Aktionstheater PAN.OPTIKUM

Das Aktionstheater PAN.OPTIKUM ist ein Theaterensemble mit Sitz in Freiburg im Breisgau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahr 1982 wurde die Gruppe PAN.OPTIKUM von Nesa Gschwend und Frank Niemöller in Berlin gegründet, mit dem Ziel Performances im öffentlichen Raum zu zeigen. Der Name PAN.OPTIKUM leitete sich von den in den 20er Jahren ganz in der Nähe des Gründungsortes beheimateten Panoptikums ab, in denen Menschen zur Schau gestellt wurden und die dort ohne ihr eigenes Einverständnis ausgestellt und blossgestellt wurden. Schon zu Beginn stellte PanOpktikum Menschenskulpturen resp sich selber an verschiedenen Festivals und in Galerien aus. 1983 wurde von Nesa Gschwend und Frank Niemöller nach einem längeren Aufenthalt in Indonesien eine erste grosse Installation auf dem Rathausmarkt in Hamburg realisiert. Diese Installation bildete für Nesa Gschwend auch den Auftakt zu den grossen Windfiguren, die über längere Zeit ein Markenzeichen von PAN.OPTIKUM waren. 1986 verliess Nesa Gschwend die Gruppe und kehrte in die Schweiz zurück und widmete sich fortan ihren eigenen Soloperformances und Kunstprojekten.

Nachdem sich in den 1960er- und 70er-Jahren viele freie Theater als Gegenmodell zu der vorherrschenden Stadttheaterkultur positionierten, folgte zu Beginn der Achtzigerjahre eine weitere Gründungswelle von Theatern und Straßentheatern in Europa. In Spanien etwa entstand die Gruppe „La Fura dels Baus“, in Frankreich das Ensemble „Royal de Luxe“, in Amsterdam „Dogtroep“.

Mit dem Eintritt von Sigrun Fritsch 1988 und Ralf Buron 1989 in das Ensemble verlagerte sich der Schwerpunkt der Inszenierungen. Vorbild waren nun Inszenierungen im öffentlichen Raum, die Ideen des Bauhauses in Dessau aus den 20er Jahren aufgriffen und sich an der Verbindung von Architektur und darstellender Kunst orientierten. In dieser Zeit entstanden erste große Produktionen, wie zum Beispiel über Max Ernst, mit denen PAN.OPTIKUM zum Worldfest nach Atlanta eingeladen wurde.

Anfang der 90er Jahre verlegten sie den Sitz des Theaters nach Freiburg im Breisgau. Dort wurden mit Produktionen wie Liebe und Tod, einer Inszenierung zweier Barockopern mit dem Freiburger Barockorchester, und Bachs Weihnachtsoratorium die Grundlagen einer konzeptionellen Weiterentwicklung geschaffen.

1999 fusioniert das Ensemble mit „Nachtwerk“ aus Stuttgart, einer Gruppe von Pyrotechnikern um Karl Rechtenbacher und entwickelte zum Goethejahr die Straßenproduktion Prometheus. Gemeinsam mit dem neuen Ensemblemitglied Matthias Rettner wurden Produktionen für mehrere tausend Zuschauer entwickelt und aufgeführt. Mit diesen Inszenierungen gastiert das mittlerweile fast 40 Personen umfassende Ensemble seit 2003 in Europa und Südamerika bei großen Theaterfestivals, so unter anderen beim Sziget Festival in Budapest, beim Glastonburyfestival in England, beim Tárrega Festival in Spanien sowie in Caracas, Santiago de Chile, Bogotá, Guanajuato, Guadalajara.

Produktionen

  • IL CORSO, eine Inszenierung des Buch der Fragen nach Pablo Neruda, wurde zwischen 2001 und 2007 in über 100 Städten Europas und Südamerikas aufgeführt.
  • ORPHEUS, ein Stück über das Scheitern der Liebe, war ein Auftrag von Gerard Mortier und hatte 2004 Premiere bei der RuhrTriennale.
  • The CIVIL warS, eine Oper von Philip Glass, wurde in einer Kooperation mit dem Theater Freiburg unter der Intendanz von Amélie Niermeyer zur Spielzeiteröffnung gezeigt.
  • BallGefühl, eine Produktion zum Thema Fußball, wurde im Auftrag der Bundesregierung für das offizielle Kunst- und Kulturprogramm zur FIFA WM 2006™ entwickelt und gastierte in verschiedenen Städten mit Stadien sowie 2007 in Salamanca, Spanien.
  • Medea: Stimmen, eine Inszenierung des Romans von Christa Wolf, wurde von der Autorin autorisiert und 2007 unter Intendanz von Barbara Mundel am Theater Freiburg in einer Koproduktion auf die Bühne gebracht.
  • Eine Inszenierung der Carmina Burana von Carl Orff eröffnet die Spielzeit des Theater Basel im September 2008 unter der Intendanz von Georges Delnon.

Auszeichnungen

  • 2002: 1. Preis für IL CORSO als beste Outdoor- Produktion beim Internationalen Straßentheaterfestival in Holzminden
  • 2005: Kulturpreis Baden-Württemberg
  • 2006: 1. Preis für ORPHEUS als beste Outdoor- Produktion beim Tárrega- Festival in Spanien

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