Kampf gegen das Untermenschentum der Fremdblütigen. Wenn wir die Seele des deutschen Volkes zur lodernden Flamme wiedergestalten und erhalten wollen, dann greifen wir getrost nach den Händen, die uns die 12 Thesen der Deutschen Studentenschaft entgegenstrecken. Zwölfmal dieser harte Wille des jungen Geschlechts:, Deutsch!' Zwölfmal der urstarke, blutsmäßige, bodenständige Ruf:, Deutsch!' Und dieser Ruf von Studenten, von einer jungen Generation, die das harte Muß kennengelernt hat als Werkstudent in den Hungerjahren, als Wehrstudent in ehrlosen Jahren. Schließen wir die Reihen der deutschen Menschen, die da um die Zukunft kämpfen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Schrifttum, in aller Kunst, stehen wir zusammen, eine neue Front, die unaufhaltsam marschiert, deren Ruf nur ein Wort ist: Deutschland!“[8]

Vossische Zeitung: Unveröffentlichter Artikel von Theodor Heuss:

Der erste Bundespräsident Deutschlands, Theodor Heuss, verfasste einen (nicht veröffentlichten) Artikel für die „Vossische Zeitung“, in dem er die Bücherverbrennungen in der Tradition des Wartburgfestes sah und als „nicht zu tragisch“ apostrophierte, wohl auch weil er selbst davon betroffen war, da auch drei Werke von ihm indiziert und verbrannt wurden, darunter „Hitlers Weg“ (1932). In einem Brief vom 7. Mai 1933 kommentierte dies Heuss: „Einige der Leute, die auf der Liste stehen, sind ja menschlich keine schlechte Nachbarschaft, aber daneben findet sich auch das entwurzelte jüdische Literatentum, gegen das ich durch all die Jahre gekämpft habe, und das ist weniger schön, mit diesen in die Geschichte einzugehen.” Heuss stellte in seinem Artikel die Bücherverbrennung mit dem ‚Judenboykott’ des 1. April in Zusammenhang, sah das deutsche Volk sich sogar gegen die „Presse der Welt“ ‚wehren’: Berichte über „deutsche Greuel“ und „‚deutsche Pro[sic]grome mit Massenopfern“ seien durch „ostjüdisch-kommunistische Zirkel von London und New York angezettelt“ worden.“ (Nachlass Theodor Heuss im Bundesarchiv Koblenz; N 1221 / 52)

Protest und Erinnerung

„Dies war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Dieser prophetische Satz Heinrich Heines aus seiner Tragödie „Almansor“ (1821) wurde nach 1933 in Deutschland traurige Wirklichkeit. Das Zitat bezieht sich – entgegen einem weit verbreiteten Glauben – allerdings nicht auf die vier Jahre zuvor durchgeführte Bücherverbrennung während des Wartburgfestes 1817, sondern auf eine Verbrennung des Koran während der Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter (Kontext und genauer Wortlaut siehe: Bücherverbrennung).

Die Bücherverbrennung fand im In- und Ausland ein breites Echo. In Deutschland zeigten sich die meisten Zeitungen begeistert. Es gab aber auch öffentlich geäußerte Kritik und vereinzelt Widerstand. Die aggressive Plakatierung der zwölf Thesen etwa führte in manchen Hochschulen zu vereinzeltem Protest. Der Rektor der Berliner Universität, Eduard Kohlrausch, kündigte seinen Rücktritt an, sollte das Plakat nicht aus dem Vestibül der Universität entfernt werden. Gerhard Schumann, der Württembergische Landesführer des NS-Studentenbundes, untersagte die Teilnahme an der „Aktion wider den undeutschen Geist“ und hielt trotz Protesten einzelner Studentenschaften aus Berlin an seinem Verbot fest und wurde vom Ministerpräsidenten und Kultusminister Prof. Mergenthaler unterstützt. Der Theologe Richard Rinke zeichnete einen Protestbrief mit vollem Namen, über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Die wenigen Beispiele echten Widerstandes lassen erkennen, wie groß die Zahl derer war, die das Vorgehen billigten.

