Aktivsprache

Als Aktivsprache (auch: Aktiv-Stativ-Sprache) bezeichnet man innerhalb der relationalen Typologie einen Sprachtyp, der das Agens (dieses ist „aktiv“) sowohl transitiver als auch intransitiver Sätze stets auf die gleiche Art zum Ausdruck bringt und das Patiens (dieses ist „inaktiv“) in allen Sätzen stets auf eine andere Art bezeichnet.

Dies wird in den betreffenden Sprachen typischerweise durch zwei Reihen von Pronominalelementen am Verb markiert, d. h., es gibt zwei morphologische Kategorien Aktiv und Inaktiv (wobei die erstere direkt nichts mit dem gleichnamigen Genus verbi zu tun hat).

Es ergibt sich dabei das Schema:

  Agens Patiens
transitiv Aktiv Inaktiv
intransitiv Aktiv Inaktiv

Sprachen dieses Typs finden sich außerhalb Europas, vor allem in indigenen amerikanischen Sprachen, aber auch in anderen.

  Agens Patiens
transitiv wa-kastaka „ich schlage ihn“ ma-kastaka „er schlägt mich“
intransitiv wa-lową „ich singe“ ma-khuže „ich bin krank“

In diesen Beispielen zeigt sich, dass das Dakota nur die 1. Person Singular („ich“) am Verb markiert (die 3. Person Singular wird nicht explizit ausgedrückt), wobei es für diese zwei verschiedene Formen gibt.

  • Eine weitere Aktivsprache ist z. B. das Guaraní.
  • Auch im Deutschen (das eine Akkusativsprache ist) gibt es Konstruktionen, die dem Wesen einer Aktivsprache entsprechen: mich friert (mich ist hier inaktiv) statt intransitiv ich friere, d. h. in Übereinstimmung mit transitiv er schlägt mich, wo mich ebenfalls inaktiv ist.

Siehe auch

Andere Systeme:

Oberbegriff:

Literatur

  • Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2. Auflage. Kröner, Stuttgart 1992, ISBN 3-520-45202-2.
  • Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart u. Weimar 1993, ISBN 3-476-00937-8.
  • Georgij A. Klimov: Tipologija jazykov aktivnogo stroja. Nauka, Moskau 1977. (auf Russisch)

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