Aktionsgruppe Kinder in Not

Die Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e. V., die sich selbst mit KiN abkürzt, ist eine deutsche Hilfsorganisation zur Unterstützung notleidender Kinder in der Dritten Welt.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Gründung und Ziele

KiN wurde 1983 auf Initiative einer Unternehmerin in Windhagen (Westerwald) gegründet, wo bis heute der Verwaltungssitz ist.[1]

KiN arbeitet uneigennützig. Die Mitglieder sind ehrenamtlich tätig und tragen ihre eigenen Kosten selbst, ohne dass ihnen aus Vereinsmitteln Ersatz gewährt wird. Die restlichen Verwaltungskosten werden als zweckgebundene Spende von einer Einzelperson übernommen, die auch Büroräume zur Verfügung stellt.

Zur Unterstützung notleidender Kinder in der Dritten Welt initiiert KiN ausschließlich Projekte, die Hilfe zur Selbsthilfe darstellen. Die Organisation ist politisch und konfessionell unabhängig und leistet ihre Arbeit ohne Rücksicht auf das politische oder religiöse Umfeld in den betreffenden Entwicklungsländern.

Rechtsform und Zertifizierung

KiN ist ein eingetragener Verein, seine Leitung obliegt einem achtköpfigen Vorstand. Die Organisation trägt das Gütesiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und ist vom Finanzamt Neuwied als gemeinnützige Einrichtung anerkannt. Der jeweils von einem vereidigten Wirtschaftsprüfer zertifizierte Jahresbericht wird allen Interessenten zur Verfügung gestellt.[1]

Paten, Projekte und Spenden

Die Arbeit des Vereins basiert auf Patenschaften, die von Einzelpersonen, aber auch von Familien, Schulen, Vereinen oder Firmen übernommen werden. Mit den im Rahmen der Patenschaften geleisteten Spenden werden weltweit Projekte gefördert, die bedürftigen Kindern und ihren Familien zugute kommen. 2010 unterstützte KiN mit fast 1,25 Mio. Euro 25 Projekte auf den Philippinen (827.850 Euro), in Indien (89.161 Euro), Chile (33.216 Euro), Brasilien (189.865 Euro) und Pakistan (103.000 Euro für Opfer der Flutkatastrophe).[1] Dies sind beispielsweise Kinderheime, Kindergärten und Vorschulen, Tagesstätten für kranke und behinderte Kinder, Schulen und Berufsausbildungsstätten, ein Krankenhaus und medizinische Hilfsstationen. Weil die Hilfsaktivitäten der Organisation 1983 zunächst auf den Philippinen aufgenommen wurden, liegt dort auch heute noch mit etwa zwei Drittel Ausgabenanteil der Schwerpunkt der Projekte.

Gespendete Beträge werden vollständig für die Hilfsprojekte eingesetzt, ohne dass ein Abzug von Verwaltungskosten stattfindet. Die Spender erhalten eine Bestätigung, welche die steuerliche Anrechnung als Sonderausgaben gewährleistet.

Personen

Gisela Wirtgen

Der Gründerin von KiN, Gisela Wirtgen, die auch von Beginn an den Verein führt, wurden für ihre Arbeit der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und das Bundesverdienstkreuz verliehen.[2]

KiN-Botschafter

Als internationale KiN-Botschafter engagieren sich seit dem Jahr 2000 Georg Hackl, Rodel-Olympiasieger und -Weltmeister sowie Sportler des Jahres, und seit 2009 Sandra Minnert, zweimalige Welt- und viermalige Europameisterin im Fußball.[3]

Nachahmer

Gelegentlich verwenden Nachahmer den Namen der Organisation, teilweise geringfügig verändert, für eigenwirtschaftliche Zwecke. So untersagte im September 2010 die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier einem Verein „Hilfe für Kinder in Not“ aus Herne, der ohne Genehmigung Straßensammlungen durchführte, mit sofort vollziehbarer Verbotsverfügung jegliche Spendensammlung in Rheinland-Pfalz.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Aktionsgruppe „Kinder in Not“: Jahresbericht 2010
  2. Aktionsgruppe „Kinder in Not“: Menüpunkt „Über uns/Wer sind wir“. Abgerufen am 13. August 2010.
  3. Aktionsgruppe „Kinder in Not“: Menüpunkt „KiN-Botschafter“. Abgerufen am 13. August 2010.
  4. ADD Trier: ADD untersagt Spendensammlungen des Vereins „Hilfe für Kinder in Not e. V.“ in Rheinland-Pfalz. 10. September 2010, abgerufen am 17. September 2010 (Pressemitteilung Nr. 106).

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