Am 10. Mai 1933 erschien als Titelblatt der Arbeiter-Illustrierte-Zeitung in Prag die berühmte Collage von John Heartfield, die Joseph Goebbels mit erhobenem Finger vor dem Reichstag in Flammen und davor die brennenden Bücher zeigt. Der Titel lautete: „Durch Licht zur Nacht“

Emigrierte Schriftsteller und ihre Freunde haben sich im Ausland bereits 1933 gegen den „Stichtag der Barbarei“ (Alfred Kantorowicz) engagiert. Bereits am 27. April gab es in den USA Proteste gegen die geplanten Bücherverbrennungen, Helen Keller intervenierte zusammen mit namhaften Autoren wie Sherwood Anderson und Sinclair Lewis in einem Brief erfolglos an die deutschen Studenten. Am 10. Mai gab es einen Aufmarsch in New York, an dem sich hunderttausende Privatpersonen, Abgeordnete und andere Funktionäre aus Kirchen und Institutionen beteiligten und dessen Hauptansprache der Oberbürgermeister hielt. Aus den Niederlanden ist bekannt, dass am Tag der Bücherverbrennung Radio Hilversum Auszüge aus den verbotenen Büchern sendete.

Im Mai 1933 kritisierte der aus Deutschland emigrierte Ernst Toller auf dem XI. PEN-Klub-Kongress in Ragusa (Dubrovnik) die passive Haltung vieler Mitglieder gegen den Faschismus und Nationalsozialismus. „Millionen Menschen in Deutschland dürfen nicht frei reden und frei schreiben. Wenn ich hier spreche, spreche ich für diese Millionen, die heute keine Stimme haben.“ Der PEN-Klub weigerte sich jedoch, eine klare Haltung gegenüber den Bücherverbrennungen einzunehmen. Bald fanden sich die aus Deutschland geflohenen und verjagten Schriftsteller in einem neuen Zentrum zusammen: »Der deutsche P.E.N. im Exil«. Diese Gruppe, von Lion Feuchtwanger, Ernst Toller, Rudolf Olden und Max Herrmann-Neiße ins Leben gerufen, hatte ihren Sitz in London, erster Präsident war Heinrich Mann.

Österreichische Autoren und P.E.N.-Mitglieder protestierten gegen die Verfolgung ihrer deutschen Kollegen, darunter spätere Emigranten wie Raoul Auernheimer, Franz Theodor Csokor, Ernst Lothar und Friedrich Torberg. Csokor, wie viele seiner Kollegen vom reichsdeutschen Markt abhängig, schrieb am 19. Mai 1933: „Man muß sich eben entscheiden: Gutes Geschäft – oder gutes Gewissen? Ich bin für das zweite – auf jede Gefahr hin, selbst auf die einer Emigration, falls der braune Zauber auch bei uns einmal Fuß fassen sollte!“ „Deutschfreundliche“ und nazistische Wiener P.E.N.-Mitglieder traten jedoch aus dem Club aus, unter ihnen Max Mell, Richard Billinger, Bruno Brehm oder Josef Weinheber und gründeten den Bund deutscher Schriftsteller Österreichs. Pointiert formulierte am 30. April 1933 die Wiener Arbeiterzeitung: „Das Dritte Reich braucht Lakaien […] Auf Leichenhügeln sollte ein Dichterfrühling grünen. […] Göbbels lud zum Tee – die Schriftsteller hatten zu wählen: Geist oder Macht, Charakter oder Konjunktur, tapfere Isolierung oder feige Gleichschaltung. Sie haben gewählt. Die Männer sind ins Exil, die Kreaturen zum Tee gegangen.“

In der Folge wurde der 10. Mai als „Tag des verbrannten Buches“ jährlich zu einem Treffpunkt vieler Autoren im Exil, vor allem in Paris, aber auch in London, Mexiko-Stadt, Moskau, New York und Prag. Der zehnte Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1943 fand besonders in den USA großes Echo. Eine Ausstellung verbotener und verbrannter Büchern wurde im Dezember 1942 in der New York Public Library eröffnet, zahlreiche weitere Veranstaltungen, Aufführungen, Vorträge und Lesungen verschafften der von den Nazis verbotenen Literatur eine große Öffentlichkeit. Thomas Mann bemerkte in einer Rede über den Sender BBC, dass die zehnte Wiederkehr jenes 10. Mai zu „wahrhaft rührenden“ und die deutschen Flüchtlinge „tief beschämenden Kundgebungen geführt“ habe.

Peter Suhrkamp sprach 1947 auf dem Opernplatz in Berlin: „Die Flammen, die zuerst über den Bücherhaufen prasselten, verschlangen später im Feuersturm unsere Städte, menschliche Behausungen, die Menschen selbst. Nicht der Tag der Bücherverbrennung allein muß im Gedächtnis behalten werden, sondern diese Kette: von dem Lustfeuer an diesem Platz über die Synagogenbrände zu den Feuern vom Himmel auf die Städte.“

In der DDR wurde der 10. Mai als Tag des freien Buches begangen.

