Aktivismus
Dieser Artikel behandelt die pazifistisch-sozialistische Bewegung des Aktivismus. Für weitere Bedeutungen des Wortes Aktivismus, siehe Aktivist.

Aktivismus hieß eine von Kurt Hiller gegründete pazifistische Bewegung, die eine „Aktivierung des Geistigen zur Herbeiführung einer neuen Menschheitsära“ (Aufbruch zum Paradies) erstrebte.

Der Aktivismus bildete eine Art Nebenströmung des Expressionismus.

Namhafte Vertreter und Mitarbeiter an den verschiedenen Organen der Bewegung (Das Ziel. Jahrbuch für geistige Politik, Berlin: Georg Müller; München, dann Leipzig: Kurt Wolff, von 1916 bis 1924 erschienen insgesamt fünf Jahrbücher) waren Heinrich Mann, Kurt Hiller, Max Brod, Walter Benjamin, Hedwig Dohm, Alfred Wolfenstein, Ludwig Rubiner, Gustav Landauer, Kurt Pinthus, Hans Blüher, Helene Stöcker, Gustav Wyneken, Hellmut von Gerlach, Richard Nikolaus von Coudenhove-Kalergi, Armin T. Wegner, Rudolf Leonhard, Walther Rilla, Hugo Sinzheimer, Rudolf Kayser, Johannes Maria Verweyen, Frank Thieß, Magnus Hirschfeld, Otto Flake, Alfred Kerr, Friedrich Bauermeister, Frederik van Eeden, Salomo Friedlaender, Otto Ernst Hesse, Hermann Kesser, Alfred Kurella, Berta Lask, Alfred Lemm, Rudolf Leonhard, Richard Mattheus, Leo Matthias, Hans Natonek, Ludwig Rubiner, Carl Maria Weber, Alfred Kubin, Carl von Ossietzky, Hans Koch-Dieffenbach, Arnold Ulitz, Max Deri, Felix Emmel, K. Gareis, Theodor Haubach, Ernst Hierl und Robert Müller.

Den verschiedenen Richtungen dieser Bewegung gemeinsam war die pazifistisch-sozialistische Tendenz.

Literatur

  • Kurt Hiller: Der Aufbruch zum Paradies. Ein Thesenbuch. München Desch 1952 (Erste Ausgabe der um einen zweiten Teil erweiterten Fassung. Der erste Teil des Bandes erschien 1922 bei Kurt Wolff unter dem Titel " Der Aufbruch zum Paradies. Sätze".)
  • Kurt Hiller: Geist werde Herr. Berlin: Erich Reiss, 1920 (Kundgebungen eines Aktivisten vor, in und nach dem Kriege.) Der Band sammelt die frühen politischen und pazifistischen Schriften Hillers, die außerhalb der Ziel-Jahrbücher über den Bund der Geistigen und den von Hiller kreierten Aktivismus entstanden.
  • Kurt Hiller (Hg.): Das Ziel. Aufrufe zu tätigem Geist. Georg Müller, München-Berlin. 1916 (Dieser 1.Band der Ziel-Jahrbücher erschien Ende 1915. Er wurde wegen seiner pazifistischen Haltung 1916 verboten. Quelle: Zeitschriften-Raabe 105.)
  • Kurt Hiller: Gustav Wynekens Erziehungslehre und der Aktivismus. Hannover Steegemann. 1919 (Die Silbergäule Bd. 4)
  • Wolfgang Rothe (Herausgeber): Der Aktivismus 1915–1920. Mit Kurzbiografien der Beiträger. Mit einem Nachwort von Rothe. Mit Beiträgen von Heinrich Mann, Kurt Hiller, Max Brod, Ludwig Rubiner, Gustav Landauer, Kurt Pinthus u.a. München, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1969
  • Helmut Kreuzer und Günter Helmes (Hrsg): Expressionismus - Aktivismus - Exotismus. Studien zum literarischen Werk Robert Müllers 1887–1924. Mit zeitgenössischen Rezeptionsdokumenten und einer Bibliographie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1981
  • Juliane Habereder: Kurt Hiller und der literarische Aktivismus. Zur Geistesgeschichte des politischen Dichters im frühen 20. Jahrhundert. Frankfurt: Lang 1981, ISBN 3-8204-6202-3
  • Harald Lützenkirchen: "Die "Ziel" Jahrbücher, Manifeste des Aktivismus", in: Schriften der Kurt Hiller Gesellschaft. Band 1. Hrg. v. Dr. Harald Lützenkirchen. Mit 1 Porträt und 4 ganzseitigen Abbildungen. Fürth: Klaußner 2001

Siehe auch

Die Aktion (expressionistische Zeitschrift)

Weblinks


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