Aktionsplan "Zivile Krisenprävention"

Der Aktionsplan „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ ist ein am 12. Mai 2004 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung beschlossenes politisches Strategiepapier. Darin werden ressortübergreifend zivile (d. h. nicht-militärische) Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten im Bereich Krisenprävention, zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung bzw. Friedenskonsolidierung (engl. peace keeping) beschrieben. Erklärtes Ziel war es, Friedenspolitik und Krisenprävention nicht nur als Aufgabe der Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik, sondern als Querschnittsaufgabe des Regierungshandelns zu sehen. U. a. wird betont, dass "Krisenprävention in größerem Maße als bisher Eingang in die Wirtschafts-, Finanz- und Umweltpolitik finden"[1] sollte. Außerdem sollte die Kohärenz des Regierungshandelns in diesem Politikbereich erhöht und die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen bzw. ausländischen und internationalen Akteuren verbessert werden. Die 163 aufgeführten Maßnahmen enthalten unter dem Stichwort "Friedenspotenziale fördern" auch Maßnahmen im Bereich Medien, Kultur und Bildung.

Dem Aktionsplan vorausgegangen war ein im Jahr 2000 vom Bundessicherheitsrat verabschiedetes Gesamtkonzept "Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung". Der Aktionsplan bildet bis heute den Bezugsrahmen für die auf Krisenprävention ausgerichtete Politik der Bundesregierung. Alle zwei Jahre wird dem deutschen Bundestag ein „Umsetzungsbericht“ zum Aktionsplan vorgelegt .


Zwei Gremien wurden mit Verabschiedung des Aktionsplans eingerichtet:

  1. Der sogenannte Ressortkreis, ein Koordinierungsgremium, dem Vertreter aller Ressorts (d.h. der Bundesministerien und obersten Bundesbehörden) angehören und das vom Beauftragten für Zivile Krisenprävention des Auswärtigen Amtes (seit 2008 Busso von Alvensleben) geleitet wird und
  2. ein Beirat aus ca. 20 Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft, nichtstaatlicher Organisationen, der Kirchen und politischen Stiftungen sowie Einzelpersönlichkeiten.

Einzelnachweise

  1. Aktionsplan „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ der Bundesregierung von 2004, Seite 1 (Online PDF)

Quellen

  • Erster Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des Aktionsplans „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ von 2006 (Online PDF)
  • Zweiter Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des Aktionsplans „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ von 2008 (Online PDF)
  • Bundestagsdrucksache 14/6496 (Online PDF) (Quelle zum Gesamtkonzept „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ aus dem Jahr 2000)

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Aktionsplan „Zivile Krisenprävention“ — Der Aktionsplan „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ ist ein am 12. Mai 2004 von der damaligen rot grünen Bundesregierung beschlossenes politisches Strategiepapier. Darin werden ressortübergreifend zivile… …   Deutsch Wikipedia

  • Zivik — Das Programm zivik fördert internationale Friedensprojekte in Krisenregionen. Es besteht und ist seit 2001 beim Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) angesiedelt. Seit seiner Gründung wurden mehrere hundert Projekte von… …   Deutsch Wikipedia

  • zivik — Das Programm zivik fördert internationale Friedensprojekte in Krisenregionen. Es besteht und ist seit 2001 beim Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) angesiedelt. Seit seiner Gründung wurden mehrere hundert Projekte von… …   Deutsch Wikipedia

  • Ziviler Friedensdienst — (ZFD) ist eine Sammelbezeichnung für Friedensfachdienste, die in nicht staatlicher Trägerschaft und Verantwortung durchgeführt, aber staatlich gefördert werden. Inhaltsverzeichnis 1 Begriff 2 Politische Realisierung 3 Einsatzbereiche …   Deutsch Wikipedia

  • Plattform Zivile Konfliktbearbeitung — Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung ist ein Netzwerk in Deutschland zur Förderung der zivilen Konfliktbearbeitung. Es wurde 1998 in Bad Honnef gegründet und hat zurzeit 130 Einzelpersonen und 53 Organisationen, Einrichtungen und Gruppen als… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”