Gedenkstätten

Auf dem Berliner Bebelplatz neben der Staatsoper erinnert heute eine ins Pflaster eingelassene Glasplatte an die Bücherverbrennung von 1933. Sie gibt den Blick auf das aus leeren Bücherregalen bestehende Mahnmal „Bibliothek“ des israelischen Künstlers Micha Ullman frei. Davor erinnern zwei in den Boden eingelassene Bronzetafeln an die Ereignisse, in die auch das Zitat aus Heinrich Heines „Almansor“ (s. o.) eingraviert ist, das aber unglücklicherweise nicht original wiedergegeben ist.

Das Mahnmal von Micha Ullman, ein unterirdischer Raum mit leeren Bücherregalen

In einigen deutschen Städten erinnern Texttafeln an die Bücherverbrennung: In Göttingen gibt es eine Gedenktafel am Albanikirchhof (seinerzeit Adolf-Hitler-Platz) mit dem Zitat Heines (s. o.). Am Frankfurter Römerberg, zwischen Alter Nikolaikirche und Gerechtigkeitsbrunnen, erinnert eine Bronzetafel an die Bücherverbrennung. In Hamburg-Eimsbüttel gibt es ein Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in Hoheluft am Isebekkanal, Kaiser-Friedrich-Ufer/Ecke Heymannstraße. In Landau gibt es eine Gedenktafel auf dem Rathausplatz. In Essen steht eine Gedenktafel auf dem Gerlingplatz. Weitere Tafeln gibt es in Bremen, Düsseldorf, Erlangen und Köln.

In München gibt es bis dato kein Mahnmal zur Bücherverbrennung am Königsplatz. Der Künstler Wolfram Kastner hat zum Gedenken wiederholt einen schwarzen Kreis in den Rasen des Königsplatzes gebrannt, wo die Verbrennungen stattfanden. Er setzte sich auch dafür ein, Überreste verbrannter Werke im geplanten NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz unterzubringen. Kastner führte auch in anderen Städten unter dem Titel „Die Spur der Bücher“ Aktionen zur Erinnerung an die Bücherverbrennungen durch, darunter Salzburg, Frankfurt, Kassel und Heidelberg.[9]

In Salzburg stand für das späte Gedenken an die einzige Bücherverbrennung auf österreichischem Boden im Vorfeld der Neugestaltung des Residenzplatzes 2007 ein Mahnmal zur Diskussion. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) fand jedoch eine Gedenktafel für ausreichend. Nun einigte man sich doch auf ein Mahnmal, das als Kompromiss ein ebenes, in die Platten gesetztes Mahnmal „unter Beiziehung von Historikern“ sein und im Rahmen des bereits ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs vergeben werden soll.

In Wien gestaltete die englische Künstlerin Rachel Whiteread im Jahre 2000 das Holocaust-Mahnmal auf dem Judenplatz. Es ist kein explizites Mahnmal für die Bücherverbrennung, stellt jedoch eine versteinerte Bibliothek dar, deren invertierte Bücher nach außen zeigen.

Archive

In Prag wurde 1933 zu einer Sammlung der verbrannten Bücher für eine Ausstellung aufgerufen, die später zerstört wurde.

'Deutsche Freiheitsbibliothek[10]

Zum ersten Jahrestag der Bücherverbrennung gründete der Schriftsteller Alfred Kantorowicz mit seinen Freunden vom Schutzverband Deutscher Schriftsteller in Paris SDS am 10. Mai 1934 eine „Bibliothek der verbrannten Bücher“ (Deutsche Freiheitsbibliothek), die von Alfred Kerr und Egon Erwin Kisch eröffnet wurde. Was in Deutschland verboten und verbrannt war, wurde aus der ganzen Welt von Emigranten nach Paris zusammengetragen. Bereits am 10. Mai 1934 zählte die Freiheitsbibliothek über 11.000 Bände. Die Deutsche Freiheitsbibliothek wurde nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris zerstört, so dass es bis heute keine vollständige Bibliothek der verbrannten Bücher gibt. Nach dem Krieg gaben Kantorowicz und Drews im Gedenken an diese Bibliothek die Anthologie „Verboten und verbrannt“ heraus, bei der es im Vorwort hieß : „Das war kein ‚spontaner Akt’ einer unvernünftigen Menge gewesen, sondern eine wohlüberlegte und sorgfältig organisierte Veranstaltung nationalsozialistischer Staatsraison. Wie die Reichtagsbrandstiftung am 28. Februar 1933 das Fanal des Terrors gegen alle Antifaschisten, der Judenboykott vom 1. April 1933 der Auftakt der Pogrome, die Auflösung und Ausraubung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 die Proklamierung der sozialen Unterdrückung gewesen waren, so waren die Autodafés vom 10. Mai der sichtbare Beginn der amtlich verfügten und mit terroristischen Mitteln durchgeführten Entgeistigung und Barbarisierung Deutschlands [11].“

Archiv der verbrannten Bücher[12]

Der Münchner Georg Salzmann hat in den vergangenen Jahrzehnten ein Archiv der 1933 durch die Bücherverbrennung vernichteten Titel aufgebaut. Neben sehr vielen Erstdrucken umfassen die etwa 10.000 Bände auch Neuauflagen und Biografien von 80 verfolgten Autoren. Salzmann möchte die Sammlung einem öffentlichen Träger übergeben, der sie als Präsenzbibliothek allen zugänglich hält. Die Stadt München hat einen Ankauf abgelehnt, da ihr das Geld fehle und man an eigenen Geschichtsprojekten arbeite. Die Bürgerschaft von Greifswald stimmte 2006 einer Ansiedlung des Archivs zu, hat ebenfalls nicht die erforderlichen Finanzen, könnte jedoch ein Gebäude zum Umbau zu Verfügung stellen. Ein gemeinnütziger Verein wirbt für Buchpatenschaften, um die Sammlung erwerben zu können und sucht darüber hinaus eine öffentliche Trägerschaft, die die Intention Salzmanns verwirklichen kann. Laut Volker Weidermann, Das Buch der verbrannten Bücher, 2008, hat auch die Stadt Nürnberg Interesse angemeldet.

Verboten und verbrannt/Exil

Der S. Fischer Verlag gab in den 80er Jahren eine Serie „Verboten und verbrannt/Exil“ (ausgehend von der 1981 begründeten „Bibliothek der verbrannten Bücher“ des KonkretLiteraturVerlags) heraus, in der einige Bücher publiziert wurden, die zwischen 1933 und 1945 außerhalb Nazi-Deutschlands gedruckt worden waren. 1993 wurde die Reihe eingestellt.

Bibliothek Verbrannter Bücher[13]

Das Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam hat zusammen mit dem Georg Olms Verlag zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennungen am 10. Mai 2008 die ersten 10 Bände einer „Bibliothek Verbrannter Bücher“ herausgebracht. In der Kassette sind Werke von Samuel Friedlaender, André Gide, Theodor Heuss, Franz Kafka, Erich Kästner, Gina Kaus, Jack London, Walther Rathenau, Anna Seghers und Kurt Tucholsky enthalten. In dieser Nachdruck-Edition mit Nachworten zur Neuauflage sollen bis zu 120 Bände vorgelegt werden. Die Kassette wird dank zahlreicher Förderer an bis zu 4000 zum Abitur führende Schulen verschenkt.
Bereits 2006 wurde anlässlich des 73. Jahrestags als Pilotprojekt das Werk von Hugo Preuß „Staat, Recht und Freiheit“ neu aufgelegt. Der deutsch-jüdische Staatsrechtler Hugo Preuß (1860-1925) war einer der wichtigsten Vordenker der Weimarer Reichsverfassung von 1919. Sein Buch erschien 1926 posthum mit einem Vorwort des späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss und wurde am 10. Mai 1933 öffentlich verbrannt.

Literatur

  • Jan Pieter Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich: Institutionen, Kompetenzen, Betätigungsfelder. München 1995.
  • Dietmar Damwerth: Schriftstellerinnen und Schriftsteller zur NS-Zeit: Eine Dokumentation zum 70. Jahrestag der Bücherverbrennung. 2003, ISBN 3-937183-11-6.
  • Hermann Haarmann, Walter Huder & Klaus Siebenhaar (Hg.): „Das war ein Vorspiel nur…“ – Bücherverbrennung Deutschland 1933: Voraussetzungen und Folgen. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung der Akademie der Künste (Berlin) 1983. Berlin/Wien: Medusa Verlagsgesellschaft, 1983. ISBN 3-88602-076-2.
  • In jenen Tagen… Schriftsteller zwischen Reichstagsbrand und Bücherverbrennung. Leipzig, Weimar: Gustav Kiepenheuer Verlag, 1983.
  • Alfred Kantorowicz, Richard Drews: „Verboten und verbrannt“ – Deutsche Literatur 12 Jahre unterdrückt, Ullstein / Kindler, Berlin/München, 1947; (neu) Kindler Verlag, München 1983.
  • Wolfram Kastner (Hg.): Wie Gras über die Geschichte wächst. Erinnerungszeichen zu den Bücherverbrennungen. Mit einem Essay von Gert Heidenreich. München: A1 Verlag, 1996.
  • Christian Graf von Krockow, Scheiterhaufen: Größe und Glanz des deutschen Geistes. Berlin 1983.
  • Thomas Lischeid: Symbolische Politik. Das Ereignis der NS-Bücherverbrennung 1933 im Kontext seiner Diskursgeschichte. Heidelberg 2001.
  • Hermann Rafetseder: Bücherverbrennungen. Wien 1988, ISBN 3-205-08858-1.
  • Hans Sarkowicz, Alf Mentzer: Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biographisches Lexikon. Hamburg/Wien: Europa Verlag, (Erw. Neuauflage) 2002, ISBN 3-203-82030-7.
  • Gerhard Sauder: Die Bücherverbrennung. Zum 10. Mai 1933. Carl Hanser Verlag, München, Wien 1983.
  • Carola Schelle (Hg.): Stichtag der Barbarei. Anmerkungen zur Bücherverbrennung 1933. Postskriptum Verlag, Hannover 1983, ISBN 3-922382-16-9.
  • Klaus Schöffling: Dort wo man Bücher verbrennt. Stimmen der Betroffenen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1983.
  • Julius H. Schoeps & Werner Treß (Hg.): Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933. Olms, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-487-13660-8.
  • Julius H. Schoeps (Hrsg.), „Bibliothek verbrannter Bücher“. Die ersten zehn Bände im Schuber. Eine Auswahl der von den Nationalsozialisten verfemten und verbotenen Literatur, Hildesheim (Georg Olms Verlag) 2008.
  • Jürgen Serke: Die verbrannten Dichter. Lebensgeschichten und Dokumente. Weinheim, Basel: Beltz & Gelberg 1992, ISBN 3-407-80899-2.
  • Dietrich Strothman: Nationalsozialistische Literaturpolitik“, Bonn 1960.
  • Werner Treß: Wider den undeutschen Geist. Bücherverbrennung 1933. Berlin: Parthas Verlag 2003, ISBN 3-932529-55-3.
  • Theodor Verweyen: Bücherverbrennungen. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-1082-5.
  • Das Vorspiel: Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. Hrsg. Thomas Friedrich, Berlin 1983.
  • Ulrich Walberer (Hg.): 10. Mai 1933 – Bücherverbrennung in Deutschland und die Folgen. Fischer TB, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-596-24245-2.
  • Volker Weidermann: Das Buch der verbrannten Bücher. Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2008, ISBN 978-3-462-03962-7.

Film

  • Spur des Feuers. Dokumentation, Deutschland, 2008, 52 Min., Buch und Regie: Henry Köhler, Produktion: RossPointFilm, Pinguin Film, MDR, Erstausstrahlung: 29. Oktober 2008, Inhaltsangabe von arte

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Deutsche Kultur-Wacht, 1933, Heft 9
  2. http://www.verbrannte-buecher.de/t3/fileadmin/user_upload/dokumente/schreiben_der_dst.pdf
  3. a b c http://www.hdbg.de/buecher/Frames/text2.htm
  4. http://www.verbrannte-buecher.de/t3/index.php?id=57
  5. Vergleiche Werner Treß in Wider den undeutschen Geist. Berlin 2005 und Wolfram Kastner, mit Ergänzungen
  6. http://www.euchzumtrotz.de/front_content.php?idart=41
  7. http://images.zeit.de/text/2003/20/A-Buchverbrennungg
  8. zitiert nach: Die Bücherverbrennung (Hrsg. Gerhard Sauder). Frankfurt/Main: Ullstein 1985, S. 86
  9. http://kulturserver-bayern.de/home/ssalzburg/Buecherverbrennung/spur_inhalt.html
  10. s. Claus-Dieter Krohn & Patrik von zur Mühlen & Gerhard Paul & Lutz Winckler (Hg.) Handbuch der deutschsprachigen Emigration 1933 - 1945 WBG und Primus, Darmstadt 1998 ISBN 3896780867 und Walter A. Berendsohn, Die humanistische Front Bd 1: Einführung in die deutsche Emigranten-Literatur. Zürich 1946
  11. s.Alfred Kantorowicz, Richard Drews: „Verboten und verbrannt“ – Deutsche Literatur 12 Jahre unterdrückt, Ullstein /Kindler, Berlin/ München, 1947;
  12. http://www.aktion-patenschaften.de
  13. http://www.verbrannte-buecher.de/t3/index.php?id=58

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